Das Standardwerk zum Thema Trauma und Traumabewältigung
Traumata sind eines der großen gesundheitlichen und gesellschaftspolitischen Probleme unserer Gegenwart. Der renommierte Psychiater und Psychotherapeut Dr. Frank Schneider liefert eine zugängliche Einführung in ein gesundheitliches Thema, das immer mehr Menschen betrifft. Dabei räumt er mit Fehlannahmen auf und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Wer ist besonders anfällig für eine PTSD-Erkrankung? Was sind die Anzeichen für ein Trauma oder eine posttraumatische Belastungsstörung?Was passiert in unserem Körper vor, während und nach einer Traumatisierung? Ist Trauma vererbbar? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, was kann z. B. gegen Angst, Flashbacks und Intrusionen getan werden?Was ist Resilienz?Und wie kann man einer Traumatisierung vorbeugen? Anhand von Fällen aus seinem Praxis-Alltag gibt Prof. Dr. Dr. Schneider einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Ursachen und Folgen von Traumatisierungen. Häufig tritt eine Traumafolgestörung bei den Opfern von Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, Krieg und Folter auf. Daneben behandelt der Ratgeber auch Trauma-Bewältigung
sexueller Gewalt und Missbrauch medizinischen Eingriffen GefangenschaftUnfällenTodesfällen von AngehörigenVertreibungMigration und Flucht Dr. Schneiders Buch vermittelt wichtige Grundlagen und praktische Hilfen zur Bewältigung von Traumata, sodass es für betroffene und unterstützende Personen gleichermaßen nützlich ist.
Also mal ehrlich, wenn mir vor ein paar Wochen jemand gesagt hätte, ich würde freiwillig ein Buch über Trauma lesen – und es dann auch noch begeistert weiterempfehlen – dem hätte ich wohl einen Vogel gezeigt. Und jetzt? Jetzt sitze ich hier, ziemlich beeindruckt von Frank Schneiders „Das erschütterte Ich“ und überlege, wem ich das als nächstes unterjubeln kann.
Schneider schafft das Kunststück, ein absolut schweres Thema so zu verpacken, dass man sich beim Lesen nicht fühlt, als hätte man einen Bleigürtel um den Kopf. Klar, der Inhalt ist heftig – es geht um Trauma, PTBS, Flashbacks und all das Zeug, das man sonst lieber wegschiebt. Aber er erklärt’s so, dass man am Ende nicht völlig fertig, sondern eher klüger und irgendwie… gestärkt ist.
Besonders gut fand ich, dass er mit diesen ganzen Mythen aufräumt. Nein, Trauma ist nicht nur was für Soldaten oder Kriegsflüchtlinge. Und ja, auch der „harte Kerl von nebenan“ kann eine PTBS kriegen. Die Fallbeispiele sind wie ein Blick durchs Schlüsselloch in eine Welt, die man sonst nur aus dramatischen TV-Dokus kennt – aber hier wirkt das echt und nachvollziehbar.
Obwohl ich weder Therapeut noch Betroffener bin, habe ich unglaublich viel gelernt – über Resilienz, die Mechanismen im Hirn, wenn’s richtig knallt, und auch, wie wichtig der Umgang mit Betroffenen ist. Da gab’s einige Aha-Momente, die man nicht mehr so schnell loswird.
Am Ende bleibt bei mir hängen: Trauma betrifft uns alle irgendwie. Und das Buch sollte man gelesen haben, bevor man wieder vorschnell urteilt. Frank Schneider hat ein Standardwerk hingelegt, das gleichzeitig verständlich, berührend und erstaunlich unterhaltsam ist.
Also von mir glasklare fünf Sterne – und ich hätte gern noch 50 Seiten mehr gehabt. Wer hätte das gedacht?