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Die Verdorbenen

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Was entsteht aus Liebe, Besessenheit und Schuld? Michael Köhlmeiers neuer Roman - eine meisterhafte Erkundung des Bösen

Anfang der Siebziger kommt Johann zum Studieren in die Stadt, den Kopf voll wirrer Träume. Er trifft Christiane und Tommi, die ein Paar sind und ihn in ihre Mitte nehmen. Gemeinsam erkunden sie die hellen und die dunklen Seiten der Liebe, gefangen in einem Dreieck, das sich immer enger zuzieht.
Als Johann ein Kind war, fragte sein Vater, ob er einen Wunsch im Leben habe. Und Johann hatte sich nicht getraut zu »Einmal im Leben möchte ich einen Mann töten.« Michael Köhlmeiers faszinierender Roman erzählt vom falschen Leben im richtigen. Von vergangener Schuld und lebenslanger Unschuld. »Die Verdorbenen« lassen niemanden mehr los.

160 pages, Kindle Edition

First published January 28, 2025

6 people are currently reading
143 people want to read

About the author

Michael Köhlmeier

108 books120 followers
Michael Johannes Maria Köhlmeier ist ein österreichischer Schriftsteller, Musiker und Moderator.
Er lebt als freier Schriftsteller in Hohenems und Wien.

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5 stars
7 (3%)
4 stars
39 (20%)
3 stars
71 (37%)
2 stars
52 (27%)
1 star
21 (11%)
Displaying 1 - 27 of 27 reviews
Profile Image for Alexander Carmele.
483 reviews456 followers
August 26, 2025
Humorlose Selbstbetrachtung eines Feiglings, der so planlos erzählt wie er ziellos handelt.
(Longlist deutscher Buchpreis 2025)

Inhalt: 1/5 Sterne (keine Pointe)
Form: 1/5 Sterne (schlimme Patzer)
Erzählstimme: 2/5 Sterne (perspektiviert, sonst nichts)
Komposition: 2/5 Sterne (es gibt ein Ende)
Leseerlebnis: 1/5 Sterne (innovationslose Inkonsistenz)
--> 7/5=1,4

Die Verdorbenen erinnert in Stoff und Dynamik sehr an James Baldwins Giovannis Zimmer und Albert Camus‘ Der Fremde, nur nicht erzähltechnisch. Stilistisch lehnt sich Köhlmeier stark an den Schelmenton eines Jan Faktors in Trottel und Maxim Billers Der falsche Gruß an. Johann, die Hauptfigur, wird offensichtlich von der hintergründigen Erzählinstanz durch den Kakao gezogen:

An ihr Lächeln erinnerte ich mich — dieses glückliche Lächeln, als [Christiane] sich nach ihrem kleinen Referat, noch im Applaus ihrer Kommilitonen, neben Tommi gesetzt und er seine Hand auf ihre Schulter gelegt hatte. Ich fantasierte Schutzlosigkeit und Hingabe in dieses Lächeln. Wer sie lächelnd erwischte, könnte ihr sehr weh tun. Der Gedanke erregte mich. Gleich, ob ich mich in der Rolle des Beschützers oder des Bezwingers sah.

Es ist klar, dass hier eine schwächliche Männerfigur vorgeführt wird, und es ist bezeichnend für diese Art von Texten, dass die Ich-Erzählinstanz unglaubwürdig, konstruiert, ja zerfahren, abstrakt und mechanisch stotternd wirkt. Es spricht hier kein Erzähl-Ich über sich. Die Narration kommt nicht wirklich in Schwung, viele kurze, parataktische Sätze (über 50% kürzer als 8 Wörter), keine Adjektive (1,3% da keine Sinnesgewissheit) und so gut wie keine Adverbien (0,5% da keine Handlungsgewissheit). Die Figur „Johann“ existiert einfach nicht.

Ich hätte mich manchmal im Bett aufgesetzt und zu reden begonnen. Vorträge hätte ich gehalten. Mit einer anderen Stimme. Einer fremden, kalten Stimme. Tiefer als ein Kind. Unverständliches hätte ich geredet und dabei mit dem Kopf genickt, als bestätigte ich, was einer gesagt habe, der nicht anwesend war. Mein Vater habe zu meiner Mutter gesagt: Er ist es schon nicht mehr, da redet ein anderer, er ist schon hinüber, lassen wir ihn, es ist vorbei. Es war die Geschichte meiner Eltern, nicht meine. Ich war nur der Katalysator. Auch im Roman meines Vaters wäre es nicht um mich gegangen, nicht um die Familie, nur um sie beide.

Auch in Die Verdorbenen geht es nicht um Johanns Ich, der sich zu Frauen hingezogen fühlt, aber vor jeder Frau zurückschreckt, sobald sie sich ihm auch nur ansatzweise öffnet. Er strebt Kontrolle über das Fremde an und will mit Sprache die Lücken des Lebens schließen, in denen sich Schuld angehäuft hat, um sich reinzuwaschen. So das Bild von der Druckerschwärze, die die Fugen des Schachbretts verunsichbaren, am Ende des Textes.

Verdorben ist an dem Text so manches, vor allem aber die schreibtechnische Umsetzung einer etwas an den Haaren herbeigezogenen Idee. Die philosophische Allegorie zieht nicht. Sie bleibt zu diffus. Die Lücken wirken nicht geheimnisvoll. Sie wirken ungekonnt und beinahe lapidar unausgefüllt. Am Ende bleibt ein Kurzroman darüber, wie ein Möchtegern-Casanova am Stuttgarter Hauptbahnhof Wiener Würstchen mit Senf verzehrt.

In Stuttgart hatte ich eine Stunde Aufenthalt. Ich aß ein paar Wiener Würstchen mit Senf und Ketchup und trank dazu eine Cola. Aus dem Automaten zog ich eine Schachtel Zigaretten und kaufte mir in der Bahnhofsbuchhandlung den Spiegel. […] Endlich stand mir die Welt wieder offen. An allem war ich interessiert, und noch nie hatte ich Wiener Würstchen gegessen, die mir so gut schmeckten.

Das Plusquamperfekt ist durch die Erzählgegenwart, die in Präsens verfasst ist, einfach falsch. Aber von dieser Kleinkariertheit abgesehen (unzählige falsche Konjunktive) schafft es Köhlmeiers Die Verdorbenen an keiner Stelle auch nur ansatzweise das Handeln und Denken dieser Figur zu plausibilisieren. Sie wirkt wie eine Art fehlgeschlagenes Experiment, ein narrativer Frankenstein, der durch die 1970er Jahre der Bundesrepublik Deutschland torkelt.

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Details – ab hier Spoilergefahr (zur Erinnerung für mich):
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Inhalt:
●Hauptfigur(en): Johann, blickt zurück auf sein Leben in die 1970er in Marburg.
●Zusammenfassung/Inhaltsangabe: … Schlüsselsatz: Der Vater fragt Johann, als dieser sechs Jahre alt ist, was er unbedingt einmal in seinem Leben machen möchte. Daraufhin denkt sich, ohne es zu sagen, Johann, einen Mann umbringen.
… 1. Teil: zweimal bietet sich Christiane ihm an, zweimal lehnt er ab; dann ergreift er selbst die Initiative und fährt zu ihr, und sie kommen zusammen.
… 2. Teil: sie leben zusammen; Christiane überlegt sich umzubringen; Johann geht Christiane aus dem Weg und lernt Gabriele kennen, aber entzieht sich ihr wieder; Tommi, verlottert taucht bei ihnen auf; sie leben wieder zusammen; Tommi bastelt in der Wohnung; Johann und Christiane entfremden sich; Johann fordert Tommi und Christiane auf, es miteinander zu tun; als sie es tun, flieht er mit Sack und Pack; er fährt zu seinen Eltern, stiehlt Geld, und trampt nach Ostende.
… 3. Teil: Er wird des Nachts angegriffen; er wehrt sich und erschlägt den Fremden, raubt ihn aus; ihm ist klar, dass die Gewalt über Notwehr hinausgegangen ist; er flieht nach Aachen und versteckt sich in einem Hotel; er schreibt Christiane einen Liebesbrief, fordert sie aber auf, ihm treu zu bleiben; er fährt zurück nach Marburg, findet Christiane, die Tommi erstochen hat; Christiane hat statt sich selbst Tommi getötet; sie stellen sich der Polizei, die beide aber freilassen.
… Schluss: Johann erinnert sich, wie er Tommi beim Basteln belauscht hat; er hat seine Methode, ein Schachbrett und die Fugen desselben zu verzieren, mit einer Zeitung, mit Druckerschwärze, ein Geschenk für Johann. Tommi wirkt etwas irre. Am Ende treffen sich vierzig Jahre später Johann und Christiane wieder.
●Zusammenfassung/Inhaltsangabe: Johann studiert so vor sich hin, Germanistik und Politologie, unterrichtet als Tutor und söhnt sich mit seinem Vater aus, der ihn beim Bier auf sein Liebesleben hin befragt. Daraufhin bandelt Johann mit einer Studentin aus seinem Seminar an, Christiane, die eigentlich mit Tommie zusammen ist. Eine ménage à trois entsteht. Zuerst lebt Johann bei ihnen, dann ziehen Christiane und er in eine eigene Wohnung, bald jedoch erscheint Tommie wieder und sie leben wieder zu Dritt. Eines Tages fordert Johann die beiden auf, Sex miteinander zu haben. Er fühlt sich überflüssig, zieht sich zurück, hebt sein ganzes Geld ab, fährt zu seinen Eltern, bestiehlt sie, fährt dann per Anhalter nach Belgien, Ostende, übernachtet in einem Strandkorb, wird dort von einem Fremden überrascht und geschlagen. Johann wehrt sich zuerst, ergreift ein Holzstück und schlägt den Fremden tot. Daraufhin flüchtet er zurück nach Deutschland, fährt zurück nach Marburg, findet dort Christiane verstört in der Wohnung vor, die vor dem toten, erstochenen Tommie sitzt. Er stellt sich der Polizei, kommt aber frei. Nach Jahrzehnten treffen sich daraufhin Christiane und Johann in Frankfurt wieder. Sie haben beide stets an den jeweiligen anderen denken müssen.
●Charaktere: (rund/flach) … keine wirkliche Angabe möglich, so zerfahren, verwuselt, verstockelt … also eher flach, wenn überhaupt
●Besondere Ereignisse/Szenen: keine, sehr kurz, nichts Bemerkenswertes
… der Text erschließt sich nicht; der Protagonist will nicht auffallen, sucht sich eine Freundin, ist irgendwie interessiert an Frauen, dann aber doch nicht, äugt aber allen Frauen hinterher, findet sie aber meist nur interessant, wenn sie nicht verfügbar sind (wie Jackie, bspw.), bieten sie sich ihm an (wie Valerie, Christiane, Gabriele) schreckt er zurück, hat Angst. Außerdem will er sich seinem Vater gegenüber ebenbürtig fühlen, der im Krieg wohl gemordet hat, deshalb auch sein Wunsch, gleichzuziehen, um dann vielleicht auch so unverkrampft mit seiner Partnerin umgehen zu können, wie der Vater mit der Mutter. Die Konkurrenz mit dem Vater treibt den Text: er schreibt den Roman, den der Vater nicht zustande bringt; er mordet, wie der Vater im Krieg getötet hat, und dann versucht er sich durchs Erzählen reinzuwaschen.
… Schlusspassage: Tommi bastelt für Johann ein Schachbrett, ein Spiel der Macht und Kontrolle, und verwendet die Druckerschwärze der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, um die Fugen zwischen den Felder zu verzieren, also die Lücken unkenntlich zu machen (als schwarze Rahmung um die schwarzen Felder herum). Das Geschrieben bringt die Lücken zum Verschwinden und so wird für ihn Erzählen zu einer Reinwaschung und Wiedergeburt der Lücken im strategischen Spiel des Lebens um Macht und Körper. Leider vermag die Sprache diese hochtrabende Allegorie nicht zu halten, auch überzeugt sie nicht ästhetisch-grauenvoll.
--> 1 Stern

Form:
●Wortschatz:
●Type-Token-Ratio: (Musil 0,23 - Genre 0,11)
●Satzlängen-Verteilung-Median: über 50% der Sätze sind sehr kurz (unter 8 Wörtern), parataktischer, mundartlicher Stil. (bei Musil: 28 Wörter mit Standardabweichung 19 Wörter)
●Anteil der 1000 häufigsten Wörter: (Musil/Mann <70% - Genre >80%)
●Wortartenverteilung: extrem geringer Adjektivanteil 1,3% und Adverbienanteil 0,5%, fast komplett reduziert. (Adjektive - Musil 13%, Adverbien 7%)
●Stimmige Wortfelder: bei den Text trifft Stimmigkeit nicht zu
●Satzstrukturen: äußerst simpel, nur zwei, drei Sätze besitzen reflexives, differenziertes Längenniveau.
●Wiederkehrende Motive/Tropen: das Nichtwissen, Nichterinnern, das Nichtverstehen
●Innovation: keine
… nicht nur werden Zeiten und Modi völlig beliebig verwendet, was zum Teil an dem österreichischem Sprachgebrauch erinnert; es ist zudem eine völlig einfallslose, hakelige Sprache, die niemals wirklich ins Erzählen kommt.
--> 1 Stern

Erzählstimme:
●Eindruck: zerfahrener Ich-Erzähler im Schelmenstil, zu variabel, beliebig
●Erzählinstanz (reflektiert, situiert, perspektiviert?): unreflektiert, aber situiert (im Nachhinein), und perspektiviert auch.
●Erzählverhalten, -stil, -weise: Lakonisch, unwillig, konfus, dissoziierend, unlauter
●Einschätzung: wie Schelmenstücke nun einmal sind, unzuverlässiges, beliebiges Erzählen, das gar nicht konsistent sein kann, wenigstens aber die Perspektive aufrechterhält.
--> 2 Sterne

Komposition:
●Eindruck (szenisch/deskriptiv/Tempiwechsel): nein, eine verworrene Nacherzählung
●Extradiegetische Abschnitte: nein
●Lose Versatzstücke: ja, bspw. Gerry Mangold und seine Jacky kommen aus dem Nichts, auch diese seltsame Valerie und Gabriele
●Reliefbildung: nein
●Einschätzung: wenigstens findet die Geschichte einen Abschluss
--> 2 Sterne

Leseerlebnis:
●Gelangweilt: ja
●Geärgert: ja, über die Sprache
●Amüsiert: nein, blöde Anspielungen
●Gefesselt: nein
●Zweites Mal Lesen?: auf keinen Fall
--> 1 Stern

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Profile Image for Ernst.
650 reviews28 followers
May 27, 2025
Ein junger Mann lässt sich treiben, er ist ein Suchender und bereit viele Risiken einzugehen.

Das Buch ist ein bisschen kurz, vielleicht sogar zu kurz, aber es öffnet durch die Kürze viele Räume für Interpretationen und Versuche, die Motive der Protagonisten zu durchschauen.

Abgesehen von der Kürze hat mir dieser Kurzroman sehr gut gefallen, Köhlmeier beherrscht dieses Format sehr virtuos. Sprachlich ist es überzeugend geschrieben, Figuren und Dialoge sind sehr authentisch, der Plot ist spannend und spitzt sich gegen Ende hin zu.
Profile Image for Sandra.
203 reviews48 followers
August 21, 2025
Johann erinnert sich, dass sein Vater ihn als Kind fragte, was er sich im Leben wünscht. Seine gedankliche Antwort ist, er möchte mal einen Menschen umbringen. Die Antwort verkneift er sich, weiß schon das diese nicht sozial erwünscht ist. 

Die Handlung des Romans ist hauptsächlich in den 1970ern angesiedelt und der Student Johann lernt das Paar Christiane und Tommi kennen, mit denen eine Dreiecks...nun ja, nicht wirklich Liebesgeschichte entsteht....

Diese drei Figuren sind wohl die "Verdorbenen" des Buches, insbesondere Johann und Christiane. Keine der Personen ist irgendwie liebenswert oder verhält sich besonders nachvollziehbar. Es stellt sich oft beim Lesen die Frage, was eigentlich der Punkt des Romans sein soll. Am Ende scheint der Autor einem kurz auftretenden Nebencharakter die Antwort auf diese Frage in den Mund zu legen. 

Es liest sich gut und flüssig, stellenweise interessant. Ich mochte Sätze wie "Verrücktheiten sind selten. Und was selten ist, ist kostbar." Die Hauptfigur gibt sich den eigenen und den Verrücktheiten anderer gleichmütig hin und ich habe ihn mit Gleichmut dabei begleitet.
Profile Image for Bücherwolf.
164 reviews11 followers
February 20, 2025
Michaels Köhlmeiers neuer Roman "Die Verdorbenen" ist ein Buch, das für mich schwer zu bewerten ist. Ich schwanke tatsächlich zwischen 3 und 5 Sternen.

Dieser Roman, oder eher Novelle, handelt von Johann, der Anfang der Siebziger zum Studieren in eine Stadt zieht. Dort lernt er das Paar Tommi und Christiane kennen, die ihn auf eigenartige Weise in ihre selbstzerstörerische Beziehung integrieren, weshalb ein Beziehungsdreieck entsteht, das letztendlich auf dramatische Weise zu Ende geht.

Der gesamte Ton des Romans passt wohl perfekt zur Handlung: Ohne Leidenschaft, ohne Liebe und ohne Bedeutung. Völlig amtbitions- und grundlos. Reine Materie, die gefolgsam das tut, was erwartet wird. Aus dieser Leidenschaftslosigkeit resultiert natürlich eine Geschichte, die beim Lesen wenig Spaß macht und wenig Begeisterung hervorbringt.
Es entsteht eine sehr trockene Sprache, die aber gleichzeitig so perfekt zur Handlung abgestimmt ist, dass es schon fast wieder genial ist. Aus diesem Grund fällt mir die Bewertung auch recht schwer. Es macht keinen Spaß beim Lesen und viel Wert hat es auch nicht aber gleichzeitig ist genau diese Nutzlosigkeit großartig und trifft exakt den Sinn der Geschichte.

Thematisch soll hier das Böse im Menschen dargestellt werden. Ohne Sinn, ohne Ursprung, immer vorhanden. Der Protagonist fügt sich allen Umständen, die ihm gegeben werden. Ihm ist eigentlich alles egal, er nimmt alles hin. Er empfindet nichts, er möchte nichts tun und hat auch kein Ziel im Leben. Einen Wunsch besitzt er jedoch: Er möchte einmal im Leben einen anderen Mann töten.

Es entsteht ein kryptischer, skurriler Roman über den Herbst eines jungen Mannes, der nicht weiß, wohin mit sich oder wer er ist und das Böse in sich nicht bekämpft, sondern fasziniert betrachtet.
Durch die Kürze des Romans kann ich wohl trotzdem sagen: Lest dieses Buch und macht euch eure eigenen Gedanken!
Profile Image for Anna.
627 reviews41 followers
October 17, 2025
German Book Prize Longlisz #1
My Final Personal Ranking 20/20

Well, I am not impressed by the first novel I have read from the longlist of 20 books. Michael Köhlmeier is a regular - his "Philosophenschiff" was nominated last year. However... I'm very confused as to why he was included this year. Yes, he writes beautiful German prose, but this novel felt dated and convoluted, and was neither interesting nor thought-provoking.

The novel features a male first-person narrator named Johann who begins studying in the 1970s. He soon meets a young woman, Christiane, who is in a relationship with Tommi. After just one afternoon spent walking together, she informs Johann that she will leave Tommi and move in with him. While he initially declines, the lure of sex proves too strong in the long run - especially since there is a male rival to beat. However, since they have nowhere to live, they both move back in with Tommi, sharing a bed: Tommi lies at the foot end, pretending not to notice them having sex at night.

It's an odd situation. We have only our narrators perspective, and he clearly is not the most empathetic person. The novel could work, but the entire premise reads like some weird old man fantasy. Then things continue to get more complicated: the new couple moves out and leave Tommi behind, but their relationship doesn't work, and suddenly Tommi moves in again. The novel completely lost me towards the end: the entire thing is just too unbelievable. To not spoiler to much, lets just say: several people are dead, but there are no consequences.

I just... did not care for this book. It could have been written at any time in the last 50 years, and the characters remain opaque. The best thing about it was the prose - and its very modest length.

I was really excited because this year's longlist seemed younger and more daring than the usual very German, very serious selection. This was classic in a bad way. Hopefully, it remains an outlier.
Profile Image for Verena.
146 reviews
March 3, 2025
3,5 ⭐️

Der Klappentext verspricht eine „meisterhafte Erkundung des Bösen“, die einen nicht mehr loslassen soll. So ist es mir mit Köhlmeiers neuestem (Kurz-)Roman leider nicht gegangen. Es gibt sprachlich durchaus schöne Momente, viel Nachhall bleibt von diesem Buch aber bei mir nicht.

„Wer in allem nur sich selbst sieht, kann angesichts der Welt nur staunen.“
Profile Image for Linus.
11 reviews
June 2, 2025
Zitat aus dem Buch "Atmosphäre genügt. Mein Ziel war, einen Dialog zu schreiben, in dem nicht ein einziges Wort von Bedeutung wäre, der den Leser aber lange nicht schlafen ließe." Köhlmeier gelingt es einen Dialog zu schreiben in dem kein Wort von Bedeutung ist. Leider bin ich währenddessen eingeschlafen. Atmosphäre ohne Dialog gut deswegen 3 Sterne.
23 reviews
August 28, 2025
und wer?? wer hat gemeint das gehört auf die buchpreis shortlist???
Profile Image for Katja Härlein.
30 reviews1 follower
August 30, 2025
Der Roman verspricht eine "meisterhafte Erkundung des Bösen". Als Leser erhält man mMn eher eine "ganz passable Erkundung des Belanglosen". Der Ich-Erzähler treibt ziel- und antriebslos umher. Mir ist bewusst, dass es genau darum geht, aber ich war am Ende froh, mich nach nur 150 Seiten von ihm verabschieden zu können.
Profile Image for Stefanie.
159 reviews3 followers
April 6, 2025
Der Klappentext hatte meine Neugier geweckt: Wie wird Köhlmeier die beiden bizarren Themenblöcke - der Wunsch, einmal im Leben zu töten, und die Amour fou dreier Personen - miteinander vereinen, sodass sich eine Kohärenz ergibt? Aus meiner Sicht - gar nicht.
"Die Verdorbenen" war mir zu skurril und grotesk. Ich wurde aus den Figuren nicht schlau und konnte auch ihre merkwürdigen Gedankengänge nicht nachvollziehen. Abgesehen vom stilistischen Feingefühl und von Köhlmeiers Talent, mit wenigen Worten große Bilder zu schaffen, kann ich allerdings keine weiteren Highlights in diesem Kurzroman ausmachen.
Profile Image for Anna.
1,119 reviews
January 1, 2026

Jest początek lat 70. XX wieku, Johann studiuje filozofię i nauki polityczne w Marburgu, gdzie poznaje podczas jednego ze studenckich wyjazdów Christiane i Tommiego. To bardzo dziwna para, nie integruje się z grupą i przebywa tylko ze sobą. Gdy Johann pewnego dnia zabiera Christiane na spacer, ona rozumie to jako zaproszenie do związku i rzuca Tommiego, z którym była w związku przez wiele lat.

Ciąg dalszy: https://przeczytalamksiazke.blogspot....
Profile Image for Lillyfreitag.
35 reviews
September 11, 2025
ein Buch über gefühlt grundlos böse Menschen? Ich hatte das Gefühl Kohlmeier will zwischen den Zeilen Atmosphäre vermitteln, aber für mich ist es leider einfach nur ein Roman mit belanglosen Dialogen und total absurden Handlungen?
Der Protagonist hat schwer zu kämpfen mit männlichem Konkurrenzkampf und jede Frau ist für ihn leider nur ein Sexobjekt
Profile Image for Pow Wow.
259 reviews8 followers
October 5, 2025
An existentially laconic mood piece about a miserable guy and two murders. Shades of Camus/ The Stranger. Great local color. Slim, poignant, reduced, atmospheric, mysterious and open to interpretation. Liked it more than reviews here led me to believe.
Profile Image for an Anna Blume.
154 reviews12 followers
December 12, 2025
Eigenartige, ziemlich uninspirierte Retrospektive über unangenehme Beziehungsstrukturen. Nur die Kürze des Textes lässt ihn mich beenden.
Wie beim “Philosophenschiff” aus einigem Potential leider nicht viel gemacht.
74 reviews4 followers
January 28, 2025
Michael Köhlmeier beweist mit seinem neuen Roman „Die Verdorbenen“ erneut, dass er die Kunst der kurzen Form beherrscht. Bekannt unter anderem auch für umfangreiche Werke, widmet er sich hier einer kompakten Erzählung, die das Leben von Johann und insbesondere seine turbulente Zeit als junger Erwachsener beleuchtet. Auf nur wenigen Seiten schafft Köhlmeier ein vielschichtiges Psychodrama, das von Spannungen zwischen den Figuren und wechselhaften Beziehungen geprägt ist.
Der Roman beginnt mit einem prägnanten Dialog zwischen Johann und seinem Vater. Als dieser ihn fragt, was er sich vorgenommen habe, zumindest einmal im Leben zu tun, bleibt Johann die Antwort schuldig. Doch innerlich formuliert er eine düstere Vision: Eines Tages möchte er einen Mann töten. Diese verstörende Offenbarung legt den Grundstein für die Erzählung und deutet darauf hin, worauf die Geschichte unausweichlich zusteuert. Ob Johann seinen Wunsch tatsächlich erfüllt, bleibt jedoch lange unklar, denn Köhlmeier konzentriert sich zunächst auf die Schilderung von Johanns Werdegang.
Als Student zieht Johann in eine fremde Stadt und knüpft dort enge Kontakte zu Christiane und Tommi. Die drei entwickeln eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung, die von schwankenden Gefühlen und durchaus auch gegenseitiger Apathie geprägt ist. Köhlmeier illustriert diese Beziehung mit Präzision und feinem Gespür für die zwischenmenschlichen Untertönen der Figuren. Mal scheint Tommi die Kontrolle zu haben und Christianes Aufmerksamkeit zu gewinnen, mal rückt Johann in den Vordergrund, nur um sich plötzlich wieder zurückzuziehen. Immer wieder entsteht der Verdacht, dass die Charaktere sich gegenseitig ausnutzen und ein falsches Spiel miteinander treiben. Dieser ständige Wechsel der Machtverhältnisse sorgt für eine unterschwellige Spannung, die den Leser fesselt und die Handlung vorantreibt.
Johann selbst ist eine ambivalente Figur. Er erscheint als kluger und zielstrebiger junger Mann, gleichzeitig aber auch als egozentrisch und manipulativ. Seine Fixierung auf sich selbst durchzieht den gesamten Roman und lässt ihn selten sympathisch wirken. Auch sein Interesse an Christiane scheint weniger aus echter Zuneigung, sondern vielmehr aus eigennützigen Motiven zu entspringen. Köhlmeier zeichnet Johann mit einer Schärfe, die den Leser zugleich fasziniert und abstößt. Außerdem gelingt es dem Autor, die inneren Konflikte und psychologischen Feinheiten der Figuren auf kleinem Raum zu schildern. Dabei bleibt die Handlung selbst überschaubar, was dem Roman eine fast kammerspielartige Intensität verleiht.
Trotz der gelungenen Figurenzeichnung und der atmosphärischen Dichte erreicht „Die Verdorbenen“ zwar nicht die erzählerische Tiefe von Köhlmeiers größeren Werken, stellt aber gleichwohl eine kurze, prägnante Studie über junge Menschen dar, die auf der Suche nach sich selbst und ihren Träumen alles riskieren, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Für einen Roman, den man „nebenbei“ lesen kann, ist „Die Verdorbenen“ eine exzellente Wahl. Köhlmeier liefert eine kleine, feine Erzählung, die durch ihre ungewöhnliche Figurenkonstellation und die psychologische Spannung überzeugt.
Profile Image for Anni Kramer.
Author 3 books2 followers
August 30, 2025
Köhlmeier’s Die Verdorbenen looks back on Johann’s student years in 1970s Marburg, where he drifts into a bizarre ménage-à-trois with Christiane and her boyfriend Tommi. Johann, emotionally vacant, accepts Christiane’s love without returning it, while Tommi lingers humiliated at the edges. The triangle is more claustrophobic than compelling.
Johann eventually runs away, kills a man in Belgium in self-defense (fulfilling a childhood thought of wanting to kill someone), and returns to find Tommi murdered — by Christiane. Johann confesses, but an investigator unmasks him as “corrupted yet innocent,” guilty not of violence but of his moral emptiness.
There is nothing appealing about this book. The characters are uniformly unlikeable, not in a fascinating way but in a flat, alienating one. The narration rambles in shallow contemplation, with little emotional or intellectual payoff. The plot only stirs late — Johann’s killing, Tommi’s death — but fizzles immediately, leaving no impact. Köhlmeier’s sparse style, which some call profound, struck me as bloodless and tedious.
In the end, Die Verdorbenen left me cold: a hollow novel with big themes but no grip.
Profile Image for yellowdog.
855 reviews
January 28, 2025
Gianni

Michael Köhlmeiers neuer Roman heißt Die Verdorbenen.
Die Geschichte handelt in den Siebziger Jahren und Michael Köhlmeier lässt uns Leser in den Kopf der Hauptfigur Johann, genannt Gianni.
Er ist ein junger Student, orientierungslos und mit leicht soziopathischen Gedanken.

Johann landet schließlich in eine Dreierbeziehung mit den Mitstudenten Christiane und Tommie. Eine Beziehung mit selbstzerstörerischen Tendenzen. Johann bleibt getrieben und es ist nur eine Frage der zeit bis es eskaliert.

Erwähnen muss man noch, dass die Geschichte 40 Jahre später rückerinnernd berichtet wird. Dieses Erzählkonzept funktioniert.

Ein durchaus spannender Roman, der von dem Wesen von Menschen und Beziehungen erzählt. Er hat die hohen Qualitäten, die jeder Köhlmeier-Roman hat, erinnert mich aber weniger an Köhlmeiers Erfolgsbuch Das Philosophenschiff sondern vielmehr an Frankie, dem Roman von 2023.
Es ist ein kurzes Buch, aber sehr intensiv. Auch ein Buch, dass schätzenswerter weise seine Rätselhaftigkeit ein Stück bewahrt.
Profile Image for kristinaliest.
650 reviews9 followers
November 28, 2025
Für mich wirkte das Buch erschreckend belanglos. Eine wirkliche Geschichte oder ein fesselnder Kern fehlten völlig, wodurch keine emotionale Bindung entstand. Umso unverständlicher ist für mich die Nominierung für den Deutschen Buchpreis. Insgesamt blieb das Werk weit hinter meinen Erwartungen zurück.
Profile Image for Estrelas.
942 reviews
October 17, 2025
„Mir fiel nichts ein, was ich gern zusammen mit Christiane tun würde, außer mit ihr ins Bett zu gehen, und selbst darüber war ich mir nicht mehr sicher: Ob ich auch das nicht schon durchhätte.“

Das hat mir irgendwie nichts gebracht, weder sprachlich noch inhaltlich.
Displaying 1 - 27 of 27 reviews

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