Zwei entfremdete Schwestern. Ein Grab im Wald. Und ein Geheimnis, das auch nach Jahrzehnten tödlich ist.
Vor über zwanzig Jahren hatte Svea sich geschworen, nie wieder in die Heimat zurückzukehren. Nach einem Sommerfest verschwand Sveas beste Freundin ohne jede Spur. Aber nun wurde ihre Leiche gefunden, tief im Wald versteckt. Für Svea steht der Schuldige ihr Schwager, der damals mit ihrer Freundin zusammen war. Keiner kennt die Wälder an der Schlei so gut wie er. Svea will ihre Schwester Fenja und deren Kinder mit allen Mitteln vor dem überzeugten Prepper schützen. Doch Fenja misstraut ihr zutiefst – und Svea kann ihr nicht sagen, was in jener Nacht wirklich geschah … »Ein Roman, der mit seinen gut gezeichneten Figuren und dem stimmungsvollen Setting überzeugt.« Inge Löhnig
Vor vielen Jahren ist Sveas beste Freundin Julia verschwunden, doch jetzt wurde ihre Leiche gefunden und Svea kehrt wieder in ihre Heimat zurück. Erik, der damals mit Julia zusammen war, ist mit Sveas Schwester Fenja zusammen. Und Svea ist überzeugt, das Erik das personifizierte Böse ist - und weder Julia noch Fenja gut behandelt (hat). Doch sie weiß nicht, was in dieser Nacht damals passiert ist - sie kann sich an nichts mehr erinnern. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Brackwasser ist das Psychothriller-Debüt der Autorin Jana Stieler. Angesprochen hat mich auf jeden Fall das großartige Cover bzw. die Gestaltung des Buches, und auch der Klappentext hat mir sehr zugesagt. Atmosphärisch hat mich „Brackwasser“ auch definitiv überzeugt! Es ist ein sehr unterhaltsames Buch, das sich schnell lesen lässt und viele interessante Charaktere beinhaltet. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Aufgeteilt ist das Buch in drei POVs (point of views) von Svea, Torge (der Sohn von Sveas Schwester Fenja) und Gemma (Julias Mutter). Ich mag es, wenn man unterschiedliche Personen kennenlernen kann und die drei waren auf jeden Fall sehr interessante Charaktere. Besonders Svea und Torge mochte ich sehr. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Sprachlich ist es sehr klar und kommt ohne Schnörkel aus. Die Personen stehen hier deutlich im Vordergrund. Ich hätte gerne etwas mehr „Ermittlungsarbeit“ gesehen und kann nachvollziehen, dass die vielen Personen vielleicht ein wenig verwirrend sein können. Für mich hat es gut funktioniert, auch wenn ich die Dinge ab und an ein wenig zu offensichtlich fand. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Alles in allem ein sehr unterhaltsamer Psychothriller, der mich vor allem durch spannende Charaktere und seine besonderes Atmosphäre überzeugen konnte. Ich empfehle ihn gerne weiter! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 4/5 Sterne ⭐️
Vor über zwanzig Jahren hatte Svea sich geschworen, nie wieder in ihre norddeutsche Heimat zurückzukehren. Nach einem Sommerfest verschwand Sveas beste Freundin ohne jede Spur. Vor kurzem wurde ein Knochen von ihr gefunden, tief im Wald versteckt, im Wald des Onkels. Ihr Onkel hat sich danach erhängt; er wird verdächtigt, der Suizid als Schuldeingeständnis bewertet. Der Mann, der sein Haus, das Grundstück, den Wald und sein Vermögen Svea hinterließ. Weder ihre Mutter als Schwester, noch ihre zwei Geschwister erhielten auch nur einen Cent. Der Rest der Familie ist sauer auf Svea. Nun kommt sie auch noch zurück, um wieder hier zu wohnen.
Juristisch ein wenig heikel, die Erbschaftsgeschichte – auf einen Pflichtteil hätten die anderen ein Anrecht, wenn sie so scharf darauf sind, wie hier beschrieben. Aber gut. Svea glaubt immer noch, ihr jetziger Schwager, der damals allerdings mit ihrer Freundin zusammen war, sei der Möder – ein hochaggressiver Typ, der mit seiner Familie im Wald wohnt. Keiner kennt die Wälder an der Schlei so gut wie er. Svea gefällt nicht, dass ihre Schwester Fenja mit ihm und den Kinder außerhalb der Dorfgemeinschaft zusammenwohnt. Es wird erwähnt, er sei ein Prepper, aber leider wird nicht viel dazu erklärt. Eine Chance, die leider vertan wurde. Auch mit dem Bruder haben beide Schwestern nicht viel am Hut, mit den Eltern liegen Svea und Fenja ebenfalls im Zwist. Eine desolate Familie. Und darum geht es in diesem Roman. Drei Protagonisten berichten je aus ihrer Sicht die Geschichte, von Kapitel zu Kapitel im Wechsel. Die Haupterzählerin ist Svea.
«Nachdem meine Mutter gegangen ist, fühle ich mich ausgehöhlt von ihrer vollkommenen Freudlosigkeit. Nur in einem Punkt hatte sie recht: Das Haus sieht wirklich aus wie ein Saustall. Bis zu diesem Moment ist es mir nicht einmal aufgefallen. Das viele Reisen zu entlegenen Orten hat mich resistent gegen kleinere Zumutungen gemacht. Zudem sind die Krümel und der Staub zum Teil immer noch seine Krümel und sein Staub, Spuren seines Lebens.»
Nach einem Drittel wusste ich immer noch nicht, was die Autorin mir mitteilen will, wohin die Reise geht. Eine toxische Familie, bei der jeder den anderen für irgendetwas beschuldigt, man nicht leiden kann, wo sich alles im Kreis dreht, dazwischen ein paar andere Figuren. Psychologische Tiefe ist das nicht, sondern oberflächliche Plapperei. Hier fehlt die Spannung und die psychologische Tiefe einer Karen Slaughter oder Charlotte Link, die tief in die Gefühlswelt der Figuren hineingehen. Prepper, Reichsbürger, klasse Themen, die leider nur angedeutet werden. Die Hauptperson Svea ist nicht glaubwürdig, ihr Handeln oft nicht zu verstehen. Und weil mich beim Lesen die Langeweile packte, fing ich an zu blättern. Es wurde nicht besser. Leider. Spannung ist nicht eine halbe Seite lang zu spüren. Baue nie eine Figur auf, die zu nichts nütze ist, die Geschichte nicht weiterträgt – eins der Gebote für Autor:innen. Hier gibt es gleich mehrere Figuren, die, würde man sie herausschreiben, sie nicht fehlen würden. Ich habe nicht gezählt, aber gleich auf den ersten Seiten haben wir es mit geschätzt 30 Personen zu tun – die meisten völlig unwichtig für die Story. Es werden immer wieder Informationen hereingeworfen und liegen gelassen, etwas was mich nervte. Sprachlich ungelenk in Ausdruck und Stil ist der Roman auch in dieser Hinsicht nichts, was in guter Erinnerung bleibt. Fazit: Für mich blieben die Figuren an der Oberfläche, distanziert, die Autorin kam ihnen nicht nahe. Bis zum Ende war mir nicht klar, welche Message dem Roman unterliegt. Es ist ein Thriller, denn bis zum Ende unterliegt das Bedrohliche – Wer hat das Mädchen ermordet? Die ganze Geschichte wirkte auf mich ziemlich planlos, von Spannungsbogen keine Rede – überhaupt fehlt diese gänzlich. Ein Debüt, das mich nicht überzeugen konnte. Ich habe mich gelangweilt, wie schon lange nicht mehr.
Jana Stieler volontierte nach Abschluss ihres Studiums bei den »Kieler Nachrichten« und lernte dabei den Norden mitsamt seinen Abgründen kennen und lieben. Heute lebt sie als freie Autorin mit ihrer Familie in Hamburg. Freie Tage verbringt sie am liebsten mit Küstenwanderungen oder im Kajak auf der Schlei.
Vor über zwanzig Jahren schwor sich Svea, nie wieder in ihre norddeutsche Heimat zurückzukehren, nachdem ihre beste Freundin nach einem Sommerfest spurlos verschwand. Nun wird die Leiche gefunden, tief im Wald versteckt. Für Svea ist der Fall klar: Schuld ist ihr Schwager, der damals mit der Freundin zusammen war. Er kennt die Wälder an der Schlei wie kein Zweiter. Svea kehrt zurück, um ihre Schwester Fenja und deren Kinder vor dem überzeugten Prepper zu beschützen. Doch Fenja misstraut ihr zutiefst – und Svea hütet ein düsteres Geheimnis, was in jener Nacht wirklich geschah...
Das Buch ist in drei Perspektiven aufgeteilt: Wir begleiten Svea, ihren Neffen Torge und Gemma (die Mutter der Ermordeten). Ich mag es sehr, wenn man unterschiedliche Charaktere kennenlernen kann, und diese drei waren definitiv interessant.Besonders Torge habe ich ins Herz geschlossen.
Da es sich um einen Psychothriller handelt, standen die Charaktere und ihre internen Konflikte oft stärker im Fokus als die tatsächlichen Ermittlungen von Svea. Das führte leider zu einigen Längen im Mittelteil, die man meiner Meinung nach hätte straffen können. Dadurch war es stellenweise etwas mühselig, der Geschichte zu folgen.
Erst gegen Ende entwirren sich die Verstrickungen der verschiedenen Personen und ergeben plötzlich Sinn. Ich muss sagen, das Finale hat mir gut gefallen! Es ist nur schade, dass dem Mittelteil etwas die Spannung gefehlt hat, denn die Grundidee hatte definitiv Potenzial.
Was ich aber absolut positiv hervorheben muss, ist das Setting! Die norddeutsche Schlei, die beklemmende und teilweise düstere Atmosphäre , das hat die Autorin wunderbar eingefangen und trägt die Story, wenn sie mal ins Stocken gerät.
Insgesamt ist es eine lesenswerte Geschichte mit einem tollen Setting und starken Charakteren, die aber in puncto Spannung im Mittelteil noch Luft nach oben hat.
**** Mein Eindruck **** Die Geschichte entfaltet sich aus drei Perspektiven und ist psychologisch dicht und eindringlich aufgebaut. Wir befinden uns mitten in einer Familie, in der Gewalt, Kontrolle und Hass den Alltag bestimmen. Das Gesundheitssystem, Medien und äußere Einflüsse werden verteufelt – so sehr, dass ein 13-jähriger Junge lernen muss, allein im Wald zu überleben und für Nahrung zu sorgen. Die Mutter kämpft unermüdlich darum, ihre kleine Tochter zu schützen, doch die Hürden sind enorm. Als ihre Schwester nebenan einzieht, verändert sich die Dynamik: Alte Wunden reißen auf, und ein längst vergangener Mord kehrt in die Gegenwart zurück. Wer trug damals wirklich die Schuld? Ein Psychospiel beginnt, das mich von Anfang an gepackt hat. Ich habe mitgefiebert, war erschüttert – und die düstere, beklemmende Atmosphäre hat mir stellenweise Gänsehaut bereitet. Der Schreibstil ist kraftvoll und eindringlich, die Figuren vielschichtig und bewegend. Nur mit Gemmas Perspektive konnte ich weniger anfangen, und insgesamt wirkte das Buch für mich eher wie ein spannungsgeladenes Familiendrama – weniger Krimi, mehr psychologisches Porträt.
**** Empfehlung **** Ein intensiver Roman für alle, die psychologische Tiefe, düstere Familiengeheimnisse und emotionale Spannung mehr schätzen als klassische Ermittlungsarbeit. Für Fans von vielschichtigen Geschichten mit Gänsehautpotenzial absolut lesenswert.
Vielschichtiger Thriller voller Geheimnisse und einer ganz besonderen Atmosphäre
„Brackwasser - Stille Wasser sind tief. Und manche sogar tödlich“ der Autorin Jana Stieler hat mich wirklich voll überzeugt und auch etwas umgehauen. Da ich häufig Krimis und Thriller lese, schaffen es diese immer seltener mich richtig zu überraschen. Das war bei „Brackwasser“ zum Glück anders. Auf diese Auflösung bin ich wirklich nicht gekommen, dabei ist alles auch noch absolut stimmig. Aber erst mal von Vorne. Die Geschichte startet düster und bringt von Anfang an eine ganz besondere Atmosphäre mit. Die Umgebung an der Schlei ist zwar malerisch, durch das abgeschiedene Setting kommt aber ordentlich Grusel auf. Eine weitere große Stärke des Buches ist die authentische und psychologisch sehr durchdachte Darstellung der Figuren. Die Autorin schafft es dabei den Persönlichkeiten so viele Details und Nuancen zu verleihen, dass diese absolut lebensecht wirken. Die Spannung ist durchgehend hoch und es gibt richtig viele Geheimnisse zu entdecken. Für großen Lesespaß sorgt außerdem der tolle Schreibstil, welcher sich packend liest und den Thriller in einen Page-Turner verwandelt. Insgesamt kann ich „Brackwasser“ deshalb uneingeschränkt weiterempfehlen und vergebe natürlich gerne 5 Sterne. Hoffentlich gibt es bald wieder spannendes von Jana Stieler zu lesen!
Das Buch hat mir gut gefallen. Der Schreibstil ebenso. War sehr spannend und ich fand die Interaktionen und Handlung mit den Kindern sehr spannend. Das Ende war aber klar (hatte gerade ein Buch mit gleichem Ende) Trotzdem kann ich das Buch empfehlen