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Die Geheimnisse des Graphischen Viertels #3

Das Haus der Bücher und Schatten

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Bestsellerautor Kai Meyer erschafft eine meisterhafte Melange aus Historie und bibliophiler Schauergeschichte

Baltikum, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Tiefer Schnee und endlose Wälder schneiden ein Herrenhaus von der Welt ab. Hierher reist die junge Lektorin Paula Engel aus Leipzig, um das Manuskript des Schriftstellers Aschenbrand einzusehen. Paula und ihr Verlobter Jonathan begegnen einem faszinierenden Exzentriker, der ein dunkles Mysterium wahrt.
Leipzig, 1933. Im legendären Graphischen Viertel rettet der von den Nazis entlassene Kommissar Cornelius Frey einem Mädchen das Leben. Bei ihrem Abschied flüstert sie »Sie weinen alle im Keller ohne Treppe«. In der nächsten Nacht liegt sie ermordet neben einem toten Polizisten. Auf der Spur des Mörders kämpft Cornelius sich zurück in seinen alten Beruf und stößt auf ein Netz aus Okkultisten und Verschwörern, Freimaurern und Fanatikern. In welcher Verbindung standen sie zu Paula und Jonathan, die vor zwanzig Jahren spurlos im Baltikum verschwanden?

Nach dem Erfolg von "Die Bibliothek im Nebel" und "Die Bücher, der Junge und die Nacht": Kai Meyer erzählt erneut von den Geheimnissen des Graphischen Viertels, dem nebelverhangenen Herz der Bücherstadt Leipzig

»Atmosphärisch dicht geschrieben und mit vielen zeithistorischen Elementen gespickt, fesselt Kai Meyer mit einer hochspannenden Erzählung.« Passauer Neue Presse über Die Bibliothek im Nebel

526 pages, Hardcover

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About the author

Kai Meyer

141 books1,447 followers
With millions of books sold worldwide, Kai Meyer is one of Germany's most successful authors. His novels have been translated into 27 languages including English, Spanish, French, Italian, Japanese, Russian and Chinese.

Kai Meyer was born in 1969 in northern Germany. He began college at the University of Bochum, Germany, where he studied film, theatre, and philosophy. After a year, he dropped out to work for a newspaper as a trainee journalist, followed by two years as a staff journalist.

Kai wrote his first novel in his early 20s, and it was published when he was just 24 years old. He has been a full-time novelist since 1995. To date, Kai has written nearly 50 books – some for adults, some for teenagers. Kai’s books are mostly historical with strong fantastical overtones. There are over 1.5 million Kai Meyer books in print in Germany, and he is quickly gaining popularity in other countries as well: THE WATER MIRROR went into its third US printing before it was even delivered to bookstores, and his young adult dark fantasy series SIEBEN SIEGEL is a substantial hit in Japan. The British edition of THE FLOWING QUEEN / THE WATER MIRROR won the 2007 Marsh Award for Best Children´s Book in Translation.

In 2007 his historical novel DAS GELÜBDE (The Vow) was turned into a movie by celebrated German director Dominik Graf. SIEBEN SIEGEL is set to be filmed in 2008, other books are optioned.

Kai has also written screenplays, two of which have been made into TV movies. He is the author of a hardcover comic book, PANDORAMICUM, and is one of the creators of the fantasy role-playing game ENGEL (US edition by White Wolf).

Kai Meyer lives in Westphalia near the Rhine in Germany.


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Community Reviews

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102 (49%)
4 stars
81 (39%)
3 stars
17 (8%)
2 stars
4 (1%)
1 star
2 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 51 reviews
Profile Image for Olaf Gütte.
222 reviews76 followers
August 9, 2025
Vielleicht der beste Roman des Autors,
sehr gute Handlung, spannend und sogar etwas mystisch.
Sehr empfehlenswert.
Profile Image for Andrea.
924 reviews46 followers
March 16, 2025
"Im Morgengrauen wanderte er durch die Nebelflüsse auf menschenleeren Straßen und las zwischen den Zeilen des Viertels. Vor seinem inneren Auge öffneten sich die Fassaden wie Buchdeckel, um in entlarvenden Kapiteln all die Wahrheiten zu enthüllen, die selbst Sterbenden nicht über die Lippen gekommen wäre."

Als Kommissar Frey 1933 einen Doppelmord aufklären soll, scheint es Parallelen zu dem Verschwinden zweiter Deutschen in Livland vor 20 Jahren zu geben. Bei seinen Ermittlungen wird es gefährlich für ihn.

Wieder entführt uns Kai Meyer ins Graphische Viertel von Leipzig. Die Bücher sind aber alle unabhängig voneinander lesbar.
Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Beide Geschichten haben einen unheimlichen, fast mystischen Touch und sind ziemlich undurchschaubar Ich habe bis zuletzt mit gerätselt und mich richtig in der Geschichte verloren, so spannend war es. Ich mag die historischen Bezüge, gerade im Jahr 1933 wird das Erstarken des NS Regimes gut in die Geschichte eingebaut. Der Schreibstil ist gewohnt rutschig zu lesen und lässt mich durch die Seiten fliegen. Die Auflösung fand ich nachvollziehbar, wenn auch nicht alle Fragen restlos beantwortet wurden. Ich mochte die Charaktere, die alle nicht schwarz/weiß sind sondern wunderbar viele Facetten haben.

Gerne darf Herr Meyer weitere Bücher schreiben, die in Leipzig spielen. Gerade der Bezug zum geschriebenen Wort ist natürlich für Büchernerds einfach wunderbar.
Profile Image for Buchbesprechung.
210 reviews24 followers
November 23, 2024
REZENSION – Seit Jahren ist Schriftsteller Kai Meyer (55) als Autor erfolgreicher Buchreihen bekannt. Doch seine drei zuletzt veröffentlichten Spannungsromane werden noch immer als Einzelwerke gelistet, obwohl doch deren aller Handlung im einstigen, im Zweiten Weltkrieg zerstörten Graphischen Viertel der Bücherstadt Leipzig spielt. Denn nach dem ersten Band "Die Bücher, der Junge und die Nacht" (2022) und "Die Bibliothek im Nebel" (2023) gilt dies auch für den im November beim Knaur Verlag erschienenen dritten Band „Das Haus der Bücher und Schatten“. Gegen die Einordnung als Serie spricht allenfalls, dass jeder Band eine in sich abgeschlossene Handlung zu jeweils anderer Zeit mit neuen Protagonisten bietet, so dass man die drei Romane völlig unabhängig voneinander lesen kann.
Wie schon in den ersten zwei Bänden entführt uns nun auch der dritte in das durch Dunst und Rauch der vielen Dampfmaschinen verdunkelte Graphische Viertel, weltberühmt wegen seiner Ansammlung hunderter Druckereien, Verlage, Buchhandlungen und Antiquariate. Diesmal versetzt uns Meyer ins Jahr 1933, kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, deren Auswirkungen allmählich fernab Berlins auch in Leipzig spürbar werden. Der von den Nazis entlassene Kommissar Cornelius Frey, derzeit Nachtwächter im Haus der Bücher, rettet eine junge Frau vor ihrem selbstmörderischen Sprung von der Brücke vor den einfahrenden Güterzug. Nach kurzem Gespräch flüstert sie zum Abschied die Worte „Sie weinen alle im Keller ohne Treppe“. Schon in der nächsten Nacht wird sie gemeinsam mit einem Ex-Kollegen Freys, Kommissar Zirner, direkt vor dem Haus der Bücher ermordet. Freys Vorgesetzter Rosendahl sorgt dafür, dass sein erfolgreicher Kommissar nach einem Wiederaufnahmeverfahren in den Polizeidienst zurückkehren kann, um diesen Doppelmord aufzuklären. Nach Ansicht der Nazi-Oberen, kann es nur ein Kommunist gewesen sein. Doch was bedeutet das auf den Arm der jungen Toten hingeschmierte Wort „Hundsheide“? Bei seinen Ermittlungen in ungewöhnlicher Zeit, in der nicht einmal die Polizei sich scheut, zur Aufklärung von Mordfällen die telepathischen Fähigkeiten von Medien zu nutzen, bekommt es Frey, der als „einsamer Wolf“ unbeirrt andere Spuren verfolgt, nicht nur mit einem verschworenen Netzwerk aus Okkultisten, Freimaurern und mafiöser Unterwelt zu tun, sondern stößt bei Durchsicht der Akten seines ermordeten Kollegen Zirner auf einen ungeklärten Fall aus dem Winter 1913, der sich im baltischen Livland nahe Riga zugetragen hatte. Damals verschwand die junge Lektorin Paula Engel mit ihrem Verlobten Jonathan spurlos beim Besuch des Schriftstellers Aschenbrand, der als Dauergast in einem einsam gelegenen Herrenhaus lebte – auf Hundsheide. Was haben beide Fälle miteinander zu tun?
Schon der Titel „Das Haus der Bücher und Schatten“ weist auf einen Roman hin, der nicht nur für ausgewiesene Bücherfreunde spannend zu lesen ist. Mit kapitelweisem Wechsel der Zeiten zwischen den unheimlichen Geschehnissen des Winters 1913 im tief eingeschneiten Herrenhaus im Baltikum – dies alles selbst erzählt von der Lektorin Paula Engel – und dem unter politischen Zwängen aufzuklärenden Doppelmord des Jahres 1933 baut Kai Meyer eine zunächst zweigleisige Handlung auf, die sich als gelungene Mischung von Kriminalroman und Schauergeschichte in ihrer Dramatik unaufhörlich steigert. Mit einer überraschenden, aber in ihrer Konsequenz durchaus nachvollziehbaren Wendung kurz vor dem aufklärenden Finale setzt Meyer noch einen zusätzlichen Höhepunkt.
Wie in beiden Vorgängerromanen erzählt der Autor wieder atmosphärisch düster und in bildhafter Sprache eine filmreife Geschichte vor politisch-historischem Hintergrund. Doch während Buchreihen anderer Schriftsteller in ihrer Wirkung von Band zu Band so manches Mal nachlassen, konnte sich Meyer in seinem dritten Band um das Geheimnis des „Kellers ohne Treppe“ dank der gelungenen Mischung aus mystischem Schauerroman und spannendem Krimi sogar steigern. „Das Haus der Bücher und Schatten“ ist deshalb nicht nur die von Meyer-Fans lang erwartete Fortsetzung bibliophiler Geschichten um das einstige Graphische Viertel in Leipzig, sondern wird sicherlich allen Freunden spannender Unterhaltung gefallen.
Profile Image for Steffen Roth.
61 reviews1 follower
December 17, 2024
Ziemlich gut, spannend, gesellschaftlich sehr relevant und vor allem die Erzeugung von Atmosphäre hat mir gefallen.
38 reviews3 followers
December 26, 2024
Mein bisheriger Lieblingsband der Serie rund um das Graphische Viertel in Leipzig.
Profile Image for Leah.
149 reviews3 followers
March 3, 2025
Das Buch hat so eine skurrile Obsession mit minderjährigen Mädchen, die sehr viel ältere Männer verführen und manipulieren. Das wird an keiner Stelle kritisch hinterfragt. Rape Culture is strong in this one.

Autoren sollten wirklich aufhören, sexuelle Gewalt als reine Deko in ihre Bücher zu streuen, um billige Schockeffekte zu erzielen oder edgy zu wirken, ohne sie und vor allem ihre Folgen für die Opfer wirklich zu thematisieren.
Profile Image for Philipp.
3 reviews
May 14, 2025
Es gibt wenige Bücher, denen man 100 Seiten mehr auf die Rippen wünscht.
„Das Haus der Bücher und Schatten“ ist eines davon.
Aber nicht aus den guten Gründen.

Die Handlung (besonders die des 1933-Zeitstrahls) wirkt gehetzt: Ein Indiz folgt dem anderen und muss in der nächsten Szene ohne Umwege untersucht werden. Kai Meyer hält sich nicht mit vertiefenden Nebenhandlungen oder der Bemenschlichung seiner Figuren auf.
Dadurch wird das Buch schnelllebig, lässt aber diese gewisse Tiefe vermissen.

Die Charaktere bleiben dementsprechend für meinen Geschmack zu blass. Da wäre mehr drin gewesen – besonders im Hinblick auf den geschichtlichen Kontext.

Das Ende, oder besser: die Enden lassen zu wünschen übrig.

Warum?

1913:
Für mich fühlt es sich nach Cheaten an, wenn ein Krimi/Thriller, bei dem es um die Entfaltung einer menschlichen Tragödie geht, sich mit der „Auflösung“ herausredet: „Ähm ja, also … Es gibt vielleicht doch Gespenster … oder doch nicht?“
Und gleichzeitig keine alternative Erklärungsmöglichkeit bietet, die ein „offenes“ Ende erlauben würde.

1933:
Im Laufe des Romans öffnet Meyer zu viele Fässer, die er am Schluss nicht mehr zufriedenstellend zu kriegt.
Der „Showdown“ findet irgendwie an der falschen Adresse statt und schließt einen Handlungsstrang, der erst 20 Seiten zuvor eröffnet wurde. Das große Ganze klärt sich quasi erst im Epilog auf und ist dann doch zu vorhersehbar, um über die vertanen anderen Möglichkeiten einer Auflösung hinwegzutrösten.

Besonders schade fand ich, dass Leontine, die durchaus Potenzial für eine tragende Rolle hat, gegen Ende überhaupt keine Bühnenzeit mehr kriegt und eigentlich keine Rolle bei der finalen Auflösung spielt. Mehr als ein „brav mädchenhaftes“ Wegrennen, damit die Männers das Wichtige unter sich ausmachen können, wird ihr nicht zuteil. Bisschen aus der Zeit gefallen, das Ganze.

Sprachlich versucht sich Meyer an ein paar netten Metaphern und Schnörkseln, die leider kaum zum Leseerlebnis beitragen.

Trotzdem drei Sterne, weil die Spannung bis zum (enttäuschenden) Ende aufrecht erhalten wurde.

tl;dr: Ganz nette Spannungslektüre für Zwischendurch. Nicht mehr. Nicht weniger.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Chrissi06.
421 reviews
May 11, 2025
Interessante mysteriöse Story auf zwei Zeitebenen.
Einmal im Jahr 1913 wo die Lektorin Paula Engel mit ihren Verlobten nach Livland fährt um dort das Manuskript eines Autors abzuholen.
In dem altem Haus gibt es wie es scheint eine Menge Geheimnisse.

Die andere Story spielt 1933 und man begleitet den in Ungnade gefallenen Kommissar Frey, der den Mord eines Kollegen und einer Frau aufdecken soll.
Ich finde Frey einen wirklich spannenden Charakter gerade auch verknüpft mit seinen Einstellungen.
Natürlich gibt es ein Grund warum die Geschichte auf zwei Zeitebenen spielt. Es fügt sich alles zusammen.
Dazwischen gibt es viel Spannung, mystisches, Freimauer, NS Regiem und vieles mehr.
Das Buch hat im Mittelteil ein paar Längen wird aber zum Schluss noch richtig spannend.
Mir hat die Mischung ziemlich gut gefallen.
5 reviews
May 1, 2025
Ein absolut lesenswertes Buch. Man taucht ab in zwei Zeitebenen, die nach Kai Meyer Art am Ende zusammenfinden. Es zeigt wiederholt auf, wie gefährlich und menschenverachtend die Zeit des Nationalsozialismus war.
Profile Image for black-eyes-black.
261 reviews8 followers
August 14, 2025
Der Autor Kai Meyer ist mit seinem historischen Roman „Das Haus der Bücher und Schatten“ erneut in das historische Graphische Viertel in Leipzig zurückgekehrt. Auch wenn man die anderen Romane „Die Bücher, der Junge und die Nacht“ und „Die Bibliothek im Nebel“, welche ebenfalls dort angesiedelt sind, nicht gelesen hat, kann man dieses Werk ohne Probleme lesen, da die jeweiligen Haupthandlungen unabhängig voneinander sind.

Klappentext:
Baltikum, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Tiefer Schnee und endlose Wälder schneiden ein Herrenhaus von der Welt ab. Hierher reist die junge Lektorin Paula Engel aus Leipzig, um das Manuskript des Schriftstellers Aschenbrand einzusehen. Paula und ihr Verlobter Jonathan begegnen einem faszinierenden Exzentriker, der ein dunkles Mysterium wahrt.
Leipzig, 1933. Im legendären Graphischen Viertel rettet der von den Nazis entlassene Kommissar Cornelius Frey einem Mädchen das Leben. Bei ihrem Abschied flüstert sie »Sie weinen alle im Keller ohne Treppe«. In der nächsten Nacht liegt sie ermordet neben einem toten Polizisten. Auf der Spur des Mörders kämpft Cornelius sich zurück in seinen alten Beruf und stößt auf ein Netz aus Okkultisten und Verschwörern, Freimaurern und Fanatikern. In welcher Verbindung standen sie zu Paula und Jonathan, die vor zwanzig Jahren spurlos im Baltikum verschwanden?

Aus der Feder von dem bekannten Autor Kai Meyer habe ich schon einige Bücher gelesen. Schon einige Jahre in meinem Leben hat er mich mit seinen Werken begleitet und mich dabei berührt. Bisher konnte er mich immer wieder begeistern und seine Bücher auf die unterschiedlichste Weise in ihren Bann ziehen. Daher waren meine Anforderungen und Erwartungen an dieses historische Werk recht hoch, auch weil ich zu Leipzig eine besondere Bindung habe und ich wurde nicht enttäuscht.
Wie ich es bereits aus anderen Werken, welche ich von dem Autor Kai Meyer gelesen habe, gewohnt war, war auch dieses Mal der Schreibstil wieder sehr angenehm. Dies hat dazu geführt, dass sich der historische Roman zügig und flüssig lesen gelassen hat. Meyer schreibt sehr fesselnd und bildgewaltig. Sofort wird hier gekonnt eine dichte und packende Atmosphäre aufgebaut, sodass der Leser dabei in bereits vergangene Zeiten befördert wird. Man hat das Gefühl, dass man mitten im Geschehen ist und selbst an der Handlung teilnimmt. Mit liebevollen Details werden dabei die Schauplätze beschrieben, ohne sich jedoch zu sehr im Detail zu verlieren. Der Lesefluss wird durch Beschreibungen der Örtlichkeiten nicht gestört- im Gegenteil die Handlung wird gekonnt dadurch abgerundet. Daher ist es nicht verwunderlich, dass beim Lesen vor meinem geistigen Auge ein genaues Bild der Lokalitäten und auch Charakteren hervorgerufen wurde. Im Werk „Das Haus der Bücher und Schatten“ gibt es mehrere Zeitsprünge, Wechsel der Örtlichkeiten und auch Perspektivenwechsel. Es ist wirklich spannend mit zu verfolgen, wie die Geschichte aus den verschiedenen Facetten und Strängen aufgebaut wird. Erst langsam, aber stetig, erkennt man die Zusammenhänge, es ergibt sich ein Bild – sowohl von den Perspektiven als auch von den unterschiedlichen Zeitepochen, wie diese Stränge zusammenhängen und welchen Bezug sie zu den jeweils anderen haben. In dem einen Strang fährt eine junge Lektorin im Jahre 1913 mit ihrem Verlobten ins verlassene Livland. Sie wollen den Fortschritt eines Manuskriptes zu einem Buch feststellen und daher wollen sie den Autor besuchen und Druck ausüben. In dem anderen Erzählstrang ermittelt der Kommissar Cornelius Frey in einem Mordfall an einem jungen Mädchen, welchem er kurz vorher erst begegnet ist. Der Fall scheint recht mysteriös und so begibt er sich auf eine geheimnisvolle Suche, welche in die Untiefen von Leipzig führt. So langsam setzen sich die einzelnen Perspektiven wie ein Puzzle zusammen und am Ende erkennt der Leser, wie die beiden Erzählungen zusammenhängen. Hierbei fand ich alle Perspektiven sehr ansprechend, jede auf seine spezielle Art und Weise – jede hat etwas Besonderes zu bieten – ein gewisser Krimiaspekt ist in beiden enthalten, sodass ich mich nicht entscheiden kann, welcher mir persönlich am besten gefallen hat.
Das Buch ist nur bedingt temporeich, auch der Kriminalfall und die Ermittlungen in diesem gehen nur langsam voran. Dennoch liest sich dieser historische Roman durchaus spannend. Auf recht unterschiedliche Weise gelingt es dem Autor hier Spannung zu erzeugen, welcher vor allem durch die Schicksalsschläge und dramatischen Situationen der jeweiligen Charaktere bestimmt wird. Dies hatte zur Folge, dass ich gebannt an den Seiten gehangen habe und das Buch nur ungern wieder aus der Hand gelegt habe.
Ansprechend fand ich auch den historischen Rahmen, welche in diesem Roman angesprochen wird. Hier wird gekonnt Fakten und Fiktion miteinander vermengt. Man merkt diesem Werk an, dass der Autor gut und umfangreich recherchiert hat. Es gibt einige Situationen, welche mich zum Nachdenken angeregt haben. Auch das Thema rund um die Geisterbeschwörungen und Séancen finde ich recht vielversprechend. Ledigliches Manko: ein fehlendes Nachwort. Nur zu gerne hätte ich ein Nachwort hierzu gehabt, indem der Autor nochmal auf historische Gegebenheiten oder Eckdaten eingeht und nochmal von der Fiktion trennt.
Nicht vollständig konnten mich leider die Charaktere überzeugen. Sie wirkten auf mich teilweise etwas eindimensional. Sie sind mir allesamt nicht wirklich ans Herz gewachsen, auch habe ich nicht mit ihnen mitgelitten. Lediglich der Kommissar Cornelius Frey war mir persönlich sympathisch. Er hatte seine Prinzipien und ist für diese eingestanden, auch wenn dies nicht immer zu seinem persönlichen Vorteil war. Die anderen Charaktere mussten ebenfalls einiges erleiden. Jedoch haben mich dessen Schicksalsschläge nicht so berührt. Dennoch hat es mir Spaß gemacht, ihre Geschichte mitzuverfolgen, ich wollte wissen, wie es weitergeht und was hinter diesen Taten steckt.

Insgesamt konnte mich der Autor Kai Meyer mit seinem historischen Roman „Das Haus der Bücher und Schatten“ in längst vergangene Zeiten entführen und es hat mir Spaß gemacht, die einzelnen Erzählstränge mitzuverfolgen. Auch der historische Rahmen wurde gekonnt umgesetzt und hat dem Buch zusätzlich Leben eingehaucht. Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Profile Image for Alexandra.
Author 13 books90 followers
November 8, 2024
Wenn du den Namen Kai Meyer aussprichst, weißt du, dass du es mit einem großartigen Buch zu tun hast. Nachdem ich die anderen Bücher der Reihe gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf dieses neue Buch. Wie immer beweist der Autor, dass er ein hervorragender Geschichtenerzähler ist, der es meisterhaft versteht, parallele Handlungsstränge so miteinander zu verknüpfen, dass der Leser fasziniert zurückbleibt und unbedingt mehr will. Ich habe es geliebt, in die Jahre 1913 und 1933 zurückzureisen und alles über den grafischen Bezirk zu erfahren. Die Detailgenauigkeit ist unglaublich und man kann leicht erkennen, wie viel Recherche in die Geschichte geflossen ist. Das Ergebnis? Eine Geschichte, die fesselnd und aufschlussreich zugleich ist. Eine ausgezeichnete Lektüre, die perfekte Wahl für Herbstnachmittage.

Meine Meinung:

Ich möchte nicht zu viel über die Geschichte verraten, denn ich möchte, dass du alles selbst entdeckst. Wir bekommen zwei Handlungsstränge, einen aus dem Jahr 1913, in dem sich eine Lektorin im eisigen Livland wiederfindet und versucht, einen bekannten Autor davon zu überzeugen, sein neues Buch zu veröffentlichen. Sie ist mit ihrem Freund und Redakteur Jonathan unterwegs, der sich mit dem Autor hervorragend zu verstehen scheint. Auf der anderen Seite hat Paula mit ihren eigenen Verdächtigungen zu kämpfen und versucht herauszufinden, ob das Buch tatsächlich geschrieben ist. Im Jahr 1933 folgen wir Cornelius Frey, einem ehemaligen Kriminalbeamten. Er wurde zurück in den Dienst berufen und soll neue Mordfälle aufklären. Er entdeckt eine Verbindung zwischen den Ereignissen im Schloss von Livland und den besagten Morden. Worin besteht die Verbindung? Keine Spoiler für dich, du musst das Buch lesen, um es herauszufinden.

Ich kann nur sagen, dass du dich auf einen echten Leckerbissen freuen kannst, denn dies ist eine hervorragende Geschichte. Ich liebe es, wie die Geschichten miteinander verwoben sind und wie alles zusammenpasst. Kai Meyer ist meiner Meinung nach einer der besten Autoren, denn er hat die Fähigkeit, sowohl ein spannendes Setting als auch komplexe Charaktere zu schaffen, die wie echte Menschen und nicht wie fiktive Porträts aus einer Geschichte wirken. Und die Tatsache, dass er sich immer wieder der Welt der Bücher widmet, ist rührend. Der Schreibstil ist wunderschön, elegant kuratiert, und die mystische Atmosphäre dieses Buches ist definitiv spannend. Sein Schreiben ist nie langweilig, ganz im Gegenteil. Ich habe eine Seite nach der anderen umgeblättert, nur um zu erfahren, wie es weitergeht.

Es hat mir Spaß gemacht, über das alte Leipzig zu lesen, das grafische Viertel, wo die Welt der Bücher unglaublich vielfältig und schön war. Ich habe über die damaligen Bedingungen gelesen und kann nur sagen, dass ich dem Autor für die gründliche Recherche applaudiere. Ich finde, er hat die Geschichte hervorragend in die Geschichte eingebaut, was sie noch interessanter macht. Die Geschichte an sich ist komplex und ich kann dir garantieren, dass du gut aufpassen musst, um den Überblick zu behalten. Aber das ist es allemal wert, denn du wirst mit einer Geschichte belohnt, die gleichermaßen schön und fesselnd ist. Einfühlsam wie immer, bietet der Autor seinen Lesern etwas Originelles. Anspruchsvoll und elegant, etwas anderes hätte ich von einem Autor wie Kai Meyer nicht erwartet.

Zusammenfassung:

Ich vergleiche das Lesen von Büchern immer mit dem Essen von Schokolade. Und ich glaube, dieses Buch zu lesen, war so, als würde man feinste Schokolade essen, die so köstlich ist, dass sie einem noch lange im Kopf bleibt, nachdem man sie „gekostet“ hat. Kai Meyer ist ein hervorragender Autor mit einer authentischen Schreibstimme, und ich genieße seine Geschichten immer. Bei seinem neuesten Buch war ich beeindruckt von der Art und Weise, wie die beiden parallelen Handlungsstränge zusammenkommen. Das Buch ist hervorragend recherchiert und bringt ein Stück Geschichte ans Licht, das nie vergessen werden sollte. Die Liebe zu Büchern zieht sich durch die ganze Geschichte, was ihr eine besondere Note verleiht. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Buch der Reihe und bin sicher, dass es genauso toll sein wird.
Profile Image for Kerstin.
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November 22, 2024
Das Haus der Bücher und Schatten / Kai Meyer

Leipzig, 1933
Cornelius Frey arbeitet als Nachtwächter, er ist vom Polizeidienst suspendiert, da er ein Verbrechen nicht im Sinne seiner regimetreuen Vorgesetzen aufgeklärt hat. Eines Abends sieht er eine junge Frau, die von einer Eisenbahnbrücke vor einen Zug springen will. Er rettet die junge Frau, jedoch am nächsten Abend wird er Zeuge, wie sie erschossen wird. Ihre letzten Worte sind „sie weinen alle im Keller ohne Treppe“ – und sie ist nicht das einzige Opfer, denn neben ihr findet man die Leiche eines Polizisten.
Den Widerständen linientreuer Polizeifunktionären zum Trotz hebt man die Suspendierung auf, Kommissar Frey soll in dem Fall ermitteln – und entdeckt dabei, dass der Doppelmord mit einer weit zurückliegenden Geschichte zu tun hat.

Livland, 1913
Paula Engel, Lektorin beim Volz Verlag, reist mit ihrem Verlobten und Kollegen Jonathan zu dem Beststeller Autor Aschenbrenner, der in Livland im Haus Hundsheide bei der Familie Choriander lebt. Paula hat die Aufgabe, den neusten Roman abzuholen, den der Autor immer wieder angekündigt, jedoch nie geschickt hat. Nun wird dieser dringend benötigt, um den in Schieflage geratenen Verlag zu retten.

Paula und Jonathan erreichen Livland im tiefsten Winter, die Familie Choriander befindet sich für die Saison in Riga und Aschenbrenner lebt allein im Haus, es gibt lediglich tagsüber Unterstützung durch die Hausangestellte Rasa.

Das Haus ist voller Bücher, unheimlicher Ecken, unerklärbarer Geräusche, in ihm gehen seltsame Dinge vor. Paula ist nach kurzer Zeit nicht mehr sicher, ob der Mann, mit dem sie und Jonathan in völliger Abgeschiedenheit in dem Haus voller Schatten eingeschneit sind, tatsächlich der berühmte Autor ist – und ob sie Jonathan vertrauen kann.

Wird Cornelius Frey den Mord aufklären und herausfinden, wie er im Zusammenhang zu den Ereignissen von 1913 steht?

„Es gab in diesem Haus zu viele Ecken, zu viele Gänge, die scheinbar ins Nichts führten und vor verschlossenen Türen endeten.“ (S.241)

Der Roman hat definitiv nicht zu viele Seiten, Charaktere oder Hinweise und Irrwege, sondern es ist eine rundum gelungene Geschichte, die ich mit großer Begeisterung gelesen habe – tatsächlich ist es das erste Buch seit langer Zeit, dass mich so gefesselt hat, dass ich die Nacht durchgelesen hatte, weil ich unbedingt wissen musste wie es mit Paula und Jonathan, aber auch mit Cornelius weitergeht und wie die beiden Handlungsstränge miteinander in Verbindung stehen.

In zwei Zeitebenen erzählt der Autor von den Ereignissen im Baltikum 1913, von einem eigenwilligen Bestsellerautor in einem Herrenhaus tief in den verschneiten Wäldern und der jungen Lektorin, die eigentlich nur ein Manuskript abholen wollte und sich plötzlich in einer gefährlichen Situation wiederfindet und von Cornelius Frey, der in Leipzig 1933 den Mord an einen Kollegen aufklären soll und dabei in ein Netz von Verschwörungen, Seilschaften und Okkultismus gerät. Und Meyer nimmt uns mit in das Graphische Viertel und erzählt von diesem ganz besonderen Ort.

Die Wechsel der Zeitebenen sind angenehm, jeweils am Ende findet sich ein geschickter Cliffhänger, der einen flott weiterlesen lässt, weil man wissen muss, was passiert. Zunächst habe ich beide Geschichten nicht zusammenbringen können und mich gefragt, auf was es hinauslaufen wird – und die Lösung ist wirklich absolut brillant.
Kai Meyer erzählt lebhaft, fast detailverliebt und seine Figuren sind gut nachvollziehbar.

„Ich spürte, dass ich belogen wurde, aber ich konnte die Lüge nicht greifen.“ (S.251)

So wie Paula ist es auch mir ergangen, ein Netz von Lügen, Schatten und dunklen Geheimnissen und wenn die Lüge auch nicht greifbar ist, so war die Beklemmung umso realer – sowohl in dem eingeschneiten Haus mitten im Wald, aber auch im Leipzig 1933, welches durch veränderte politische Gegebenheiten zu einem Ort voller Angst und Schrecken wird.

Ein großartiges Buch, welches ich gern empfehle. Ein spannender und sehr lesenswerter Roman!
Kai Meyer hat mich mit der Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite begeistert!

Ganz große Leseempfehlung!
Profile Image for Tintenweberin_.
11 reviews2 followers
February 26, 2025
Kai Meyer hat bei mir mit seinen Romanen, die im Graphischen Viertel in Leipzig angesiedelt sind, echt einen Nerv getroffen. "Das Haus der Bücher und Schatten" hat mich ganz tief in seine Geschichte gesogen und zum Ende hin absolut überrascht! Ich kann an dieser Stelle schonmal eine ganz klare Empfehlung aussprechen.

Der Roman, der teils Familiensaga, teils Kriminal- und Schauerroman ist, spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen folgt man dem Kommissar Cornelius Frey durchs Graphische Viertel im Jahr 1933. Die Zeiten sind rau, die Nazis auf dem Vormarsch und die Polizei eigentlich nur dazu da, Verbrechen konsequent den Kommunisten anzulasten. Cornelius, eigentlich aus dem Dienst suspendiert (da er sich geweigert hat, eben jene Kommunisten einfach zu verhaftet) verdient sich seinen Lebensunterhalt mittlerweile als Nachtwächter in der Deutschen Bücherei. Eines Nachts beobachtet er einen Mord an seinem ehemaligen Kollegen und einer jungen Frau, der ihn nicht mehr loslässt. Durch katzbuckeln darf er zurück in den Dienst und beginnt seine Ermittlungen, die ihn auf die Spur von Séancen, einer Schule für Buchhändlerinnen, Geisterfotografen und ehemaligen Bekannten bringt.
Der zweite Erzählstrang spielt im Jahr 1913. Die Lektorin Paula reist mit ihrem Verlobten Jonathan von Leipzig nach Livland, um den dritten Roman des Autors Aschenbrand abzuholen. Seine ersten beiden Bücher waren ein Erfolg und der Verlag braucht dringend Geld, daher schickt man Paula, um ein wenig Druck aufzubauen. Sie und Aschenbrand hatten in den letzten Jahren regelmäßig Briefkontakt und scheinen sich gut zu kennen. Doch angekommen im Haus, wo Aschenbrand bei einer reichen baltendeutschen Familie wohnt, die den Winter in Riga verbringt, beginnt sich Paula zu fragen, wie gut sie den Autor eigentlich kennt. Das riesige Herrenhaus steckt voller Geheimnisse und Aschenbrand gibt ihr immer mehr Rätsel auf. Sie beginnt, auf eigene Faust zu recherchieren und erhält Antworten, die sie immer tiefer in den Abgrund ziehen.

Cornelius ist ein recht eigenwilliger Charakter mit dem Herzen am rechten Fleck. Er macht sich mit seiner Art wenig Freunde, aber ich mochte ihn gern.
Paula ist sehr ehrgeizig und sehr von sich überzeugt, lässt sich jedoch auch klein halten (von ihrem Verlobten zum Beispiel). Ihr Charakter ist schwer zu fassen, obwohl man ihr als Leser fast näher ist als Cornelius.

Auf den ersten Blick verbindet beide Erzählstränge nur die Stadt Leipzig. Man fragt sich schnell, wie alles zusammenhängt. 1933 wird alles aus der Sicht des Er-Erzählers geschildert während man Paula in der Ich-Perspektive begegnet. Das macht den Roman sehr reizvoll und wirft am Ende die große Frage der Glaubhaftigkeit auf.

Meyer versteht es, den Leser bei Laune zu halten. Er streut hier und da Hinweise auf Verknüpfungen und in mir hat es pauenlos gerattert. Die Geschichte hat mich von Beginn an gepackt, weil alles so atmosphärisch beschrieben ist. Die erste Seite ist so ein wundebar poetischer Vorhang, hinter dem das Graphische Viertel lauert und omnipräsent seine Rauchschwaden ausstößt. Und 1913 lauern die Geheimnisse des Hauses an jeder Ecke. Man rechnet immer mit Gefahren und verdächtig jeden. Diese Spannung zu halten ist eine wirkliche Meistenleistung. Generell fand ich die Verzahnung der Zeiten, Geschehnisse und Personen unglaublich gut gelungen. Man konnte einiges erahnen, aber bei Weitem nicht alles. Ich wurde wieder und wieder überrascht und habe mich durchweg sehr gut unterhalten gefühlt. Noch dazu kann man sein (Geschichts-)Wissen ordentlich erweitern und ich kann mir vorstellen, dass da einiges an Recherche dahinter steckt. Und der "übernatürliche " Aspekt ist auch so gehalten, dass immer ein Funken Realität durchscheint und man sich immer fragt, wie die Wahrheit aussieht.
Wenn man, wie ich, auch noch einige Jahre in Leipzig gewohnt hat (und dazu Buchbinderin ist), ist das Ganze natürlich zusätzlich reizvoll, da man viele Schauplätze kennt und verorten kann. Das hat mir die Lektüre sehr versüßt.
Alles in allem hat mich "Das Haus der Bücher und Schatten " absolut begeistert und ich freue mich auf jeden weiteren Roman, der im Graphischen Viertel angesiedelt ist.
Profile Image for Ein_lesewesen.
83 reviews7 followers
November 9, 2024
Eine gelungene Mischung aus Krimi und Schauergeschichte

1933
Der Ex-Kriminalkommissar Cornelius Frey rettet eine junge Frau, bevor sie sich vor einen Zug werfen kann. Sie scheint wenig erfreut und ihre letzten Worte gehen ihm nicht mehr aus dem Kopf:

»Sie weinen alle im Keller ohne Treppe.«

Keine 24 Stunden später findet er sie zusammen mit einem Polizisten ermordet im Hinterhof der Deutschen Bibliothek, in der Frey seit seiner Suspendierung Nachtschichten schiebt. Alles erscheint merkwürdig arrangiert und weckt seine Neugier. Aufgrund des Personalmangels bekommt er seinen Job zurück, doch das heißt noch lange nicht, dass seine Chefs an der wahrheitsgemäßen Aufklärung des Mordes interessiert sind. Auf der Suche nach dem Täter gerät Cornelius in ein undurchsichtiges Netz von Spitzeln, Okkultisten, Freimaurern und Fanatikern. Die Spur führt aber auch zu einem Ereignis vor 20 Jahren im fernen Baltikum.

1913
Die Lektorin Paula Engel reist mit ihrem Kollegen und Verlobten Jonathan ins verschneite Livland, um sich das längst überfällige Manuskript des egozentrischen Erfolgsautors Aschenbrand aushändigen zu lassen. Es könnte das Überleben des Verlags bedeuten, doch der Schriftsteller hält sie hin. Während sie immer mehr an der Existenz des Manuskripts zweifelt, weckt das verlassene alte Herrenhaus ihre Neugier, das nach und nach seine erschreckenden Geheimnisse preisgibt.

Was für ein großartiges Buch, für mich das beste aus der Reihe! Es ist ein bisschen wie Narnia, nur ohne Schrank. Ich schlage das Buch auf und betrete eine andere Welt, die ich mit allen Sinnen erleben kann.
Einmal mehr hat mir der Autor bewiesen, dass er zweifellos zu den besten Erzählern der Unterhaltungsliteratur gehört und eine so dichte Atmosphäre schafft, der man sich als Leser nicht entziehen kann. Diesmal ist ihm eine spannend-mytische Mischung aus historischem Krimi und bibliophiler Schauergeschichte gelungen, die er in ein historisch authentisches Setting einwebt, das den Zeitgeist widerspiegelt.
Mit seiner Reihe hat Kai Meyer Leipzig ein riesiges, lesenswertes Denkmal gesetzt. Das Graphische Viertel, einst schlagendes Herz der Bücherstadt, existiert nicht mehr. Bei einem alliierten Bombenangriff in der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember 1943 wurde es fast vollständig zerstört. Doch Meyer lässt es ein ums andere Mal wieder auferstehen. Ich höre das Rumpeln der Lkws, die Bücher ausliefern, das Rattern der Züge im schwefelgelben Rauch, die für den Papiernachschub sorgen, fühle den Takt, wenn die Druckmaschinen Tag und Nacht ihre Arbeit verrichten, und irre mit Cornelius durch das Naundörfchen, »Leipzigs letztem Gassenlabyrinth aus dem Mittelalter, einem Irrgarten aus schimmelnden Bruchbuden und zweifelhaften Etablissements, begrenzt von Kanälen, die an den Fundamenten der uralten Häuser nagen.« Geschickt wechselt Meyer die Perspektive, nimmt mich mit in ein eisiges Livland, erzählt mir ganz nebenbei ein Stück baltisch-deutsche Geschichte, von der ich keine Ahnung hatte. Er lässt mich frösteln, ich kuschel mich unter die Felldecke während einer Fahrt mit dem Pferdeschlitten durch den Winterwald, »dessen Baumreihen mir wie Spaliere erstarrter Gespenster erscheinen, tote Riesen unter weißen Laken.«. Und er schaffte es, dass ich mich echt grusel. Auch weil ich jetzt endlich weiß, wo die Spinnen sind, deren verlassene, staubbedeckte Nester durch einen unsichtbaren Luftzug hin und her zuckend an Kellerwänden hängen.
Auch wenn es das dritte Buch aus der Reihe ist, jedes lässt sich für sich lesen. Jedes spielt an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit, doch feine unsichtbare Fäden führen immer wieder zurück ins Graphische Viertel. Es entlockt mir immer wieder ein Schmunzeln, wenn die eine oder andere Figur aus den vorigen Büchern kurz den Weg der neuen Protagonisten kreuzt, fast so, als wollten sie sich heimlich in die Geschichte schleichen.
Ganz großes Kino, das nicht nur Bücherherzen höher schlagen lässt.
Profile Image for Lizzy Curse.
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January 10, 2025
Wieder geht es in das Graphische Viertel von Leipzig, das Viertel voller Bücher, Buchdruckereien, Verlagen und Buchläden - die größte Ansammlung literarischen Lebens, von dem heute nichts mehr übrig ist. Meyer entführt uns in dieses Leipziger Viertel, und vorab - er kann die Straßen, den Nebel, der eigentlich der Smog der Druckereien ist, und die Bücherstapel so gut beschreiben, dass ich immer das Gefühl habe, mit dem Protagonisten durch die Gassen zu wandeln, Geheimnissen auf die Spur zu kommen und Kriminalfälle aufzuklären.

„Das Haus der Bücher und Schatten“ spielt auf zwei Zeitebenen. 1913 fährt eine junge Lektorin mit ihrem Verlobten (auch Lektor) von Leipzig ins osteuropäische Livland um einem Autor ein Manuskript aus den Rippen zu leiern, das er schon lange versprochen hat. Doch als sie im alten Herrenhaus, Hundsheide, ankommen, findet sich Paula inmitten eines Hauses wieder, das mehr zu bieten hat, als knarrende Dielen und einen verschrobenen Autor. 1933 ermittelt der wieder eingesetzte Kommissar Cornelius Frey in einem Mordfall an einem jungen Mädchen, das er eine Nacht zuvor noch vor dem Selbstmord bewahrt hat. Er findet sich in einem Netz aus Okkultismus, Geheimbünden und Brutalität wieder - und findet merkwürdige Zusammenhänge zu einem Haus im Baltikum.

Diesmal verstrickt uns Kai also in einen Kriminalfall, zu Zeiten der erstarkenden Naziherrschaft bzw. zu deren Hochzeiten. Und man spürt es - vor allen Dingen 1933 zeichnet Kai ein düsteres Bild von Leipzig, in dem man dem Nachbarn nicht trauen kann und lieber in dem Laden einkauft, der nicht das frischeste Obst, aber eine regimetreue Ansicht hat. Und inmitten dieses Hexenkessels ermittelt Cornelius in einem Mordfall, der ihn in eine andere Richtung führt, als eigentlich von der Polizei gewollt ist.
Cornelius als Charakter mochte ich - er war eine Marke, man ist gerne mit ihm auf die Straße gegangen und hat seine Ermittlungsarbeit verfolgt. Er war rasch mit den Fäusten bei der Hand, wenn ihm etwas gegen den Strich ging und geriet öfter mal in die Bredouille - was natürlich zu Spannungsspitzen in seinem Plot führte. Ich fand die Themen ziemlich spannend. Der Hang zum Okkulten gepaart mit dem Naziregime war explosiv.

Während wir in Leipzig einen historischen Kriminalfall haben, schlägt uns draußen in Livland nicht nur der eisige Frost entgegen, sondern auch die Mysterien eines Herrenhauses. Den Plot fand ich richtig gut und ich habe immer darauf gefiebert, zu Paula und dem Manuskript, den Stimmen in der Dunkelheit und dem Keller ohne Treppe zurückzukehren. Kai spielt eine dunkle Melodie zwischen Realität und Traum, zwischen übernatürlichen Mysterien und einem düsteren Geheimnis. Diese Erkundungen haben mich wirklich fasziniert und mitgenommen!

Und natürlich sind Bücher und Manuskripte allgegenwärtig - ich glaubte fast, diesen ganz speziellen Geruch aufgeschlagener Seiten wahrnehmen zu können. Einen kleinen Ausflug gab es auch noch in eine Buchhandlung, die den Lesern seiner vorherigen zwei Bücher, die im graphischen Viertel spielen, wohlbekannt sein dürfte.

Das Ende war brutal und rasant, mir hat jedoch irgendetwas gefehlt (vielleicht war es die Druckerschwärze, die zu dünn auf die Walzen aufgetragen wurde, wer weiß?), damit es für mich zum Highlight wurde.
4,5 Sterne für das „Das Haus der Bücher und Schatten“
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November 4, 2024
Bereits zum dritten Mal entführt uns Kai Meyer mit dem seinem Buch „Das Haus der Bücher und Schatten“, das heute erscheint, in die geheimnisvolle Welt der Bücher und nach Leipzig ins Graphische Viertel. Ich bin ein großer Fan dieser Reihe - und wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Denn auch in diesem Roman zeigt Meyer wieder, dass er ein Meister im Inszenieren paralleler Handlungsstränge ist.
Leipzig 1933:
Cornelius Frey, ehemaliger Kommissar, rettet Emilie Abel vor dem Freitod. Er merkt schnell, dass die junge Frau vor irgendetwas massiv Angst hat. Als sich ihre Wege trennen, flüstert sie: „Sie weinen alle im Keller ohne Treppe“. Nur wenige Stunden später wird er Zeuge zweier Morde. Die Toten sind Emilie Abel und sein ehemaliger Kollege xxx Zirner. Um den mysteriösen Fall Aufzuklären, kämpft sich Frey zurück in seinen alten Job. Nicht ohne Hürden, denn im Kommissariat geben inzwischen – ebenso wie in ganz Deutschland – die Nazis den Ton an, und wer sich denen in den Weg stellt, muss um sein Leben fürchten. Doch es sind nicht die einzigen Gegner, vor denen er sich in Acht nehmen muss. Während seiner Ermittlung stößt er auf ein Netz aus Lügen, Macht, Okkultismus, Fanatismus, Gewalt und Intrigen. Schnell wird klar: Die Wahrheit ist in diesen Zeiten oft relativ.
Baltikum,1913:
Die junge Lektorin Paula Engel und ihr Kollege und Verlobter Jonathan reisen von Leipzig ins einsame Livland, um das überfällige Manuskript des Schriftstellers Aschenbrand abzuholen. Schnell wird Paula klar, dass in dem riesigen Herrenhaus irgendetwas nicht stimmt. Sie fühlt sich beobachtet, hört seltsame Geräusche und trifft unheimliche Erscheinungen. Auch Aschenbrand, mit den sie seit Jahren engen Briefkontakt pflegt, scheint anders zu sein als erwartet. Auf eigene Faust geht sie den Geheimmissen auf die Spur.
Wie immer sind beide Erzählstränge sehr geschickt und spannend miteinander verwoben. Sieht man am Anfang des Buches noch gar keinen bis kaum einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen, verflechten sich die Erzählstränge von Seite zu Seite immer mehr miteinander. Und das mag ich an den Büchern von Kai Meyer sehr. Hervorzuheben sind auch diesmal wieder die sehr vielschichtigen und glaubwürdigen Charaktere, die es einen sehr leicht machen, beim Lesen in die Geschichte einzutauchen. Besonders freue ich mich immer darüber, wenn eine Figur aus einem der anderen Bücher einen Gastauftritt hat oder eine wiederkehrende Rolle spielt.
Am Anfang dieses Buches war ich zunächst etwas verhalten, weil mich der Erzählstrang aus der Sicht des Kommissars zu sehr an einen Kriminalroman erinnerte. Ein Genre, das ich normalerweise so gut wie gar nicht lese. Aber die Szenerie des Graphischen Viertels, der spannende Schreibstil und die mystische Stimmung zerstreuten die Sorgen schnell. Ich habe es sehr genossen, das Buch zu lesen. Besonders im zweiten Teil nimmt die Handlung so viel Fahrt auf, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.
Und ganz besonders hoffe ich, dass noch weitere Bücher aus dem Graphischen Viertel herauskommen werden! Denn ich denke, das eine oder andere Geheimnis/Rätsel muss noch aufgeklärt werden!
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January 9, 2025
Ich kenne bereits die beiden Vorgänger dieser Geschichte und fande sie großartig und nun kann ich voller Überzeugung sagen, dass auch die dritte Geschichte rund um die Bücherstadt Leipzip den Vorgängern in nichts nachsteht. Man kann alle drei Geschichten unabhängig voneinander lesen oder hören, in allen drei dreht es sich um die Stadt Leipiz, um Bücher und um eine sehr besondere historische Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt.

Diesmal handelt die Geschichte um folgendes: Baltikum, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Tiefer Schnee und endlose Wälder schneiden ein Herrenhaus von der Welt ab. Hierher reist die junge Lektorin Paula Engel aus Leipzig, um das Manuskript des Schriftstellers Aschenbrand einzusehen. Paula und ihr Verlobter Jonathan begegnen einem faszinierenden Exzentriker, der ein dunkles Mysterium wahrt.
Leipzig, 1933. Im legendären Graphischen Viertel rettet der von den Nazis entlassene Kommissar Cornelius Frey einem Mädchen das Leben. Bei ihrem Abschied flüstert sie »Sie weinen alle im Keller ohne Treppe«. In der nächsten Nacht liegt sie ermordet neben einem toten Polizisten. Auf der Spur des Mörders kämpft Cornelius sich zurück in seinen alten Beruf und stößt auf ein Netz aus Okkultisten und Verschwörern, Freimaurern und Fanatikern. In welcher Verbindung standen sie zu Paula und Jonathan, die vor zwanzig Jahren spurlos im Baltikum verschwanden?

Der Schreibstil des Autors ist so dicht und so wunderbar, dass ich mich jedes mal wieder sofort in die vergangenen Zeiten zurückversetzt fühle und gebannt der Geschichte lauschen möchte. Auch diesmal wieder habe ich das Hörbuch verschlungen und hatte es innderhalb weniger Tage zu Ende gehört, da es mich so in den Bann gezogen hat. Ganz wunderbar verbindet der Autor die verschiedenen Zeitstränge und macht das Hörbuch deshalb noch abwechslungreicher und spannender. Ausserdem kann ich jedes Mal etwas dazulernen, ich wusste zum Beispiel nicht, dass die Polizei damals auch mal mit Okkultisten zusammen gearbeitet hat.

Die Charaktere sind wieder sehr besonders und ich habe sie sofort sympathisch gefunden, Cornelius setzt sich sehr für Freiheit und Gerechtigkeit ein, Paula ist für eine Frau sehr emanzipiert und steht "ihren Mann". Es hat so viel Spaß gemacht beide in ihrer unterschiedlichen Zeit zu begleiten und vorallem den Kriminalfall von Cornelius fand ich unglaublich spannend und interessant.

Ich finde die Geschichten von Kai Meyer rund um die Bücherstadt Leipzig sind die perfekte Mischung aus Bücherliebe, historischem Roman, bei dem man noch etwas lernen kann, und einer spannenden, geheimnisvollen Geschichte! Ich kann sie, und vorallem auch diesen aktuellen Teil, nur weiterempfehlen!

Das Hörbuch konnte mich sehr begeistern, da es zwei Sprecher gibt, einen für jede Zeitebene. Es ist mir deshalb überhaupt nicht schwer gefallen mich in beiden Zeiten zurechtzufinden. Beide Sprecher hatten eine sehr angenehme Stimme und haben ganz fantastisch gesprochen und das Hörbuch wirklich lebendig werden lassen, ganz großes Kino!

Fazit: Wunderbare Geschichte, unglaublich gut gesprochen!
Profile Image for Azyria Sun.
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January 18, 2025
Unerwartet anders und schaurig spannend

Worum geht’s?
Leipzig, 1933: Cornelius Frey wurde aus dem Polizeidienst entlassen. Als er ein Mädchen rettet und Zeuge eines Mordes wird, fühlt er sich persönlich von dem Fall betroffen. Er tut alles, um zurück in den Polizeidienst zu kommen, als Kommissar den Fall zu lösen und das Geheimnis des Mädchens zu ergründen.

Meine Meinung:
Von Kai Meyer habe ich schon so viel Positives gehört und mit seinem historischen Roman „Das Haus der Bücher und Schatten“ dann mein erstes Buch von ihm gelesen. Und ja: Es war komplett anders, als ich erwartet habe. Ich hatte tatsächlich mit einem Roman gerechnet, aber dieses Buch hat es in sich. Wir haben spannende Fakten rund um das Baltikum ums Jahr 1913 und Leipzig 1933. Der Roman ist auch nicht einfach ein Roman, sondern eine Mischung aus Kriminalroman und Schauergeschichte. Der Schreibstil ist überaus düster und tiefgründig und ich mochte die Wortwahl des Autors. Niveauvoll, atmosphärisch und absolut lebendig.

Im Jahr 1913 begleiten wir die Lektorin Paula, die sich mit ihrem Verlobten Jonathan nach Livland aufmacht, um ein Manuskript bei dem Autor Aschenbrand abzuholen. Alles drei spannende Charaktere, die anders sind, als sie zunächst scheinen. Und ich gebe zu, bei diesem Teil des Romans habe ich mich teilweise wirklich gegruselt. Der Autor hat hier Geister lebendig werden lassen. Die Geschichte des Baltikums und insbesondere Livlands ist mit eingeflossen und wir hatten Gruselstimmung auf dem alten Gut, auf dem Aschenbrand zurückgezogen lebt. Auch die weiteren Entwicklungen hier waren absolut unvorhersehbar und haben wirklich das Zeug dazu, den Lesern tagelang Alpträume zu bescheren.

Im Jahr 1933 dann begleiten wir Cornelius, der mir richtig gut gefallen hat. Er und seine Freundin Felicie haben wirklich das Zeug für eine Romanserie, so genial sind ihre Charaktere. Auch die anderen waren Figuren wirklich spannend gewählt. Ich mochte die Art, wie Cornelius ermittelt hat. Dazu der geschichtliche Hintergrund der NSDAP, Kommunisten, Logen und Juden und auch, wie Cornelius immer wieder zwischen die Fronten geriet. Dieser zweite Teil war geprägt von einer fesselnden kriminalistischen Spannung, die ich auch wirklich genial fand.

Absolut überraschend war dann die Auflösung, bei der die Fälle zusammengeführt wurden. Allein die Mischung aus Fakt und Fiktion hatte es schon in sich, aber das Ende war dann wirklich unerwartet, aber unerwartet genial! Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und ich würde mich freuen, wenn uns Cornelius nochmals über den Weg laufen würde. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung und ich werde auf jeden Fall die anderen Bücher des Autors auch noch lesen!

Fazit:
Mit „Das Haus der Bücher und Schatten“ konnte mich Kai Meyer wirklich überraschen. Statt einem Roman über Bücher, erhielt ich einen spannenden Kriminalfall, gespickt mit ein bisschen Schauergeschichte. Fakten, die gekonnt mit Fiktion gemixt wurden. Die geschichtlichen Einblicke und das Drumherum, dazu die genialen Charaktere, haben das Buch für mich absolut lesenswert gemacht. Es war grauenhaft genial, schaurig spannend und absolut unvorhersehbar.

5 Sterne von mir!
Profile Image for Susanne Krajan.
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December 20, 2024
Leipzig 1933

Cornelius Frey ist ehemaliger Polizeikommissar, der nach ein paar Unstimmigkeiten mit Vorgesetzten entlassen wurde, und arbeitet seit Kurzem als Nachtwächter. In einer Nacht rettet er eine junge Frau vor dem Selbstmord. Nur um am nächsten Tag zu sehen wie sie erschossen wird. Neben ihrer Leiche liegt auch die eines Polizisten. Frey will den Mörder finden und tritt, zu Kreuze kriechend, wieder in den Polizeidienst ein. Dabei stößt er auf Okkultismus, unliebsame Kollegen und Verschwörungen innerhalb Leipzigs. Doch wer zieht die Fäden und wer steckt hinter dem Mord an der Bibliothek?

 

Baltikum 1913

Die Lektorin Paula Engel und ihren Verlobten Jonathan verschlägt es in das verschneite Herrenhaus Hundsheide in Livland. Sie sind dort um einem der Autoren für sein Manuskript über die Schulter zu schauen. Aschenbrand, so der Name des Autors, ist ein Exzentriker mit einem dunklen Geheimnis. Doch wie passen diese und auch das Herrenhaus  in die Geschichte, welche sich zwanzig Jahre später ereignet?

 

Ich tauche wahnsinnig gern mit Kai Meyer ins Graphische Viertel von Leipzig ab. Es entstehen Bilder im Kopf und man kommt wahnsinnig gut in die Handlung rein. Ich stelle mir das Viertel als Traum jedes Buchliebhabers vor. Dazu kommt, welchen Stellenwert Bücher immer in den Romanen einnehmen. Um sie dreht sich eigentliches Alles in gewisse Weise. Egal ob Autoren, Buchhandlungen oder in diesem Fall auch mal ein Ausflug in die Deutsche Nationalbibliothek. Das passt für mich einfach jedes Mal wunderbar zusammen.

 

Der Autor vermischt hier 2 eigentlich sogar 3 Genre miteinander, was aber insgesamt sehr stimmig ist. 1933 ist eher Kriminalroman und 1913 eine kleine Schauergeschichte und alles in Allem ist es noch dazu historisch.

 

Während mich die Story 1933 eigentlich direkt packte, dauerte es bei dem Strang um Paula und Jonathan etwas. Aber mit dem was da so kam, hatte ich absolut nicht gerechnet.

 

Im Strang 1933 um Cornelius Frey, den ehemaligen Polizisten der in den Dienst zurück kommt, bekommt man viel mehr von den Vorboten des Krieges mit. Es kommen gerade die Nazis an die Macht und Querschläger wie Frey sind ungern gesehen. Täter sind natürlich immer die Kommunisten und Parteigegner. Er versucht dennoch Recht zu tun. Was absolut für ihn spricht. Allgemein fand ich ihm wahnsinnig sympathisch.

 

Für Paula galt eigentlich das Gleiche. Eine Frau die Päckchen zu schleppen hat, schon allein nur weil sie Aschbrand entdeckt hat.

 

Aschenbrand, Jonathan, Rasa, Leontine und auch alle anderen Charaktere passen super ins Bild und runden die Story ab. Hier und da gab es auch wieder was zum Schmunzeln.

 

 

Fazit

 

Dieses Büchlein ist eine wirklich gute Fortsetzung der Vorgänger, auch wenn es nicht ganz an diese rankommt. Ich muss leider den Stimmen recht geben die sagen, dass dieser Teil insgesamt weniger fesselnd ist  als seine Vorgänger. Gut ist er aber dennoch und definitiv auch lesenswert. Ich liebe die Besuche im Graphischen Viertel einfach, auch wen die Zeiten alles Andere als angenehm sind. Von mir gibt es 4 Sterne.
Profile Image for Dunja Brala.
604 reviews46 followers
February 8, 2025
Normalerweise mache ich ein Buch zu und schreibe direkt eine Rezension. Diese hier schiebe ich schon seit Tagen vor mich her. Ich habe das Buch gelesen, aber irgendwie rückblickend nur grob einen Plan davon, was passiert ist. Kennt ihr das auch? Ich hab das manchmal bei Büchern, die ich zwar lese, die mich aber irgendwie null interessieren. Und was schreibt man dann?
Das hier habe ich für einen YouTube Hangout gelesen, der demnächst stattfinden soll. Ansonsten hätte ich es wohl abgebrochen. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass es ein gutes Buch ist. Die beiden ersten Bücher haben wir ja auch richtig gut gefallen.

Wie bei den beiden vorangegangenen Büchern, dieser unabhängig voneinander lesbaren Reihe, sind wir in düsteren Zeiten unterwegs.
1933 versucht Cornelius Frey ein in ungnade gefallener Kriminalkommissar, einem rätselhaften Selbstmord nach zu spüren. Junge Frauen verschwinden und sterben, in dubiosen Bars finden perverse okkulte Riten statt. Doch niemand scheint genaueres darüber erzählen zu wollen. Wir sind wieder im grafischen Viertel in Leipzig und es gibt Begegnungen, die sich auf die vorherigen Bücher beziehen.
1913 begleiten wir Paula mit ihrem Bruder nach Livland, wo sie einen Schriftsteller namens Aschenbrand besuchen, der Jonathan helfen soll, sein Manuskript zu veröffentlichen. In der Villa des Autors gehen merkwürdige Dinge vor sich.

Freimaurer, Verschwörer, Okkultismus und Nazis sind hier wieder in unheimlicher Umgebung anzutreffen. Die Atmosphäre beschreibt Meyer wie gewohnt dicht und fühlbar. Die Machenschaften sind sehr verwirrend und entfernten sich mir mit dem Voranschreiten der Handlung mehr, als dass sie mir näher kamen.

Ich bin in diesem Genre einfach nicht zu Hause. Und nachdem die beiden anderen Bücher für mich noch gut lesbar waren und mich teilweise sogar begeisterten, über viel mich hier eine gewisse Langeweile. Das lag sicherlich auch daran, dass mir die Figuren nicht nah kamen. Bei Paula habe ich noch eine gewisse Motivation empfunden, die in dem Interesse begründet lag, zu erfahren, ob sie es schafft, heil aus der Geschichte rauszukommen. Was Cornelius betrifft, so war mir sehr vieles zu zerfasert Es ist mir unglaublich schwer gefallen dran zu bleiben. Und ich habe einen großen Fehler begangen. Ich habe das Buch häppchenweise gelesen und war so immer wieder aus dem Geschehen rausgerissen. Da ich mit diesem Genre sowieso Schwierigkeiten habe, musste ich mich jedes Mal richtig rein arbeiten, um Anknüpfungspunkte zu finden. Und ich bin keine Leserin, die sich in unheimlichem Ambiente wohl fühlt. Mich strengt das eher an und es langweilt mich tatsächlich.

Mir tut das sehr leid, denn ich glaube das Buch hat eine große Fan Gemeinde zu der ich einfach nicht gehöre. Deswegen ist das hier keine schlechte Rezension, die ich in irgendeiner Form begründen kann, sondern die Feststellung, dass es mutmaßlich gute Bücher gibt, zu denen ich einfach keinen Zugang hab
38 reviews
October 26, 2024
Historischer, mystischer Thriller aus bewegter Zeit !
... 1933, Cornelius Frey, abgeschobener ehemaliger Kommissar mit falschem Parteibuch, vereitelt im legendäre , im Krieg zerstört Graphische Viertel in Leipzig bei Nacht einen Selbstmordversuch einer junge Frau, Udine, geheimnisvoll und unnahbar, die Narben des Tragischen liegen auf der Hand. Er kümmert sich, so gut er kann. Beide durch Leid geprägt, schroff und unnahbar, liefern sich einen brillanten, verbalen Schlagabtausch, bis Udine nachgibt und vorerst davon absieht, sich abermals von der Brücke zu stürzen. Er setzt sie in ein bezahltes Taxi, und dann sagt sie den folgenschweren, geheimnisvollen Satz: "Sie weinen alle im Keller ohne Treppen"...was hat sie gesagt??? Frey wäre nicht Frey, dies nicht herausfinden... Der Roman startet spritzig und rasant: Historische Begebenheiten, hier die Anfänge des Nationalsozialismus und das unwiederbringlich zerstöre Leipziger Graphische Viertel, vermischt sich mit Fiktion und vereint sich zu einem spannenden Thriller, der durch eine Zeitspanne von 1913 bis 1933 durch viele mysteriöse Begebenheiten führt, u.a. zu einem mysteriösen, düsteren, eingeschneiten Anwesen in Livland, jetzt Lettland/Estland russischen Kulte, Freimaurer, Geisterbeschwörung und Nationalsozialismus, alles dabei, spannend, historisch belegte Einwürfe und immer wieder Bücher, dadurch interessant und lehrreich.. Der Autor fordert schon die ganze Aufmerksamkeit, teilweise mit anstrengenden Längen im Mittelteil, die nicht unbedingt nötig gewesen wären.. Anfang und Ende entlohen jedoch auf jeden Fall, dies ist trotzdem ein empfehlenswerter, lehrreiche und spannender Zeitgeschichten-Thriller. Spannend allemal, ich konnte über die ganzen Seiten es kaum aushalten, nun endlich hinter all den Verschwörungen die Wahrheit zu erfahren. Alles in allem, ein Krimi, anders, sich abhebend und empfehlenswert, Geduld und Konzentration sollte man jedoch aufbringen, weniger unnötige Ablenkung wäre gut gewesen, hätte der Autor die spritzige Dynamik der Anfänge beibehalten wäre es sogar brilliant gewesen. Für mich daher eher 3+* da der Schreibstil an für sich und auch die Story wirklich gut sind, eine gute 4 * Bewertung .
1,406 reviews7 followers
November 2, 2024
Eine spannende Geschichte

Klappentext:
Baltikum, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Tiefer Schnee und endlose Wälder schneiden ein Herrenhaus von der Welt ab. Hierher reist die junge Lektorin Paula Engel aus Leipzig, um das Manuskript des Schriftstellers Aschenbrand einzusehen. Paula und ihr Verlobter Jonathan begegnen einem faszinierenden Exzentriker, der ein dunkles Mysterium wahrt.
Leipzig, 1933. Im legendären Graphischen Viertel rettet der von den Nazis entlassene Kommissar Cornelius Frey einem Mädchen das Leben. Bei ihrem Abschied flüstert sie »Sie weinen alle im Keller ohne Treppe«. In der nächsten Nacht liegt sie ermordet neben einem toten Polizisten. Auf der Spur des Mörders kämpft Cornelius sich zurück in seinen alten Beruf und stößt auf ein Netz aus Okkultisten und Verschwörern, Freimaurern und Fanatikern. In welcher Verbindung standen sie zu Paula und Jonathan, die vor zwanzig Jahren spurlos im Baltikum verschwanden?

„Das Haus der Bücher und Schatten“ ist der neue Roman von Kai Meyer.
Mit seinem Roman "Die Bibliothek im Nebel" hat der Autor mich total begeistert, jetzt war ich sehr auf dieses Buch gespannt.

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge und zwei Zeitebenen. Beide haben mich richtig begeistert.
Bei einem Erzählstrang sind die Leser*innen in Leipzig im Jahre 1933. Es geht wieder ins
Graphischen Viertel. Der ehemalige Kommissar Cornelius Frey rettet einem Mädchen das Leben. Das Mädchen flüstert ihm noch Worte zu. Einen Tag später ist das Mädchen tot. Der Polizist in Cornelius Frey kommt ans Tageslicht. Er geht dem Mord nach.

Im zweiten Handlungsstrang geht es zurück in das Jahr 1913. Der Teil wird aus der Sicht von der Lektorin Paula erzählt. Die Atmosphäre in diesem Teil ist ziemlich gruslig.

Kai Meyer verarbeitet Themen wie die Judenverfolgung in seiner Geschichte. Das Buch liest sich trotz seiner über 500 Seiten recht schnell. Die Geschichte ist spannend erzählt.
Der Schreibstil flüssig und gut verständlich.

In „Das Haus der Bücher und Schatten“ trifft man zwar Charaktere aus den Büchern
"Die Bibliothek im Nebel" und „Die Bücher, der Junge und die Nacht“ wieder, man kann es aber gut als einzelnen Band lesen.


Profile Image for Leylin.
39 reviews1 follower
November 24, 2024
Kai Meyers Roman Das Haus der Bücher und Schatten verwebt zwei Zeitebenen und erzählt eine fesselnde Geschichte voller Mystik, Spannung und historischer Elemente.
Zum Einen begleiten wir den ehemalige Kriminalkommissar Cornelius Frey 1933 in Leipzig. Dieser wird nach einer Suspendierung in einen mysteriösen Doppelmord verwickelt. Eine junge Frau, die er kurz zuvor vor einem Selbstmord retten wollte, wird erschossen aufgefunden, neben der Leiche eines Polizisten. Ihre letzten Worte deuten auf ein düsteres Geheimnis hin: „Sie weinen alle im Keller ohne Treppe.“ Während Cornelius ermittelt, stößt er auf politische Intrigen und okkulte Zusammenhänge, die in die Vergangenheit reichen.
Der zweite Zeitstrang spielt 20 Jahre zuvor in Livland wo die junge Paula Engel, Lektorin eines Leipziger Verlags, mit ihrem Verlobten Jonathan in ein abgeschiedenes Herrenhaus reist, um ein Manuskript eines berühmten Autors abzuholen. Das Haus ist ein unheimlicher Ort voller Bücher, Schatten und Geheimnisse. Paula beginnt bald, an der Identität des Autors und an Jonathans Treue zu zweifeln.

Die beiden Erzählstränge sind durch ein düsteres Geheimnis verbunden, das erst allmählich ans Licht kommt. Der Autor fängt die Atmosphäre sowohl des verschneiten Livlands als auch des politischen Klimas im Leipzig der 1930er Jahre meisterhaft ein und kombiniert historische Details mit spannenden Wendungen und mystischen Elementen.

Kai Meyers Schreibstil ist, wie gewohnt, hervorragend und flüssig zu lesen. Er schafft es, mit einer detailreichen und atmosphärischen Sprache die verschiedenen Schauplätze und Charaktere lebendig wirken zu lassen. Besonders die Übergänge zwischen den beiden Zeitebenen sind geschickt gestaltet, sodass der Lesefluss durchgehend angenehm bleibt.

Allerdings fiel es mir schwer, mich in das Thema des Okkulten hineinzulesen. Die mystischen Elemente sind zwar spannend und geben der Geschichte Tiefe, jedoch fand ich sie persönlich schwer greifbar, was mir den Zugang erschwert hat. Dennoch bleibt die Erzählweise beeindruckend und das Buch empfehlenswert, besonders für Leser:innen, die Freude an dieser Thematik haben.
Die bisher erschienenen Bücherkrimis des Autors fand ich persönlich besser.
Profile Image for Steffi.
196 reviews8 followers
November 10, 2024
Mit “Das Haus der Bücher und Schatten” veröffentlicht Kai Meyer den dritten Roman, der im Grafischen Viertel von Leipzig angesiedelt ist. Obwohl ich schon lange Fan von den fantastischen Geschichten des Autors bin, war dies mein erster Ausflug in diese Welt. Besonders die Reihen “Die Seiten der Welt” und “Die Spur der Bücher” habe ich sehr gerne gelesen, so dass meine Erwartungen an den neuen Roman sehr hoch waren.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der ehemalige Kommissar Cornelius Frey, der seinen Job verloren hat, weil er sich den Nationalsozialisten nicht beugen wollte. Als er den Selbstmord einer jungen Frau verhindert, wird er in ein Netz aus Geheimnissen und Intrigen verstrickt. Parallel dazu entfaltet sich ein zweiter Handlungsstrang, der uns ins Baltikum, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, führt. Hier lernen wir die Lektorin Paula und ihren Verlobten Jonathan kennen, die ebenfalls in mysteriöse Ereignisse verwickelt werden. Die beiden Handlungsstränge sind zunächst unabhängig voneinander, werden aber im Laufe der Zeit immer enger miteinander verwoben.

Die Mischung aus historischem Roman, Krimi und übernatürlichen Elementen verleiht dem Buch eine ganz besondere Note. Dazu erzeugt der Autor eine düstere, geheimnisvolle Atmosphäre, die an Werke der Schauerliteratur denken lässt und dazu beiträgt, den Spannungsbogen bis zur letzten Seite aufrechtzuerhalten. Das Graphische Viertel mit seinen zahllosen Verlagen und Druckereien bildet zudem die perfekte Kulisse für eine Geschichte, in der Bücher eine zentrale Rolle spielen.

Kai Meyers Figuren sind wie gewohnt vielschichtig und überzeugend gezeichnet. Die Hauptcharaktere Paula Engel und Cornelius Frey bestechen durch ihre Eigenheiten und inneren Konflikte. Am interessantesten ist jedoch die exzentrische Figur des Schriftstellers Aschenbrand. Dabei ist der Schreibstil stets lebendig und detailreich, ohne dadurch überfrachtet zu wirken.

Fazit: “Das Haus der Bücher und Schatten” ist eine gelungene Mischung aus Spannung, historischen und übernatürlichen Elementen, die das Buch zu einem fesselnden Leseerlebnis macht.
Profile Image for Kobina.
63 reviews
January 29, 2025
Den Anfang dieses Buches durfte ich in einer Lesung von Kai Meyer erleben. Eigentlich war ich nur als Begleitung dabei, da mich das einzige Buch, das ich jemals von ihm gelesen habe (Das Fürimmer-Haus) nicht überzeugt hatte. Bei dem Haus der Bücher und Schatten war ich jedoch innerhalb weniger Minuten überzeugt und beantragte noch am gleichen Abend eine eARC auf NetGalley, die ich zu meinem Glück auch bekam. Vielen lieben Dank dafür!
Das Setting ist absolut genial und ich frage mich, warum früher noch nie jemand auf die Idee gekommen ist, über das grafische Viertel in Leipzig zu schreiben, das im zweiten Weltkrieg ausgelöscht wurde. Hinzu kommt das Genre, das Herr Meyer selbst als "bibliophiler Schauerroman" beschrieb, was mich sofort abholte. Auch, wenn es meiner Meinung gerne die Linie zur Übernatürlichkeit deutlicher übertreten dürfte, was hier leider nicht der Fall war.
Der Sprachstil hat mir sehr gut gefallen. Jedes Wort passte perfekt in Zeit, Stimmung und Umgebung. Auch die verschiedenen Erzählebenen waren ein Erlebnis und haben das Buch somit sehr kurzweilig werden lassen. Die Gedanken und Lebensumstände, die mit dem Jahr 1933 (bzw. 1913) einhergehen, bringen die Lesenden in einem angenehmen Tempo in ein unangenehmes Kapitel der deutschen Geschichte. Jeder einzelne Satz zeugt von passionierter Recherche.
Die Handlung ist zudem spannend und nicht zu einfach vorherzusehen. Außerdem überzeugen Bücher über Bücher sowieso immer - insbesondere, wenn es sogar ein Buch über eine Stadt ist, die Bücher atmet und blutet. Egal ob als Lektorin oder als Kriminalbeamter; man spürt die Liebe der Figuren zu den Büchern, selbst wenn sie nicht direkt mit ihnen arbeiten.
Trotz dass ich das Cover nicht sonderlich ansprechend finde (wie auch die anderen beiden, die bisher in dieser Reihe erschienen sind), überlege ich mir nun, das Buch trotzdem anzuschaffen, um es im Regal stehen zu haben, wo es mich immer wieder an seine Geschichte erinnern kann. Mindestens zu den anderen Büchern im grafischen Vierteln werde ich in Zukunft greifen; und vielleicht auch zu älteren Büchern von Kai Meyer :)
1,048 reviews9 followers
November 3, 2024
Leipzig, das grafische Viertel, hier entstanden Bücher und wurden in alle Welt geliefert.
1933 geschieht hier ein Mord an einem Polizisten und einer jungen Frau. Cornelius Frey eigentlich wegen seiner politischen Ansichten oder nicht Meinung wurde entlassen und nun wegen Personalmangel zurück geholt. Der Autor erzählt von den Menschen ihren Lebensumständen zu dieser Zeit und das besondere der Faible für das Okkulte das seit den zwanziger Jahren einen großen Raum einnimmt. Es ist modern sich mit Hellseherei und Geisterbeschwörungen zu beschäftigen.
Gleichzeitig erzählt das Buch im Jahr 1913 von der Reise der jungen Lektorin Paula ins Baltikum zu einem Autor den sie betreut. Sie erzählt von ihren Erlebnissen, von dem seltsamen Benehmen des Schriftstellers und ihrer Liebe zu ihrem Verlobten.
Was haben die beiden Erzählstränge gemeinsam, was verbindet sie. Auf dem ersten Blick sind es Bücher. Ein hervorragender Grund das Buch zu lesen. Egal welche Figur man näher betrachtet, sie haben viele Facetten, sie können sich bis zu einem gewissen Grad verbiegen um ihre Ziele zu erreichen, geben aber besonders Cornelius ihre inneren Überzeugungen nicht preis. Dazu kommt die Art und Weise des Autors das Unheimliche, das Diffuse, den Nebel spürbar zumachen. Beim Lesen über die Schulter zu schauen, ob da jemand ist oder das Gefühl es ist gerade etwas kälter im Raum geworden. Die Geschichte hat eine Tiefe so das man in die Zeit eintaucht, in den Schnee im Baltikum oder man wird vom Nebel in Leipzig verschluckt.
Diesen Eindruck hatte ich schon bei den ersten beiden Büchern dieser Serie, alle Bände lassen sich unabhängig voneinander lesen, sie haben nur Leipzig gemeinsam.
Profile Image for Momo | Momos Bookshelf (Bookstagram + Booktok).
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January 15, 2025
Wie schon oben erwähnt, habe ich bereits die #Arkadien Reihe von Kai Meyer gelesen und mochte diese damals recht gerne, entsprechend wollte ich dieses Buch von ihm lesen. Muss ehrlich zugeben, das ich das "graphische Viertel" in Leipzig nicht wirklich kannte. Mir gefiel der Ort irgendwie total und auch die Zeit, in der es spielen soll. Die Handlung spielt in zwei verschiedenen Zeitpunkten (Zeitebenen): einmal eben in Leipzig im Jahren 1933 mit Cornelius Frey als Hauptcharakter und dann in Livland im Jahre 1913 mit Paula als Hauptcharakter. Der Ex-Kommissar Frey rettet einer jungen Frau das Leben und findet diese am nächsten Tag tot auf. Dieser Ausgangspunkt der Handlung hat potenzial, leider hat mich die Verknüpfung zwischen den beiden Zeitebenen etwas frustriert. Ich kann es schwer erklären, aber ich mir hier eine bessere Verknüpfung gewünscht. Mir gefiel aber wie Kai Meyer die politisch aufgeladene Zeit miteinander eingefangen und auch dargestellt hat, auch die Auseinandersetzung mit dem Okkulten mochte ich. Leider habe ich bei der Aufklärung des Mordes im graphischen Viertel immer wieder den Faden verloren, auch die politischen Konflikte wie auch Freys Auseinandersetzungen mit den verschiedenen Gegnern konnten mich nicht immer fesseln. Cornelius Frey und auch Paula waren vielschichte Charakterere aber manchmal hatte ich das Gefühl, das die Handlung etwas vor sich hinplätschert. Hätte mir auch mehr zu den Büchern und dem Buchviertel erhofft, was nur am Rande behandelt wurde, hatte hier eine andere Erwartung. Fazit: Es war schön mal wieder etwas Neues von Kai Meyer zu lesen. Kann das Buch empfehlen wenn man historische Romane mit Krimielementen mag. Mochte auch die Länge des Buches.
Profile Image for Elke.
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November 11, 2024
Nach "Die Bücher, der Junge und die Nacht" entführt uns auch dieser Roman in das Graphische Viertel Leipzigs und begleitet die meiste Zeit über Kriminalkommissar Cornelius Frey, der nach einer unehrenhaften Entlassung zur Polizei zurückbeordert wird, um den Mord an einem ehemaligen Kollegen und einer jungen Frau aufzuklären. Obwohl die Vorgesetzten eine schnelle Aufklärung derart wünschen, dass der Doppelmord ein Attentat der Kommunisten war, interessiert sich Frey vor allem für die junge Frau, die er nachts zuvor vor dem Sprung von einer Brücke bewahrt hatte. Und so kommt er einer Geschichte auf die Spur, die viele Jahre in ein Haus in Livland zurückreicht, in dem ein damals bekannter Autor lebte.
Der Roman wird in zwei Zeitebenen erzählt, wobei mir persönlich der Handlungsstrang um Cornelius Frey etwas besser gefallen hat, was daran liegen mag dass es sich um einen packenden historischen Krimi handelt. Die Kapitel, die in Livland spielen, sind dagegen eher düster-unheimlich, was ich auch sehr gerne mag, im Vergleich aber etwas weniger fesselnd fand. Aber das ist schon Meckern auf hohem Niveau, denn beide Geschichten sind unglaublich spannend erzählt und bedingen einander, und nur zusammen ergänzen sie sich zu diesem neuen Meisterwerk. Nachdem ich von der "Bibliothek im Nebel", die ebenfalls im Dunstkreis des Graphischen Viertels spielte und einige vertraute Charaktere beinhaltete, eher schleppend fand, hat mich das aktuelle Buch von der ersten Seite an gefesselt und restlos begeistert. Die vielen Details, die Verwicklungen, wie alles perfekt ineinandergreift und zusammenpasst ist einfach genial. Ich hoffe daher sehr, dass es noch weitere Geschichten aus dem Graphischen Viertel geben wird.
Fazit: spannend, mysteriös und ein absolutes Lese-Highlight.
Profile Image for Sarah Who .
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October 29, 2024
Dunkle Geheimnisse eines Winters

Die Geschichte spielt in den Jahren 1913 und 1933. Die Lektorin Paula und ihr Verlobter Jonathan reisen kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs ins Baltikum, um das neueste Werk des Autors Aschenbrand abzuholen. Dieser Schriftsteller verbirgt in dem düsteren Herrenhaus allerdings weitaus mehr als nur sein Manuskript. Zwanzig Jahre später ermittelt Kommissar Frey in der Bücherstadt Leipzig in einem Mordfall und stößt auf weitere Geheimnisse und Verbindungen zu den Geschehnissen im Baltikum.

Ich mag die detaillierte Schreibweise des Autors sehr gern und wurde auch hier nicht enttäuscht. Meyer schafft - im Gegensatz zu den Büchern, die ich bisher von ihm gelesen habe - eine absolut düstere, geheimnisvolle Atmosphäre. Liebhaber von Geistergeschichten, Okkultismus und Freimaurerlogen kommen beim Miträtseln voll auf ihre Kosten. Beide Zeitstränge haben mir gut gefallen und durch die zunehmende Verstrickung weiter die Spannung erhöht. Die Erkundung
des Hauses Hundsheide möchte ich schon fast in das Genre Horror einordnen, was ich anhand des Klappentextes nicht erwartet habe, mich aber umso mehr gefreut hat. Die Verstrickungen der Mordermittlung im Jahr 1933 verbreiten ebenfalls eine andere Art des Horrors beim Lesen.

Eine Mischung aus Kriminalroman mit vielen historischen Details und Elementen des Okkulten, die ich absolut weiterempfehlen kann. Vielen Dank an den Knaur Verlag, der mir in Kooperation mit Vorablesen ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Profile Image for Lisa_V.
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October 31, 2024
Schaurig-spannende Geschichte und der dritte Ausflug ins graphische Viertel

Nachdem "Die Bibliothek im Nebel" für mich zuletzt doch deutliche Längen hatte konnte mich Kai Meyer mit "Das Haus der Bücher und Schatten" nun wieder voll abholen. Prinzipiell kann zwar jeder der drei Romane problemlos nur für sich gelesen werden, ich persönlich mochte es aber sehr bereits bekannte Figuren und Schauplätze (wieder) zu entdecken. Erneut teilt sich die Handlung auf zwei Orte und Zeitebenen auf, wobei ich beide Stränge absolut faszinierend fand. Gruselig und überaus atmosphärisch ist die Stimmung in Livland im Jahr 1913. Manche Szenen sorgten bei mir für ordentlich Gänsehaut und die atemlose, sich steigernde Spannung ist nichts für schwache Nerven. Aber auch im zweiten Erzählstrang, welcher 1933 in Leipzig spielt, gibt es mystische Komponenten. Da aus der Perspektive von Kommissar Frey erzählt wurde, hatte es zudem etwas von einem historischen Krimi. Obwohl die Mischung ungewöhnlich klingt, passt alles doch perfekt zusammen und überzeugte mich am Ende absolut. Auch das Zeitgeschehen und vor allem auch die politische Stimmung wird trefflich eingefangen. So zeigt sich wieder mal eine neue Facette des graphischen Viertels und seiner Bewohner:innen, was mir gut gefiel. Der Schreibstil ist zwar detailreich, liest sich aber dennoch flüssig. Auch dadurch kam ich trotz der über 500 Seiten, schnell durchs Buch und empfand die Lektüre als kurzweilig. Insgesamt empfehle ich "Das Haus der Bücher und Schatten" absolut weiter!
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