Venedig, April 2024. Internationale Kunstbiennale: Der irische Performancekünstler Aaron Geldof geht an einem Kreuz in Flammen auf – für die Freiheit Palästinas; ein Opfertod. Schnell haben Medien und Politik in Deutschland das eigentliche Motiv seines Martyriums erkannt: Judenhass. Für Geldofs engsten Vertrauten aber, den Kulturjournalisten Enzo Bamberger war der Flammentod in Venedig nur eines: Kunst. Im Auftrag seiner britischen Zeitung begibt er sich auf eine Reise in die Untiefen des Kunstbetriebs. Im Dickicht aus Sex, Macht und Manipulation gerät er auf die Spur von grauen Eminenzen mit langen Fingernägeln, die im Hintergrund Intrigen spinnen. Haben sie die Antwort auf seine Frage: Warum musste Aaron sterben?
Nachdem einer der Hauptfiguren sich mit Benzin übergoss, sich an einem Kreuz festbinden ließ und sich selbst mit einem Zippo anzündete, reagierte der Freund und Aktivistengenosse folgendermaßen:
"Er machte uns alle wieder zu Menschen. Und mit den Worten »Palestine will set uns [sic, vielleicht so gewollt?] free! Palestine will live forever!«, die dort über seinem kühn erhobenen Kopf aufleuchtete, wurde mir klar, wurde jedem hier klar, Aaron brannte für uns alle." (245)
Insgesamt eine gute Darstellung der Gedankengänge und Reaktionen der antiisraelischen-akademisch-künstlerischen Bubble seit dem 07. Oktober.
Auf Seite 24 wurde das Thüringer Kaff Lauscha erwähnt, komisch dass so etwas von einem Berliner Autor erwähnt wird (und noch komischer das als Thüringer zu lesen xd)
Eine sehr bissige Novelle, die abrechnet mit dem antisemitischen Kulturbetrieb auf der einen Seite und auf der andere aber auch mit einer bestimmten Form der Erinnerungskultur aka "Erinnerungstheater"ins Gericht geht.