The Ruby Circle: All unsere Wahrheiten, Band 3 und somit der letzte der Highclare Academy Trilogie von Jana Hoch gibt mit dem Titel einen passenden Vorgeschmack auf das, was uns im Buch erwartet: Wahrheiten. Das Ziel des Masters ist es nicht Geheimnisse auszuplaudern, sondern für Wahrheit zu sorgen. Zudem spielt Louisas Mutter - über die ich in meinen letzten Reviews gar nicht erzählt habe, weil ich nicht weiß, was ich davon halten soll - eine größere Rolle. Denn obwohl Louisa in den letzten beiden Bänden eindeutige Hinweise darauf gegeben haben will, dass sie nichts mit ihr zu tun haben will und sich da auch sehr sicher war, hält sie es nun für die beste Lösung die Mutter, eine bekannte Starsängerin, um Hilfe zu bitten und fällt dabei bitterlich auf die Nase. (Wie unerwartet.)
Ich weiß gar nicht so genau, was ich zu dem Ende sagen soll.
Ich bin enttäuscht von dem dritten Band. Warum?
Ich habe mich nach Band 2 auf ein episches Finale gefreut, in dem es noch einmal dick um das Spiel gehen würde und jeder Charakter so ein bisschen auf seine Kosten kommen würde. Dass Louisa nämlich nicht Teil der Aufgaben geworden war und nur rote Briefe erhalten hat, als der Master das Gefühl hatte, sie stelle zu viele Fragen. Dass er dann das Pferd, Twister, von Louisa vergiftet hat, war grauenhaft - Hört auf Tieren wehzutun! -, aber irgendwie überflüssig. Ja, es wurde Drama geschoben und sich gekümmert und es wurden Seiten gefüllt, aber kaum hatte Twister es überstanden, war das Ganze nie wieder Thema. Auch bei der Auflösung zum Ende des Buches hin nicht.
Während des Buches ging mir erneut die Lovestory, die ich nie ganz fühlen konnte, zwischen Louisa und Theo auf die Nerven und ich konnte immer mehr nachvollziehen, wieso Atlas so abgenervt auf Theo war. Dieser Typ ist eine wandelnde Redflag und Louisa findet es - sorry! - richtig geil. Er verarscht sie immer wieder, bittet 100x um neue Chancen, nur um sie dann wieder in den Sand zu setzen und sie fühlt sich auf mAgIsChE aRt angezogen von ihm. Es hat eine Ewigkeit gedauert bis sie dann wirklich mit einander geschlafen haben. In meinen Augen zu einem echt unromantischen und unpassendem Zeitpunkt und dennoch wird es im Buch als "unglaublich" und "etwas Besonderes" dargestellt.
Die Geschichte über die Mutter war an für sich eine richtig gute Idee. Auch, um zu schreiben, dass Louisa homosexuelle Eltern hat. Doch irgendwie hat das Ganze zu nichts geführt. Es hat ewig - wirklich ewig! - gedauert, bis Louisa sich zum 100x klar geworden ist, dass Shiya (die Mutter) eine B*tch ist und sie nur für ihr Image manipuliert und, dass Louisa endlich erkennt wie gut ihre Freunde auf der Highclare sind. Was sie aber eigentlich schon seit Band 1 weiß, wie sie uns öfters in den Büchern erzählt.
Über das Finale will ich eigentlich gar nicht sprechen. Es wirkte herbei gezwungen. Der Master zwingt alle ins "Herz des Ruby Circles", nur damit Louisas Circle dann im nächsten Kapitel urplötzlich aufbricht und den Leser mit der Frage zurücklässt, was die anderen jetzt machen. Bleiben die da? Räumen die auf? Rauchen die sich einen? Was tun sie?
Schließlich treffen wir als Leser das erste Mal Annie und erfahren, dass sie eine eifersüchtige Schwester ist, die ihrem Bruder das Glück nicht gegönnt hat. Noch dazu erfahren wir, wer der Master ist und sein "mysteriöses" Ziel. Das Ganze wirkt ein bisschen wie das Mordszenario "Es ist immer der Ehemann/die Ehefrau". Vorhersehbar und schade. Ebenso der schwache Versuch den Leser zu fesseln, indem das Geheimnis von Atlas nicht verraten wird.
Alles im allem kann ich sagen, dass mir der Schreibstil Jana Hochs weiterhin sehr, sehr gefällt und ich bestimmt auch noch mehr Bücher von ihr lesen werde. Diese Trilogie war ein nettes Zwischendurch, aber mehr auch nicht. Die Qualität hat von Buch zu Buch immer weiter abgenommen und ich habe das Gefühl das viele coole Stränge liegen gelassen wurden und die einfachere Lösung genommen wurde. Vielleicht war ich die falsche Zielgruppe.
Eine klare Empfehlung kann ich also nicht aussprechen. Verteufeln würde ich es aber auch nicht.