Korea gilt als das Land der gesunden Hundertjährigen. Dafür gibt es einen das uralte Konzept der präventiven Selbstfürsorge. Michelle Jungmin Bang nimmt uns mit auf eine Reise durch die Heimat ihrer Vorfahren und zeigt, was diese traditionelle Lebensweise auszeichnet. In ihrem Buch versammelt sie Rezepte, Reisenotizen und inspirierende Geschichten von Menschen, die die traditionellen Gesundheitspraktiken lebendig halten. Sie führt uns zu den buddhistischen Nonnen in die Berge Koreas, in ein Küstendorf mit sogenannten »Meerjungfrauen« auf der Insel Jeju oder in das urbane Seoul, wo Jung und Alt in Kur- und Saunahäusern Entspannung finden. Die koreanischen Mittel auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden sind klein und unscheinbar – wie die Heilpflanze Ssukgat. Und doch entfalten sie in ihrer Gesamtheit eine Wirkung, die unsere westlichen Vorstellungen vom guten Leben auf den Kopf stellt.
Michelle Jungmin Bangs „Ssukgat. Vergessene koreanische Lebensweisheiten für Gesundheit und Langlebigkeit“ ist eine gelungene Mischung aus Reisebericht, Kulturgeschichte und Gesundheitsratgeber. Die Autorin nimmt einen mit nach Südkorea, wo sie u.a. von Begegnungen mit buddhistischen Nonnen und der vielfältigen Saunakultur Seouls schildert. Dabei rückt sie die Frage in den Mittelpunkt, wie wir Gesundheit neu und ganzheitlich verstehen können. Anstatt nur Symptome zu bekämpfen, legt sie den Fokus darauf, frühzeitig auf Körpersignale zu achten und diese mit natürlichen, nachhaltigen Methoden zu behandeln. Persönlich gefällt mir die Verbindung von fundiertem Wissen und persönlichen Erfahrungen gut. Dadurch wird der reine Ratgeber-Aspekt aufgelockert. Dadurch richtet sich das Buch vor allem an Leser, die sich bereits mit Themen wie Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und alternative Heilmethoden beschäftigen. Wer eine streng wissenschaftliche Herangehensweise erwartet, könnte manche Passagen als zu persönlich empfinden. Auch die Fülle an Eindrücken – von Reiseberichten bis zu Rezepten – macht es nicht immer leicht, den Faden zu behalten. Fazit: für Leser, die ganzheitliche Gesundheit mit kultureller Tiefe verbinden möchten, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.