Der Wille zur Weltmacht: Wie Russland und China die freiheitliche Ordnung attackieren | Der Geopolitik-Experte erklärt die Strategien von Wladimir Putin und Xi Jinping
»Wie kaum einem anderen gelingt es Ulrich Speck, die globalen Dynamiken zu durchschauen und auf den Punkt zu bringen. Seine Analyse macht deutlich, was in den kommenden Jahren für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik von entscheidender Bedeutung sein wird.« Carlo Masala, Professor für internationale Politik, Universität der Bundeswehr, München
Wie die Allianz der Diktatoren Putin und Xi Jinping die Freiheit bedroht
Die sicherheitspolitische Weltlage gleicht einem Pulverfass – während Russland seit 2014 in der Ukraine einen Krieg führt, rasselt China im Südpazifik mit den Säbeln. Gleichzeitig droht im Nahen Osten auch der Konflikt zwischen Iran und Israel vollends zu eskalieren. Der renommierte Experte für Außen- und Sicherheitspolitik Ulrich Speck zeigt in seinem politischen Sachbuch, dass die Eskalation der Weltlage kein Zufall ist, sondern gezielt von zwei revisionistischen Weltmächten vorangetrieben wurde. Er zeichnet nach, wie Russland und China seit Jahrzehnten eine gemeinsame Agenda verfolgen, um die westlich-freiheitliche Weltordnung zu überwinden. Der Westen reagiert darauf bisher mit Verunsicherung – doch wenn nicht einen entschlossenen machtpolitischen Kurswechsel vollzogen wird, stehen uns dunkle Zeiten bevor.
»Wir sehen Veränderung, wie wir sie seit 100 Jahren nicht erlebt haben. Und wir sind diejenigen, die diese Veränderungen vorantreiben.« Xi Jinping bei einem gemeinsamen Auftritt mit Vladimir Putin
Kurzmeinung: Demagogisch! Indoktrinierend iSd. extrem "terroristische USA" (Noam Chomsky)! Top: Thomas Röper Daniele Ganser Michael Lüders R Mausfeld! Viel Schweigen, Unwahrheiten, Ablenkung & Lügen bezüglich der systematischen, terroristischen NATO-Osterweiterung (bis zum Chinesischen Meer) iSd. USA-Weltherrschaft um jeden Preis (3. Wk.)! Wenn man systematisch ein wildes Tier, z.B. eine starken (nordischen) (Eis) Bären (Bibel-3.Wk-Prophetie), in die Enge treibt, sollte man sich nicht wundern, wenn es alles daransetzt, seine Peiniger & deren Helfer (!) außer Gefecht zu setzen! Speck hält es mit den Letzteren unter der Führung geschickt indoktrinierender demagogischer "Eliten" (Bill Gates, Joe Biden, Klaus Schwab, WEF/WWF...)! Wer Wahrheiten wißen will, sollte lesen: Thomas Röper, Wolfgang Effenberger, Jörg Kronauer, Ullrich Mies, Marcus Klöckner, Daniele Ganser, Udo Ulfkotte, Michael Lüders Rainer Mausfeld, Jan van Helsing!
Prolog: a) Aus dem Top-Buch von Benjamin Abelow (S.4): a1) „Für alle, die daran interessiert sind, die wahren Ursachen der Katastrophe in der Ukraine zu verstehen, ist "Wie der Westen den Krieg in die Ukraine brachte" eine Pflichtlektüre. Abelow argumentiert klar und überzeugend, dass die Vereinigten Staaten [USA] und ihre NATO-Verbündeten [George Soros (Collin McMahon!), Klaus Schwab, WWF/WEF, Angela Merkel, Macron...!].!] - nicht Wladimir Putin - die Hauptschuldigen sind." John J. Mearsheimer, Autor von 'The Tragedy of Great Power Politics" (lovelybooks), ist R. Wendell Harrison Distinguished Service Professor für Politikwissenschaften an der University of Chicago
a2) „Im Stellvertreterkrieg zwischen den USA/der NATO und Russland droht eine nukleare Eskalation (Dritter Weltkrieg wie PROPHEZEIT: j-lorber.de! Gerd Gutemann!] , welche das [halbe] Ende der menschlichen Zivilisation bedeuten könnte [selbstverschuldete Totalvernichtung ist 7 Jahre später, m.E. 2033!]. Abelows Buch ist eine unverzichtbare Lektüre [Kurt Eggenstein! Walter Lutz! M Kahir!] für alle, die diese Bedrohung verstehen möchten und wissen wollen, warum sie 30 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder aufgetaucht ist." Gilbert Doctorow, Autor von "Memoirs of a Russianist" (V1: "From the Ground Up", V2: "Russia in the Roaring 1990s"), ist Historiker und unabhängiger, in Brüssel ansässiger Russland-Spezialist
a3) „Eine hervorragende, bemerkenswert prägnante Erklärung der Gefahr, welche die militärische Beteiligung [intrigante Hegemonie-getriebene Führungsrolle!] der [extrem egomanen & demagogischen] USA und der NATO in der Ukraine geschaffen hat. Dieses Buch muss von allen gelesen und beachtet werden, die in der Lage sind, rational und verantwortungsbewusst über die amerikanische und europäische Sicherheit nachzudenken." Jack F. Matlock, Jr., US-Botschafter in der Sowjetunion, 1987-1991, Autor des Buches "Superpower Illusions: How Myths and False Ideologies Led America Astray—and How to Return to Reality" lovelybooks.de
b1) RAND-Abschreckungstheoretiker Herman Kahn "fordert den Leser auf, sich den Schrecken einer Welt, die durchaus zum Selbstmord fähig ist, emotionslos zu stellen und die Alternativen zu einem solchen Weg sorgfältig zu erwägen." https://book8.de/uber-eskalation-meta...
b2) „Das Undenkbare denken.“ Dieser Satz steht wie kein anderer für den US-amerikanischen Strategen und Politikberater Herman Kahn, der im Kalten Krieg mit den Mitarbeitern seines Think-Tanks verschiedene Szenarien eines Atomkriegs durchspielte und so der Politik wie auch der Gesellschaft die Folgen möglicher Kampfhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion vor Augen führte. Gedankenexperimente, Rollenspiele und Simulationen dienten ihm und seinen Mitarbeitern als Methoden, um die Folgen eines „begrenzten“ oder gar „wahnwitzige[n]“1 Atomkriegs zu erforschen. Die Politik der Abschreckung trieb Kahn im Gedankenspiel auf die Spitze, indem er das Konzept einer „Doomsday Machine“ 2 entwarf, welche im Falle einer Zündung von fünf sowjetischen Atombomben über amerikanischem Gebiet computergesteuert und automatisert den gesamten Planeten zerstören sollte." Tobias Nanz & Johannes Pause „Das Undenkbare filmen: Atomkrieg im Kino“, 2013; siehe auch: Jerome F. Shapiro Atomic Bomb Cinema: The Apocalyptic Imagination on Film
c1) „Geld reicht nicht aus, um den Durst und die Gier der Superreichen [& Supermächtigen] zu stillen. Viele von ihnen verwenden deshalb ihren großen Reichtum und den Einfluss, um noch mehr Macht zu erwerben. Macht in einer Größenordnung, von der die Tyrannen und Despoten früherer Zeitalter nicht einmal träumen konnten. Macht im Weltmaßstab! Macht über Völker [& Regierungen]! Ich bin überzeugt, dass ein solches Komplott ["Weltverschörung"] besteht, international in seinen Ausmaßen, seit Generationen geplant und unglaublich böse in seiner Zielsetzung.“ US-Kongressabgeordneter Lawrence P. McDonald, aus „Wir töten die halbe Menschheit“ von Eileen DeRolf & Jan van Helsing (JvH)
c2) „Die wahre Bedrohung unserer Republik stellt die unsichtbare Regierung dar, die wie ein gigantischer Krake ihre schleimigen Arme über unsere Stadt, unseren Staat und unsere Nation ausbreitet. Ganz oben befindet sich eine kleine Gruppe von Finanzinstituten, die man im Allgemeinen als internationale Bankiers bezeichnet. Dieser kleine exklusive Zirkel machtvoller, internationaler Bankiers beherrscht tatsächlich unsere Regierung, um eigene egoistische Ziele zu erreichen.“ John F. Hylan (Rede während seiner Amtszeit als Bürgermeister von New York), aus „Wir töten die halbe Menschheit“ von Eileen DeRolf & Jan van Helsing (JvH)
d) „Die supranationale Souveränität einer Elite aus Intellektuellen und internationalen Bankern ist sicher besser als die nationale Selbstbestimmung der letzten Jahrhunderte.“ David Rockefeller, aus „Wir töten die halbe Menschheit“ von Eileen DeRolf & Jan van Helsing (JvH)
e) „Die herrschende Elite wird gezwungen, zu ihrem eigenen Schutz Privatarmeen zu unterhalten. Um ihre Herrschaft zu sichern werden diese Eliten frühzeitig den totalen Überwachungsstaat schaffen, eine weltweite Diktatur einführen. Die ergebenen Handlanger dieses Geldadels sind korrupte Politiker … Haben wir das so gewollt?“ Carl Friedrich von Weizsäcker, aus „Wir töten die halbe Menschheit“ von Eileen DeRolf & Jan van Helsing (JvH)
f) „Der Drang der Rockefellers und ihrer Verbündeten ist es, eine Weltregierung zu kreieren, welche Kapitalismus und Kommunismus vereint – unter ihrer Kontrolle. Meine ich eine [Welt]Verschwörung? Ja, das tue ich. Ich bin überzeugt davon, dass so ein Plan [der Weltverschwörer] existiert – [die Eliten] planen es und ihre Absichten sind unglaublich bösartig.“ Larry P. McDonald, aus „Wir töten die halbe Menschheit“ von Eileen DeRolf & Jan van Helsing (JvH)
g) „Wir werden eine Weltregierung haben, ob wir es wollen oder nicht. Die einzige Frage ist nur, ob die Weltregierung durch Eroberung oder durch die Zustimmung der Menschen erreicht werden wird.“ Paul Warburg, Architekt des Federal Reserve Systems (FED), aus „Wir töten die halbe Menschheit“ von Eileen DeRolf & Jan van Helsing (JvH)
1) Hilfreiches a) Inhaltsverzeichnis & Zitate aus dem Rezensionsbuch: Siehe unten b) Über den Autor b1) "Dr. Ulrich Speck ist seit vielen Jahren einer der besten Kenner und Analysten der internationalen Politik und Geostrategie. Er war Fellow unter anderem bei Carnegie Europe in Brüssel und dem German Marshall Fund in Washington und Berlin. Ulrich Speck steht im regelmäßigen Austausch mit politischen Entscheidungsträgern in Berlin und ist häufig auf Podien bei Veranstaltungen zur Außenpolitik in Deutschland und in Europa eingeladen. Er ist Mitglied der DGAP Action Group zur Zeitenwende und der Russland-Expertengruppe beim Zentrum Liberale Moderne." https://www.amerikahaus.de/ausstellun...
2) Inhaltsverzeichnis
[Titel]
[Über dieses Buch]
[Inhaltsübersicht]
1. Putins Ziele, Russlands Ideologie
Im Krieg
Der Geheimdienst an der Macht
Westliche Illusionen
Die »russische Welt«
Auf der Suche nach einer Ideologie
Putins Ziele
2. Krieg dem Westen: Russland und die farbigen Revolutionen
Putin in Panik
Kampf den farbigen Revolutionen
3. Spiel ohne Regeln: Putin, die Krim und der Krieg in der Ukraine
Putin unter Druck
Grüne Männchen auf der Krim
Der Krieg in der Ostukraine
Ein eingefrorener Konflikt
4. Die neue Militärmacht
Vorteil Russland
Kriegsspiele und Drohgebärden
Die Militarisierung des Landes
5. Russlands Informationskrieg
Der Wert der Propaganda
Internet-Trolle für den Kreml
Cyber-Krieg im Bundestag
6. Putins Spione
Wie im Kalten Krieg
Aktive Spione
Schwaches »Hellfeld«
7. Rechts und links: des Kremls extremistische Freunde
Putins autoritäre Internationale
Der Front National auf Kreml-Kurs
Streiter für Putin: AfD und Linkspartei
Nicht nur am Rand: europäische Eliten auf Putin-Kurs
8. Die Russland-Versteher
Die Mythen der Russland-Versteher
Die SPD und Russland
Ein imitierter Dialog
9. Moskaus Spiel in Syrien
Einsatz erhöht
Ein zweiter Anlauf
Putins »Antiterrorallianz«
10. Hilfloser Westen?
Putins Fehlkalkulationen
Wie weiter mit der Ukraine?
Schwaches Russland, starker Putin
Zerplatzte Hoffnungen
11. Was tun?
Nachwort
Anmerkungen
[Impressum]
[Hinweise des Verlags]
3) Zitate aus dem Rezensionsbuch 1. Putins Ziele, Russlands Ideologie Im Krieg Russland ist im Krieg. Wladimir Putin hat ihn schon vor Jahren begonnen. Er geht gegen den Westen. Der russische Präsident schreckt nicht davor zurück, internationale Verträge zu brechen und militärische Gewalt einzusetzen. Die Annexion der Krim und der Waffengang in der Ukraine, dem bislang mindestens zehntausend Menschen zum Opfer gefallen sind, haben das bewiesen. Das Ziel von Putins Krieg: Russland soll wieder eine Großmacht sein, die überall auf der Welt mitbestimmt, dafür muss der Einfluss des Westens zurückgestutzt werden.
Dieser Krieg wird nicht nur an unterschiedlichen Fronten militärisch ausgetragen. Wichtiger noch sind Propaganda, Provokation, Einschüchterung, verdeckte Einflussnahme und Spionage. Das ist das Arsenal des alten Kalten Krieges, aber der neue kalte Krieg geht darüber hinaus. Die Mittel sind in einer globalisierten Welt vielfältiger geworden. Und Russland weniger berechenbar.
Ist Europa auf diesen Krieg vorbereitet? Hat Europa erkannt, dass Russland diesen Krieg führt? Hat Europa eine Strategie entwickelt, um auf diese gefährliche Herausforderung zu reagieren? Die Antwort auf alle drei Fragen lautet Nein. Und gerade Deutschland, als europäische Führungsmacht, will die Konfrontation mit Russland nicht. Wegen der belasteten Geschichte als Eroberer und Zerstörer im Osten Europas, wegen des Schuldbewusstseins. Und auch aus Nähe zu Russland, das mehr als vierzig Jahre den östlichen Teil des heutigen Deutschland besetzt gehalten hat. Deutschland, und mit ihm Europa, schreckt vor einer Konfrontation zurück, auch weil es viele andere Probleme hat: die Integration von Hunderttausenden Flüchtlingen, die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus und Rechtsextremismus, die Lage im Nahen Osten, die Krise der Eurozone und die Probleme des Zusammenhalts der EU. In vielen Fragen wird daher auf eine Kooperation mit Russland gesetzt. Das ist einerseits gut. Aber es darf andererseits nicht dazu führen, die Wirklichkeit auszublenden. Und diese heißt: Russland sieht den Westen und Europa heute als Gegner, wenn nicht als Feind.
Putins Denken in den Kategorien der Geopolitik und des Kriegs prägt das politische und gesellschaftliche Leben Russlands und sein Agieren auf internationaler Bühne. Russland wähnt sich in einem Überlebenskampf. Putins Botschaft an das Volk lautet: Es gibt viele Feinde, die unser Land erniedrigen und zerstören wollen. Der größte Feind sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Diese Gegnerschaft ist nicht neu, früher bestand die Systemfeindschaft zwischen der sozialistischen Sowjetunion und dem kapitalistischen Amerika. Diesen Gegensatz gibt es nicht mehr. Doch das alte Feindbild wird von Putin reaktiviert. Amerika, der Westen, die Nato als Feind – das ist ein Glaubensbekenntnis, das sich in der täglichen Propaganda und auch – wieder – in den russischen Militär- und Sicherheitsdoktrinen findet. Die imperiale Weltsicht der amerikanischen Neokonservativen wirkt als Rückkoppelung und Verstärker dieser russischen Ängste. Der Interventionismus der amerikanischen Außenpolitik, vor allem unter George W. Bush, dient Russland als Vorbild und Rechtfertigung für seine eigene Politik. Zugleich ist Amerika das Land, mit dem sich Russland ständig vergleicht und das es letztlich bewundert. Nur die Vereinigten Staaten können aus russischer Sicht der Maßstab für die Großmacht Russland sein – deshalb will Moskau von Washington »auf Augenhöhe« angesprochen werden. Das russische Fernsehen weist gern darauf hin, wie oft Putin mit Barack Obama telefoniert. Und Putin berichtet im inneren Kreis, wenn ein Telefonat mit dem amerikanischen Präsidenten länger dauerte als verabredet.
Auch das Verhältnis des Kremls zu Europa ist von der russischen Fixierung auf Amerika geprägt. Die Europäische Union wird ebenfalls als Gegner betrachtet. Je enger ein EU-Staat mit den Amerikanern verbunden ist, umso feindlicher ist er in der Wahrnehmung des Kremls. Die aktuelle Feindkonjunktur ist allerdings auch einem Wandel unterworfen, die schlimmsten Gegner wechseln je nach politischer Lage: Mal sind es die Georgier, die sich zu sehr von den Amerikanern unterstützen ließen und in einem Krieg bestraft wurden. Mal sind es die Ukrainer, die gerade noch ein Brudervolk waren, jetzt aber wegen ihrer Annäherung an die EU zu »Faschisten« geworden sind. Dann sind es die Türken, mit denen man regen Handel trieb und weitreichende Gasgeschäfte machen wollte. Doch nach dem Abschuss eines russischen Flugzeugs an der syrischen Grenze sind die Türken Komplizen der Terroristen. Auch die Deutschen, seit Jahrzehnten unter den beliebtesten Nationen in Russland, sind nicht mehr gut gelitten. Auf der Liste der feindlichen Nationen nimmt Deutschland mittlerweile einen vorderen Platz ein.
Der Geheimdienst an der Macht Wie konnte es dazu kommen? Hatte Putin nicht in seiner Rede vor dem Bundestag im September 2001 in der Sprache von Goethe und Schiller das gemeinsame europäische Haus beschworen? Hatte er nicht gesagt, die Innenpolitik Russlands diene dazu, Freiheit und demokratische Rechte zu garantieren? Dass der Kalte Krieg vorbei sei? Die Abgeordneten standen auf und applaudierten. Nur wenige sahen, dass er schon damals ein Großeuropa unter russischer Führung gegen Amerika stellte.
Manche Beobachter verstanden diese Rede als eine gelungene Operation eines ehemaligen KGB-Agenten. Denn mit Putin kamen die Leute aus den Geheimdiensten an die Macht. Mit ihnen zog ein anderes Denken in den Kreml ein. Die Leute aus dem KGB sind keine Politiker im westlichen Sinn, sie haben keine Karriere in Parteien gemacht. Sie denken in den Kategorien von Schwarz und Weiß, Freund und Feind, Gewinnen und Verlieren. Sie wissen, wie man Menschen und Organisationen manipuliert, diskreditiert und »austrickst« – ein Wort, das Putin gern benutzt. Als Präsident stärkte er Polizei, Armee und die Geheimdienste. Ehemalige und aktive Geheimdienstler wurden der »neue Adel« in Russland. So schuf Putin ein Gegengewicht zu den Oligarchen, den Superreichen Russlands. Sie mussten sich mit den neuen Machthabern einigen. Putin wies die Oligarchen in die Schranken, aber er machte den Staat selbst zum Superpaten der russischen Wirtschaft.
In einem Land, das er im Chaos versinken sah, setzte Putin von Anfang an auf die Personalreserve, der er vertraute: Geheimdienste und Militär. Hatten unter Putins Vorgänger Boris Jelzin Ärzte und Historiker, Parapsychologen und Zirkusartisten Karriere in der Politik gemacht, taten es nun die Uniformträger.
Putins neue Oberaufseher in den Regionen schufen sich Apparate, deren Mitarbeiter zu 70 Prozent aus den Diensten und den Streitkräften stammten. Die Moskauer Soziologin Olga Kryschtanowskaja sezierte schon vor Jahren die Biografien von gut tausend führenden Politikern Russlands, von den Abteilungsleitern im Kreml, Ministern, Abgeordneten beider Parlamentskammern, Leitern der Bundesbehörden und Chefs in den Regionen. Nach ihren Untersuchungen hatten 78 Prozent der Elite sich ihre Sporen beim sowjetischen Geheimdienst KGB oder in der Armee verdient. Glaubten manche in Putins erster Amtszeit noch, der Präsident balanciere zwischen Geheimdienstleuten und »Liberalen«, so ist heute klar, dass die Leute aus dem KGB das Sagen haben. Stützte sich Putin früher auch auf Wirtschaftsliberale, Leute wie den früheren Finanzminister Alexej Kudrin oder German Gref, heute Chef der »Sberbank«, der größten Finanzinstitution Russlands, so ist deren Einfluss geschwunden.
Bei der Zerschlagung des Yukos-Konzerns, des größten Ölunternehmens des Landes, war der Inlandsgeheimdienst FSB an vorderster Front dabei. Igor Setschin, ein alter KGB-Mann und Büroleiter von Putin während dessen Zeit in der Petersburger Stadtverwaltung, übernahm die Leitung der Operation, in deren Zuge der Ölmilliardär Michail Chodorkowskij 2003 verhaftet und anschließend zur Lagerhaft verurteilt wurde. Der seinerzeit reichste Mann Russlands hatte politische Ambitionen gezeigt und mehrere oppositionelle Parteien finanziell unterstützt – dafür wurde er bestraft. Yukos wurde von Rosneft geschluckt, dem staatlichen Ölkonzern, den Setschin leitet.
Zum engsten Kreis um Putin gehört auch Sergej Tschemesow. Der Leiter des Rüstungskonzerns Rostec ist für die Modernisierung des Militärs zuständig. Tschemesow kennt Putin schon aus gemeinsamen KGB-Zeiten in der DDR der achtziger Jahre. In Putins Führungszirkel spielen weitere KGB-Veteranen eine zentrale Rolle: Nikolaj Patruschew, jahrelang Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, ist heute Sekretär des Sicherheitsrats. Und Sergej Iwanow, der als treibende Kraft die theoretischen Grundlagen für die Putin-Zeit schuf, etwa Russlands Sicherheits- und Militärdoktrin. Später diente er als Verteidigungsminister und Vize-Regierungschef, heute ist er Stabschef im Kreml.
Putin hat in dieser Gruppe eine herausgehobene Rolle inne. Im Kartell der Eliten ist er für die Balance zuständig. Er spielt den Schiedsrichter, trifft letztlich die Entscheidungen und vertritt die Beschlüsse nach außen."
Obwohl das Buch zugrunde eines interessanten Themas liegt, schafft es leider nicht über die volle Länge zu fesseln. Es wirkt deutlich gestreckt und in die Länge gezogen, als hätte man einen Essay auf 230 Weiten geweitet ohne auch mit weiterem Inhalt zu folgen. Das Gefühl bleibt außerdem bestehen lediglich an der Oberfläche zu kratzen, doch der Inhalt, der geboten ist, ist durchaus interessant und lehrreich ohne aber tiefer in beide Regime Russlands und chinas zu einzugehen. Auch die Demokratien des Westens wirken zu undifferenziert dargestellt und zu sehr vereinheitlicht.
a) die Ausführungen zu Russland, China und deren Zusammenarbeit fand ich nicht überzeugend b) 'der Westen' wird durchwegs als homogene Einheit porträtiert was sich falsch anfühlt c) 'dem Westen' im April 2025 pauschal eine 'freiheitliche Ordnung' zu attestieren scheint auch fragwürdig d) internationale Organisationen wie UNO, WTO und andere werden in den Ausführungen überhaupt nicht abgedeckt
Interessante Zitate aus Reden oder Geheimdienst Informationen. Trotzdem nicht besonders viel Neues und, gerade mit Blick auf Russland, aus meiner Sicht zu wenige Erklärungen zur aktuellen Situation.