Ein Streik legt die Bierbrauereien im wilden Westen lahm und die Saloons sitzen auf dem Trockenen. Die Bewohner Neumünchens sind so verzweifelt, dass sie Lucky Luke um Hilfe bitten. Der Cowboy folgt dem versiegenden Bierfluss bis nach Milwaukee, wo die Brauereibesitzer einen Coup Um die Produktion wieder anzukurbeln, sollen Sträflinge zur Zwangsarbeit herangeschafft werden. Und vier alte Bekannte von Lucky Luke melden sich sofort freiwillig. Dieser Titel wird im sog. Fixed-Layout-Format angeboten und ist daher nur auf Geräten und Leseprogrammen nutzbar, die die Darstellung von Fixed-Layout-eBooks im epub- oder mobi/KF8-Format unterstützen. Wir empfehlen in jedem Fall die Darstellung auf Tablets und anderen Geräten mit Farbbildschirm
“Je schneller die Deutschen Amerikaner werden, desto besser.“
Dieser Ausspruch wird dem Deutschamerikaner Frederick Muhlenberg (1750-1801) zugeschrieben, nach dem die sogenannte Mühlenberg-Legende benannt ist, die davon zu berichten weiß, daß deutschsprachige Einwanderer eine Gesetzesvorlage eingebracht hätten, Deutsch zu einer Amtssprache in den USA zu machen, dieser Vorschlag aber wegen einer fehlenden Stimme, eben der Muhlenbergs, der sie aus dem oben angegebenen Grund verweigert habe, fehlgeschlagen sei. Tatsächlich ist aber nichts dran an dieser Mär, denn in den USA wurde nie auf Bundesebene über eine Amtssprache abgestimmt, und das Ansinnen, von Deutschstämmigen aus Virginia vor das Repräsentantenhaus gebracht, bezog sich allein darauf, Gesetzestexte auch amtlich ins Deutsche zu übertragen.
Auch in Letzte Runde für die Daltons, dem Anfang November 2024 erschienenen neusten Band von Lucky Lukes Abenteuern, taucht eine Anspielung auf diese Geschichte auf, und überhaupt mag dieser Band vor allem für deutsche Leser von besonderem Reiz sein, geht es hier doch um einen Streik der Bierbrauer in Milwaukee, den Lucky Luke beilegen soll, wobei ihm der deutsche Brauereibesitzer Martz in die Quere kommt, indem er nämlich Sträflinge anstelle der streikenden Arbeiter in seiner Fabrik zum Brauen einsetzen will. Da die Story im deutschstämmigen Milieu spielt, wimmelt es in dem Band von Anspielungen auf die Deutschen – etwa auf ihre Rechtschaffenheit und Obrigkeitshörigkeit, die sich unter anderem darin zeigt, daß sie niemals bei Rot über die Ampel gehen – eine Prinzipientreue, die Luke sich erst noch aneignen muß – sowie auf ihre Trinkfreudigkeit. Wir lernen diese Landsleute überdies auch als Erfinder des Ketchups, des Hot Dogs, des Burgers und des Weihnachtsbaumes kennen, sehen den Großvater Donald Trumps bei der Eröffnung eines „Pussy Saloons“ oder den Großvater des Generals und späteren Präsidenten Eisenhower, wie er seinem Enkel die Familiengeschichte erzählt, und erleben überdies auch einen autoritären, beim Anblick des Bierbarons aber sofort kriecherischen Sheriff namens Benz, der einen dreizackigen Stern trägt, schnell auf 180, aber eigentlich ganz zuverlässig ist und dabei leider sehr viel Sprit – Whisky – schluckt.
Auch die Daltons, die hier wieder einmal ins Spiel kommen, haben so ihre Schwierigkeiten mit der deutschen Kultur, halten sie ein Konterfei von Karl Marx, das allenthalben in den Räumen der Bierbrauergewerkschaft hängt, doch für einen Steckbrief und den darauf Porträtierten für einen Bankräuber großen Stils und plant Joe doch einen Moment lang, das Rheingold zu stehlen, bis er den Plan angesichts des Drachens, der den Hort bewacht, als zu kompliziert verwirft. So ist dieser Band, der auch noch einen Cameo von Waldorf und Statler bietet, alles in allem eine Hommage an die deutschen Einwanderer in die USA, oftmals liebevoll, manchmal aber auch sehr scharfzüngig (so wenn Martz etwa sagt, er wisse aus eigener Erfahrung, daß eine deutsche Besatzung nie gut geendet habe).
Doch auch zeichnerisch geht Achdé behutsam neue Wege, wenn er den Cowboy kurzerhand in die engen Straßen einer Stadt verfrachtet, in denen allenthalben das Elend der kurzgehaltenen Arbeiter vorherrscht, und man kaum je die Weiten der Prärie in diesem urbanen Abenteuer sieht. Selbstredend darf auch ein Opernbesuch – natürlich wird Wagner gegeben – in einem „deutschen“ Lucky-Luke-Abenteuer nicht fehlen, und hier setzt Achdé eigene Akzente in einem sehr komplexen Setting und läßt den Cowboy mehrere Panels lang im Smoking auf die Jagd nach einem Attentäter gehen, wobei zumindest seine unbändige Haartolle schnell den Kampf gegen die Pomade gewinnt.
Das Bier ist hier allgegenwärtig und sorgt für manches zahme Wortspiel, aber in diesem Abenteuer kommt Luke des öfteren sehr ratlos und anfangs sogar verletzlich rüber, ist es doch ein Hexenschuß unseres Helden – letztlich ausgelöst durch tagelangen Streß –, der die Handlung erst in Gang setzt. Man sieht also, daß hier einiges neu ist, erzähltechnisch sowie zeichnerisch, und es fallen durchaus die gewollt ungewohnten Perspektiven, z.B. Panel 1 auf Seite 4 – auf, deren sich Achdé bedient. Zudem zeigt unser Lieblingscowboy hier auch überraschend viel nackte Haut, wobei er oft recht schamhaft reagiert, von Martz aber einmal dahingehend beruhigt wird, daß die Deutschen, anders als alle anderen Einwanderergruppen, kein Problem damit haben, wenn mal jemand blankzieht.
Mit Letzte Runde für die Daltons haben Achdé und Jul gezeigt, daß auch fast 80 Jahre nach seiner Geburt sich Lucky Luke selbst treu bleiben, dabei aber auch immer noch eigene Wege gehen und überdies spannende und tiefgehende Geschichten erleben kann. Darauf erst einmal ein kühles Helles! Oder eine Kiste …
In Band 102 von Lucky Luke kommt der Protagonist in eine von deutschen Siedlern gegründete Stadt. Aufgrund von Streiks ist die Versorgung mit Bier abgerissen. Lucky Luke erhält den Auftrag zu helfen. "Letzte Runde für die Daltons" ist ab da eine humoristische Auseinandersetzung mit deutschen Klischees. Dabei darf die Politik natürlich auch nicht fehlen. Egal ob die Betrachtung des spezifischen Streiks oder ganz generelle Kapitalismuskritik, so macht Politik Spaß. Mit viel Liebe zum Detail weiß dieser fast perfekte Comic-Band zu begeistern.
Super unterhaltsam, vor allem als Deutscher sind die Seitenhiebe und Witze gegen die Deutschen in Amerika unfassbar lustig. Ich habe jeden Lucky Luke gelesen, dieser reiht sich wunderbar in die restlichen Comic-Meisterwerke ein.
Morris ist zwar schon 2001 gestorben, hat aber in Achde einen würdigen Nachfolger gefunden, der die Geschichten des besten Cowboys des Wilden Westens bruchlos fortsetzt. Im aktuellen 102. Band der Serie verschlägt es unseren Helden in den deutschesten Teil der USA, nach Milwaukee. Hierher wurde Luke von den Einwohnern Neumünchens geschickt, denn seit einiger Zeit fehlt es an dem Treibstoff, der den Wilden Westen am Laufen hält, das Bier. In Milwaukee sind die Arbeiter der Brauereien in den Streik getreten. Und so trifft der Cowboy auf knallharte Kapitalisten und eine unversöhnliche sozialistisch gestimmte Arbeiterschaft sowie auf alte Bekannte, die Daltons. Denn Frederick Martz, der Besitzer der größten Brauerei (nachempfunden Frederick Pabst), lässt Sträflinge als Streikbrecher in seiner Brauerei arbeiten. Achdé und Jul, Szenarist, haben merklich Spaß daran, sämtliche deutschen Klischees in diesen Band einfließen zu lassen und der Leser nimmt den Spaß mit größtem Vergnügen auf. Und somit lassen sich fast in jedem Panel Anspielungen finden, die einen vergnügt quietschen lassen, insbesondere als Deutscher.
Amerikas Brauereiarbeiter streiken, in den Saloons des Wilden Westens geht der Gerstensaft zur Neige. Lucky Luke wird nach Milwaukee, ins Herz der Bierbrauerei geschickt, um die Streikenden zum Umdenken zu bewegen. Die Stadt ist fest in den Händen deutscher Bierbarone, alles handfeste Kapitalisten. Die Pamphlete eines anderen Deutschen, Karl Marx, stacheln die Arbeiterschaft auf, die mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten will. Der Lonesome Cowboy gerät zwischen die Fronten. Zu seinem Überdruss werden auch noch die Daltons als Bierbrauer zwangsrekrutiert. Und Rantanplan ist mit von der Partie.
Das Heft lebt humoristisch vom Namedropping, in den Panels tauchen immer wieder bekannte Persönlichkeiten auf: Marlene Dietrich, Eisenhower, Trumps Großvater, Statler & Waldorf oder ein Sheriff namens Benz, der einen dreizackigen Stern trägt. Und wenn ihr Luke genau anseht, wisst ihr auch, wie die deutsche Flagge entstand.
Ein sehr unterhaltsamer Band, in dem es zahlreiche Details zu entdecken gibt und der auf witzige, ungezwungene Weise Sozialkritik übt.
This one is all about unions. Lucky Luke in well meaning spirit assists the director of an large Beer company, and attempts to motivates the employees to continue working.
I feel as if modern Lucky Luke has a very liberal perspective. It talks favorably about social topics, but is unwilling to embrace actual significant change, and instead warns of extremism, or exploitation of the wellmeaning, but naive.
Lucky Luke is very funny whit its "Chinese Railroad Workers are chronically underpayed, but dont care that much" joke. But if you start empatizing this topic, and make the problems of your workers to real, a joke solution whit both partys finding an bad compromise is neighter a good message, nor a funny joke.
Grundsätzlich großartig, nur muss nicht versucht werden, quasi in jedem Panel (rhetorisches Mittel der Übertreibung) eine Referenz zu verstecken. Davon abgesehen: Klare Lese-Empfehlung!