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Die Erbin

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Eine Geschichte über Liebe, Macht und einen Mord, der in die dunkle Vergangenheit einer großen deutschen Industriellenfamilie führt.

Köln, 50er Cosima ist Erbin der einflussreichen Industriellenfamilie Liefenstein. Doch mit der Gründung einer Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter geht sie ihren eigenen Weg. Da tritt der Journalist Leo Marktgraf in ihr Leben, der Nachforschungen über den Tod eines Freundes anstellt. Die Leiche des Anwalts wurde am Ufer des Rheins gefunden, nur kurz nachdem er öffentlich schwere Anschuldigungen gegen die Liefensteins erhoben hatte. Cosima will Licht in die dunkle Vergangenheit ihrer Familie bringen und muss schon bald erkennen, dass nichts so ist wie es scheint. Aber in der jungen Bundesrepublik, in der niemand mehr an die Zeit des Dritten Reiches erinnert werden will, gibt es ein Netzwerk von Menschen, die noch immer mächtig sind. Sie sind bereit, alles dafür zu tun, dass Cosima und Leo der Wahrheit nicht auf die Spur kommen …

524 pages, Kindle Edition

Published April 16, 2025

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About the author

Claire Winter

11 books12 followers
Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben, und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Claire Winters Romane finden sich regelmäßig auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste, zuletzt vertreten mit »Kinder ihrer Zeit«, die spannende Geschichte um die Schwestern Alice und Emma im Berlin der 60er-Jahre wird nun fortgesetzt. Die Autorin lebt in Berlin.

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Displaying 1 - 12 of 12 reviews
Profile Image for Magnolia .
576 reviews3 followers
April 25, 2025
Spannend, emotional, erschütternd - ein absoluter Lesegenuss

Cosima Liefenstein ist „Die Erbin“. Eine junge Frau, die in eine Unternehmerfamilie hineingeboren wurde. Die Industriellenfamilie Liefenstein ist fiktiv, deren Verstrickungen in die Machenschaften des Nationalsozialismus dagegen bittere Realität. Sie waren Profiteure der Arisierung, sie beschäftigten Zwangsarbeiter, sie kungelten mit den Nazigrößen.

Claire Winter erzählt ihren neuen historischen Roman in zwei sich abwechselnden Zeitebenen. Durch Namen-, Orts- und Zeitangaben sind die Kapitel übersichtlich gestaltet, sodass der Überblick nie verloren geht und auch das vorangestellte Personenverzeichnis ist gerade anfangs hilfreich, bald aber sind mir die einzelnen Familienmitglieder und auch andere, wichtige Figuren, sehr vertraut.

Cosima will eine Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter ins Leben rufen, ihr Onkel Theodor unterstütz t sie dabei und wie er sagt, ist es Tradition bei den Liefensteins, sich für die Schwächeren und Ärmsten der Gesellschaft einzusetzen. Nicht jeder findet ihr Engagement gut, letztendlich aber lässt sich Cosima nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Als sie dann den Journalisten Leo Marktgraf kennenlernt, ist auch er von ihrer Idee überzeugt und trotzdem sein journalistischer Schwerpunkt anders gelagert ist, möchte er gerne über ihre Stiftung berichten. Wir scheiben das Jahr 1957…

…und gehen zurück ins Berlin der 1929er Jahre. Hier treffen wir auf Elisa, die bei der Familie Liefenstein als Hausmädchen angestellt ist. Wilhelm ist der unangefochtene Patriarch, seine Söhne Theodor und Albert werden eines Tages seine Nachfolge antreten, der jüngste Sohn Edmund ist nach Wilhelms Ansicht dazu nicht geeignet. Als sehr begabter Maler sieht ihn sein Vater eher kritisch, um nicht zu sagen, er verachtet alles, was nicht seiner Norm entspricht. Doch eine standesgemäße Heirat ist auch für Edmund unabdingbar. In der mondänen Rita findet er seine Ehefrau, die ihm ein bezauberndes Mädchen schenkt – Cosima. Bald ist Elisa ihr Kindermädchen und auch wenn Rita sich eher auf dem gesellschaftlichen Parkett tummelt, so kümmert sich ihr Vater liebevoll um die Kleine.

Um diese beiden Protagonistinnen rankt sich der historische Roman, der so viel mehr ist als eine Familiengeschichte. Als Cosimas Stifung eine große Summe von einem Freund von Theodor zugesagt bekommt, ist es Theo, der die Spende ablehnt. „Diesem Mann will man nichts schulden“ ist seine lapidare Erklärung, was Cosima stutzig macht und sie daraufhin mehr wissen will. Sie stößt auf eine Mauer des Schweigens und doch lässt sie nicht locker.

Die Geschichte dieser Familie ist turbulent und steckt voller Geheimnisse. Es geht um Liebe in all ihren Facetten, ein Mord wirft viele Fragen auf und auch ein Suizid hängt irgendwie damit zusammen sowie mehrere Einbrüche in Privatwohnungen und Kanzleien. Daneben ist es die beklemmende Zeit des Nationalsozialismus, dessen Profiteure auch Unternehmerfamilien wie die Liefensteins waren, die in ihren Fabriken Zwangsarbeiter beschäftigten, angetrieben von SA und SS. Durch Arisierungen vergrößerten sie ihr Firmenimperium immens, die Schicksale dahinter waren nicht mal zweitrangig, sie waren ihnen schlichtweg egal.

Claire Winter gibt darüber einen erschreckend realistischen Einblick. Und auch, wenn dieses Thema bekannt ist, so ist es nochmals etwas ganz anderes, hinter die Kulissen zu blicken. Da ist David, ein sehr guter Freund von Edmund, der als Jude sich nach Polen rettet. Sie schreiben sich, bis kein Brief mehr kommt. Edmund hofft, dass David es schafft, sich in Sicherheit zu bringen, aber einige Zeit danach sieht er ihn, schwach und abgemagert, als Zwangsarbeiter, mit blutigen Striemen. Er will ihn retten, ihm zur Flucht verhelfen, was die Aufseher brutalst zu verhindern wissen. Dies ist nur ein kleiner Abriss all der Grausamkeiten, denen die einen ausgesetzt waren und andere sich dadurch bereichert haben. Auch die Liefensteins haben sich den Nazis angebiedert und danach, als all die Verbrechen aufgeklärt werden sollten, wurden ganz schnell sämtliche Beweise vernichtet. In so manchen Unternehmen haben die mit verräterischen Akten gefütterten Feuer lange gebrannt.

„Die Erbin“ ist ein bestens recherchierter historischer Roman, der mir einen tiefen Blick in unsere gar nicht so lange zurückliegende Vergangenheit gewährt. Eine finstere Zeit, die man nie vergessen darf, die noch lange in die Nachkriegszeit hineinwirkt. Dies alles eingebettet in die Geschichte der fiktiven Familie Liefenstein und deren so unterschiedlichen Mitglieder. Es war eine intensive Reise zurück in die Jahre 1929 bis 1957. Ein unterhaltsamer Roman, spannend, emotional und absolut lesenswert. Mein Tipp: Lesen, einfach lesen. Es lohnt sich. Wer Claire Winters Bücher kennt, wird sowieso unbesehen danach greifen.
Profile Image for Tinstamp.
1,104 reviews
May 3, 2025
Claire Winter ist IMMER ein Garant für mich, denn sie schafft es jedes Mal mich mit ihren Romanen zu begeistern. So ist es auch mit ihrem neuesten Buch "Die Erbin", der morgen erscheint.

Berlin, 1957. Die einflussreiche Industriellenfamilie Liefenstein gehört zu den angesehensten Familien in Deutschland der fünfziger Jahre. Cosima, die zukünftige Erbin, setzt sich für bedürftige und alleinerziehende Frauen ein, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Kinder alleine großziehen müssen. Mit der Zustimmung ihres Großvaters Theodor gründet sie eine Stiftung für diese mittellosen Frauen. Ihrem Verlobten Alexander gefällt dies jedoch gar nicht und auch seine Eltern möchten sie nach der Hochzeit an der Seite ihres Sohnes wissen, um für ihn zu repräsentieren. Cosima hält nicht viel davon und beginnt ihre Verlobung zu überdenken. Als sie den Journalisten Leo Markgraf kennenlernt, der sie auf die Vergangenheit ihrer Familie anspricht, beginnt Cosima nachzuforschen. Sie hat keine Ahnung, was Leo andeuten will und versucht mehr über ihre Familie herauszufinden, was ihr Onkel Theodor zu verhindern versucht...

Der Roman erzählt die Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen. Neben dem Ende der Fünfziger Jahre erhalten wir Rückblicke in die Zwischenkriegszeit. Bereits damals gehörten die Liefensteins zu den Reichen und Mächtigen. Zusätzliche Gewinne und die Erweiterung des Familienbetriebes sind die Ziele des Oberhauptes Wilhelm Liefensteins und seiner Söhne Theodor und Albert. Einzig Edmund, der jüngste Sohn und Vater von Cosima, fällt aus dem Rahmen. Er möchte Künstler werden und nicht in den Familienbetrieb einsteigen. Edmund stellt sich gegen die Ausbeutung der Arbeiter und als der Nationalsozialismus immer mehr aufkommt, steht er zu seinem jüdischen Freund David. Das bringt seinem Vater Wilhelm in Bedrängnis, der mit den Nationalsozialisten zusammenarbeitet. Als es in Berlin zu unruhig wird, zieht die Familie in die Nähe von Bonn, wo sie ein weiteres Herrenhaus besitzen. Die Seilschaften bleiben jedoch weiterhin aufrecht....bis es zu einer Tragödie kommt.

Die Handlung ist äußerst fesselnd aufgebaut. Man erkennt schnell, dass die Familie einige dunkle Geheimnisse und Machenschaften verbergen möchte, aber was genau damals alles passiert ist, liest sich wie ein Krimi. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und bin durch die Seiten nur so geflogen. Die menschlichen Schicksale gehen einem sehr zu Herzen.
Claire Winter zeigt mit der fiktiven Familie Liefenstein auf, wie viele Firmen und Konzerne Vorteile aus dem Los der Juden gezogen haben und nach dem Krieg für ihre Taten nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Trotz der Nürnberger Prozesse waren schon zuvor viele über die sogenannte Rattenlinie nach Südamerika geflüchtet.

Die Charaktere sind lebendig und wunderbar gezeichnet, haben Ecken und Kanten. Man fiebert mit ihnen mit und die damalige Stimmung wird wunderbar eingefangen. Es entsteht hervorragendes Kopfkino!
Am Anfang der Geschichte befindet sich ein Personenverzeichnis, welches hilft den Überblick zu behalten.

Die großartige Recherche und der wunderbare Schreibstil von Claire Winter macht auch "Die Erbin" zu einem Buch mit "Lieblingsbuch-Status"

Fazit:
Auch der neue Roman von Claire Winter ist wieder ein Highlight geworden und zieht neben ihren anderen großartigen Büchern in mein Highlight-Regal ein. Für jeden, der gut recherchierte zeithistorische Geschichte liebt, ist dieser Roman eine absolute Leseempfehlung!
1,409 reviews7 followers
April 16, 2025
Dunkle Vergangenheit drängt ans Licht

Klappentext
Köln, 50er Jahre: Cosima ist Erbin der einflussreichen Industriellenfamilie Liefenstein. Doch mit der Gründung einer Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter geht sie ihren eigenen Weg. Da tritt der Journalist Leo Marktgraf in ihr Leben, der Nachforschungen über den Tod eines Freundes anstellt. Die Leiche des Anwalts wurde am Ufer des Rheins gefunden, nur kurz nachdem er öffentlich schwere Anschuldigungen gegen die Liefensteins erhoben hatte. Cosima will Licht in die dunkle Vergangenheit ihrer Familie bringen und muss schon bald erkennen, dass nichts so ist wie es scheint. Aber in der jungen Bundesrepublik, in der niemand mehr an die Zeit des Dritten Reiches erinnert werden will, gibt es ein Netzwerk von Menschen, die noch immer mächtig sind. Sie sind bereit, alles dafür zu tun, dass Cosima und Leo der Wahrheit nicht auf die Spur kommen.

„Die Erbin“ ist der neue Roman von Claire Winter. Die Autorin hat mir schon mit einigen Romanen schöne Lesestunden beschert. Auf ihr neues Werk war ich sehr gespannt.

Im Mittelpunkt steht Cosima, sie ist die Erbin der einflussreichen Industriellenfamilie Liefenstein. Jetzt will sie aus dem Schatten heraustreten und hat eine Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter gegründet. Als ihr Leo Marktgraf begegnet, ändert sich ihr Leben. Marktgraf untersucht den Tod eines Freundes, der schwere Beschuldigungen über die Familie Liefenstein geäußert hatte. Cosima nimmt sich vor, Licht in die dunklen Seiten der Familie zu bringen.

Claire Winter hat auch für ihren neuen Roman bemerkenswerte Protagonisten ins Leben gerufen. Allen voran natürlich Cosima Liefenstein. Sie will aus dem Schatten ihrer Familie treten und mit ihrer Stiftung etwas Gutes bewirken. Doch sie wird von der Vergangenheit der Familie eingeholt und muss sich mit der Nazivergangenheit ihrer Vorfahren auseinandersetzten.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum einen spielt die Geschichte Ende der 1950er Jahre, hier begleiten die Leser*innen Cosima bei ihren Nachforschungen. Die zweite Zeitebene sind die 1920er und 1930er Jahre. Hier erleben die Leser*innen die Geschichte von Cosimas Vorfahren hautnah.

Claire Winter fängt die Geschichte mit einer leisen und ruhigen Stimme an. Die Leser*innen machen sich erst einmal mit Cosima und ihrem Vorhaben vertraut. Als Leo Marktgraf in Cosimas Leben tritt, zieht das Tempo an und eine Spannung setzt ein, die uns Leser*innen dann bis zum Ende begleitet.

Auch die Zeit der Handlung wird, Dank der guten Recherche von Claire Winter sehr authentisch beschrieben. Das Thema ist wie leider so oft zu dieser Zeit Judenverfolgung und Enteignung. Die Industriellenfamilie Liefenstein, ist eine fiktive Familie, man findet aber schnell parallelen zu realen Industriellenfamilien.

Der Schreibstil von Claire Winter ist wie schon aus anderen Romanen gewohnt fesselnd, flüssig und gut verständlich. Ich bin sehr schnell wieder ganz tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

„Die Erbin“ ist eine fesselnde Familiengeschichte, die ich mit Spannung gelesen habe.
212 reviews
April 14, 2025
für mich ein Lesehighlight dieses Bücherjahres
Ich habe bisher alle Romane dieser Autorin gelesen und habe mich daher gefreut, dass wieder eines neues Buch dieser Autorin auf den Markt kommt und was soll ich sagen, ich bin total begeistert von ihrem neuen Buch " Die Erbin", das ich in kürzester Zeit verschlungen habe.

Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt und schildert die Geschichte der Industriellenfamilie Liefenstein, die fiktiven Ursprungs ist. Allerdings zeigt sie , was ihre nationalsozialistische Vergangenheit angeht, gewisse Parallelen mit der bekannten Familie Quandt, aber auch anderen Großindustriellen , die sich unter der Nationalsozialistischen Regierung stark bereichert haben.

Cosima Liefenstein ist der jüngste Sproß dieser Familie. Sie gründet in den fünfziger Jahren eine Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter und geht damit ihren eigenen Weg. In diesem Zusammenhang trifft Cosima auf den Journalisten Leo Markgraf, der Nachforschungen über seinen toten Freund anstellt und auf eine Reihe von Ungereimtheiten stößt. Sein Freund hatte schwere Anschuldigungen gegen die Familie Liefenstein erhoben und wurde kurz danach tot aufgefunden. Gibt es einen Zusammenhang ?
Auch Cosima will Licht in die Familiegeschichte bringen und erfährt dabei Dinge, die sie mehr als entsetzen.

Der zweite Erzählstrang spielt Ende der zwanziger, Anfang der dreiziger Jahren des letzten Jahrhunderts und erzählt von den Machenschaften der Familie LIefenstein unter dem NS Regime, ihren familiären Zwistigkeiten und einer großen Liebe.

Dieser Roman hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Eine gute Mischung aus Familiengeschichte und Krimi zeichnet dieses Buch aus.
Die Spannung dieses Buches macht aber nicht nur die fiktive Geschichte um die Familie Liefenstein aus, sondern es liegt ihr auch eine sehr gute Recherche der damaligen politischen Verhältnisse zugrunde.Die Aneignung jüdischen Eigentums und Zwangsarbeit in großen industriellen Betrieben beruhen auf realen Ereignissen und werden gerne vertuscht, genauso wie die Tatsache, dass diese Betriebe und Konzerne nach dem Krieg wieder zu großem Reichtum gekommen sind und für ihre Taten nicht zur Rechenschaft gezogen worden sind, weil vieles vertuscht wurde und die Nürnberger Prozesse zum Teil eine Farce waren, nach dem Motte " die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen."

Frau Winter hat hier eine gute Balance hinbekommen, reale Fakten in eine Familiegeschichte einzubinden.

Die einzelnen Figuren waren so gut beschrieben, dass ich mich von Anfang an im Geschehen wähnte und vor allem Cosima , aber auch Elsa sehr nahe war.
Auch der Schreibstil tat sein übriges. Flüssig und spannend hat er mich so in seinen Bann gezogen, dass ich das Buch in kürzester Zeit verschlungen habe.

Ich kann dieses Buch jedem Freund zeitgeschichtlicher Geschichten empfehlen. Für mich war es ein Highlight dieses Lesejahres und ein Buch, dem ich viele Leser wünsche, weil es ein wichtiges Thema behandelt und auch viele Parallelen zur heutigen Zeit aufzeigt.

Ganz große Leseempfehlung.
Profile Image for Sonjas.
249 reviews4 followers
September 14, 2025
Auf den neuen Roman der Spiegel Bestseller-Autorin Claire Winter habe ich mich schon riesig gefreut. Wir begeben uns in diesem bewegenden Roman in die Nachkriegszeit Deutschlands und tauchen ein in das Leben der Industriellenfamilie Liefenstein.
Der Inhalt: Köln, 50er Jahre: Cosima ist Erbin der einflussreichen Industriellenfamilie Liefenstein. Doch mit der Gründung einer Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter geht sie ihren eigenen Weg. Da tritt der Journalist Leo Marktgraf in ihr Leben, der Nachforschungen über den Tod eines Freundes anstellt. Die Leiche des Anwalts wurde am Ufer des Rheins gefunden, nur kurz nachdem er öffentlich schwere Anschuldigungen gegen die Liefensteins erhoben hatte. Cosima will Licht in die dunkle Vergangenheit ihrer Familie bringen und muss schon bald erkennen, dass nichts so ist, wie es scheint. Aber in der jungen Bundesrepublik, in der niemand mehr an die Zeit des Dritten Reiches erinnert werden will, gibt es ein Netzwerk von Menschen, die noch immer mächtig sind. Sie sind bereit, alles dafür zu tun, dass Cosima und Leo der Wahrheit nicht auf die Spur kommen.
Wow! Was für ein sensationeller Roman. Noch jetzt nach Beendigung der Lektüre läuft das Gelesene wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Ich werde von zahlreichen Emotionen übermannt und habe jetzt noch Gänsehautfeeling, wenn ich mir gewisse Szenen vor Augen führe. Die Autorin bringt uns in dieser unter die Haut gehenden Lektüre längst vergangene Geschichte, die mich erschauern lässt, nahe. Ich lerne Cosima, eine liebenswerte junge Frau kennen, die ein behütetes Leben führt. Ich bewundere sie für ihr Engagement für die Schwachen. Doch von heute auf morgen gerät ihre heile Welt ins Wanken. Und wir begeben und mit ihr auf eine fesselnde Reise in die Vergangenheit. Diese Reise hat mich bis tief in die Seele berührt. Und es kommen im Laufe der Zeit Dinge ins Licht, durch die Cosima ein neues Bild von ihrer ganzen Familie erhält. Durch ihre Recherchen bringt sie sich in große Gefahr. Der Schreibstil der Autorin ist einfach fantastisch. Die Spannung steigt von Seite zu Seite und ich konnte die Lektüre nicht mehr aus der Hand legen.
Für mich ein absolutes Lesehighlight, das mich von der ersten bis zur letzten Seite total begeistert hat. Ich habe mit dieser Lektüre unterhaltsame und nachdenkliche Lesestunden verbracht. Sehr gerne vergebe ich für dieses Meisterwerk 5 Sterne.
Profile Image for Martina Meyen.
150 reviews3 followers
May 2, 2025
Dunkle Familiengeheimnisse

Dieser wunderbare Roman hat mich mitten ins Herz getroffen. Schauplatz ist Köln in den 50er Jahren. Hier treffe ich auf Cosima Liefenstein, die Tochter einer fiktiven Industriellenfamilie, die stellvertretend für einige reiche Familien in dieser Zeit steht. Cosima mag ich sofort. Sie ist eine taffe junge Frau, die sich für die in der Gesellschaft benachteiligten Frauen einsetzt. Das gefällt ihrer Familie allerdings gar nicht. Dann trifft sie auf den Journalisten Leo, der Nachforschungen über den Tod eines Freundes anstellt. Mit Hilfe von Leo versucht Cosima etwas über die Vergangenheit ihrer Familie herauszufinden und stößt dabei auf eine Mauer des Schweigens. Ein weiterer Erzählstrang führt mich in die Vergangenheit in die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Dort begegne ich Cosimas Vater Edmund und weiteren Familienmitgliedern und komme dabei der dunklen Vergangenheit der Liefensteins immer näher.

Es ist von Anfang an spannend und auch emotional. Die Atmosphäre wird fantastisch eingefangen. Mir begegnen viele Begriffe aus meiner Kindheit wie Backfisch, Federball usw. und auch die Sprache ist dieser Zeit angepasst, das finde ich sehr schön und stimmig.

Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven fortlaufend erzählt. Hier kommen nicht nur die Familienmitglieder, sondern auch Dienstboten und andere wichtige Personen zu Wort. Das ist für mich als Leserin besonders interessant. Sehr gelungen sind jeweils die Übergänge zu den beiden Zeitebenen.

Ich habe schon viele Bücher über diese Zeit gelesen und bin jedes Mal aufs Neue erschüttert. Claire Winter nennt die furchtbaren Dinge beim Namen, aber auf eine behutsame Art und Weise. Und genau das macht mich so betroffen. Ich hatte oft Tränen in den Augen beim Lesen. Aber zwischendurch gab es auch viele wunderschöne Momente, die mich lächeln ließen. Über vieles musste ich nachdenken und ich bin nicht sicher, ob ich so mutig wie Cosima gewesen wäre.

Ich habe während der Lektüre eine ganze Palette von Emotionen durchlebt und auch dafür liebe ich dieses Buch. Gerade in der heutigen Zeit sind Bücher wie „Die Erbin“ enorm wichtig und ich kann diesen einwandfrei recherchierten Roman, der ein dunkles Kapitel der Vergangenheit aufarbeitet, uneingeschränkt weiterempfehlen!
Profile Image for Gitti.
1,170 reviews
May 7, 2025
Cosima Liefenstein ist Teil einer einflussreichen und vermögenden Familie. Als sie für ihre Stiftung für alleinstehende Mütter den Dachboden sichtet, stößt sie auf alte Fotoalben und einen Brief ihres viel zu früh verstorbenen Vaters. Als sie daraufhin beginnt ihrem Onkel Fragen zu stellen, stößt sie auf eine Mauer des Schweigens.

Leo ist Journalist und ein Freund von ihm wurde wohl ermordet. Mehrere Einbrüche lassen darauf schließen, dass er wohl einer heißen Sache auf der Spur war. So macht sich Leo auf die Suche nach den Hintergründen und findet Anhaltspunkte, die auf Cosimas Familie hindeuten. Gemeinsam mit ihr findet er heraus, was wirklich zum Tod des Freundes geführt hat.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, einmal vor und während des Krieges und einmal 1957, als Cosima ihre Stiftung gründet und so alles ins Rollen bringt. Nach und nach erfährt der Leser so, was in der Familie Liefenstein während des Nationalsozialismus passiert ist. Es geht um die klassischen Themen, die die Industrie vor und nach dem Krieg beschäftigt haben. Gewinn durch Arisierung von jüdischen Unternehmen, Zwangsarbeit und die Verflechtung von Industrie und damaligem Regime. Der Teil der 1957 spielt zeigt, wie sehr es die damaligen Täter geschafft haben sich ihre eigene Beteiligung und Schuld vor dem eigenen Gewissen schönzureden und die Verantwortung auf andere zu schieben.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Es zeigt eindrücklich den Opportunismus der deutschen Industrie im dritten Reich auf und auch, wie wenig Schuldbewusstsein auch nach dem Krieg vorherrschte. Hauptsache der Gewinn stimmte, egal wann. Zugleich schafft es die Autorin gesellschaftliche Zwänge und Moralvorstellungen zu schildern. Geheiratet wird aus wirtschaftlichen Interessen und nicht aus Liebe, egal was es den Menschen abverlangt. Genau diese Art zu leben führt die Familie Liefenstein dann auch in einen Abgrund, der nur schwer zu überwinden ist.

Ich kann das Buch nur empfehlen, auch wenn die Teile, die im Nationalsozialismus spielen deutlich unbehaglich zu lesen waren. Vieles was da geschildert wird, erinnert leider an heutige Zeiten. So ist es auch eine Mahnung die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Heute wissen wir im Gegensatz zu damals, was Menschen Menschen antun können.
Profile Image for Claudi H..
29 reviews
May 9, 2025
Cosima Liefenstein ist die Tochter eines reichen Industriellen, die im 2. Weltkrieg Kind war und gar nicht so wirklich die Zusammenhänge verstanden hat. Als erwachsenen Frau gründet sie im Namen des Großvaters eine Stiftung für alleinstehende Frauen, denen es in den Nachkriegsjahren finanziell oft sehr schlecht geht.

Als sie dann auf dem Dachboden einige Funde macht, ihre Familie betreffend, stellen sich für sie einige Fragen was denn im 2. Weltkrieg wirklich geschehen ist. Zum Beispiel was Zwangsarbeit, der Profit durch die Arisierung aber auch den Tod ihres Vaters. Dieser wurde immer als Jagdunfall geschildert, aber stimmt das wirklich. Auf alle Nachfragen reagiert ihr Onkel Theodor und ihre Mutter nur ausweichend.

Zeitgleich versucht der Journalist Leo Marktgraf über Cosima Kontakt zur Familie Liefenstein aufzunehmen um mehr über den Tod seines Freundes und Anwalts herauszufinden. Stecken die Liefensteins da mit drin und wenn ja, warum?

Je mehr die Beiden nachforschen umso merkwürdiger und gefährliche Dinge geschehen um sie herum. Sie werden verfolgt und bespitzelt und sogar bedroht. Was ist das für ein Geheimnis das Onkel Theodor und sein Bruder so vehement hüten und wer sind die mächtigen Drahtzieher im Hintergrund? 

Die Geschichte der Liefensteins steht symbolisch für all die deutschen Großindustriellen, die mit dem Naziregime gemeinsame Sache gemacht haben, Hitler unterstützt haben und dabei großen Profit herausgeschlagen haben. Was da zum Teil bis heute unter den Teppich gekehrt wird lässt einem die Haare zu berge stehen und zeugt von großer Ungerechtigkeit. Auch die alten Seilschaften bestehen da noch lange und zum Teil bis in nächste Generationen-

Die Autorin versteht es in flüssigem Schreibstil und einer sehr sympathischen Protagonistin eine Geschichte zu erstellen, die einen mitreißt, einen schockiert und zugleich gut informiert. Denn Claire Winter hat hier wirklich gut recherchiert. Und auch wenn die Liefensteins nur erfunden sind, so ist es so oder sehr ähnlich bestimmt passiert und wir können nur hoffen, daß es nie mehr soweit kommt.

Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt weiter!
Profile Image for tansmariechen.
371 reviews2 followers
April 16, 2025
Am 16. April 2025 hat Claire Winter gemeinsam mit dem Verlag Heyne den historischen Roman „Die Erbin“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover hat mich gleich angesprochen. Die verblichenen Farben im Hintergrund bilden einen wunderbaren Rahmen für Cosima im roten Kleid und ihren grünem Mercedes. Die Blüten des Baumes signalisieren Hoffnung.
Dies ist mein erstes Buch, das ich von Claire Winter lese und ich bin neugierig auf ihren Erzählstil. Er ist ruhig und flüssig. Als Erbin der einflussreichsten Industriellenfamilie gründet Cosima Lieferstein eine Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter. Da tritt Leo in ihr Leben. Er ist Journalist und stellt Nachforschungen über den Tod eines Freundes an. Cosima will es genauer wissen und beginnt, Fragen zu stellen. Fragen, die niemand hören will. Schon gar nicht in ihrer eigenen Familie.
Über knapp 590 Seiten hat Claire Winter die Spannung in ihrer Erzählung gehalten. Immer bin ich engagiert dabei, wenn ich Cosima durch die Zeit folge. Indem die Autorin ihre Erzählperspektiven wechselt, weiß ich oft mehr als sie. Zwischenzeitlich schaue ich mal in das Personenverzeichnis, damit ich all die Namen auch richtig zuordnen kann. Ich lese viel über die Liebe, viel Dramatisches und viel über eine Zeit, über die man gar nicht genug erzählen kann. Cosima hätte ich mehr Glück mit den Männern gewünscht und die Geschichte um das Kindermädchen Elisa geht mir unter die Haut.
Mit ihrer fiktiven Geschichte um die Erbin Cosima Lieferstein hat Claire Winter einen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, der so hätte passieren können. Detailliert, aus verschiedenen Perspektiven und ohne Schnörkel fesselt die Autorin alle die Leser, die es gerne etwas genauer wissen möchten. Von mir bekommt sie 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.
460 reviews2 followers
April 29, 2025
"Beeindruckend"

Da ich bereits einige Bücher von Claire Winter gelesen habe, war ich sehr gespannt auf dieses neueste Werk. 

Das Buch ließ sich aufgrund des flüssigen Schreibstils richtig gut lesen. Ich konnte mir alles prima vorstellen und war gefangen in der damaligen Zeit und den spannenden Ereignissen. 

Die Charaktere wurden toll und lebendig beschrieben. Cosima Liefenstein mochte ich von Anfang an sehr gerne. Sie war mutig, neugierig und intelligent und hat sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Eine sympathische und beeindruckende Person.

Die Story um Cosima und die dunkle Vergangenheit ihrer Familie hat mich sofort gefesselt. Cosima gründete eine Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter, und wies so auf deren schwierige Umstände hin. Dann trat der Journalist Leo Marktgraf in ihr Leben, der im Todesfall eines Freundes recherchierte. Weil Verbindungen zur Familie Liefenstein auftauchten, begann Cosima die Vergangenheit zu hinterfragen. 

Die Geschichte wurde aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen erzählt, wodurch ich prima Einblicke bekam. Die Spannung war das gesamte Buch über auf einem hohen Level und ich musste einfach immer weiterlesen. 


Ein beeindruckender historischer Roman, der mir richtig gut gefallen hat. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

339 reviews2 followers
June 9, 2025
Erschütternde Reise in die Vergangenheit, ein Highlight für mich

Meine Meinung:
Die Bücher von Claire Winter sind sehr gut recherchiert, so dass ich immer sofort mitgerissen werde und das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. So ging es mir auch mit Die Erbin. Gespannt begleite ich Cosima auf ihrem Weg, die Wahrheit über die Vergangenheit ihrer Familie zu erfahren. Ich spüre die immer näher kommende Gefahr für Cosima und den Journalisten Leo sowie die Anziehungskraft zwischen den beiden.

Der Schreibstil von Claire Winter ist fesselnd und spannend durch die zwei Zeitebenen. So erfährt man immer nur Stück für Stück mehr von der Vergangenheit, was den Spannungsbogen sehr hoch hält. Ich bin immer wieder aufs Neue wirklich entsetzt was während der Nazi-Zeit geschehen ist. Genauso bestürzt habe ich aber auch gelesen, wie man sich nach dem Krieg wieder dreht und bestreitet, jemals ein Anhänger Hitlers gewesen zu sein sondern quasi gezwungen wurde. Erschreckend, wieviel Macht hohe Nazis auch nach dem Krieg noch hatten.

Die Erbin hat mich berührt und mitgerissen, ich vergebe 5 von 5 Sterne und das Buch kommt auf meine Highlight-Liste.
193 reviews8 followers
August 28, 2025
Absolutes Highlight!!!
Das war so unglaublich gut! Ich bin nur so an den Seiten geklebt und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen.
Displaying 1 - 12 of 12 reviews

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