»Eine Geschichte von Königinnen und Königen, einzigartigen Schicksalen und heimtückischen Intrigen.« Kirkus Review
England, 1135. Als die Kirchenglocken den Tod von König Henry I. verkünden, sehen sich seine Fürsten mit einer unliebsamen Vorstellung einer Frau auf dem englischen Thron. Kaiserin Maude ist aufbrausend und gebieterisch, aber die rechtmäßige Erbin des Königreichs ihres Vaters. Ihr Gegenspieler, Stephen von Blois, ist ritterlich, beliebt, unentschlossen, aber ein brillanter Befehlshaber – und ein Mann. Ein blutiger Konflikt voll von Chaos und Entbehrungen bricht aus, ausgetragen auf dem bewegten und intrigenreichen Schachbrett des mittelalterlichen Europas. Am Ende wird nur einer der beiden auf dem Thron sitzen.
»Mehr kann man sich von einem historischen Roman nicht wünschen.« (Rebecca Gablé)
Es war nicht ganz so packend wie die anderen Bücher, die ich von Penman bereits gelesen habe. Definitiv immer noch ein guter Roman, kann sich meines Erachtens aber nicht mit 'The Sunne in Splendour' oder 'Here Be Dragons' messen.
Evtl. liegt es auch an der Übersetzung. Herr Haeufs hat sich den groben 'als wie' Schnitze geleistet - und sollte vielleicht nochmal den Duden konsultieren, was den Plural von Wallach anbelangt, der so weit ich informiert bin "Wallache" lautet und nicht "Wallachs"?!
"Thronräuber" von Shran Penhan ist ein gut recherchiertes und geschriebenes Buch. Es zieht sich leider nur sehr oft ziemlich in die Länge, was mich teilweise wirklich gestört hat. Dabei ist es inhaltlich durchaus spannend und einnehmend. Doch sind die Dialoge nicht immer schlüssig oder gut. Es hätte an der einen oder anderen Stelle auch etwas knackiger sein können oder straffer. Die Dialoge oder Handlungen schweifen oft ab und ich finde, hier hätte manchmal auch weniger Show sein dürfen. Dennoch finde ich Geschichte spannend, die sich um die englische Geschichte dreht und besonders Anfang des 12. Jahrhunderts ist es richtig einnehmend, was alles geschehen ist. Eine Frau als Königin? Kaiserin Maude hätte den Thron besteigen sollen. Es war ihr Geburtsrecht. Doch Männer machten es ihr streitig. Es ist eine tolle Geschichte, die die Stärke der Frau zeigt, die Schwäche der Männer aufweist und die Bildhaftigkeit des Seins vorgibt. Frauen waren stark. Einige Männer standen hinter ihnen. Andere nicht. Hatte Maude Verbündete?
Frau Penhan hat ein interessantes Buch geschrieben, manchmal etwas zu viel des Guten, doch alles in allem gibt es eben auch kaum historische Bücher unter 700 Seiten. Dabei hätte es hier und da durchaus auch ein paar Kürzungen vertragen können. Historische Geschichten zu schreiben, ist schwer. Sich kurzzuhalten, noch schwerer. Es ist leicht, ausschweifende Dialoge zu führen, wenn man natürlich niemals wissen kann, ob sich etwas genau so abgespielt hat. Künstlerische Freiheit mit History. Ich mag solche Bücher. Aber hin und wieder müssen sie eben keine 726 Seiten lang sein. Hat es hier gepasst? Fast. Ich will wissen, was Teil zwei beinhaltet.
Mit Thronräuber entführt Sharon Penman ihre Leser in eine der turbulentesten Phasen der englischen Geschichte: die sogenannte Anarchy, ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Kaiserin Maude und König Stephen, der das Land über zwei Jahrzehnte erschütterte. Penman liefert ein historisch fundiertes, detailreiches Porträt dieser Epoche – mit politischen Intrigen, wechselnden Loyalitäten und dramatischen Schlachten.
Die historische Darstellung der Geschehnisse hat mich sehr beeindruckt. Man hat hier das Gefühl dass die Autorin sehr genau recherchiert hat . Allerdings muss ich sagen, haben mich die Figuren nicht so richtig erreicht. Maude war mr eigentlich zu modern und zu starrsinnig. Sie war vielleicht wirklich so, aber mir hat ein wenig die Innensicht der Figur gefehlt. Ähnlich ging es mir mit Stephen, den ich erst als einen sehr vernünftigen Menschen, der nicht an der Krone interessiert ist , kennenglernt habe, der dann aber von jetzt auf sofort davon überzeugt ist, dass nur er der rechtmäßige König sein kann. Da hat mir einfach der Grund für den plötzlichen Meinungswechsel gefehlt
Was mich ein wenig irritiert hat waren Nebenfiguren, die nicht wirklich etwas zur Geschichte beigetragen haben und scheinbar nur eingeführt wurden, um die Möglichkeit zu schaffen, z.B. den Untergang des Weißen Schiffs zu erzählen, den ja niemand überlebt hat.
Thronräuber ist ein historisch beeindruckendes Werk, das die Komplexität der englischen Thronwirren wirklich gut darstellt. Doch die fehlende emotionale Tiefe und die Distanz zu den Hauptfiguren machte es mir schwer, mich wirklich auf die Geschichte einzulassen.
Die Vorschusslorbeeren haben sich vollständig erfüllt. Sehr nachvollziehbar wird die Geschichte um die Anarchy erzählt. Beide Parteien haben ihre Gründe. Wir sind nah an den Entscheidungen. Geschickt werden auch zeitgenössische Berichte eingestreut, die das Erzählte schlau in die Richtung der wahren Ereignisse rückt. Hoffentlich werden jetzt auch die anderen Romane übersetzt. Freue mich auf Teil 2.