Als Isa mit ihrer Familie nach Kapstadt zieht, ist sie sich sicher: Hier will sie nicht lange bleiben! Nur noch ein Jahr, bis sie zum Studieren nach Deutschland gehen wird. Doch dann lernt sie im Ruderclub Greg kennen. Obwohl sie die arrogante Art des blonden Südafrikaners nicht ausstehen kann, fühlt sie sich auf sonderbare Weise zu ihm hingezogen. Als sie jedoch auf einer Weihnachtsfeier in Gregs Elternhaus Grausames aus seiner Vergangenheit erfährt, gerät ihr Bild ins Wanken. Ist Gregs überhebliche Art vielleicht nur eine Maske? Gemeinsam machen sie sich auf eine abenteuerliche Reise durch den afrikanischen Busch und kommen dabei nicht nur seinem dunklen Familiengeheimnis, sondern auch sich selbst näher. Doch die immer noch wechselvolle Geschichte der Regenbogennation Südafrika mit ihren konservativen Konzepten und Vorstellungen bringt die Liebe der beiden an ihre Grenzen.
Christine Lehmann is a German author and activist.
The daughter of journalist and non-fiction writer Johannes Lehmann, she grew up in Stuttgart and started her writing career in 1994. Since 2015, she has been a member of the Stuttgart city council.
She also writes historical romance novels under the pen name Madeleine Harstall.
Isabella hat das Vagabundenleben ihrer Familie satt. Noch ein Jahr bis zum Abitur in Kapstadt, dann will sie zurück nach Deutschland, endlich Fuß fassen und Freundschaften schließen, die länger als nur ein oder zwei Jahre dauern. Die Mutter der Achtzehnjährigen leitet in Kapstadt das Büro einer Filmproduktionsgesellschaft, vorher lebte die Familie in München, London und Paris. Als Ruderin fällt Isabella zuerst auf, dass es in Südafrika neben einer Trennung der Lebensbereiche von Weißen und Schwarzen auch eine strenge Trennung zwischen Männersport und Frauensport gibt. In ihrem Ruderclub sind nur Weiße aktiv. Isabellas spontane Idee, einen Wettkampf-Achter mit schwarzen Mädchen zu trainieren, trifft auf unerwartete Hindernisse. Wie viele hilfsbereite Menschen aus Industriestaaten hat Isabella vorher nicht bedacht, wie sie Mädchen aus den Townships überhaupt ansprechen kann und wie deren Fahrten zum Training mit öffentlichen Verkehrsmitteln finanziert werden sollen. Den Rat der Einheimischen, dass weiße Mädchen nicht allein in eine Siedlung der Schwarzen gehen, möchte Isabella ungern akzeptieren.
Isas Ansprechpartner im Ruderclub ist Greg, ein beneidenswert gut aussehender weißer Südafrikaner, der ihr Projekt unterstützt, auch wenn Isa sich das ungern eingesteht. So unverschämt selbstsicher wie Greg auftritt, sortiert Isa ihn gleich in eine Schublade. Greg benimmt sich wie ein Bure, demnach kann er nur arrogant und rassistisch sein. Isa muss erst schmerzhaft lernen, dass es in Südafrika nicht genügt, die Opfer von Gewalt und die der Tat Verdächtigen in entsprechende Schubladen zu stecken. Südafrika ist auf dem Weg die Probleme des Landes zu lösen, indem Gegner aus der Zeit des Kampfes gegen das Apartheids-Regimes miteinander sprechen und die Position des Anderen respektieren lernen. Mit ihren forschen Urteilen bringt Isa sich nicht nur in peinliche, sondern auch in lebensgefährliche Situationen. Gregs abenteuerliche Spuren-Suche danach, was einmal zwischen Weißen und Schwarzen passierte, eröffnet Isabella die Möglichkeit, Südafrika außerhalb der Großstadt kennenzulernen und sich der zarten Liebe zu Greg zu öffnen.
Isabella mit ihrer jugendlich-naiven Hilfsbereitschaft stand für mich stellvertretend für Weiße, die afrikanische Verhältnisse vorschnell mit europäischen Maßstäben beurteilen. Sie muss erst auf die harte Tour lernen, dass ihre Logik in Südafrika nicht greift und dass ihre für europäische Verhältnisse altersgemäße Auflehnung gegen Anordnungen afrikaerfahrener Personen sie im Extremfall das Leben kosten kann. Hinter einem Buchcover des Genres Love & Landscape verbirgt sich hier ein Jugendbuch, das ein erfreulich realistisches Südafrika-Bild vermitteln kann. Das Wagnis deutschen Lesern Südafrika mit den Augen einer ausländischen Besucherin näherbringen zu wollen, gelingt Christine Lehmann nicht immer überzeugend. So fragt man sich, woher Isabella als Großstädterin ihre Kenntnisse über spezielle südafrikanische Belange hat, wenn sie doch entschlossen ist, „nur“ ihr Abitur hier abzulegen. Bei Isabella hatte ich mich schon gewundert, warum sie sich während ihrer Auslandsaufenthalte ihres nicht allen verständlichen Stuttgarter Dialekts noch nicht bewusst geworden ist. In der wörtlichen Rede von Greg jedoch, der in den Niederlanden aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, werden die süddeutschen Dialektausdrücke endgültig zum Fall für ein sorgsameres Lektorat.
Trotz geringfügiger Kritik ein absolut empfehlenswertes Jugendbuch mit einer eher spröden, sportlichen Hauptfigur, die in Südafrika ihre erste Liebe erfährt und das Land von einer unerwarteten Seite kennenlernt.
Ein sehr spannendes Buch, das viel über die Geschichte des Landes und der Leute erzählt und auch wie sie mit der Apartheid umgehen. Außerdem gibt es ein wunderschönes Happy End. Man kann sich gut in die Protagonistin hineinversetzen und ihre Entscheidungen nachvollziehen. Nur die Zuneigung zu Ihm ging mir am Anfang zu schnell. Sie kannten sich vielleicht ein paar Tage oder hatten sich zumindest nur ein paar mal getroffen und trotzdem war sie fast in ihn verliebt. Ich glaube nicht an Liebe auf den ersten Blick, darum ist das etwas unglaubwürdig. Alles in allem ein gelungenes Buch das ich nur weiter empfehlen kann.