London 1888: Kurz vor ihrer Hochzeit mit einem Anwalt erfährt Elisabeth, dass ihr bester Freund Ferenc ein Vampir ist. Zuerst ist sie entsetzt, doch dann zeigt Ferenc ihr seine Welt. Eine Welt, in der sich die Vampire ihre beinahe unerschöpfliche Zeit mit Wissenschaft und Forschung vertreiben.
Dabei stellt sie fest, dass nicht alle Vampire so bedrohlich sind, wie sie dachte … und dass das wahre Monster womöglich längst unter einem Dach mit ihr lebt.
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
In meiner Jugend hätte ich nicht gedacht, dass sich mein gewöhnliches Leben einmal in eines wandeln würde, das man aufschreiben müsste.
Das Cover gefällt mir richtig gut und es passt auch zum Inhalt. Es geht viel um Blut, was bei Vampiren nicht verwunderlich ist, aber auch so ist die Geschichte eher düster gehalten.
Der Schreibstil der Autorin war sehr gut und angenehm zu lesen. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Elisabeth, und in einer Erzählung. So als würde sie uns die Geschichte selbst erzählen, was ich ziemlich cool fand.
Zu Beginn lernt man Elisabeth kennen, die bald einen Mann heiraten muss. Als sie Montague kennen lernt glaubt sie, dass all ihre Probleme gelöst sind, und zuerst ist sie auch sehr glücklich, bis ein Schatten auf ihre Ehe geworfen wird. Zusätzlich ist ihr bester Freund Ferenc auch noch ein Vampir, was sie aber gar nicht abschreckt.
Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Mir hat sogleich die Erzählweise super gefallen, man hat wirklich das Gefühl, als würde man die Aufzeichnungen von Elisabeth selber lesen, was das Buch schonmal abhebt. Außerdem ist London als Setting einfach genial und besonders in dieser Zeit, als es noch eine ganz starke Trennung von Arm und Reich gab.
Elisabeth mochte ich gerne und ich fand auch ihre Entwicklung in dem Buch sehr gelungen. Zuerst ist sie ein recht behütetes Mädchen, etwas naiv, das stark an die Vorgaben der Gesellschaft glaubt und am Ende traut sie sich eigene Entscheidungen zu treffen und auch Männer zu hinterfragen. Ihre Stärke und ihr Mut haben mich beeindruckt, denn sie war in einigen schwierigen Situationen.
Ferenc war ein toller Charakter. Man merkt ihm gar nicht an, dass er eigentlich richtig schlau ist, denn er gibt nicht unbedingt damit an. Außerdem hält er sich meist im Hintergrund, ist aber trotzdem für seine Freunde zur Stelle, sollten sie etwas brauchen. Seine Verbundenheit mit Elisabeth war schön, man hat richtig gefühlt, wie viel sie ihm bedeutet und wie sehr er sie beschützen will.
Erwähnenswert sind auch noch Ivo und Montague. Montague ist der Ehemann von Elisabeth und er hat eine drastische Wandlung im Buch durchgemacht. Ich konnte ihn von Beginn an nicht wirklich leiden, weil er zu gestriegelt für mich war und auch so gesprochen hat. Die kleinen Aufmerksamkeiten, die er Elisabeth schenkte fand ich aber ganz nett. Ivo ist ein Freund von Ferenc und ich fand ihn genial. Er ist überdreht, laut, bunt und trotzdem treu und großherzig. Ohne ihn wäre das Buch nicht das Gleiche, er hat auch immer etwas Witz und Leichtigkeit hineingebracht.
Ich liebe Vampire ja generell, daher habe ich mich auf dieses Buch wirklich gefreut. Wie Vampire hier dargestellt werden fand ich interessant und einmal anders. Ich mochte es, dass sie nicht als blutrünstig und als etwas Besseres dargestellt wurden, nein, sie haben sich in die Gesellschaft eingebracht und einen Weg gefunden, mit den Menschen zu leben und diese dabei nicht in Gefahr zu bringen. Dieser zivilisierte Ansatz war erfrischend zu lesen.
Was ich interessant an dem Buch fand, war der Aufbau. Die Geschichte startet ganz normal und ruhig, es liest sich ein bisschen wie ein Liebesroman und dann steigert sich die Handlung immer mehr und mehr, bis man am Ende gar nicht mehr denkt, dass das Buch so harmlos begonnen hat. Ich fand es grandios, wie zuerst alles so unter Kontrolle wirkte und langsam das Leben von Elisabeth eskaliert und tragisch wird. Zuerst habe ich mir daher immer die Frage gestellt, was eigentlich passieren wird, weil die Geschichte so ruhig war, aber dann ab der Hälfte wurde es einfach immer spannender.
Irgendwann hatte ich sogar das Gefühl, dass die Vampire nur eine Nebenhandlung sind, denn es hat sich immer mehr ein anderes Thema in den Vordergrund gedrängt. Wobei am Ende alles zusammengelaufen ist und beides wichtig wurde. Es war auf jeden Fall eine interessante Wendung bei dem ganzen Vampirthema. Ich habe auch die Wendung bei Elisabeths Leben nicht gesehen obwohl es, nachdem ich das Buch nun beendet habe und wenn man die Zeit, in der es spielt, bedenkt, doch irgendwie offensichtlich war.
Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist tatsächlich die Liebesgeschichte. Elisabeth versucht mit aller Gewalt ihre Ehe zu erhalten, obwohl ihre Gefühle ihr bereits sagen, was sie will. Den Sprung von „vielleicht mag ich ihn“ zu „eigentlich liebe ich ihn“ fand ich persönlich zu schnell und so wirklich konnte ich die Funken auch nicht sehen. Wären alle in dem Buch einfach nur Freunde geblieben, wäre das meiner Meinung nach stimmiger gewesen.
Das Ende war dann super spannend und gut geschrieben. Immer wenn man sich denkt, dass einen nichts mehr überraschen kann, setzt die Autorin noch einen drauf. Ich habe die letzten 100 Seiten regelrecht inhaliert, weil ich so gespannt war auf den Ausgang. Für mich wurde das Buch einfach immer besser und besser.
Fazit:
Mich hat das Buch echt vom Hocker gehauen. Fast alles daran fand ich grandios und besonders wie es geschrieben wurde hat mich sehr begeistert. Elisabeth und Ferenc sind tolle Charaktere, die eine tragische Geschichte erleben. Von mir kriegt das Buch 5 Sterne.
Wenn Vampire auf einen grausamen Menschen treffen, dann stellt sich die Frage: Wer ist das wahre Monster? In diesem Roman sucht Autorin Marie Erikson die Antwort.
Die junge Elisabeth wächst behütet in London auf und hat kaum Kontakte außer ihrem Vater, Dienstmädchen Annie und ihrem Freund Ferenc. Als sich ihr Vater entschließt, nach Amerika auszuwandern, teilt er ihr mit, dass sie nur in ihrem geliebten London bleiben kann, wenn sie heiratet. Zufällig begegnet Elisabeth kurz darauf dem attraktiven jungen Anwalt Montague und verliebt sich in ihn. Auch dem Vater ist der Schwiegersohn recht. Kurz vor der Hochzeit erfährt Elisabeth jedoch, dass es in London noch eine andere, geheimnisvolle Welt gibt: die Welt der Vampire. Diese leben gesitteter, als man es ihrem Ruf zufolge annehmen könnte, ernähren sich von freiwillig gespendetem Blut und widmen sich Wissenschaft und Forschung. Auch Ferenc ist ein Vampir, und er nimmt Elisabeth mit in diese Welt. Die wissensdurstige junge Frau ist fasziniert – ihr zukünftiger Ehemann ist weniger davon begeistert, dass seine Braut ihre Zeit mit anderen Männern verbringt. Nach der Hochzeit und der Abreise des Vaters wird die Lage noch schwieriger – vor allem, weil Montagues Mutter im selben Haus wie das junge Paar lebt. Und sie scheint es auf Elisabeth abgesehen zu haben. Trachtet sie ihr sogar nach dem Leben? Auch Montagues Verhalten wird immer bedrohlicher, und schon bald fühlt sich Elisabeth bei den kultivierten Vampiren sicherer als im eigenen Heim … Marie Erikson nimmt die Leser mit auf eine spannende Reise ins viktorianische London. Sie ist als Autorin der Serien John Sinclair und Perry Rhodan Neo bekannt und beherrscht daher das Handwerk, fesselnd und gruselig zu schreiben. Es gelingt ihr in diesem Roman, eine besonders beklemmende und düstere Atmosphäre aufzubauen, die den Leser bis zur letzten Seite fasziniert. Dabei verwebt sie Motive klassischer Schauerliteratur mit historisch gut recherchierten Fakten – denn im viktorianischen London hat natürlich auch der berühmteste Mörder der Geschichte einen Auftritt. Doch war Jack the Ripper tatsächlich ein Mensch – oder ein Monster? Das faszinierende Buch macht übrigens auch optisch etwas her, denn es wartet mit einem gelungenen Buchschnitt auf.
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Dieses Buch habe ich von der Autorin auf einer Veranstaltung geschenkt bekommen. Dies hat allerdings keinen Einfluss auf meine Meinung.
Schon allein der Klappentext machte mich neugierig. Ich liebe urban Fantasy, London ist meine Herzensstadt, das viktorianische Zeitalter finde ich besonders spannend - und Vampirgeschichten faszinieren mich ebenfalls. Und als die Autorin versicherte, dass es sich nicht um Romantasy handelt, war ich überzeugt. Ich würde das Buch eher in die Kategorie Schauerroman einsortieren - eine Liebesgeschichte ist zwar vorhanden, aber sie steht nicht im Mittelpunkt.
Elisabeth, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, sucht ihren Platz im Leben, was in der damaligen Zeit für eine Frau meist bedeutete, sie benötigt einen Ehemann. Da kommt ihr der freundliche Anwalt Montague durchaus gelegen. Man merkt ihr durchaus an, dass sie von einem fortschrittlich denkenden Vater erzogen wurde, allerdings ist sie noch naiv. Aber als sich die Ereignisse in ihrem Leben zu überschlagen beginnen, entwickelt sie sich rasch zu einer intelligenten, wachen jungen Frau.
Aber auch die anderen Figuren sind der Autorin sehr gut gelungen. Gerade Ivo sorgt für humorvolle Momente in der sonst eher atmosphärisch dichten, spannenden Geschichte.
Die Geschichte selbst ist spannend und konsistent erzählt. Die Existenz der Vampire und ihr Platz im historischen London wird geschickt mit realen Ereignissen verwoben. Die Geschichte nimmt diverse Wendungen, die ich nicht immer habe kommen sehen, die sich aber im Rückblick abgezeichnet haben oder mit Blick auf die Figuren völlig stimmig sind.
Das Buch war für mich ein Volltreffer und wird sicher mit seinem schönen Cover und dem Farbschnitt (tatsächlich mein erstes Buch mit Farbschnitt) noch lange mein Regal zieren. Ich hoffe, Marie Erikson schreibt irgendwann weitere Bücher in dieser Welt - ich würde die eine oder andere Figur gerne erneut treffen.
Die Autorin einführt uns nach London und erzählt ihrer Geschichte aus der Sicht von Elisabeth. Die lebt mit ihrem Vater und ihrem ehemaligen Kindermädchen Annie, die so etwas wie ein Mutterersatz für sie geworden ist. Eines Tages beschließt ihr Vater ein gemeinsames Leben mit Annie zu beginnen, aber in Amerika. Elisabeth will aber in London bleiben und sucht deshalb einen Mann und findet ihn relativ schnell. Gleichzeitig offenbar sich ihre bester Freund als Vampir.
Tatsächlich ist dieses Buch völlig anders als ich erwartet hatte. Ein bisschen hatte ich gedacht, dass ist hier eine spicy Vampir-Romanze. Stattdessen handelt es sich eher um einen historischen Schauerroman. Spice gibt es überhaupt nicht und der Romanze-Anteil ist tatsächlich eher gering. Trotzdem fand ich die Geschichte auf ihre Art faszinierend und interessant.
Elisabeth steht im Mittelpunkt der Geschichte. Manchmal wirkte sie auf mich doch recht naiv, aber auf manche Dinge reagiert sie erstaunlich gefasst. Ihre Entwicklung in der Geschichte mochte ich sehr.
Die Geschichte ist am Ende abgeschlossen. Von mir gibt es 5 von 5 Sterne.
Achtung Spoiler! Wer hier eine klassische Vampirgeschichte erwartet, der wird leider enttäuscht. Vampire sind zwar ein Thema, doch in erster Linie dreht sich die Geschichte um Elisabeth und ihren Mann Montague und wie diese Ehe geartet ist. Die Geschichte spielt im viktorianischen Zeitalter, was mir sehr gut gefällt. Das spiegelt sich auch sehr gut in den Dialogen wider. Der Schreibstil ist sehr flüssig, sodass sich das Buch recht zügig liest. Mit Elisabeth gibt es eine sehr naive und überbehütet aufgewachsenen Protagonistin. Manchmal ist Ihre Art recht süß, manchmal aber sehr anstrengend. Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass sich die Vampire als Hüter des Wissens verstehen und Einfluss nehmen auf Forschung und gesellschaftliche Entwicklung. Dadurch kommt man mit ein paar bekannten Namen wie Robert Koch und Marie Curie in Berührung. Das Ende hat mich mit der teilweise etwas zähen Geschichte gut versöhnt.
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