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Sputnik: Roman | »Ein Meister der autofiktionalen Prosa.« MDR Unter Büchern

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»Es gibt Menschen, die sind geborene Geschichtenerzähler. Christian Berkel ist so einer.« emotion
»Ich schloss die Augen. Minutenlang schlug mein Herz bis zum Hals. Ich lebte in einem Schloss in Frankreich, es gab vorzügliche Speisen, ein Pierrot deckte den Tisch und räumte ihn wieder ab. Ich hatte zwei Brüder gewonnen, dazu sechs Hunde in einem verwilderten Park.«
Mitreißend und berührend erzählt Christian Berkel den Roman seiner Kindheit und eine Geschichte über die Zerrissenheit, den Aufbruch und das Abnabeln – und nebenbei eine Hommage an die Literatur, die Freundschaft und die Liebe.

385 pages, Kindle Edition

Published May 30, 2025

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Christian Berkel

62 books13 followers

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Community Reviews

5 stars
8 (13%)
4 stars
28 (46%)
3 stars
17 (28%)
2 stars
6 (10%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 21 of 21 reviews
13 reviews
January 25, 2026
Leichte Kost aber einzelne glänzende Momente. Dabei, der Geist auf Deutschlands Theaterbühnen post-68 und viele generationell verwobene Unstimmigkeiten Berkel’s autofoktionaler Identität als zwischen den Stühlen sitzender Jude und Deutscher.
Profile Image for Rosalie Saffran.
16 reviews
July 17, 2025
Mich hat der Anfang wirklich abgeholt. Christian Berkel hat es sehr gut geschafft sehr komplexe Themen aus einer kindlichen Perspektive zu erzählen. Ab dem Mittelteil hat es sich dann irgendwann sehr gezogen und das Buch hat in meinen Augen sehr an Qualität verloren. Sehr schade, hätte das Buch gerne mehr gemocht…
Profile Image for Aus Liebe zum Lesen.
270 reviews8 followers
July 20, 2025
„Kindsein gehörte zu meinen unangenehmsten Erfahrungen.“

Christian Berkel beweist auch in seinem dritten autobiografischen Roman „Sputnik“ einmal mehr, dass er ein großartiger Erzähler ist.

Er beginnt im Stile von Günther Grass in der Blechtrommel die Erzählung seiner Lebensgeschichte vor bzw. mit der Geburt aus seiner Sicht.

„Alles, was ich darüber gehört und gelesen habe, deutet darauf hin, dass in dieser Zeit bereits ein prägender Austausch zwischen Mutter und Kind stattfindet. Als ich in den späten Fünfzigerjahren geboren wurde, interessierte sich die Forschung kaum dafür. Ein paar tausend Jahre früher war man schon weiter gewesen.“

Wir begleiten Sputniks Aufwachsen in einer nicht ganz einfachen Familie, seine Zeit in Frankreich, den Weg zur Schauspielerei. Neben typischen Coming-of-Age-Motiven, wie der Rebellion gegen Eltern und Autoritäten, Partys und ersten Liebeleien, versucht sich Berkel auch mit seinen jüdischen Wurzeln auseinanderzusetzen.

„Es war die Eingangshalle der Renée-Sintenis-Grundschule. Aus der Mitte schwang sich eine Treppe nach oben, auf ihren Stufen unsere zertretenen Hoffnungen.“

Besonders die Passagen, die in Frankreich spielen, empfand ich als stellenweise langatmig. Die Handlung verliert dort für mich an Tempo, und trotz Berkels sprachlicher Stärke wollte der Funke nicht so recht überspringen. Hinzu kommt, dass die allgegenwärtige Drogenthematik für meinen Geschmack zu viel Raum einnimmt und die Geschichte in eine Richtung lenkt, die mich emotional eher auf Abstand gehalten hat.

Unbestritten ist „Sputnik“ literarisch stark und handwerklich sehr gut gemacht. Doch was die Erzählung betrifft, fehlte mir die Tiefe und Spannung, um wirklich mitgerissen zu werden.
Profile Image for Estrelas.
963 reviews
June 8, 2025
Bereits zum dritten Mal macht Christian Berkel die Geschichte seiner Familie zum Inhalt eines Romans. Diesmal spielt er selbst die Hauptrolle, und auch „Der Apfelbaum“ und „Ada“ sind wieder mit von der Partie.
„An Sonntagen stellte ich bei schönem Wetter ein paar Stühle unter dem Apfelbaum auf. Wer den Apfelkuchen meiner Mutter genießen wollte, musste zuerst meine Vorstellung besuchen.“ Mit dieser Szene wird das Fundament für die Theater-Begeisterung gelegt, die ihn im weiteren Leben begleiten wird.
Wir erleben den Ich-Erzähler in seiner Sturm-und-Drang-Phase, in der er Mädchen, ein anderes Land und Drogen kennenlernt. Insbesondere seine Frankreichaufenthalte prägen seine Identität, muss er sich doch als Außenseiter behaupten, bevor er den Weg zur Schauspielerei beschreitet.
Das Buch beginnt aus der Sicht des Fötus, die eigene Geburt beobachtend, und endet mit einer Wiedergeburtserfahrung bei einer Schauspielübung, was eine gelungene Klammer bildet. Zwar gibt es einige eher langatmige Passagen, doch insbesondere die Selbstfindung in Paris wird authentisch dargestellt.
Für Reihenverfolger und Schauspielbegeisterte ist „Sputnik“ die passende Lektüre, die Einblicke in die Bühnenkunst gewährt und eine gute Ergänzung zu den Vorgängern darstellt. Im Vergleich wirkt dieser Teil inhaltlich etwas blasser, auch wenn der Autor ihn sprachlich ansprechend verfasst hat.
Profile Image for Andreas Riedl.
143 reviews1 follower
July 6, 2025
Viele bereichernde Einblicke in die europäische Geschichte

Wenn ich nun ein paar Tage nach der Lektüre über dieses Buch nachdenke, klingt es immer noch positiv nach. Der Einstieg hat mich irritiert und an manchen Stellen fehlt dem Werk etwas mehr Klarheit. Ich glaube der Einstieg in das Buch ist nicht besonders gelungen, weil Berkel sich klar an die zeitlichen Abläufe hält und entsprechend sogar noch im Mutterleib seine Geschichte beginnen lässt. Wer sich da denkt: „Oh, oh“ dem sei geraten durchzuhalten. Grundsätzlich ist dies aber ein Roman, den ich auch Freunden und Bekannten in die Hand drücken würde.
Dies liegt an einigen Aspekten im Besonderen. Einerseits fand ich Berkels herausgearbeitete Perspektive auf Nachkriegstrauma sehr spannend. Ich fand zudem seine eigene, sehr frühe Leidenschaft für den Schauspiel- und Theaterbetrieb inspirierend. Auch Berkels Perspektive über sich selbst als Deutschen in Frankreich und seine Perspektive auf seine Zeit dort hat mich sehr begeistert. Danach traut er sich an den innerdeutschen Konflikt heran, in dessen Mittelpunkt die RAF stand. Auch das hat mir sehr gut gefallen.
Und am Ende war das dann ein sehr guter Roman, den ich gerne gelesen und der mich mehr mitgenommen hat, als ich mir erhofft hätte. Mit einer noch klareren Sprache und leichten inhaltlichen Anpassungen wäre das herausragend gewesen, aber auch so hat das in der Lektüre sehr viel Spaß gemacht.
265 reviews2 followers
May 30, 2025
Im Oktober 1957 brachte die Sowjetunion den ersten künstlichen Satelliten in die Erdumlaufbahn. Und in Berlin wird, ebenfalls im Oktober, ein Kind geboren, das fortan denselben Namen wie der Satellit trägt: Sputnik. So heißt auch Christian Berkels neuer autofiktionaler Roman. Leider kann das Buch für mich mit „Der Apfelbaum“ und „Ada“ nicht mithalten.
Aber von vorn.
„Die ersten Worte meiner Mutter hörte ich lange vor meiner Geburt. Ihre Hoffnungen, Ängste, Erwartungen, ihre Enttäuschungen, ihre Sorgen waren der Raum, in dem ich begann, mich schwerelos zu orientieren.“ Die fiktiven Gedankengänge des ungeborenen Kindes beschreibt Christian Berkel sehr anschaulich. Nach der Geburt wurde er beinahe vertauscht, nur seinem Vater ist es zu verdanken, dass das nicht passiert ist. Vielleicht führte das dazu, dass er so intensiv nach seiner Identität suchte. Als Halbjude fühlte er sich lange als nichts Ganzes und nichts Halbes, vor allem nicht als Deutscher. Die Erziehung, die ihm seine Eltern angedeihen lassen, ist liebevoll und künstlerisch geprägt. Deren Traumata sind allerdings deutlich spürbar, Mutter Sala, die während des 2. Weltkriegs unter anderem im Lager Gurs eingesperrt war, wirkt oft abweisend. Vater Otto, der viele Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft war, neigt zum Jähzorn. Da seine Mutter ihm schon früh die französische Sprache nähergebracht hat, geht er nach der fünften Klasse auf ein französisches Gymnasium, mit 14 erst als Gastschüler für ein Trimester und dann für längere Zeit nach Paris. Da war ihm schon klar, dass er Schauspieler werden möchte. In Frankreich hat er trotz hervorragender Sprachkenntnisse keine Chance und kehrt nach Deutschland zurück. Auf eine Sturm-und-Drang-Zeit mit Selbstfindung folgt eine Zeit der Selbstwerdung, über Drogen und Frauen führt ihn der Lebensweg zum Ziel und er wird ein erfolgreicher Schauspieler.
Wie viel von Christian Berkel in Sputnik steckt, kann ich nicht beurteilen. Klar ist, dass es zwischen den beiden viele Parallelen gibt. Der Charakter des Sputnik ist zwar interessant, sein Werdegang und seine Suche nach der Identität spannend, aber ich kann ihm persönlich nichts abgewinnen. Sowohl die ausschweifenden Beschreibungen seiner immer feuchter werdenden Träume bis hin zur obsessiven M***urba**on als auch seine Erfahrungen mit unterschiedlichen Drogen haben mich wenig begeistert. Ehrlich und schonungslos offen mögen die Berichte wohl sein, aber wer will denn wirklich wissen, wer wann wo „Hand angelegt hat“?
Sprachlich fand ich das Buch so gut wie die Vorgänger, die Sprache ist klar, bildhaft und zum Teil fast poetisch. Die konzeptionelle Idee und die Ansätze finde ich gut, die Einteilung in drei Kapitel ist gelungen, der Autor schreibt menschlich, nahbar und bodenständig. Der Schluss wirkt auf mich aber verkrampft, nach einer Aneinanderreihung seiner beruflichen Stationen scheint Christian Berkel unbedingt etwas zu suchen, was zum Anfang passt und alles abrundet. Leider bleibt für mich das Buch in Umsetzung und Ausarbeitung weit hinter „Der Apfelbaum“ und „Ada“ zurück.
Berkel schlägt Brücken zu den beiden anderen Teilen der Trilogie, neben seiner Schwester Ada (sie ist meist abwesend, erst im Internat, dann verlässt sie die Familie) treten weitere „alte Bekannte“ aus den anderen Büchern auf. So trifft sich „der Kreis“ aus Bekannten, Freunden und Kollegen (darunter auch der jüdische Bekannte Walter, der in „Der Apfelbaum“ eine wichtige Rolle spielte) zum Ansehen der Fernsehserie „Holocaust“. Der Umgang der Zeitzeugen mit dem Thema und der Fernsehserie ist interessant. Berkel beschreibt die intensive, fast hitzige Diskussion wie ein Theaterstück, wobei sehr kontroverse Ansichten ans Tageslicht kommen. Dennoch konnte mich von dem Buch nur das erste Drittel begeistern. Ich empfehle es allen Fans von Christian Berkel und allen, die die anderen Teile der Trilogie auch gelesen haben und gern Serien zu Ende bringen. Von mir gibt es dreieinhalb Sterne, aufgerundet auf vier.
143 reviews
August 30, 2025
Dem jungen Sputnik wirft es aus der Bahn, als er erfährt, dass er kein ganzer Deutscher ist. Mit seinen sieben Jahren kann er es noch nicht verstehen, was es bedeutet, halb Jüdisch, halb Deutsch zu sein. Doch dass seine Familie traumatisiert ist, spürt er schon durch die lange Abwesenheit seiner Mutter, ohne die er die erste Zeit aufwächst und die dann nach ihrer Rückkehr oft entrückt scheint. Bald entdeckt er seine Liebe für das Theater und für Frankreich und setzt sich in den Kopf nicht nur die Bühnen der Welt, sondern auch das deutsche Nachbarsland zu erobern. Wir begleiten Sputnik bei seiner Reise ins Erwachsenwerden in der Nachkriegszeit und erleben, wie er stets zwischen den Welten steht.

Autor und Schauspieler Christian Berkel legt mit "Sputnik" einen autobiografischen Roman vor, der manchmal schräg, manchmal lustig, meist unterhaltsam und selten aber doch langatmig ist. Bereits zu Beginn begleiten wir seine ersten Wahrnehmungen, die mit erwachsener Stimme im Fruchtwasser seiner Mutter beginnen. Seine Kindheit ist nicht leicht, der Vater, Arzt, ist herrisch und gewalttätig, die Mutter in ihrem Trauma gefangen - sie überlebte den Holocaust nur knapp und gleitet oft in eine Schockstarre, wenn ihr das Erlebte wieder in den Sinn kommt. Sie verbindet eine Liebe zu Frankreich, sie verbringen Urlaube dort und für Sputnik ist es klar, dass er eines Tages ganz dort bleiben will. Als Jugendlicher geht er schließlich in Paris zur Schule, wird aber von jedem als Deutscher wahrgenommen, was ihm mächtig zusetzt. Sputnik hegt keine Leidenschaft für die Schule und seine Gedanken drehen sich fast ausschließlich um Mädchen - und das Theater. Beide Themen verfolgt er mit Vehemenz und die Szenen, in denen er seine sexuellen Erfahrungen als auch seine ersten Schritte in die Theater- und Schauspielwelt, oft unterlegt mit dem Konsum von Drogen, sind streckenweise langatmig, wenn auch schräg und lustig.

Der Schreibstil des Autors ist sehr einnehmend, das Buch ist leicht und schnell zu lesen, allerdings ist mir nach Beendigung nicht ganz klar, was er denn nun eigentlich erzählen wollte. Themen gibt es zur Genüge: seine Familie, der Holocaust, das Nicht-Thematisieren dessen, Mädchen, Sex, homosexuelle Avancen, die Schauspielerei, das Theater, Drogenkonsum, das Erwachsenwerden, ein Leben zwischen den Welten. Der endgültige Kitt zwischen allem fehlt mir aber ein wenig, auch wenn sich der Autor redlich bemüht, dort zu enden, wo er angefangen hat.

Mein Fazit: "Sputnik" ist ein unterhaltsamer, autobiografischer Roman über das Erwachsenwerden zwischen verschiedenen Welten in der so schwierigen Nachkriegszeit. Geprägt von einer traumatisierten Familie versucht der Protagonist seine Fesseln zu sprengen. Auch wenn sich manche Stellen ziehen und für mich die Erzählung nicht zu hundert Prozent stimmig ist, kann ich allen, die an deutsch-französischer Zeitgeschichte und an der Schauspielwelt interessiert sind, das Buch ans Herz legen. Es erhält von mir 3,5 Sterne.
Profile Image for Link.
28 reviews
September 27, 2025
Ich finde es sehr schwierig diesem Roman mit einer Sterneberwertung gerecht zu werden. Auf der einen Seite ist das Buch wahnsinnig gut geschrieben, handwerklich einfach wirklich beeindruckend gemacht. Manche Stellen kann man sich immer wieder durchlesen oder anhören und jedes Mal neue Nuancen bemerken, die der Autor in diese Lebensgeschichte des jungen Sputnik einbaut. Andererseits fand ich den Inhalt an vielen Stellen einfach nicht besonders spannend.

Der Roman beginnt recht experimentell mit der Schwangerschaft und Geburt aus der Sicht des Kindes. Um ehrlich zu sein hätte ich das Buch an der Stelle fast schon wieder weggelegt, bin aber froh dem Werk eine Chance gegeben zu haben. Die Kindheit des Protagonisten in Berlin ist finde ich der beste Teil des Buches. Die Welt durch Kinderaugen zu sehen und dennoch sehr große Themen anzusprechen ist dem Autor ausgezeichnet gelungen. Weniger spannend weil zäher und inhaltlich nicht interessant für mich empfand ich die Darstellung der Zeit in Frankreich und die Beschreibung der schauspielerischen Anfänge des Protagonisten, ich habe den Eindruck hier hätte eventuell deutlich gekürzt werden können. Wer sich aber für französische Kultur dieser Zeit oder fürs Theater interessiert wird auch hier auf seine Kosten kommen. Zum Ende hin wird es dann meiner Meinung nach wieder richtig gut, als verschiedene Generationen und Gruppen zusammen auf dem Sofa sitzen und versuchen sich über den Holocaust und die RAF zu unterhalten. Diese Szene ist besonders gelungen und fasst die Stimmung dieser Zeit besonders gut auf.

Kritisieren möchte ich noch folgendes: Man begleitet den Protagonisten von seiner Empfängnis bis ins mittlere Erwachsenenalter, dazu gehört natürlich auch die Pubertät und das Thema Sexualität. Leider stellt der Autor hier recht unreflektiert eine sexuelle Beziehung zwischen dem Protagonisten, der damals 14 Jahre alt ist und einer 23jährigen dar. An keiner Stelle wird erwähnt, dass es nicht in Ordnung ist, dass ein so junger Mensch hier von der 9 Jahre älteren Frau sexuell verführt wird. Im Gegenteil, es wird ausschließlich positiv inszeniert, abgesehen vom gebrochenen Herzen nachdem alles beendet ist. Ich hätte mir hier zumindest rückblickend aus Sicht des Protagonisten gewünscht, dass er doch erkennt, dass das problematisch gewesen ist und er sexuell ausgenutzt wurde.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen, vor allem für die sprachliche Finesse, gut eingefangene Stimmung der jeweiligen Jahrzehnte, und komplexe Konflikte auf verschiedensten Ebenen sowohl zwischen den Generationen und sozialen Gruppierungen als auch innerhalb der einzelnen Individuen.


Disclaimer: Ich habe ein kostenloses Rezensionsexemplars dieses Romans als digitale Hörbuchfassung von Hörbuch Hamburg via NetGalley erhalten. Dies hat keinen Einfluss auf meine Bewertung oder Meinung bezüglich des Buches.
#Sputnik #NetGalleyDE
75 reviews4 followers
May 31, 2025
Berkels Lehrjahre

Autobiografische Romane erfreuen sich seit Jahren ungebrochener Beliebtheit – längst haben sich einige Werke dieses Genres herauskristallisiert, die eine große Anhängerschaft gewinnen konnten. In dieser literarischen Tradition legt nun auch Christian Berkel mit „Sputnik“ einen weiteren autobiografisch gefärbten Roman vor, der sich deutlich stärker als seine Vorgänger „Der Apfelbaum“ und „Ada“ auf die eigene Person konzentriert. Statt primär die deutsche Geschichte oder die jüdische Herkunft seiner Mutter in den Mittelpunkt zu stellen, steht diesmal Berkels persönlicher Werdegang im Fokus – insbesondere sein Weg zum Schauspieler.
Die Leser erfahren viel über Berkels Kindheit, seine Eltern und seine abwesende Schwester. Zentrale Station des Romans ist jedoch Berkels Zeit in Frankreich, wo er die Grundlagen seiner späteren Schauspielkunst erlernt. Dieser Abschnitt nimmt viel Raum ein und wirkt beinahe wie das Herzstück des Buches.
Wie prominente Vorbilder vor ihm – man denkt unweigerlich an Joachim Meyerhoff – öffnet sich Berkel seinen Lesern und gewährt intime Einblicke in familiäre und persönliche Erfahrungen, ohne sich dabei selbstgefällig zu inszenieren. Trotz der Ich-Perspektive wahrt der Text eine gewisse Distanz, die es erlaubt, sich nicht nur mit Berkel, sondern auch mit den Menschen um ihn herum zu identifizieren.
Themen wie der Zweite Weltkrieg, die jüdische Identität seiner Mutter und sein eigenes Aufwachsen als sogenannter „Halb-Jude“ durchziehen das Buch zwar, dominieren es jedoch nicht. Eine Ausnahme bildet das Ende des Romans: Eine intensive Familiendebatte über die NS-Vergangenheit nimmt sowohl thematisch als auch stilistisch eine Sonderstellung ein – die Szene ist wie ein Theaterstück aufgebaut und in ihrer Genauigkeit auffallend detailliert. Im restlichen Roman streift der Roman viele Stationen von Berkels Leben eher flüchtig – vom Kind bis zum jungen Erwachsenen galoppiert die Erzählung stellenweise im Eiltempo, was zwar auf der einen Seite eine gewisse Dynamik schafft, auf der anderen Seite aber zu Lasten der Tiefe geht. Im Vergleich zu mehrbändigen Lebensläufen, wie sie in diesem Genre nicht selten zu finden sind, fehlt es daher oftmals an narrativer Dichte.
Trotzdem bleibt „Sputnik“ eine lesenswerte Lektüre, die auf engem Raum faszinierende Einblicke in ein Künstlerleben bietet. Leser von Berkels früheren Büchern werden auch diesmal nicht enttäuscht sein – auch wenn das Werk am Ende nicht mit Joachim Meyerhoffs gekonntem Wechsel zwischen Humor, Ernst und Selbstreflexion oder gar der literarischen Qualität von Karl Ove Knausgard mithalten kann.
15 reviews
August 13, 2025
Christian Berkels Roman "Sputnik" ist ein literarisches Kleinod, das den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht und tief in die Welt eines jungen Ich-Erzählers entführt. Berkel beweist einmal mehr sein feines Gespür für Sprache und Atmosphäre, indem er ein facettenreiches Bild der Kindheit und der besonderen Beziehung zu den Eltern zeichnet.

Schon die vorliegende Leseprobe offenbart die Stärke des Romans: die authentische und einfühlsame Darstellung der kindlichen Gedankenwelt. Der Protagonist, ein Junge, der sich nach Anerkennung sehnt und in seiner eigenen Phantasie Trost findet, ist eine Figur, mit der sich der Leser sofort identifizieren kann. Seine Beobachtungen sind scharfsinnig, seine Ängste nachvollziehbar und seine kindliche Logik herrlich erfrischend. Der Fahrradunfall, der den jungen Ich-Erzähler ins Krankenhaus bringt, wird zum Ausgangspunkt für eine innere Reise, auf der er sich mit seinen Sorgen und Wünschen auseinandersetzt.

Besonders beeindruckend ist, wie Berkel es schafft, die kindliche Wahrnehmung von Heldentum und Bewunderung einzufangen. Die Episode um Martins Milchzahn und die damit verbundene Aufregung im Schulalltag wird zum Katalysator für den Wunsch des Protagonisten, selbst etwas Besonderes zu sein. Die Idee, sein Gehirn als ultimatives Beweisstück zu präsentieren – vielleicht sogar mit dem Risiko einer Operation verbunden –, zeugt von einer einzigartigen Mischung aus kindlicher Naivität und dem tiefen Bedürfnis nach Beachtung.

"Sputnik" ist ein Roman, der weit über die reine Handlung hinausgeht. Er ist eine Ode an die Kraft der Phantasie, an die Komplexität familiärer Beziehungen und an das Ringen um den eigenen Platz in der Welt. Berkel gelingt es, ernste Themen mit einer Leichtigkeit und einem Humor zu verweben, die das Lesen zu einem wahren Vergnügen machen. Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich gerne von einer tiefgründigen und zugleich herzerwärmenden Geschichte berühren lassen. Ein absolut lesenswertes Werk, das lange nach dem Zuschlagen der letzten Seite nachwirkt!
1,430 reviews7 followers
June 19, 2025
Ein autofiktionaler Roman
In seinem großen Erfolgsroman „Der Apfelbaum“ erzählte Christian Berkel die Geschichte seiner Mutter Sala. In seinem Roman „Ada“ führt er die Geschichte mit Ada, der Tochter von Sala fort.
Jetzt im 3. Roman „Sputnik“ erzählt Christian Berkel seine Geschichte.

Am 4. Oktober 1957 erreichte der Satellit „Sputnik“ die Erdumlaufbahn. Kurz darauf wurde in West-Berlin ein Kind geboren, dem der Name „Sputnik“ für immer anhaften wird. Für Sputnik war und ist die Welt eine große Bühne, auf der er performt.
Wie könnte der autofiktionale Roman von Christian Berkel also anders heißen als „Sputnik“.
Aufgewachsen ist Christian Berkel mit seiner Mutter Sala, seinem Vater Otto und seinen Geschwistern.
Seiner Schwester Ada und seiner Mutter Sala hat der Autor ja schon eigene Romane gewidmet.

Der Autor beginnt mit seiner Erzählung schon bei der Zeugung und erzählt von seinem Wachsen im Mutterleib.
Sputnik wurde von seinen Eltern liebevoll erzogen. Kunst wurde in der Familie immer gefördert. Trotzdem fühlte Sputnik sich nicht zugehörig. Die Traumata seiner Eltern waren für ihn zu spüren. Der Vater war lange in Kriegsgefangenschaft. Die Mutter als Jüdin verfolgt. Von seiner Mutter hat Sputnik früh französisch gelernt und fühlte sich immer zu Frankreich hingezogen. So ist er auch mit dem Ziel Schauspieler zu werden nach Paris gegangen. Als der Erfolg ausblieb, kehrte er nach Deutschland zurück. Nach einer Zeit, wo er sich ausprobiert hat, stellten sich dann die ersten Erfolge ein.

Christian Berkel erzählt die Geschichte in der Ich-Perspektive.
Der Autor findet eindrucksvolle Worte und vermittelt dem Leser das Gefühl, mitten in der Geschichte zu sein. Für mich war das Lesen, als würde Christian Berkel mir seine Lebensgeschichte erzählen.
In der Erzählung kann man viele Stationen im Leben des Autors nachverfolgen.

„Sputnik“ ist ein beeindruckender Roman von Christian Berkel und kann unabhängig von „Apfelbaum“ und „Ada“ gelesen werden.
Profile Image for rebecca_booklover.
201 reviews2 followers
May 31, 2025
Poetische Reise mit Sputnik

Nach "Ada", "Der Apfelbaum" nun also "Sputnik" als dritter Roman von Christian Berkel, indem er die Lesenden in sein Leben und seine Erinnerungen eintauchen lässt. Und diesmal wirklich tief, denn zu Beginn wird man gemeinsam mit ihm sogar eins mit seiner Mutter. So ist man direkt bei seiner Zeugung, seiner Zeit in der mütterlichen Fruchtblase und der Geburt dabei.

Christian Berkel hat ein feines Gespür für Wörter und Stimmungen, er schafft es, mit wenigen Worten ein authentisches Bild seiner Kindheit und Jugend sowie der damaligen Zeit zu erzeugen. Man fühlt sich direkt in seine Gedanken- und Gefühlswelt hineingesetzt und nimmt die Welt mit seinen Augen wahr.

Neben seinem Weg zum Theater wird man auch in damalige gesellschaftliche Diskussionen hineingezogen, so sind die RAF und die Serie Holocaust und damit einhergehend Antisemitismus ein Thema. Das zeigt, dass Berkel nicht vor schwierigen Themen zurückschreckt, auch eigene unangenehme Erfahrungen finden Eingang in seine autobiografische Erzählung.

Erzählt anhand kurzer Kapitel und Abschnitte fällt es schwer, mit dem Lesen aufzuhören. Berkels offener und ehrlicher Blick auf sich selbst und seine Mitmenschen tragen ihren Anteil dazu bei.

Lediglich zum Ende hin, scheint es, dass der Autor den roten Faden seiner Erzählung etwas verlierz. Auch wirkt der Schluss für mich etwas zu gezwungen, um einen Kreis mit dem Anfang zu schließen.

Zu empfehlen für Fans von Christians Berkel vorherigen Romanen und Leute, die sich für autobiografische Romane, die zeitgeschichtliche Entwicklungen aufgreifen.
Profile Image for Elke Sonne.
534 reviews
May 25, 2025
Ehrliche Einblicke

„Sputnik“ ist nach „Der Apfelbaum“ und „Ada“ bereits der dritte Roman des Autors und Schauspielers Christian Berkel.

Der Autor schildert sein Leben aus der Ich-Perspektive und beginnt dabei mit den Erinnerungen seiner Mutter, die zu seinen eigenen wurden.

Da es sich um eine Autobiografie des Autors handelt, möchte ich hier gar nicht viel zum Inhalt des Buches sagen. Viel Wesentlicher ist der Weg, der Schreibstil, die Art und Weise wie Christian Berkel den Spuren seines Lebens folgt und die Ereignisse um sich herum wahrnimmt und weitergibt.
Er fasst sein Leben gekonnt in Worte. Besser kann man Gefühle und Erfahrungen nicht greifbar machen.
Es ist aber nicht nur sein Leben und die Menschen, die um ihn herum sind, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte, das viele Leser so oder ähnlich ebenfalls erlebt haben und hier wiedererkennen können.

Der Schreibstil des Autors ist lebendig und mitreißend. Er beschreibt Gefühle, unangenehme Situationen und alles was das Leben mit sich bringt so, dass ich direkt den Eindruck bekommen habe ihn wirklich zu kennen.

Ich bin Christian Berkel gerne auf den Spuren seines Lebens gefolgt und bin gespannt auf sein nächstes Buch.
29 reviews
June 10, 2025
Vita navigatio

Die Autofiktion mit dem Moment der Zeugung zu beginnen, ist ja nicht unoriginell, zuletzt begegneten wir diesem Kunstgriff bei Tristam Shandy. Doch zu diesen Höhen der Erzählkunst vermag Christian Berkel sich nicht aufzuschwingen.

Was der Leser präsentiert bekommt, ist die in der Rückschau verklärte Nostalgie der Swinging Sixties, zuzüglich die politische Zuspitzung der Studentenrevolution und das Abdriften in den Terrorismus, die sattsam bekannten Ingredienzen von sex and drugs and Rock n Roll, ergänzt durch die zugegebenermaßen verstörenden biographischen Details der Elterngeneration. Es ist aber mehr als abstoßend, wenn der mittlerweile selbst gealterte Erzähler immer noch mit dem alten Hochmut, der typischen Selbstgerechtigkeit auf diese irregeleitete Generation herabblickt. Entlarvend die Episoden des letzten Drittels, in dem die verblasene Intellektualität der zeitgenössischen Theaterboheme ausgiebig zu Wort kommt.

Wenn es im Gefolge eines zweifelhaften psychologisch motivierten Probenprocedere beim Protagonisten zu einem Rebirthing-Erlebnis kommt, erfolgt damit eine unübersehbare Verknüpfung mit der Eingangspassage. Etwas prätentiös, wenn auch gut gemacht.

Insgesamt eine wenig befriedigende Lektüre, gedanklich eher unergiebig, emotional arm.
Profile Image for Maria Beltrami.
Author 52 books73 followers
January 10, 2026
Zwischen Autobiografie und Roman erzählt Christian Berkel von seiner Kindheit, von seiner Geburt zur gleichen Zeit wie der Launch des russischen Satelliten Sputnik, von dem er seinen Spitznamen bekommt, der ihn sein ganzes Leben lang begleiten wird, bis hin zu seinem Wunsch, Franzose zu werden, um nicht mehr ein bisschen Jude und ein bisschen Deutscher zu sein; Schauspieler zu werden, um aus sich selbst herauszukommen, nur um zu entdecken, dass die Kraft, etwas anderes darzustellen, nur aus seinem Inneren kommt. Er erzählt von seiner Beziehung zu seinen Eltern, von seiner Schwester, die er kaum kennt, von den Freunden seiner Eltern, die sich schwer tun, mit der Vergangenheit ihres Landes ins Reine zu kommen. Berkel spricht über viele Dinge, so viele, dass es manchmal schwerfällt, dem Erzählstrang zu folgen, und er schreibt auch sehr gut. Wenn man aber so viele Themen aufgreift, kann es passieren, dass manche Themen offen bleiben und dass es, wie in diesem Roman, gegen Ende etwas hektisch wird und die Erzählung hastig zu Ende gebracht wird.
Profile Image for Franzi.
186 reviews1 follower
June 1, 2025
Ich bin ja ein Fan davon, wenn Autoren ihre Hörbücher selbst einsprechen. Bei Christian Berkel freut mich das ganz besonders, da er einer meiner liebsten Schauspieler ist. Als Sprecher ist er einfach toll. Er betont an den richtigen Stellen, ist mal laut und erregt, mal leise und sanft. Dadurch werden die Figuren abwechslungsreich und wirken lebendig. Inhaltlich bin ich leider nicht ganz so euphorisch.

Die Geschichte hat autobiographische Züge und beschäftigt sich mit Berkels Weg als Schauspieler, von der Theaterbühne vor die Kamera. Er geht auf seine Kindheit und Jugendzeit ein. Die Kindheit war nicht immer unbefangen, mitunter schwierig durch die Kriegserlebnisse seiner Eltern. Diese Passagen gingen mit sehr zu Herzen. Hier hat er für mich aufgezeigt, wie weit die Welt eines unbelasteten Kindes von der Welt der Erwachsenenwelt, die den Krieg erlebt haben, entfernt ist. Das Thema wird dann im späteren Verlauf noch einmal aufgegriffen. Sputnik ist dann allerdings kein Kind mehr, sondern ein junger Mann, dessen Ansichten und auch Empfindungen nicht mit den Ansichten der Eltern einhergehen. Das bietet natürlich Reibungspunkte und es läuft seitens Sputnik auf die Frage hinaus: Kompromiss oder Konfrontation?
Die recht langen Passagen über Sputniks beginnende Sexualität und das Ausleben selbiger hätte ich persönlich nicht gebraucht und ich fand, dass sie nichts für die Geschichte getan haben. Seine Zeit in Frankreich ist zwar unterhaltsam, bietet für mich aber leide keine interessanten Punkte. Die Handlung plätschert da vor sich hin und vermag mich nicht zu fesseln.
Ich hätte mir gewünscht, dass mehr auf die Konfliktbeladene Familiensituation eingegangen wird und auch eine etwas tiefere Auseinandersetzung mit der jüdischen Hälfte der Familiengeschichte erfolgt. Letzteres Punkt wird häufiger als diffuses Gefühl der Unvollständigkeit angesprochen, aber leider nicht weiter nachverfolgt. Hier liegt aber vermutlich das Problem vor, das in vielen Familien vorliegt: Es wird nicht darüber gesprochen. Das Erlebte der Eltern wiegt zu schwer, ist zu grausam um es vor allem gegenüber dem eigenen Kind mit Worten zu erklären.
Leider bin ich am Ende nicht so wirklich warm geworden mit Sputnik. Was schade ist, denn ich hatte mich sehr auf Berkels neues Buch gefreut.
190 reviews2 followers
August 25, 2025
das cover hätte mich jetzt nicht wirklich angezogen, genauso wenig wie der titel, dennoch passt es natürlich zur geschichte. sehr interessant über die kindheit und jugend, über das aufwachsen des autors zu lesen. manchmal hat es sich für mich etwas gezogen, aber abgesehen von diesen kleinen längen ist es gut und informativ. man erfährt sehr viel über den werdegang von christian berkel, über seine liebe zum schauspiel, über seine schwierigkeiten und auch glücksmomente. der beginn im mutterleib und wie das alles beschrieben ist, ist irgendwie besonders. die hintergrundinformationen zu tatsächlichen ereignissen und den speziellen details zur schauspielkunst zu der zeit sind informativ und interessant. liest sich gut und zeigt viel auf über seine persönlichkeit und auch seine verbindung zur familie und zu anderen. das buch ist auf jeden fall lesenswert.
1,384 reviews6 followers
January 11, 2026
Kinder-und Jugendjahre, später noch als junger Erwachsener, die Autobiographie von Christian Berkel,der schon sehr früh dem Theaterspielen verfallen war und heute ein bekannter Schauspieler ist. Manchmal etwas mühsam und sehr sehr ausführlich zu lesen.
9 reviews
May 25, 2025
Sputnik ist mein erstes Buch von Christian Berkel – und es hat mich direkt begeistert. Innerhalb von drei Tagen habe ich den Roman verschlungen. Was als eindrucksvolle Beschreibung eines Jungenlebens beginnt, entfaltet sich schnell zu einer intensiven, autobiografischen Reise durch ein ganzes Leben.

Besonders bemerkenswert ist, dass Berkel aus der Erzählperspektive über sich selbst schreibt – das war mir zu Beginn nicht bewusst. Umso beeindruckender ist es, wie offen, detailreich und gleichzeitig literarisch feinfühlig er sein eigenes Leben darstellt. Der Einstieg mit der Zeugung ist ungewöhnlich, aber sofort fesselnd. Schon in der Leseprobe spürte man, wie lebendig und glaubwürdig die Figuren gezeichnet sind – das setzt sich durch das ganze Buch fort.

Die Sprache ist ruhig, klar und durchzogen von einer besonderen Tiefe. Man liest nicht nur über ein Leben – man fühlt sich mitgenommen, als wäre man selbst dabei.

Auch das Cover möchte ich positiv hervorheben: Es ist zwar kein auffälliges Kunstwerk, aber es überzeugt durch seine Schlichtheit und Klarheit – genau wie der Erzählstil des Buches selbst.

Sputnik hat mich durch seine unaufgeregte Intensität sehr beeindruckt. Es zeigt, wie spannend, berührend und wichtig ein gelebtes Leben erzählt werden kann – ohne künstliches Drama, dafür mit viel Wahrhaftigkeit.

Von mir bekommt das Buch 4 von 5 Sternen – und ich bin sicher, dass es nicht mein letztes Buch von Christian Berkel war. Der Apfelbaum steht bereits auf meiner Leseliste.
2,308 reviews13 followers
June 1, 2025
Zum Inhalt:
Christian Berkel begibt sich wieder auf die Reise in die Vergangenheit, diesmal sogar bis in den Mutterleib. Zwischen den Geschichten seiner Mutter, den Büchern seines Vaters, wird ihm die Welt schnell zur Bühne. Eine wilde Zeit des Experintierens beginnt bis Sputnik beginnt zu erahnen wer er ist oder sein könnte.
Meine Meinung:
Was mich an dem Buch und auch Hörbuch sehr mitgenommen hat, ist der relativ leichte Schreibstil, der einen durch das Buch zieht. Das Hörbuch liest der Autor selbst und das gefiel mir sehr gut, da er eine angenehme Stimme hat. Er schafft es, seine Geschichte total lebendig zu erzählen, so dass man immer weiter lesen beziehungsweise hören wollte. Er beschreibt viele Stationen seines Lebens und schildert durchaus auch seine Schwierigkeiten, seinen Weg zu sich selbst zu finden, was mir schon gut gefallen hat.
Fazit:
Hat mir gefallen
Profile Image for Chrissy.
96 reviews1 follower
September 19, 2025
Christian Berkel erzählt die Geschichte von Sputnik, eine Mischung aus Fiktion und einem autobiografischen Roman über seine Kindheit und Jugend. Dies ist mein erstes Buch von Berkel gewesen und seine Erzählweise hat mich wirklich überzeugt. Zudem hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, die anderen Bücher von ihm gelesen haben zu müssen um den Kontext zu verstehen. Es geht unter anderem um Familie, das aufwachsen in Berlin, Schauspielerei, Freundschaft und Partnerschaft, Antisemitismus, schöne und auch schlechte Gedanken - das alles formt Sputnik's Identität.
Besonders gut gefallen hat mir der tiefe Einblick in die Gedanken und Gefühle des Protagonisten. Er spielt mit Erinnerungen und der Gegenwart, mit verschiedenen Wahrnehmungen und der Zeit. Mitreißend und interessant geschrieben, das Cover passt auch sehr gut zu dem Erzählten. Mir hat's gefallen.
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