“Royals of Nightfall” von Julia Kuhn ist der Auftakt der „Royal Shadows“-Trilogie. Eine Urban Fantasy Reihe, in der jeder Band ein neues Pärchen behandelt.
Was passiert, wenn man die TV-Serien „Shadowhunters“, „The Royals“ und „Gossip Girl“ mischt und daraus ein Buch macht? Man erhält „Royals of Nightfall“ – ein billiger Abklatsch in einer hübschen Verpackung. Ja, die Social Reads auf Reado haben mich bereits darüber belehrt, dass die Autorin die Buchreihe wohl auch so beworben habe – blöd nur, dass ich nicht gleich jedem Autor auf Social Media folge.
Versteht mich nicht falsch: ich habe keine bahnbrechende Geschichte erwartet. Ich hatte mir so richtig schöne, leichte Urban Fantasy erhofft, die im Idealfall mit einem Augenzwinkern erzählt wird. Erhalten habe ich stattdessen eine halbgare Fanfiction (nichts gegen Fanfictions!), die lieblos erzählt ist.
Flache Charaktere ohne Persönlichkeit. Eine Liebesgeschichte ohne Herz oder Chemie. Eine Geschichte ohne Sinn und Verstand.
Felicias Blog ist Gossip Girl für Arme, denn sie verliert kein schlechtes Wort über die Royals, die das einzige Thema auf ihrem Blog sind. Jedes Kapitel wird mit einem Blogpost versehen, wobei die sich eher wie Tweets lesen. Wer die Serie „The Royals“ gesehen hat, wird zudem schnell erkennen, dass die Posts immer Szenen aus der Serie beschreiben.
Ohne Persönlichkeit gibt es natürlich auch keine Charakterentwicklung. Felicia ist eine absolute Ja-Sagerin und die Akzeptanz in Person. Es tangiert sie nicht, dass es Dämonen gibt. Es tangiert sie nicht, dass ihr Retter der Kronprinz ist. Erst recht tangiert es sie nicht, dass ihre Mutter von Dämonen getötet wurde oder dass sie, unausgebildet und unwissend wie sie ist, ebenjene Dämonenfürstin, die ihre Mutter auf dem Gewissen hat, töten soll. Natürlich ist der einzige Zeitpunkt dafür in genau einem Monat und eine Trainingsszene später ist sie auch gleich bereit dafür.
Ihren Retter findet sie gleich süß. Bei der zweiten Begegnung enthüllt sie bereits seine wahre Identität. Bei der Dritten gibt es gleich den ersten Kuss und bei der Vierten schläft man bereits im selben Bett. Was ist das? Ein Fast-Burn?
Ähnlich verhält es sich mit jedem potenziellen Konflikt. Es passiert etwas, es gibt eine Reaktion und auf der nächsten Seite ist dies bereits gelöst. Der Showdown funktioniert übrigens genauso. Ach, und der Bösewicht ist die erste unsympathische Person im Buch und bleibt auch bei jeder Begegnung unausstehlich, sodass natürlich jeder Leser absolut schockiert sein wird, zu erfahren, dass das Oberarschloch auch der Bösewicht ist…
Ich habe es selten so bereut, auf gut Glück eine ganze Reihe signiert vorbestellt zu haben. Persönlich signiert. Nun habe ich den Salat und muss auch noch den Rest davon lesen und kann sie danach eigentlich guten Gewissens nicht mal verkaufen…hier bleibt wirklich nur zu sagen: immerhin sind sie hübsch. 1 Stern.