Eine junge Frau wacht mit einem blauen Auge in ihrer Heimatstadt in der deutschen Provinz auf. Eigentlich wollte Rosa immer weit weg, doch nun, nach vielen Jahren in London, ist sie zurück und wird von verwirrenden Erinnerungen an ihre Jugend in einem humanistischen Internat, an ihre Mutter, die jung verstarb, und an alte Freundinnen, die nicht mehr mit ihr sprechen, heimgesucht. Hin und her gerissen zwischen Nostalgie und Realität sucht Rosa die Wahrheit zwischen alten Geschichten. Mit großer Intensität und humorvoller Leichtigkeit erzählt Emily Marie Lara von einer jungen Frau, die sich mit aller Kraft gegen das Erwachsenwerden wehrt und sich in seiner Ablehnung trotzdem selbst findet.
Emily Marie Lara wurde 1993 in Wuppertal geboren und studierte Germanistik, Romanistik und Kommunikation. Nach einigen Jahren in Großbritannien und Berlin lebt sie inzwischen wieder in Nordrhein-Westfalen. Tagsüber arbeitet sie in der Medienbranche, nachts schreibt sie im Kerzenlicht und auf Papier. 2022 gewann sie den FÖRDERPREIS DER WUPPERTALER LITERATUR BIENNALE.
Emily Marie Laras Debütroman "Nowhere Heart Land" wird im Netz von vielen gefeiert, doch für mich war er wider Erwarten leider nichts. Eigentlich schätze ich den Pola Verlag für seine durchweg unterhaltsamen Romane, aber dieser Roman war mir einfach zu wenig handlungsgetrieben. Dabei fängt der Roman eigentlich vielversprechend an: Rosa kehrt aus London in ihre Heimatstadt zurück, um das Haus ihrer Großmutter zu verkaufen und deren Pflege zu finanzieren. Dabei wird sie mit Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter und ihre eigene Vergangenheit in dem Internat, das sowohl ihre Mutter als auch Rosa besucht haben, konfrontiert.
Doch nach dem starken Beginn mit vielen interessanten Episoden passiert in meinen Augen nicht mehr viel: Rosa bleibt in ihrer Heimatstadt hängen, und anstatt einer tiefgründigen Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit oder einer Entwicklung ihrer Figur, wiederholen sich eintönige Tage, die ausführlich beschrieben werden. Ihr hoher Alkoholkonsum wird nicht kritisch hinterfragt und ihr Verhalten gegenüber ihrer Jugendfreundin Leni, die in der Schulzeit aufgrund ihrer Armut diskriminiert wurde, bleibt problematisch: Statt wirklicher Reflexion entwickelt Rosa beinahe stalkerhafte Züge und respektiert Lenis Grenzen nicht.
Mir fehlte eine greifbare Charakterentwicklung, eine überraschende Wendung oder wenigstens eine tiefere emotionale Ebene. So wirkte der Roman oft langatmig und viele Fragen bleiben offen. Die Rückblicke auf Rosas Schulzeit waren für mich die spannendsten Passagen – eigentlich hätte es den Rahmen in der Gegenwart für mich gar nicht gebraucht. Was mir hingegen gefallen hat, war die sprachliche Gestaltung: Emily Marie Lara schreibt durchaus atmosphärisch und eindringlich.
Dennoch bleibt mein Fazit: "Nowhere Heart Land" konnte mich nicht packen. Die Ausgangsidee ist gut, die Umsetzung jedoch für mich zu zäh, die Figuren zu stagnierend. Schade – denn das Potenzial war definitiv da.
Beim ersten Kapitel dachte ich noch, ich hätte ein Jahreshighlight vor mir, aber leider hat sich das alles in eine Richtung entwickelt, die überhaupt nicht mehr meinem Geschmack entsprochen hat.
...bisschen (SEHR)...insane, meinen eigenen Roman bei Goodreads zu sehen. Ab jetzt vorstellbar, ab März mit Champagner feierbar. Schaut doch gern schon mal rein <3
Rosa ist nach einem Zwischenfall im Job zurück aus London in der Provinz. Dort muss sie sich nicht nur mit der Demenz ihrer Großmutter und kaputt gegangenen Freundinnenschaften beschäftigen, sondern auch mit der prägenden Internatszeit - was ist damals passiert und wieso kann sie sich nicht erinnern?
Hm. Schwieriges Buch. Einerseits mochte ich den atmosphärischen Schreibstil, in dem die Autorin sehr viel Blick für kleinste Details beweist, andererseits ist die Handlung nicht so wirklich in die Pötte gekommen. Ich habe bei vielem genickt und schöne Sätze unterstrichen, im Mittelteil hat mich das Buch aber auch oft gelangweilt und ich musste mich etwas zwingen, weiterzulesen. Bin froh, dass ich es gemacht habe, aber ich verstehe auch, wenn Leute da aufgeben.
Ich habe schon ein paar enttäuschte Rezensionen gelesen und glaube, ich habe mehr mit dem Buch “gevibed” als andere. Das lag glaube ich da dran, dass es durchaus Parallelen zwischen mir und Rosa gibt: Alter, Berufsfeld und ich habe auch mal in London gelebt und mochte deshalb auch die England-Referenzen, Anglizismen und “very millenial” Beobachtungen. Ich glaube, wenn ich ein paar Jahre jünger oder älter gewesen wäre, hätte ich das Buch nicht so sehr gefühlt. Trotzdem hat mich Rosa auch sehr genervt, ihre mangelnde Entwicklung hat mich abgefckt und für meinen Geschmack hat sie drei, vier dumme Entscheidungen zu viel getroffen, das war ab einem gewissen Punkt nicht mehr relatable sondern nur noch anstrengend.
Man merkt man dem Buch irgendwie stark an, dass es ein Debüt ist, denn es liest sich eher wie ein Rohentwurf, bei dem nochmal der Rotstift hätte angesetzt werden müssen. 100 Seiten kürzer, mehr Tempo bei der Handlung und ein stärkeres Ende - das ist nämlich im Vergleich zum atmosphärischen Roman sehr blass geblieben und habe ich ehrlich gesagt auch schon wieder vergessen - hätten dem Buch gut getan. Die Bewertung finde ich deshalb sehr schwer. 3,5-3,75 Sterne?
”ihr heiratet und sterbt und redet scheiße in meetings und spielt erwachsensein.”
ich hätte nowhere heart land eigentlich lieben sollen. ich wollte es lieben. doch leider hat sich der roman für mein empfinden zu sehr gezogen, dass es einem den spaß genommen hat.
allen voran die charakterentwicklung war für mich zu oberflächlich und wenig greifbar. hinzu kamen langatmige handlungsstränge, die dazu beigetragen, dass man beim lesen oftmals den faden verloren hat. alles wirkte sehr zäh und stellenweise hatte man das gefühl, gar nicht so wirklich voranzukommen.
was mir jedoch sehr gut gefallen hat, war der schreibstil der autorin. dieser ist atmosphärisch, sprachlich stark und vielversprechend für weitere werke in der zukunft.
Eigentlich hab ich nichts gegen unsympathische Protas, aber Rosa schießt den Vogel ab! Sie lebt in ihrer völlig eigensinnigen Welt fernab der Realität. Der Schreibstil ist sehr anstrengend, schließe mich hier einer Vorgängerin an; liest sich sehr nach Poetry Slam. Viele Aufzählungen, die mich mega genervt haben. Story gab es kaun, ständig Wiederholungen über Leni und Conny und dabei bleiben die einzelnen Charaktere sehr oberflächlich. Ich wurde einfach nicht warm mit der Geschichte.
Was war das denn? Hier passiert gar nix. Es gibt nicht mal eine Handlung. Es ist nur eine 30 jährige Frau, die über ihre Schulzeit nachdenkt und völlig entrüstet ist, dass niemand sonst so intensiv über die Schulzeit nachdenkt. Dabei ist sie die komische. Keine Ahnung was die Autorin machen wollte mit diesem Buch. Es führt zu nichts. Die Protagonistin raucht, trinkt und denkt. Am Ende ist nichts passiert.
Ich konnte mich nicht mit der Protagonistin identifizieren und mich hat‘s leider auch nicht wirklich gecatcht, dass ich Lust hatte mich mit ihrer Lebenssituation auseinanderzusetzen.
Rosa kehrt aufgrund ihrer dementen Großmutter aus London zurück in ihre kleine Heimatstadt in Deutschland und wird dort von Erinnerungen an ihre Schulzeit und an die ihrer Mutter Leni heimgesucht. Sie versucht im Laufe des Romans vermeintliche Schlüsselmomente ihrer Schulzeit zu rekonstruieren und nachzuvollziehen. Dabei stößt sie immer wieder auf Unverständnis ihrer ehemaligen Schulkamerad:innen, Lehrer und anderen Bezugspersonen, mit denen sie versucht Kontakt aufzunehmen. Vieles was für Rosa einen erheblichen Einfluss auf ihr Leben hatte, ist für ihre ehemaligen Freund:innen von keiner Relevanz mehr. Trotzdem hält sie an ihren trügerischen Erinnerungen fest, und lässt sich aus ihrer delusion nicht befreien. Immer wieder verschwimmen hier die Grenzen zwischen Realität, Einbildung und echten Erinnerungen. Daran, was sie nach der Schule eigentlich erlebt hat, kann sie sich kaum erinnern, dafür bleibt sie um so mehr in ihrer Nostalgie hängen. Ihre Freundinnen hingegen haben ihr Leben weitergelebt, haben Haus und Kinder oder eine Karriere, und keine Zeit und Lust mit Rosa auf Spurensuche in der Vergangenheit zu gehen.
In Nowhere Heart Land passiert nicht viel und gleichzeitig hat es viel mit mir gemacht. Wir folgen die gesamte Zeit nur Rosas sehr verqueren Gedankengängen, ihrer Nostalgie und ihrem sehr eigensinnigen Verhalten. Zu Beginn des Buches war ich noch sehr überzeugt davon, dass das Buch zu einem Highlight werden könnte. Die Geschichte lässt sich zwar als „weird girl fiction“ einordnen, aber ich liebe solche besonderen Protagonistinnen immer sehr und konnte mich auch häufig in Rosa wiederfinden. Auch wenn ihre Gedanken teilweise wirklich sehr wirr sind, so hatte ich oft das Gefühl die Autorin hätte in meinen eigenen Kopf geschaut. Rosa erinnern selbst die kleinsten Details im Alltag an Momente aus ihrer Schulzeit auf dem Nützenberg, wobei die Erzählung nach keiner nachvollziehbaren Logik erfolgt und es dadurch sehr chaotisch wirkt. Auch ich kann wie Rosa bis heute meine Schulzeit nicht wirklich loslassen und versinke oft im Alltag in nostalgische Erinnerungen, auch wenn ich nicht wie sie ein von Nonnen geführtes Internat besucht habe. Da ich ein Interview der Autorin auf der Buchmesse mitbekommen habe, wusste ich schon vor der Lektüre, dass sie das Buch collagenartig und zunächst auch aus einer anderen Perspektive geschrieben hat, und diesen Eindruck hatte man auch beim Lesen. Was man allerdings positiv dabei bewerten kann, ist, dass (zumindest mir) keine Logikfehler aufgefallen sind, auch wenn das Buch immer wieder zeitliche Sprünge macht. Auch mochte ich die nostalgische Stimmung, die erschaffen wurde, wenn beispielsweise von dem Geruch nach „Tafelschwammstaub“, Window-Color oder VHS-Kassetten gesprochen wurde. Der Schreibstil war hier ein ganz besonderer, der mir sehr zugesagt hat.
Allerdings ist dieser zunächst positive Eindruck ungefähr bei der Hälfte des Buchs für mich gekippt. Es passiert nämlich einfach nichts und die Erzählung wird leider sehr repetitiv, was versucht wird aufzubrechen, indem Rosa ein völlig abwegiges, sinnloses und absurdes Verhalten an den Tag legt, welches ich nicht länger nachvollziehen konnte. Ab einem gewissen Zeitpunkt hat mich das dann ehrlicherweise nur noch genervt. Auch fragte ich mich gegen Ende hin, was nun eigentlich der Sinn der Geschichte ist, und auch Rosa schien den Fokus verloren zu haben. Am Ende blieben viele Fragen offen, und die Auflösung wurde für mich sehr künstlich herbeigeführt. Zurück blieb bei mir ein sehr bedrückendes Gefühl und ich fühlte mich nach dem Buch viel schwerer als davor. Dadurch war das Buch für mich leider doch kein Highlight, was ich sehr schade finde, da mich das Cover, der Schreibstil und das Thema so sehr angesprochen hatten.
Ich weiss leider gar nicht was ich zu diesem Buch noch sagen sollte, da mir fast nichts davon im Kopf geblieben ist. Es war leider ziemlich langweilig und irgendwann habe ich es nur noch auf Krampf gelesen, da ich es als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen habe. Eine Wendung gab es nicht, eine Entwicklung der Protagonistin auch nicht. Keine Emotionen, alles sehr sehr trocken. Letztendlich habe ich dieses Buch leider abbrechen müssen, da es wirklich viel zu schleppend ging und ich auch nicht die Freude am lesen verlieren möchte. Es tut mir wirklich leid!
Obwohl ich das Buch nicht sonderlich unterhaltsam war möchte ich betonen, dass es Potential hatte! Das Buch konnte mich leider nicht überzeugen, allerdings sollte sich natürlich jeder und jede eine eigene Person zu etwas bilden. Vielleicht ist es dein neues Lieblingsbuch!! 😊
Die Handlung folgt Rosa, einer 29-jährigen Frau, die nach Jahren in London in ihre Heimatstadt Wuppertal zurückkehrt. Ein handgreiflicher Vorfall am Arbeitsplatz und die gestiegenen Pflegekosten für ihre demenzkranke Großmutter zwingen sie dazu, das Haus ihrer Großeltern zu verkaufen. Dort angekommen, wird Rosa von Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter, ihre Zeit im Internat und ihre alten Freundinnen Leni und Theresa überflutet.
Die Rückblicke aus Rosas Schulzeit gehören für mich zu den stärksten des Buches, da sie ihre Vergangenheit greifbar machen und Einblicke in ihre Jugend und Beziehungen geben. Auch Gespräche wie mit Leni in der Pizzeria, schafften es, die Figuren kurzzeitig näherzubringen.
Was mich enttäuscht hat, ist die Entwicklung der Handlung nach diesem vielversprechenden Anfang. Statt einer Charakterentwicklung oder einfach iiirgendeiner Wendung, verliert sich die Geschichte in wiederholenden Gedankenschleifen. Rosas Alltag wird ausführlich beschrieben, doch es fehlt an einer Verbindung, die die vielen schweren Themen miteinander verknüpft. Ihr Alkoholkonsum oder ihr problematisch grenzüberschreitendes Verhalten gegenüber Leni, werden nicht reflektiert, was mich als Leserin zunehmend frustriert hat. Besonders Rosas Unfähigkeit, die Grenzen anderer zu respektieren oder Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, haben es mir schwer gemacht, Sympathie für sie zu entwickeln.
Auch die Nebenfiguren bleiben monoton, da der Fokus fast ausschließlich auf Rosas innerem Monolog liegt. Ich hätte gerne mehr über Leni, Theresa oder andere Charaktere erfahren, um mehr in die Geschichte eintauchen zu können. Das offene Ende, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet, hat mich ebenfalls unzufrieden zurückgelassen. Gesellschaftskritische Themen werden zwar angeschnitten, bleiben allerdings für meinen Geschmack zu oberflächlich, um richtig nachzuwirken.
Trotz dieser Kritikpunkte hat mich der Schreibstil von Emily Marie Lara beeindruckt. Ihre Sprache ist atmosphärisch, eindringlich und oft von einer melancholischen Schönheit durchzogen. „Wie macht man das, andere Menschen an sich heranlassen und ihnen verzeihen, dass sie verschwinden werden?"
Mir hat hier definitiv etwas gefehlt.. dennoch bin ich gespannt, wie Emily Marie Lara ihre schriftstellerische Reise fortsetzt, denn ihr sprachliches Talent ist sehr sichtbar.
Das Buch folgt der Protagonistin Rosa, die eigentlich in London lebt, jedoch nach einem handgreiflichen Vorfall in Ihrer Medienfirma & einigen Bürokratischen Dingen die geklärt werden müssen nach Deutschland zurück kehrt. Rosa verbindet Deutschland mit vielen Erinnerungen aus Ihrer Jugend, die Sie in dem humanistischen Internat verbrachte, sowie an Ihre junge verstorbene Mutter und an Ihre alte Freundinnen, die keinen Kontakt mehr zu Ihr haben. Die Grenze zwischen Nostalgie und Realität verschwimmt immer wieder und Rosa versucht heraus zu finden, was zwischen den ganzen Geschichten wirklich die Wahrheit ist..
Um es kurz zu fassen: Rosa ist ein Charakter, den ich einfach nicht leiden konnte, da Sie eigentlich nur negative Eigenschaften ausweißte. Vom Egoismus, Alkohol- und Zigarettensucht, gewalttätigen Zügen, dem selbstzerstörerisches Verhalten bis hin zu Ihren Stalker Momenten. Sie akzeptiert die Grenzen anderer in keinster Weise, versteht nicht, dass andere sich mit dem älter werden entwickeln und eventuell auch Verändern & man sich so auch auseinander leben kann. Die Schuld sucht Sie stets bei allen anderen, jedoch nie bei sich selbst, auch wenn man Ihr ein riesen Schild mit der Antwort vor die Nase halten würde, wären immer noch die anderen schuld. Durch das Buch hinweg hatte sie kaum bis gar keine richtige Charakterentwicklung. Das Buch besteht aus 90% Gedankengänge von Rosa, diese sind wirr, wiederholen sich immer und immer wieder und werden häufig viel zu langatmig, was es schwierig machte, dem Buch irgendwann noch zu folgen.
Die Idee des Buches war super, leider fand ich persönlich die Umsetzung schwierig & war zeitweise genervt, von dem ständigen Teufelskreis in dem Rosa sich befand. Man hatte das Gefühl man liest immer wieder das gleiche, jedoch in anderer Ausführung. Vielleicht war das so gewollt, da die Protagonistin ja auch sichtlich feststeckt in diesem Kreis, jedoch fand ich das Ganze etwas too much für den Leser.
Sprachlich fand ich das Buch wirklich toll, die Formulierungen & der Ausdruck von Gefühlen, das manchmal stumpfe & trockene in Ihren Gedanken hat mir sehr Gefallen. Am besten zu lesen fand ich tatsächlich die Rückblicke in Rosas Zeit am Internat.
Ein Buch, dessen Idee wirklich gut war, wo es aber für mich persönlich noch an der richtigen Ausführung fehlte. Es macht einen dennoch teilweise sehr nostalgisch und sprachlich war es definitiv ein Hingucker!
Von dem Cover fangen wir gar nicht erst an: ich liebe es!
Für mich leider nur 2,5/5☆, aber ich bin dennoch gespannt, was die Autorin zukünftig noch mit uns teilen wird!
Rosa lebt in London und kehrt nach Jahren in ihre Heimatstadt zurück, um das Haus ihrer Großeltern zu verkaufen. Die Pflege ihrer demenzkranken Oma kann sonst nicht mehr länger finanziert werden. In der Provinz angekommen, muss sich Rosa mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen: der kaputten Freundschaft mit Leni, dem frühen Tod ihrer Mutter und der Schulzeit am Internat Nützenberg, das damals geschlossen und abgerissen wurde…
Puh, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Das Buch hat gut angefangen, in der Mitte hat es mich genervt und am Ende fand ich es wieder ganz okay. Eigentlich passiert in der Woche, in der Rosa in ihrer Heimat rumhängt, nicht viel. Jedes Kapitel beginnt mit einem neuen Tag: Rosa wacht verkatert auf, weil sie die komplette Minibar ihres verstorbenen Opas leer säuft. Und raucht, raucht, raucht. Sie ist gefangen in ihren Erinnerungen: die Schulzeit am Internat und ihre tote Mutter, mit beidem kann sie einfach nicht abschließen. Dann ist da noch Leni, ihre beste Freundin von damals, die mittlerweile nicht mehr mit ihr redet. Rosa entwickelt sogar stalkerhafte Züge und lauert ihr ständig auf. Ihre Gedanken kreisen von Kapitel zu Kapitel im Kreis und wiederholen sich bis ins Unendliche – manchmal hatte ich das Gefühl, immer wieder dasselbe zu lesen. 100 Seiten weniger hätten es auch getan. Joa, 3/5 Sterne.
Eine Gedankenspirale in das NOWHERE HEART LAND. Rosas Job in London kommt zum stehen und sie kehrt zurück nach Wuppertal um sich um ihre Oma zu kümmern.
Plötzlich ist sie zurück in ihrem alten Leben. Zwischen ihrer Suche nach ihren Zielen verliert sie sich in ihrer Schulzeit und den Geschichten ihrer Mutter. Gedankenspiralen und Nostalgie. Ausgestopfte Tiere und alte Freundinnen. Pizza und eine Welt in die sie irgendwie nicht rein passt. Ethel Cain und das abgerissene Internat. Einfach fühlen wie die Vergangenheit Menschen einnimmt und wie wichtig es ist sich Zeit zu nehmen auf sein eigenes Leben zurückzublicken.
Ich brauche mehr solcher Bücher in der deutschen Literatur! Aufwühlend, emotional, echt und roh, vielschichtige Charaktere und eine unglaublich gut durchdachte Erzählstruktur, und dazu noch sooo unfassbar gut geschrieben!
Nowhere Heart Land ist ein buchgewordener Crash Out. Im Zentrum steht Rosa, beinahe 30 Jahre alt, die nach einem Vorfall in ihrem Job in London in ihre Heimatstadt in NRW zurückkehrt und hier an jeder Ecke mit der Vergangenheit konfrontiert wird, bis die Dämme brechen und ihre jahrelang praktizierte Verdrängung einfach nicht mehr möglich ist. Der Roman ist 100% character driven: Eine richtige Handlung gibt es nicht. Es geht um Rosa, um ihre kaputte Familie und um die zerbrochene Freundschaft zu ihrer besten Schulfreundin Marlene. Vor allem aber geht es um Konzepte wie Generationstrauma, Identitätsverlust, y2k-Nostalgie, Isolation und Trauerbewältigung. Emily Marie Laras Roman liefert keine sauberen Antworten, sondern wirft seine Lesenden gemeinsam mit Rosa in einen epischen Crash Out, der von Selbstzerstörungswut und Verlust geprägt ist.
Ich denke, ob einem das gefällt, hängt sehr stark davon ab, wie sehr man sich mit Rosa identifizieren kann. Für mich waren einige Szenen ein richtiger gut punch, wobei es sicherlich geholfen hat, dass ich in Rosas Alter bin und ihre Nostalgie für die frühen 2000er und deren Popkultur teile, sowie ihre Erfahrungen zu zerbrochenen Schulfreundschaften, die man auch zehn Jahre später noch vermisst. Besonders die Szenen zu Rosa und Marlenes schwieriger Beziehung, sowie zum Verlust von Mutter, Großmutter und Großvater fand ich sehr roh und authentisch geschildert. Besonders im letzten Drittel kippte allerdings die Balance ein wenig und die vielen inneren Monologe standen sich gegenseitig im Weg und wiederholten sich. Hier hätte der Roman sehr viel mehr Kraft haben können, hätte man hier und da gekürzt. Es werden viele Konzepte (Internalisierte Misogynie, Druck durch soziale Genderrollen etc.) angeschnitten, manche noch auf den letzten Seiten, die gerne etwas mehr Raum hätten einnehmen dürfen.
Alles in allem ist Nowhere Heart Land ein interessantes Debut, das minutiös die Geschichte eines Mental Breakdowns erzählt, sich aber manchmal in seinen inneren Monologen verfängt und dadurch an Biss verliert. Der Roman ist dann am besten, wenn er die gesellschaftlichen Umstände von Rosas Situation erkennt, und am verworrendsten, wenn er versucht Rosas nicht erklärbare Gefühle zu erklären und sich in langen Ausführungen verliert, wenn eigentlich kein einziges Wort notwendig geworden wäre, weil ihre Handlungen für sich sprechen.
Ich liebe eigentlich unsympathische Charaktere, aber this was not it... Mit Rosa konnte ich von Grund auf nicht relaten. Nepo Grandbaby? Check! Sich aber nicht um die Oma sorgen (versteht mich nicht falsch muss man nicht, aber das hier war schon meh) und kein basic decent human being sein? Check! Romantisierung bzw. keine kritsiche Einordnung der Monarchie? Kinda Check! White Privilege? Check!
Leider hat mir dann die Story an sich auch nicht so viel gegeben und von den ganzen Harry Potter Referenzen will ich gar nicht erst anfangen. Es ist 2025, als Autor:in hat man eine Verantwortung und mit solchen Referenzen unterstützt man diese horrible Frau trotzdem. Please do better!
Dieses Buch lässt mich leider mit vielen Fragezeichen zurück und ich musste mich bis zum Schluss eher durchkämpfen, statt es gerne zu lesen. Es werden viele Handlungsstränge parallel aufgemacht, Vergangenes und Gegenwart vermischen sich und lösten bei mir mehr Verwirrung als Lesespaß aus. Die Protagonistin Rosa entwickelt sich aus meiner Sicht kaum und wirkt flach und unsympathisch. Eine Geschichte über Verlust und das Erwachsenwerden, die sehr gute Grundlagen hätte, um gut zu sein und die Leser:innen zu berühren, mich hat es aber leider nicht gecatcht und ich würde das Buch nicht weiterempfehlen.
Wirr! Dieses Buch war voll von wilden Gedankengängen, Nostalgie und sehr eigensinnigen Verhaltensweisen der Protagonistin. Die Erzählung folgt gefühlt keiner richtigen Logik und ist immer durchzogen von nostalgischen Erinnerungen, die der Protagonistin im Alltag kommen. Ich bin mir noch unsicher, was ich vom Buch halte, aber es hatte definitiv etwas...
Nowhere Heart Land von Emily Marie Lara ist ein Buch, das viel will, vielleicht manchmal ein bisschen zu viel. Schon beim Einstieg war ich unsicher, wohin mich die Geschichte eigentlich führen soll. Die Handlung wirkt zu Beginn offen und vielversprechend, doch je weiter ich las, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass sich das Buch in seiner eigenen Komplexität verliert.
Leider konnte es mich insgesamt nicht ganz überzeugen. Es fühlte sich für mich streckenweise wie ein einziges Durcheinander an, sowohl inhaltlich als auch emotional. Die Figuren wirkten auf mich teilweise blass oder sprunghaft, sodass ich keinen richtigen Zugang zu ihnen gefunden habe. Ich hatte gehofft, dass sich im Laufe der Geschichte ein klarerer roter Faden entwickeln würde, doch selbst am Ende fehlte mir eine befriedigende Entwicklung oder ein Abschluss, der alles sinnvoll zusammenführt.
Was ich dem Buch auf jeden Fall zugutehalten muss: Es ist kein schlechtes Buch. Die Themen, die Emily Marie Lara aufgreift, sind wichtig und ich habe durchaus verstanden, worauf sie hinauswollte. Sei es die innere Zerrissenheit der Figuren oder die Suche nach Zugehörigkeit und Identität. Diese Ansätze hatten viel Potenzial, doch meiner Meinung nach wurden sie nicht konsequent oder tief genug umgesetzt, um wirklich mitreißend zu sein.
Am Ende bleibt bei mir das Gefühl, dass Nowhere Heart Land ein Werk ist, das viel Raum für Interpretation lässt, aber dabei etwas zu vage bleibt. Es hat sicher seine Leser:innen, die genau diesen Stil schätzen, für mich persönlich war es jedoch einfach nicht stimmig genug.
Nowhere Heart Land hat gute Ansätze und eine interessante Grundidee, aber die Umsetzung ließ mich eher ratlos zurück.
Um es mit den Worten von Lorde zu sagen “What was that”, jedes Telefonbuch ist spannender als dieser Roman. Als neurodiverse Person bin ich eigentlich sprunghafte Gedanken gewöhnt. Ich springe selbst auch in einem Satz fünf Themen weiter, aber hier war es einfach nervig und wirr. Selten so ein unstrukturiertes Buch erlebt. Ich weiß nicht ob das viele als Kunst sehen. Wir haben eine interessante Ausgangssituation Rosa wacht verletzt auf und kann sich an nichts erinnern. Was ist geschehen. Wir machen eine Reise in die Vergangenheit und verstehen, sie hat einige Sachen durchgemacht aber Rosa hält lieber am Status Quo fest, anstelle irgendwas zu ändern. Stattdessen trinkt sie viel Alkohol. Immer wieder bindet sie sich an das Internat ihrer verstorbenen Mutter. Die Geschichte plätschert immer vor sich her und all das in gefühlt einem einzigen inneren Monolog. Ich wünschte ich hätte dieses Buch abgebrochen. Stattdessen habe ich es durchgezogen und mich einfach nur geärgert. Zwischendrinne bei teils unübersetzen Einschübe aus anderen Sprachen kam ich mir einfach nicht intelligent genug für diesen wirren Roman vor. Selten war mal ersichtlich wo wir uns gerade befinden. Uff...... Das kann und will ich niemandem weiterempfehlen.
Ich bin nicht sicher, was ich von diesem Buch halten soll.. Es ist schwer, melancholisch.. es ist irgendwie verwirrend und durcheinander und voller tiefer Gedanken.
Rosa steckt in einer wahren Identitätskrise, hat möglicherweise eine Depression und ganz sicher den frühen Tod ihrer Mutter niemals verarbeiten. Die Geschichte wirkt wie ein wilder Ritt, durch unkontrollierte Gedanken, was es mir so schwer gemacht hat, mit Rosa zurecht zu kommen.
Mein Gefühl sagt mir, dass diese Frau dringend Hilfe braucht, denn sie weiß eigentlich gar nicht was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Wie sie ihr Leben leben soll, wohin sie will und wer sie ist. Dazu kommt, dass sie sich völlig grenzüberschreitenden verhält, ihr Verhalten nicht reflektieren kann und sich selbst bei allem im Recht sieht. Und das, obwohl sie gar nicht weiß, was wahr und was Einbildung ist.. Therapie wäre sicher eine gute Idee..
Ich hatte nicht wirklich Spaß beim Lesen, war eher angestrengt.. das fand ich so schade. Würde der Autorin aber trotzdem nochmal eine Chance geben, wenn sie ein weiteres Buch veröffentlicht.
3-4 Stellen haben mich richtig abgeholt in der Beschreibung bestimmter Lebensgefühle/Situationen, der Rest war einfach zäh und wirr und keine Ahnung, was dieses Buch wollte. Rosa ging mir furchtbar auf die Nerven.
Mit "Nowhere Heart Land" von Emily Marie Lara ist der erste deutschsprachige Debütroman im Pola Verlag veröffentlicht worden. Unter anderem deswegen war ich total gespannt auf das Buch.
Das Cover hat mir durch die Illustration im Porträtstil sofort gefallen.
Rosa findet sich mit einem blauen Auge in ihrer alten Heimatstadt mitten in der Provinz wieder. Die Jahre davor und somit fast ihr gesamtes Erwachsenenleben, hat sie fernab der Heimat in London verbracht.
Nun ist sie nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit ihrem Kollegen zurückgekommen und findet sich in der alten Wohnung ihrer seit geraumer Weile dementen Großmutter wieder. Hier verschwimmen Realität und Nostalgie.
Ihre Mutter hat Rosa früh bekommen und ist früh gestorben. Beide glichen sich im Aussehen und Rosa ging später auf das gleiche humanistische Internat wie Conny. So fiel es ihr immer schwer, sich eine eigene Identität abseits ihrer jungen Mutter zu schaffen. Distanz zu ihr erschafft sie nur, indem sie sie konstant beim Vornamen nennt.
Das Internat selbst gibt es auch nicht mehr - Rosa macht sich dennoch auf die Suche nach Menschen, die sich erinnern und scheint sich gleichermaßen in den Erinnerungen zu verlieren und Halt in ihnen zu finden.
Der Schreibstil ist poetisch und sprunghaft wie Rosas Erinnerungen.
Nostalgie dürfte keinem fremd sein - ob es nun in Form von einfacher Vergangenheitsverklärung ist oder einem Sehnsuchtsgefühl, das fast schon schmerzt. Rosa sehnt die Vergangenheit herbei und flüchtet gleichermaßen ihr ganzes Leben schon vor ihr. Nun steht ihr 30. Geburtstag an und sie erreicht ein Alter, das ihrer Mutter nie vergönnt war. Wer ist sie außerhalb der Fußspuren von Conny? Und wie soll sie gefestigt in die Zukunft blicken, wenn ihre Vergangenheit sie haltlos zurücklässt?
"Nowhere Heart Land" ist ein Buch, das es zuweilen sowohl der Protagonistin als auch uns LeserInnen nicht leicht macht. Die Handlung ist nicht stringent, verliert sich in Rosas Erinnerungen und wirft Fragen auf, deren Beantwortung der Interpretation der Lesenden überlassen werden. Das ist zum Ende hin aber gerade im Hinblick auf den vorherigen Handlungsverlauf nur konsequent. Schließlich kann Rosa manchmal ihren eigenen Erinnerungen nicht trauen und die Gespräche mit Menschen aus ihrer Vergangenheit bringen nur unzureichend Klärung. Was sich aber herauskristallisiert: Rosa verklärt die Zeit im Internat am Nützenberg, da das Internat teilweise Familienersatz für sie war. Ihre ehemalige beste Freundin Leni hingegen hat die Zeit dort in hauptsächlich schlechter Erinnerung, unter anderem wegen klassischer Vorurteile der anderen. Ab und zu schimmern die Probleme dieser Zeit durch Rosas Erzählungen durch, werden aber nie ausreichend erklärt oder verarbeitet. Das passt zu der Figur von Rosa, die zwischen Identitätsflucht- und findung zerrissen ist - eben ein "Nowhere Heart Land".
Der Grundton der Erzählung ist oft betrübt und wehmutsvoll, hat in mir aber auch nostalgische Erinnerungen aufkommen lassen. Auch wenn ich Rosas Handeln nicht immer verstehen konnte, fand ich sie als Figur zutiefst nachvollziehbar.
"Nowhere Heart Land" ist ein Buch zum Gedankenmachen, zum sehnsuchtsvollem Fühlen und der Vergangenheitsverklärung. Es lässt bewusst Fragen offen und überzeugt mit feinen Zwischentönen und einer schwierigen Protagonistin, die in der Zwischenwelt von Nostalgie und Realität gefangen zu sein scheint und doch zuweilen daraus hervorbricht.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Titel: Nowhere Heart Land Autor:in: Emily Marie Lara Genre: zeitgenössische Literatur Verlag: Pola Reihe: Einzelband
„Nowhere Heart Land“ von Emily Marie Lara ist ein bedrückendes Debüt, das existenzielle Fragen stellt. Bei diesem Buch ist mir die Entscheidung bei der Sterne-Vergabe schwer gefallen. Wie bewertet man ein Buch, dessen Protagonistin man selbst sein könnte? Ich war sehr neugierig auf „Nowhere Heart Land“, da ich in der Hauptfigur Rosa so viel von mir selbst sehe. Ich bin im selben Alter, bin mit den selben Songs aufgewachsen. Ich war ebenfalls auf einer Klosterschule und habe Latein und Altgriechisch gelernt. Selbst die Abbildung auf dem Cover sieht mir ähnlich?! Die Referenzen zu Songtexten und das willkürliche switchen von deutsch zu englisch, Latein und Altgriechisch stelle ich mir für viele Leser:innen verwirrend vor, mich hat es aber nur noch mehr abgeholt. Ich habe die Textpassagen verstanden und mich dadurch verstanden gefühlt. Rosa gets it.
Cover: Das Cover und die Klappentexte finde ich sehr ansprechend gestaltet, wie eigentlich alle Werke, die im Pola Verlag erscheinen. Pola trifft hier mal wieder direkt auf den Nerv der twenty-thirty-somethings. Sehr gelungen.
Inhalt: In dieser Erzählung passiert nicht viel, aber genau dieser Stillstand ist das Thema. Rosa befindet sich an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie kann nicht in ihren alten Job zurück und weiß nicht, wohin sie als Nächstes gehen soll. Überfordert von ihrer Situation flüchtet sie sich in Nostalgie und Melancholie, mit einer guten Prise Selbstmitleid. Alles immernoch besser als die harsh reality. Sie ist fixiert auf den Verlust ihrer ehemaligen, inzwischen abgerissenen Schule, die für Rosa symbolisch für die vielen Verluste in ihrem Leben steht - der frühe Tod ihrer Mutter, kein Kontakt zu ihrem Vater, zerbrochene Freundschaften. In den Trümmern des Nützenberg Internats sucht sie nach den Trümmern ihrer eigenen, heilen Welt. Der Schreibstil von Emily Marie Lara ist bewusst sprunghaft, verwirrend, oft bedrückend und dabei stets poetisch. Einige Textpassagen könnten direkt als Poetry Slam vorgetragen werden. Für mich war dies kein leichtes Wohlfühl-Buch, ich musste es in mehreren Etappen lesen, immer wieder Pausen machen und mich im Mittelteil etwas zum Durchhalten zwingen. Therapeutisch habe ich mit Rosa ihre und auch meine Vergangenheit aufgearbeitet.
Charaktere: Rosa fällt in die Kategorie ‚weird girl fiction‘. Ich bin eine Freundin von unbequemen FMC‘s, die anecken und sich nicht an die Regeln halten. Trotzdem fand ich ihr Verhalten zu destruktiv sich selbst und anderen gegenüber und teilweise schwer nachvollziehbar. Rosas grenzüberschreitendes Verhalten ihrer besten Freundin Leni gegenüber fand ich zudem sehr problematisch und unreflektiert. Ich habe das ganze Buch über geschwankt, ob ich Rosa lieber ‚get a grip!‘ entgegenschreien oder sie in den Arm nehmen möchte. Vermutlich beides.
Fazit: Auch wenn es kein einfaches Buch ist, bin ich froh, Rosas Geschichte gelesen zu haben. Ich würde „Nowhere Heart Land“ nicht uneingeschränkt empfehlen. Aber wenn ihr euch auch gerade in einer Krise befindet oder an einem Wendepunkt steht, könnt ihr in Rosa eine gute Freundin finden. Vielen Dank an Vorablesen und den Pola Verlag für das Rezensionsexemplar.
Emily Jeuckens wurde 1993 in Wuppertal geboren und studierte Germanistik, Romanistik und Kommunikation. Sie lebte mehrere Jahre in Großbritannien und Berlin, bevor sie nach Nordrhein-Westfalen zurückkehrte, wo sie heute in der Medienbranche arbeitet. 2022 gewann sie den Förderpreis der Wuppertaler Literatur Biennale. "Nowhere Heart Land" ist ihr Debütroman – ein introspektives Porträt einer jungen Frau, die sich gegen das Erwachsenwerden sträubt.
Worum geht’s genau? Rosa, die Protagonistin, wacht mit einem blauen Auge in ihrer Heimatstadt auf – einem Ort, den sie eigentlich für immer hinter sich lassen wollte. Nach Jahren in London kehrt sie zurück und wird von Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter, ihr humanistisches Internat und Freundinnen, die sich von ihr abgewandt haben, eingeholt. Das Buch begleitet sie durch ziellose Tage, Gespräche und Begegnungen, während sie sich fragt, was eigentlich aus ihr werden soll.
Meine Meinung Ich habe mit dem Buch leider nicht wirklich warmwerden können. Der Schreibstil ist anspruchsvoll, aber oft schwer zugänglich. Die Grenze zwischen Realität und Fantasie verschwimmt, sodass es mir schwerfiel, der Handlung durchgehend zu folgen. Das hat mich immer wieder aus der Geschichte herausgerissen. Einige Szenen mochte ich jedoch sehr, etwa das Gespräch mit Leni in der Pizzeria, weil es einer der wenigen langen Dialoge war, die mir real und greifbar vorkamen - und generell ein Dialog. Das Buch liest sich ansonsten fast durchgehend wie ein innerer Monolog. Auch die Szene im IKEA war spannend, weil sie gezeigt hat, wie unberechenbar Rosa ist – ein Moment, in dem endlich mal eine Art Dynamik entstand. Leider bleibt das Buch fast ausschließlich auf Rosa fokussiert. Ich hätte mir gewünscht, auch mehr über die anderen Figuren zu erfahren, um die Geschichte vielschichtiger zu gestalten. So bleibt vieles an der Oberfläche. Auch das Ende hat mich etwas unbefriedigt zurückgelassen, weil es mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet hat. Mit Rosa als Protagonistin hatte ich meine Schwierigkeiten. Ihr Verhalten wirkt oft selbstzerstörerisch, aber ohne dass es reflektiert wird. Der exzessive Alkohol- und Zigarettenkonsum hat mich mit der Zeit eher frustriert, weil er fast unkommentiert bleibt. Besonders die gesellschaftskritischen Themen – etwa Klassismus – kamen für mich zu kurz oder waren zu subtil. Dennoch mochte ich einige Zitate sehr, etwa: „Wie macht man das, andere Menschen an sich heranlassen und ihnen verzeihen, dass sie verschwinden werden?“ (Seite 254) – ein Satz, der die Angst vor Verlust wunderschön beschreibt. Auch der Bezug zu Social Media und der Leistungsgesellschaft wurde an manchen Stellen gut eingefangen, etwa: „Was ist man denn eigentlich, wenn man nichts tut und es nichts zu teilen gibt?“ (Seite 244)
Fazit "Nowhere Heart Land" ist sprachlich ambitioniert, aber für mich schwer greifbar. Die Geschichte hat einige starke Momente, war mir insgesamt jedoch zu langatmig und einseitig auf Rosa fixiert. Trotz interessanter gesellschaftlicher Themen blieb mir vieles zu vage. 2 von 5 Sternen.
Titel: Nowhere Heart Land Autorin: Emily Marie Lara Verlag: pola
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„Nowhere Heart Land“ ist das Debüt der Autorin Emily Marie Lara. Es geht dabei um die 29-jährige Rosa, die von London zurück in die deutsche Provinz ziehen muss, um sich um ihre demente Oma zu kümmern. In Deutschland angekommen wird sie aber von Erinnerungen aus ihrer Jugend überwältigt: an das Internat auf dem Nützenberg, an ihre viel zu früh verstorbene Mutter und an alte Freundinnen, die nicht mehr mit ihr reden wollen. Bald schon kann sie nicht mehr sagen, was Einbildung ist und was Wahrheit. Mit aller Kraft wehrt sie sich gegen das Erwachsenwerden, muss sich aber bald schon die Frage stellen: Möchte sie für immer in Erinnerungen an die Vergangenheit ertrinken oder ist das Leben in der Gegenwart doch irgendwie in Ordnung?
Auf Bookstagram habe ich viel, viel Gutes zu dem Buch gehört — einer der Gründe, aus denen ich so gespannt auf „Nowhere Heart Land“ war. Außerdem habe ich mich auf den ersten Blick in das Cover verliebt. Doch manchmal täuscht das Äußere und andere Menschen haben andere Meinungen. So auch hier. Ich muss leider sagen, dass mir das Buch gar nicht gefallen hat.
Zunächst einmal ist da die Tatsache, dass 80% des Romans aus inneren Monologen und nur 20% aus Dialogen bestehen. Davon bin ich kein großer Fan, da sich das Lesen dann für mich bis in die Unendlichkeit zieht. Vor allem wenn die Monologe nur aus wirren Gedanken der Protagonistin bestehen.
Des weiteren finde ich, dass es einen Unterschied zwischen poetischer Sprache gibt und unnötigen inhaltslosen Sätzen. Ich habe immer wieder Seiten übersprungen, einfach weil ich vieles als aussagelos betrachtet habe. Es ging außerdem immer nur um dieselben drei Themen: das Internat, die Mutter oder die Freundinnen. Da hat sich vieles wiederholt.
Zudem hatte die Geschichte für mich keinen erkenntlichen roten Faden. Klar, es ging um den Werdegang der Protagonistin und das Erwachsenwerden — aber vieles war so zusammenhanglos und das Lesen hat sich angefühlt wie ein dahin Dümpeln. Ohne Richtung, ohne Plan.
Außerdem ist mir Rosa auch irgendwann auf die Nerven gegangen. Als Hauptcharakter fand ich sie nicht wirklich sympathisch; sie hat ständig Entscheidungen getroffen, die ich nicht verstanden habe, hat sich immer nur selbst bemitleidet und ihr Leben, das trotz allem toll sein könnte, mit Absicht ruiniert.
Einzig das Ende hat mich wieder aus dem Loch gezogen. Als Rosa endlich aktiv wurde und das Leben nicht einfach so an sich vorbeiziehen lassen hat, da hat mich das Buch dann doch nochmal gecatcht. Schlussendlich reicht ein gutes Ende aber nicht aus, um einen mittelmäßigen Start und eine langwierige Mitte wett zu machen. Deshalb kann ich dem Buch, so leid es mir auch tut, nur 1,5 Sterne geben. Ich empfehle es nicht weiter.