Das sprühend-unterhaltsame Roman-Debüt von Katja Kullmann – der ultimative Hochstaplerinnenroman zwischen Astroglamour und Angestelltenödnis
Carla Mittmann, einst hoffnungsfrohe Philosophiestudentin, hat ihr Leben in der Serviceabteilung einer Möbelfirma geparkt. Nebenher betreibt sie eine Horoskop-Website – aus Spaß, als Zuverdienst, Schicksalsglauben liegt ihr fern. Doch dann steht ein Schuhkarton vor ihrer Tür, darin zehntausend Dollar, Absender unbekannt. Sie ergreift die Chance, setzt alles auf eine Karte, steigt in großem Stil ins Astrobusiness ein – und da ist er endlich, der Erfolg. Schnell wird sie zur gefragten Starastrologin und bewegt sich in höchsten gesellschaftlichen Sphären, bis sie sich plötzlich nicht mehr sicher Lenkt sie die Sterne oder lenken die Sterne sie? Ein brillanter, scharfsinniger Roman über die Lust der Verführung und die Sehnsucht nach kosmischer Ordnung in Zeiten der Krise.
DNF 160/250 - Schade, das war gar nichts für mich. Die Geschichte von Carla Mittmann, die nebenberuflich als Astrologin arbeitet, hat mich null abgeholt. Ich fand es unglaublich langweilig, die Figuren alle unsympathisch (aber nicht auf diese ~unlikeable charcater~ Art, sondern einfach nervig und so erzählt, dass mir ihr Schicksal schlicht egal ist).
Ich gebe zu: der Klappentext hätte mich ausreichend vorbereiten können und wahrscheinlich hab ich zu viel projiziert: Ich hab mir eine satirische (kritische) Auseinandersetzung mit der Astro/Eso-Bubble erhofft, eine unterhaltsame Zwischendurch-Lektüre mit gesellschaftlich relevantem Kern. Stattdessen war es eine (meiner Meinung nach!) literarisch schwache und inhaltlich uninteressante Lektüre, bei der mich letztlich nicht durchringen konnte, die letzten 90 Seiten auch noch zu lesen.
Ich bin dennoch sicher, dass das Buch seine Leser*innen finden wird. Das haben "22 Bahnen" und der Fußpflegerin-Roman aus Marzahn ja auch.
Mit „Stars“ hat die Sachbuch-Autorin Katja Kullmann ihr Roman-Debüt erschaffen.
In der Geschichte begleiten wir Carla Mittmann, eine Endvierzigerin, die alleine in ihrer kleinen Altbauwohnung lebt. Nachdem sie ihr Philosophiestudium unfreiwillig a den Nagel hängen musste, sitzt sie ihre Zeit in der Serviceabteilung eines Möbelhauses ab. Um ihren Kontostand etwas aufzubessern betreibt sie nebenher noch eine Website, auf welcher sie ihre astrologischen Beratungsdienste als „Cosmic Charly“ anbietet und das, wobei sie selbst gar nicht daran glaubt. Als eines Tages plötzlich ein Stein durch ihr Fenster fliegt und Carla daraufhin nicht nur ein Paket mit 10.000 Dollar, sondern auch noch eine rätselhafte Botschaft vorfindet, gerät etwas ins Rollen, was Carlas Welt komplett auf den Kopf stellt… Mit der finanziellen Absicherung im Rücken traut sie sich endlich, ihren Teilzeitjob zu kündigen und sich das Leben aufzubauen, welches sie sich nicht zu erträumen wagte.
Die Leser*innen begleiten Carla Schritt für Schritt bei ihrer Wandlung von der genügsamen und unsicheren Frau zur geschätzten „Godmother of Astro-Wisdom“. Obwohl Carla schon älter ist, wirkt sie jünger und es wird das Gefühl eines Coming-of-Age-Romans vermittelt, was mir gut gefallen hat. Es macht Mut und zeigt, dass man sein Leben auch im fortgeschrittenen Alter noch einmal umkrempeln kann, wenn man an sich und seine Ziele glaubt. Wie das Ende des Romans letztendlich zeigt, haben keine „kosmischen Zufälle“ Carla an ihr Ziel gebracht, sondern ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein und ihr positives und aufgeschlossenes Mindset. Sie hat lediglich einen kleinen Anstupser von außen gebraucht.
„Stars“ ist für mich eines dieser Bücher, in welchem die Handlung selbst weniger im Fokus steht, als vielmehr die Botschaften zwischen den Zeilen. Welchen Einfluss hat der Glaube an Esoterik und Astrologie auf die Menschen, insbesondere in (persönlichen) Krisenzeiten? Wie wird dies für kommerzielle Zwecke (aus)genutzt? Gewünscht hätte ich mir jedoch etwas mehr Tiefgang im Hinblick auf Carlas Vergangenheit. Gerne hätte ich mehr über die gebrochene Beziehung zu ihrer verstorbenen Mutter und ihrer Kindheit generell erfahren. Auch die Frage, wo das Geld herkam, blieb schlussendlich offen. Die Wendung am Ende kam überraschend und dennoch überzeugend. Wer eine leichte und kurzweilige Geschichte mit Humor und feiner Satire sucht, wird von „Stars“ nicht enttäuscht werden.
Das war leider kein Match mit »STARS« 🔮 von Katja Kullmann und mir. So viel direkt vorab gesagt. Mit der Protagonistin, Star-Astrologin - wider Willen - und Philosophie-Studienabbrecherin (hier war ich kurz interessiert) Carla Mittmann (aka Cosmic Charlie) bin ich weder warmgeworden, noch hat mich das Buch, der Inhalt oder das Ende überzeugen können. Vielleicht waren meine Erwartungen an den neuen Roman der Autorin nach ihrem Buch »DIE SINGULÄRE FRAU« zu hoch? Vielleicht sollte es einfach nicht sein mit dem Roman und mir. Wie auch immer: Mit mir hat das Buch nichts gemacht, außer dass ich von Carlas selbstauferlegter Mittelmäßigkeit, ständigen Ironie und sich - stückweit auch - selbst für etwas Besseres halten, genervt und gelangweilt war. Und das habe ich wirklich (!) sehr selten mit Büchern. Im Übrigen halte ich es für absolut fahrlässig, einen Steinwurf und fragwürdige Zuspielung mit einem Karton voll Dollars nicht zu melden — and I am aware, it’s ficton. … Keine Leseempfehlung von mir.
Carla Mittmann findet als Astrophilosophin die Freude am Leben
Es wird erzählt, dass die Protagonistin ihr Leben nur so dahin lebte und durch ein einschneidenden Erlebnis ihr gesamtes Leben umkrempelt und in der Astrologie einen neuen Job und somit ein neues Leben findet. Plätscherte ganz nett vor sich hin, ohne großartig spannende Ereignisse. Es wird viel über Astrologie geschrieben, was ich nicht nachvollziehen kann, da ich mich bisher zu wenig damit beschäftigt habe. Angeregt, mich nun mehr damit zu beschäftigen, bin ich nicht. Der Roman war weder besonders gut, noch schlecht. Es las sich schnell. Im Großen und Ganzen ganz nett...
Folgt das Leben einer kosmischen Ordnung oder regiert doch der Zufall? Katja Kullmann nähert sich in 'Stars' dieser Frage. Im Mittelpunkt des Romans steht Carla Mittmann: 40-something, emotional angeknackst vom problematischen Verhältnis zu ihrer Mutter, akademisch genauso gebildet wie gescheitert, alleinstehend. Ihr Alltag besteht aus Zeit absitzen im trostlosen Bürojob, einer halbherzigen Affäre mit einem Jugendfreund und langen Abenden vor dem Laptop.
Als plötzlich ein mysteriöser Schuhkarton voller Geld vor ihrer Tür steht, beginnt Carla Schritt für Schritt Selbstverantwortung für ihr Leben zu übernehmen und durchläuft einen Wandel von der unscheinbaren, depressiv verstimmt wirkenden Eigenbrötlerin hin zur selbstbewussten Astrologie-Beraterin.
Obwohl ich wirklich keinen Bezug zu Horoskopen und Sterndeutung besitze, hat das meiner Freude an der Lektüre keinerlei Abbruch getan. Denn Kullmanns Fokus liegt keineswegs auf astrologischem Humbug, stattdessen öffnen die spirituellen Ansätze erzählerisch einen Spielraum für teils philosophische, teils strukturelle Fragen rund um die Themen Arbeit, Geld, Freiheit, Glaube oder Weiblichkeit. Durch ihre zugängliche Protagonistin, den alltagsnahen Ton, den feinsinnigen Humor und die präzisen Beschreibungen driften die großen Fragen aber nie ins Theoretische ab, sondern bleiben immer greifbar.
Die 256 Seiten von 'Stars' haben mich sehr gut unterhalten und zum Nachdenken angeregt. Welche Schritte würde ich wagen, wenn ich frei von ökonomischen Zwängen wäre? Werde ich im mittleren Alter den Mut besitzen, mich neu zu erfinden? Was wäre ein mögliches Schlüsselerlebnis, das mein ganzes Leben auf den Kopf stellen könnte?
„Stars“ ist ein Roman, der viel anreißt, aber für mich letztlich wenig einlöst. Die Erzählweise ist gewöhnungsbedürftig – verschachtelt, sprunghaft und teilweise so distanziert, dass es mir schwerfiel, überhaupt einen Zugang zu finden. Erst nach über hundert Seiten konnte ich mich halbwegs auf den Stil einstellen, was den Einstieg unnötig zäh gemacht hat.
Besonders irritierend waren sprachliche Unregelmäßigkeiten: So tauchen plötzlich gehäuft Anglizismen auf, nur um danach wieder völlig zu verschwinden. Solche Brüche im Ton haben meinen ohnehin mühsamen Lesefluss zusätzlich gestört. Auch inhaltlich bleibt vieles unklar – die Protagonistin wirkte auf mich blass und schwer fassbar, und gerade der angedeutete philosophische Unterbau über verborgene Muster oder einen „höheren Plan“ bleibt mir persönlich zu oberflächlich, um wirklich zu tragen.
Zudem verliert sich der Text immer wieder in Abschweifungen, die kaum etwas zur eigentlichen Erzählung beitragen: sexuelle Episoden, beliebige Beobachtungen und unverständliche Vergleiche – wie etwa die „Hitlerjungenfrisuren“ auf Seite 65 –, die eher befremden als bereichern. All das wirkte auf mich zusammenhangslos und teils unnötig.
Fazit: Für mich war „Stars“ ein schwer zugänglicher, in sich inkonsistenter Roman, dem es trotz seines Anspruchs nicht gelungen ist, eine klare Linie oder emotionale Tiefe zu entwickeln. Wer sich für fragmentarisches Erzählen und gesellschaftliche Miniaturen interessiert, könnte hier vielleicht mehr finden. Ich persönlich habe mich über weite Strecken eher durchgekämpft als mitgenommen gefühlt.
Unfortunately, this book didn’t work for me at all. The protagonist was thoroughly unlikeable — her decisions often felt irrational, and her inner monologue left me completely detached. I found it hard to connect with her, which made the entire reading experience even more difficult.
It’s very clear that this is the author’s debut novel. The writing is, at times, incredibly flat and uninspired. There’s little to no momentum, and the plot barely moves forward — in fact, it feels like nothing really happens throughout the entire book.
I didn’t gain anything from reading this. There were no new insights, no emotional impact, and nothing thought-provoking. It just… existed.
The only redeeming quality is the cover — it’s genuinely pretty. Sadly, the content doesn’t live up to its presentation.
Eine sweete Geschichte in der Carla sich aus ihrem trüben Büroalltag befreit und zeitgeistig ihren Astro-Nebenjob groß aufzieht. Sprachlich ist es super schön und gewitzt geschrieben nur die Story war ab und an ein bisschen zäh und so richtig reinfühlen in Carla konnte ich mich nicht. Business war wichtiger für die Geschichte als das Innenleben der Protagonistin. Trotzdem wird das Diensteleistenden Verhältnis und entsprechende Kund:innen pointiert charakterisiert.
Nachdem das Cover mich total angesprochen hat und ich Astrologie liebe, war ich ganz gespannt auf dieses Buch. Im Laufe der Geschichte habe ich das aber immer wieder hinterfragt. Die Protagonistin ist nicht unbedingt sympathisch, was ja aber auch nicht immer nötig ist. Die immer wieder einfließenden astrologischen Teile waren richtig cool und es war erkennbar, dass sich mit dem Thema beschäftigt wurde. Allerdings fehlte ansonsten darüber hinaus etwas der rote Faden. Die anfangs so zentralen Dollar werden über den Mittelteil total aus den Augen verloren und spielen nicht wirklich eine Rolle. Und durch die drei großen Kapitel liest sich das Buch auch recht schleppend. Zusätzlich gibt es immer wieder Sprünge und das Erzähltempo ist recht schnell, wodurch die Geschichte etwas belanglos wird, weil die kleinen Details, die einen verzaubern und ans Herz gehen, ausgelassen wurden. Trotzdem war es stellenweise auch echt schön und unterhaltsam zu Lesen, wie Carla ihre Klient*innen kennenlernt und begleitet.
Der Anfang war für mich etwas schleppend, dann fand ich gut in die Geschichte und fühlte mich mitgerissen und gut unterhalten, aber das Ende,… das machte mir nicht so recht Laune.
Als ich "Stars" von Katja Kullmann zu lesen begann, wusste ich sofort: Hier erwartet mich ein Roman, der nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch zum Nachdenken anregt. Ich fand es aufregend, dass die Protagonistin Carla Mittmann – eine ehemalige Philosophiestudentin, die sich in der eintönigen Welt eines Bürojobs abmüht – plötzlich einen mysteriösen Schuhkarton mit viel Geld vor ihrer Tür findet und damit den entscheidenden Schritt in Richtung Selbstverwirklichung wagt. Dieses überraschende Startsignal, das ihr nicht nur den Weg in die Welt der Astrologie, sondern auch die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ebnet, hat mich persönlich fasziniert und berührt. Was mir besonders gut gefällt, ist die Art und Weise, wie Katja Kullmann gesellschaftliche Konventionen hinterfragt. In einer Zeit, in der das Thema Grundeinkommen und die Suche nach alternativen Lebensmodellen immer aktueller werden, bietet "Stars" einen humorvollen, aber respektvollen Beitrag. Carla Mittmann, die in ihren 40ern als kinderlose, alleinstehende Frau den Sprung wagt, zeigt, dass es nie zu spät ist, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen. Ein Thema, das in der Literatur oft vernachlässigt wird, erhält hier ein sympathisches und zugleich kritisches Porträt, das mir als Leserin persönlich sehr am Herzen liegt. Die astrologischen Elemente im Roman – von Horoskopen bis zu kosmischer Ordnung – dienen nicht als reine Schubladen, sondern als Wegbereiter für eine tiefere Reflexion über den modernen Menschen. Zwar spielen sie nicht die Hauptrolle, jedoch ebnen sie auf charmante Art und Weise den Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Dabei gelingt es Kullmann, den Spagat zwischen rationaler Skepsis und der Sehnsucht nach einem vorbestimmten Schicksal gekonnt zu meistern. In Interviews beschrieb die Autorin, dass sie den schmalen Grat zwischen Glauben und Zweifel humorvoll beleuchten wolle – ein Ansatz, der mich sehr anspricht. Während ich das Buch las, stellte ich immer wieder fest, dass mich besonders die Idee begeistert, wie Geld als Symbol für Freiheit und Neuanfang fungieren kann – eine moderne Interpretation des bedingungslosen Grundeinkommens. In diesen Zeiten, in denen wirtschaftliche und gesellschaftliche Unsicherheiten allgegenwärtig sind, wirkt Carlas Sprung ins „Astrobusiness“ fast wie ein literarischer Befreiungsschlag. Die Tatsache, dass Katja Kullmann es schafft, verschiedene gesellschaftliche Fragestellungen – von Selbstbestimmung über den Einfluss der Medien bis hin zu den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt – in ihre Geschichte einfließen zu lassen, ist für mich als Leserin besonders beeindruckend. Es fühlt sich an, als würde man bei jeder Seite ein Stück der Gegenwart, in all ihrer Komplexität und ihren Widersprüchen, vor sich sehen. "Stars" ist für mich weit mehr als nur ein unterhaltsamer Roman – es ist ein kleiner Spiegel unserer Zeit. Die humorvolle und dennoch respektvolle Auseinandersetzung mit dem Thema Selbstverwirklichung, gepaart mit dem klugen Einsatz von astrologischen Elementen, macht das Buch zu einem wahren Erlebnis. Ich schätze besonders, dass eine Frau in ihren 40ern als Protagonistin dargestellt wird, die sich mutig und unkonventionell auf den Weg in ein selbstbestimmtes Leben macht. Für mich persönlich vergebe ich 5 von 5 Sternen – ein Rating, das den gelungenen Mix aus kritischem Kommentar, zeitgemäßem Selbstfindungsthema und charmantem Humor widerspiegelt. Insgesamt kann ich sagen: Wer Lust hat, sich inspirieren zu lassen und zugleich über den absurden Ernst unserer Zeit herzhaft zu lachen, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.
Ich muss zugeben, dass ich beim Lesen des Buches kurz davor war, nur einen Stern zu vergeben. Nachdem das Spannende, was im Klappentext schon angekündigt war, passiert ist, tat sich nämlich lange gar nichts mehr und ich habe mich regelrecht durchkämpfen müssen. In der Mitte des Buches nimmt die Handlung dann mehr Fahrt auf, aber der Schreibstil hat mich trotzdem eher gelangweilt und mit der Hauptperson wurde ich nicht ganz warm.
Interessiert hatte mich das Buch, weil es als "Hochstaplerinnenroman" angekündigt wurde und ich etwas erwartet hatte wie die Handlung von "Catch me if you can" nur eben mit Astrologie. Aber leider wird das Thema "Hochstapeln" nicht wirklich im Roman thematisiert. Natürlich war es interessant zu lesen, wie Carla mit ihren Horoskopen die Menschen manipuliert und sich nach und nach aber auch selbst manipuliert und beginnt, mehr und mehr daran zu glauben. Aber wo sind die Szenen, in denen sie droht aufzufliegen? In denen sie vielleicht auch mal darüber nachdenkt, ob und wie sie bestimmte Personen für sich gewinnen kann, weil sonst all die Hochstapelei auffällt? Dieser Aspekt fehlte mir total. So konnte ich weder mit ihr Mitfiebern und hoffen, dass sie "gewinnt" und die anderen überzeugt, Horoskope seien echt, noch war ich "gegen sie" und habe gehofft, dass der Schwindel auffliegt, denn alle Personen scheinen die Illusion geradezu aufzuessen und zu akzeptieren. Richtigen Gegenwind spürte ich nicht und genau hier wären die moralischen Grauzonen ja interessant geworden. Wenig glaubhaft war für mich auch, welche positive mediale Reichweite sie erreicht hat, ohne wirklich etwas vorzuweisen. Es ist von Interviews und Podcasts die Rede, bei denen sie geglänzt hat und danach unzählige Follower und Kunden gewonnen hat. Das wäre doch jetzt interessant gewesen, eben diese Talkshows als Transkript zu lesen oder beim Podcast "dabei" zu sein und Carlas Gedanken und dann laut ausgesprochene Worte zu erfahren. Stattdessen sollen wir uns das wohl nur zusammenreimen.
Ich kann nun auf das folgende nicht weiter eingehen, ohne zu spoilern, aber es gibt zwei große "mysteriöse" Ereignisse in Carlas Leben, die es stark verändert haben und von denen man nicht weiß, wieso sie genau passiert sind. Wird das allerdings je aufgeklärt? Nein! Soll ich nun davon ausgehen, dass es eben "Schicksal" war und wirklich die Sterne ihr den Weg weisen wollten? Ich bin mir nicht sicher. Denn mir ist bis zum Schluss nicht klar, ob die Autorin nun selbst von Astrologie überzeugt ist und das mit dem Buch zum Ausdruck bringen möchte oder dagegen oder eher so eine Mischmaschhaltung hat. Fast denke ich, es ist letzteres und leider beeinflusst diese Haltung dann auch die Handlung, die keine Höhen und Tiefen hat.
Es sind dann im Endeffekt doch 2 Sterne geworden, weil das Buch mich immerhin nach dem Ende noch ein bisschen zum Nachdenken angeregt hat und in den letzten Kapitel durch die Handlung noch ein neuer Aspekt hinzugefügt wurde, der interessant war.
Letztendlich war ich aber beim Lesen eher frustriert, weil mir so viel fehlte.
Von Hegel, Kant oder Schopenhauer hat sich Carla Mittmann seit ihrem Philosophiestudium weit entfernt. Statt akademischer Weihen und Kritik der reinen Vernunft bestimmt die Abwicklung von Möbelbestellungen für Behörden ihr Dasein. Akademisches Prekariat eben, Leser*innen mit einem geisteswissenschaftlichem Abschluss werden bei der Lektüre von Katja Kullmanns Roman "Stars" wissend nicken, jedenfalls wenn ihr Studium ebenfalls in eine Zeit viel, in der auf dem Arbeitsmarkt nicht verzweifelt nach jungen Menschen gesucht wurde.
Die Horoskop-Webseite, die Carla betreibt, ist ein Überbleibsel eines Studienprojekts, eine on-off-Sache und kleiner Nebenverdienst. Sie hat sich eingerichtet in einem Alltag, der ausgesprochen unspektakulär ist. Für ihren Job ist sie überqualifiziert, aber immerhin, die Kolleginnen sind nett. Und den rechten Schwung für Veränderungen hat sie eh nicht, bis es zu einem nächtlichen Zwischenfall vor ihrer Zweizimmerwohnung in bescheidener Nachbarschaft kommt: Ein Stein fliegt durch ihr Schlafzimmerfenster, auf den Bürgersteig wurde die Botschaft "Freiheit für Carla Mittmann" gesprüht und vor ihrer Wohnungstür ist ein Karton mit 10.000 Dollar.
Carla weiß nicht, was sie davon halten soll, doch sie beschließt, etwas an ihrem Leben zu ändern. Sie sorgt für ein neues Branding ihrer Horoskopseite, präsentiert sich als Astrophilosophin mit internationaler Erfahrung, kündigt den Job im Möbelhaus. Und siehe da: Mit einer gut vernetzten High Society-Klientin nimmt ihr Astro-Service Fahrt auf. Clara erzielt Einnahmen, von denen sie nicht zu träumen gewagt hätte. Per aspera ad astra, gewissermaßen. Fernsehsendungen, Zeitschriftenartikel und ein wachsender Kundenkreis - und mittendrin Clara zwischen Selbstzweifeln und neuen Überzeugungen. Ist sie eigentlich ein Art Hochstaplerin, oder haben die Sterne ihr tatsächlich etwas zu sagen? Ist ihr das Schicksal samt vergleichsweise spätem Erfolg durch die Sterne vorbestimmt gewesen?
Kullmann erzählt locker und folgt dem Aufstieg ihrer Protagonistin, die als Ich-Erzählerin durch das Geschehen führt, mit Humor und einem Schuss Ironie. Die Pointe am Schluss sorgt dann noch einmal für einen gelungenen Abschlusspunkt.
Für Leser*innen, die Katja Kullmanns Sachbücher kennen, ist "Stars" sicherlich überraschend und ganz anders als ihre Bücher über Feminismus, Frauenrollen und Gesellschaft. Die Unterhaltung ist aber auch hier mit klugen Beobachtungen gewürzt.
Interessant, aber hinter meinen Erwartungen geblieben.
In “Stars” geht es um Carla Mittmann, die nach dem abrupten Abbruch ihres Studiums jahrelang im Büro eines Möbelhauses, Abteilung für Behördenausstattung, arbeitet. Nebenbei hat sie kleine Nebeneinkünfte durch astrologische Deutungen. Doch mit Ende 40 ändert sich plötzlich einiges, als ein Stein durch ihr Fenster geworfen wird und sie vor ihrer Wohnungstür einen Karton mit 10.000 US-Dollar findet.
Ich muss gestehen, dass ich durch die Leseprobe vermutet habe, dass es etwas länger um das Geld gehen würde. Stattdessen ist der Übergang vom Finden des Geldes zur Gründung von Carla Mittmanns Astro-Business unübersichtlich, da ich ihre Beweggründe nicht ganz verstanden habe. Trotzdem war es spannend, wie das Thema der Astrologie zusammen mit der Philosophie behandelt wurde. Gleichzeitig war es allerdings auch erschreckend, wie hoch die Nachfrage war und wie schnell diese Idee von Erfolg gekrönt war, zumal die Preise auch immer weiter gestiegen sind und nie eine wirkliche “Ausbildung” für diese Profession vorlag. Ich persönlich habe nicht viel mit Astrologie zu tun, aber vermutlich hat jeder bereits ein Mal im Leben sein Horoskop gelesen. Im Endeffekt habe ich aus dem Buch mitgenommen, dass man sich alles so auslegen kann, wie man es haben möchte und eventuell sogar Zusammenhänge sieht, wo es gar keine gibt. Zwar wird auch oft vom Gegenteil gesprochen und dass es sich nicht um “Zufälle” handeln kann, aber das Ende des Romans spricht für sich. Die Handlung war insgesamt unterhaltsam, hätte für mich allerdings auch einen stärkeren Roten Faden bzw. eine klarere Aussage enthalten können.
Der Schreibstil war meist ganz angenehm. Etwas komisch formuliert fand ich nur die Jugendsprache, die tatsächlich nicht so gut umgesetzt wurde - das kam aber im Buch sowieso nicht oft vor. Außerdem gab es zwei Stellen, die ich vom Inhalt und vom Ausdruck her komisch fand, Stichwort Schnecke und Putin. (Um nicht zu spoilern hier keine weiteren Details.) Was genau mir das sagen sollte, habe ich nicht verstanden.
Ich kann mir vorstellen, dass einem das Buch besser gefällt, wenn man mehr mit Astrologie zu tun hat als ich selbst. Eventuell ist es auch hilfreich, in einem ähnlichen Alter wie die Protagonistin zu sein, um sie und ihre Handlungen besser nachvollziehen zu können. Insgesamt war es trotzdem ganz spannend zu lesen und man wollte wissen, wie sich die Selbstständigkeit weiter entwickelt und welche Ausmaße sie annimmt.
Wirklich schwieriger Schreibstil zum Einstieg. Außerdem fragte ich mich die ganze Zeit worum es denn nun eigentlich geht in diesem Buch. Ganz sicher bin ich mir nach Ende der Lektüre auch nicht, ich würde es aber einmal liebevoll als Coming of Age Roman für Ü-40 jährige Bezeichnen. Das macht durchaus Hoffnung, gerade heutzutage haben wir alle wohl mehr oder weniger lang und oft die Möglichkeit unser Leben umzukrempeln, neu zu beginnen oder vielleicht auch einfach nur neue Hoffnung zu finden. Die Charaktere haben mich nicht sonderlich abgeholt, aber ich fand sie okay genug um das Buch durchzulesen. Etwas absurd ist es auch, besonders weil einfach nicht klar wird ob wir nun an Astrologie glauben sollten oder nicht (da ich mehr oder weniger null Ahnung von Astrologie habe, kann ich nichts zu den verschiedenen getroffenen Aussagen sagen und weiß deshalb eben nicht ob sich Kullmann drüber lustig macht oder nicht). Das Ende hat mir auch überhaupt nicht gefallen, da das Buch sich doch etwas in Wohlfühllektüre entwickelt die dem Leser noch etwas Hoffnung vorgaukelt- um dann so zu enden. Finde ich persönlich nicht gut. Was mir auch nicht gefallen hat sind die, meiner Meinung nach, Seitenhiebe auf queere, besonders genderqueere Personen. Mehrere Situationen haben mir hier nicht gefallen und im besten Fall fand ich sie fragwürdig formuliert. Die Darstellung von Fremdgehen als etwas das absolut null, in keinster Weise, kommentiert werden muss fand ich auch WILD. Unsere Hauptcharakterin schläft mit einem vergebenen Mann, nennt seine Lebensgefährtin Olle oder etwas ebenso Abwertendes und denkt in keinster Weise darüber nach, wie gestört das ist. Es hätte uns Lesern ja nicht einmal gesagt werden müssen, aber da es explizit gesagt wird, finde ich es eben doch... eklig. Es ist außerdem zu beachten das die Hauptcharakterin wirklich unglaublich egoistisch ist. Alles passiert im Bezug auf Sie, wenn es das nicht tut ist es nicht relevant. Sie ist selbstverliebt und selbstfokussiert und während ab und zu seicht eine politische Meinung kundgetan wird, wirkt das auf mich alles sehr Großstadt pseudo-woke Gelaber um dann doch Mitte-rechts zu wählen. Unsympathisch.
(Was bitte war diese Szene wie horny sie neuerdings ist, wo sie sowas sagt das sie von Putin befummelt wird?? Random, unnötig und vor allem verwirrend?)
Am Anfang war ein Stein. Ein Pflasterstein, der durch Carlas Fenster flog. Und viele Dollars, in einem müffeligen Karton. Sowohl Stein als auch Geld geben Rätsel auf, beides verwahrt sie erst mal sicher.
Katja Kullmann, die Autorin von „Stars“, glaubt nicht an die Sterne, wie sie verrät - und ihre Heldin glaubt auch nicht daran. Carla Mittmann, eine ehemalige Philosophiestudentin, verdient ihre Brötchen als Sachbearbeiterin in einer Möbelfirma. Von ihren einstigen Plänen und ihrem Forschungsprojekt „Der Aberglaube im Spätkapitalismus“ ist nichts geblieben, zumindest hat explizit sie davon nicht profitiert und das, obwohl das Geschäft mit der Astrologie boomt. Man wird täglich damit konfrontiert und wie es das Schicksal so will – oder sind es die Sterne, die ihren weiteren Weg befördern?- ist Carla plötzlich mittendrin in diesem Metier. Ihre Horoskop-Website ist der Anfang ihrer Erfolgsgeschichte, sie steigt groß ein ins Astro-Business.
Obwohl auch ich nicht an die Sterne glaube, ich früher mal diese Zeitungshoroskope gelesen und dann gleich wieder vergessen habe, war ich auf diese „Stars“ dann doch neugierig, „der ultimative Hochstaplerinnenroman“ hat mich direkt angezogen.
In den 1970er Jahren war es Madame Teissier und ihre Astro-Show, die die Astrologie in die Wohnzimmer brachte und nun ist dies Carla Mittmann, die sich vor Aufträgen kaum retten kann.
Carlas Geschichte lese ich mit einem Augenzwinkern, ihr schier kometenhafter Aufstieg wird launig erzählt, so manch Konkurrenz entlarvt sich durch plumpe Plagiate selber, Zeitschriften, VHS-Kurse, Funk und Fernsehen springen auf den lukrativen Zug der Astrologie auf, Zulauf bekommen sie aus allen gesellschaftlichen Schichten und dafür wird so manch erkleckliches Sümmchen hingelegt. Wollen wir nicht alle dem Schicksal ein wenig in die Karten schauen und von dem vermeintlich schicksalhaften Einfluss der Gestirne auf uns Menschen nur das Positive glauben? Und sind diese Voraussagen auch und gerade in Lebenskrisen ein Stück weit tröstlich?
Alles steht in den Sternen – diese Aussage lässt sich beliebig interpretieren. Ich lass das mal, Carla, die Astrophilosophin, kann das viel besser. In diesem Sinne wünsche ich viel Freude mit diesem unterhaltsamen Roman.
Als ein Stein durch Carlas Schlafzimmerfenster donnert und ein Karton mit zehntausend Dollar vor ihrer Wohnungstür steht, verändert sich alles. Bisher fristete sie ein eher überschaubares Leben mit langweiligem Bürojob nach Exmatrikulation, Gelegenheitssex mit Jugendfreund und immer gleichen Tagesabläufen. Das einzig Besondere ist Cosmic Charly, ihr Alter Ego, mit dem sie für Menschen in die Sterne schaut. Nun zieht sie die Sache als Astrophilosophin neu auf und bekommt ungeahnte Aufmerksamkeit. Ich muss gestehen, ich habe nicht wegen des Horoskop-Astrologie-Themas zu „Stars“ von Katja Kullmann gegriffen und hätte ich tatsächlich gewusst, welch großen Umfang es einnimmt, wohl gar nicht, aber ihr lakonischer und witziger Schreibstil hat mich beim Reinlesen direkt gepackt. Anfangs war die Sterndeutung auch eher so nebenbei, erst im Verlauf nahm es, wie in Carlas Leben, immer mehr Raum ein und da war ich schon zu sehr drin in der Geschichte, dieser Ende Vierzigjährigen, die augenscheinlich ihr Leben an die Wand gefahren hat. Wie gesagt, ist es weniger die Geschichte, der Plot, als ihr Schreibstil, ihre Beobachtungen, die sie dann in passgenaue Worte kleidet, bei denen ich dachte: ‚Ja, genau das‘ oder ‚hm, das ist mir noch nie aufgefallen, aber ja’. Zum Ende hin wurde es immer esoterischer, plötzlich glaubte die Wissenschaftlerin Clara schon selbst an ihr Horoskop, was wenig verwundert, wenn man bedenkt, wie viel Erfolg sie damit hat. Der Schluss hat mich dann aber wieder versöhnt. Außerdem unternimmt sie den ein oder anderen philosophischen Ausflug, verpackt in Alltägliches mit dem Blick aufs große Ganze, was ich spannend fand. Da stört es mich auch nicht, dass nicht alle Fragen beantwortet werden, denn das passiert in unserem Dasein selten, egal wie ausgiebig und lange wir suchen: den eigentlichen Sinn unserer Existenz können wir dann doch nur mutmaßen. Ein anspruchsvoller Roman, sprachlich herausragend, der viele wichtige Fragen stellt, zu denen wir selbst die Antworten finden müssen.
„Stars“ wurde von Katja Kullmann geschrieben und ist ein spannender Roman voller Möglichkeiten die und die Sterne weisen können, oder doch nicht? Carla Mittmann hat ihren derzeitigen eintönigen Alltag satt und auch das Hamsterrad in ihrem Bürojob bietet nicht viel Abwechslung. Schon seit ihrem Philosophiestudium hat sie sich für Astrologie interessiert und betreibt nun zum Vergnügen eine Horoskop-Website. Ihr Leben verändert sich schlagartig, als sie einen Karton mit zehntausend Dollar vor ihrer Tür findet. Sie wagt den großen Schritt und steigt ins Astrobusiness ein und schon sehr bald hat sie die Abwechslung und vor allem auch den Erfolg, den sie gesucht hat. Aber sie fragt sich immer mehr, ob sie die Sterne lenkt oder lenken die Sterne sie? Mir hatte bereits der Schreibstil in der Leseprobe sehr gefallen und die Autorin konnte auch im gesamten Buch durch einen sehr flüssigen Schreibstil überzeugen. Das Thema Horoskope und Astrologie ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Denn ich glaube nicht wirklich an Horoskope und Aszendenten usw. aber dann gibt es wieder diese bestimmten Zufälle, die einen schmunzeln lassen.
Ich finde, dass die Autorin richtig gut beschreibt, dass die Menschen Sicherheit haben wollen und daher dieses Thema auch so ernst nehmen. Auch wenn die Aussagen sehr allgemein gehalten sind, geben sie dennoch eine gewisse Anleitung wir man sich verhalten kann. Die Protagonistin Carla findet damit sofort großen Anklang, aber die Darstellung wird mit zunehmender Seitenzahl auch immer kritischer. Es ist eine tolle moderne Sichtweise auf dieses Thema, dass tatsächlich viel Umsatz generiert und sogar eigene TV-Kanäle betreibt. Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen und ich hatte wirklich tolle Lesestunden. Daher würde ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen, auch für nicht Astro-Fans finde ich die Sichtweise auf dieses Thema sehr lesenswert.
Ich muss gestehen, dass ich immer wieder fasziniert bin, wenn ein so kurzes Buch (knapp 250 Seiten) es schafft, Längen zu haben. Tja, "Stars" von Katja Kullmann gehörte leider zu genau dieser Kategorie. Die ersten hundert Seiten (und damit Zweifünftel des Buches) ziehen sich sehr stark. Zwar ist die Protagonistin so real und nachvollziehbar wie sonst kaum eine Figur jemals, aber eben diese Realitätsnähe macht es zu Beginn sehr anstrengend zu lesen. Zwar steigt das Buch direkt damit ein, dass ein Stein ihre Fensterscheibe zerschmettert und sie anschließend zehntausend Dollar findet, aber aufgrund von Entscheidungsproblemen begleiten die Lesenden sie trotzdem zunächst durch ihren schnöden Büroalltag, den wir wohl alle zu genüge kennen. Sobald sie jedoch eine Entscheidung trifft, was sie mit diesem Geld anfängt und die Handlung somit vom Alltäglichen divergiert, kommt auch die Lesensfreude. Das mag natürlich ein gewollter Handgriff sein, da es so eben auch mitgibt, dass man sich von seinem bequemen Jetzt lösen soll und es einem besser gehen könnte, wenn man sich den Träumereien hingibt, aber wie gesagt, es macht es schlichtweg anstrengend zu lesen. Der Schreibstil hingegen dürfte stark polarisieren. Er ist sehr im Stream of Consciousness geschriebene, wodurch lange und verschachtelte Sätze entstehen. Ich LIEBE diese Art von Erzählung, kann mir aber vorstellen, dass auch das anstrengend für jemanden sein könnte, der nach klassischen Satzmustern sucht. Mein Highlight bleibt es allemal. Insgesamt bleibe ich sehr zwiegespalten zurück. Wenn ich eine realistische Charakterentwicklung lesen möchte, ist der Roman ideal. Wenn ich allerdings einen interessanten Plot lesen möchte, sollte ich lieber nach etwas Anderem Ausschau halten.
In ihrem Roman "Stars" erzählt Katja Kullmann die Geschichte der Philosophin Carla, die ihren eintönigen Bürojob aufgibt, um als Astrologin durchzustarten, als sie eine Schachtel mit 10.000 Dollar vor ihrer Wohnungstüre findet. Die Protagonistin zieht ein ganzes Geschäftsmodell auf und lässt sich für astrologische Deutungen bezahlen, glaubt selbst aber nicht daran - für mich thematisch ein origineller Ansatz. Die Protagonistin ist mir sympathisch. Sie nutzt ihre Plattform als Astrologin nicht um Menschen bewusst zu täuschen und schlechten Rat zu geben. Stattdessen wachsen ihr zu Beginn die Kund*innen ans Herz, sie gibt sich scheinbar Mühe, denkt oft tagelang über die zugesandten Fragen nach. Später, als ihr Geschäftsmodell aufgeht, distanziert sie sich jedoch immer weiter von ihren Kund*innen. Was ich dabei besonders spannend fand, sind die Überlegungen und Methoden, die die Protagonistin anwendet, um Bekanntheit und Aufträge zu gewinnen. Ohne zu viel zu verraten, gefällt mir das Ende der Geschichte ebenfalls richtig gut. Auch der Schreibstil gefällt mir meist richtig gut, da er locker und humorvoll ist.
Trotzdem war für mich das Verhalten der Portagonistin an einigen Stellen nicht nachvollziehbar, z.B. direkt am Anfang, als ihr Fenstern nachts mit einem Stein eingeschlagen wurde. Auch der Schreibstil hat mich nicht vollends begeistert. An einigen Stellen im Buch waren mir Beschreibungen zu lang und ausschweifend, die Erklärungen für Entscheidungen von Carla zu ausführlich, besonders der Entschluss ihren Bürojob aufzugeben lässt lange auf sich warten.
Insgesamt ist "Stars" ein gelungener und origineller Debütroman mit einem gesellschafskritischen Blick auf die Sehnsucht nach Orientierung und Entscheidungshilfen. Ich kann ihn allen empfehlen, die Horoskopen nur bedingt Bedeutung zuschreiben bzw. Personen, die gern charakterzentrierte humorvolle Romane lesen.
Carla Mittman arbeitet in Raum G3e in einer Firma, die Behörden mit Büromöbeln ausstattet. Jeden Tag um Punkt 13 Uhr verlässt sie das Büro und geht nach Hause, wo sie sich in ihrer Freizeit als Hobbyastrologin etwas dazuverdient. Doch ihr Leben gerät aus den Fugen als vor ihrer Tür eines Tages ein Karton mit 100 000 Euro steht.
Je länger sie sich von nun an Vollzeit den Horoskopen ihrer Kund*innen widmet, desto drängender wird die Frage: "Gibt es vielleicht doch das Schicksal, an das sie bis dahin nie wirklich geglaubt hat? Oder können all die Muster, die sie entdeckt, reiner Zufall sein?"
Es ist eine Frage, die Katja Kullmann in ihrem Buch nicht zu beantworten versucht. Sicherlich berechtigterweise, denn müssen wir nicht alle einräumen, dass wir die Existenz einer höheren, lenkenden Macht nicht ausschließen können? Und so habe ich mich immer wieder seltsam ertappt gefühlt in meinem Wunsch nach rationalen Erklärungen für das ein oder andere Phänomen in diesem Buch.
Abgesehen davon hat das Buch jedoch wenig in mir bewegt. Die Protagonistin blieb unnahbar und war mir über weite Strecken des Romans unsympathisch. Andere Fragen, wie die nach den Gründen, warum sich Menschen in Zeiten der Krise der Astrologie zuwenden, schwangen im Roman mit, wurden aber nie tiefergehend betrachtet. Genauso wenig die ambivalente Beziehung von Carla Mittman zu ihrer Mutter. Und auch das Ende, das dem Roman eine vermeintliche Tiefe hätte verleihen können, wirkte für mich zu kurz gegriffen und in weiten Teilen unrealistisch.
Sehr schade, da ich den Klappentext sehr ansprechend fand und dahinter einen tiefgründigeren Roman erwartet hätte!
„Stars“ ist das Debüt der in Berlin lebenden Schriftstellerin und Journalistin Katja Kullmann.
Ursprünglich wollte Carla Mittmann Philosophie studieren, findet sich aber nach dem Verlust ihres Studiumplatzes als schlecht bezahlte Büroangestellte in einer Möbelfirma wieder. Glücklich ist sie damit nicht, aber auch zu träge ihr Leben in die Hand zu nehmen, um etwas daraus zu machen. Das ändert sich an dem Tag, als zunächst ein Ziegelstein durch ihr Fenster fliegt und dann ein Karton mit Zehndollarscheinen vor ihrer Tür steht. Kurzentschlossen kündigt sie ihren Bürojob und steigt in die Astrophilosophie ein.
Die Handlung wird aus der Perspektive von Carla erzählt. Sie ist keine einfach Protagonistin, aber durch die Ich-Perspektive werden ihre Gedanken nachvollziehbar, auch wenn sie keineswegs immer besonders nett sind. Ihre Entwicklung - von der gelangweilten, introvertierten, desinteressiert wirkenden Büroangestellten zur erfolgreichen Astrologin – hat mir gut gefallen. Ebenso ihre sich langsam verändernde Ansicht in Bezug auf die Astrologie wird gelungen dargestellt.
Der Schreibstil von Katja Kullmann ist frisch und lässt sich angenehm leicht lesen. Das Ende hat mich überrascht, ob positiv oder negativ konnte ich im ersten Moment gar nicht sagen, aber es bleibt im Gedächtnis.
Obwohl sich das Leben der Protagonistin um Astrologie dreht, muss man als Leser keineswegs ein Faible dafür haben, da die Entwicklung von Carla hier mehr im Mittelpunkt steht als die Bedeutung von Sternen und Planeten.
Eines morgens fliegt ein Stein durch Carla Mittmanns Fenster und vor ihrer Tür steht ein Karton voller Dollar-Scheine. Irgendjemand scheint ihre persönliche Glücksfee zu spielen. Kurzerhand kündigt Carla ihren Job und macht sich mit einem Astro-Buisness selbständig.
Ich hatte große Erwartungen in diese Geschichte, ein Hochstapler-Roman, im Astrologie-Bereich - das klang für mich wahnsinnig vielversprechend. Leider habe ich relativ schnell bemerkt, dass das Buch mit meinen Erwartungen nicht mithalten konnte.
Da wäre zum einen der Schreibstil - ich kann gar nicht so genau sagen warum, er ist gut, lässt sich eigentlich flüssig lesen, aber irgendwie packt er mich nicht so richtig oder irgendetwas stört mich unterschwellig, was mich nicht so richtig in die Geschichte eintauchen ließ. Die Handlung hat ziemlich lange gedauert, bis sie richtig Fahrt aufnahme. Klar, an sich war die ganze "Vorarbeit" schon nötig und es ging ja eigentlich mit dem Steinwurf auch direkt los, aber trotzdem war der Anfang noch recht zäh. Es gibt nicht besonders viele Handlungsstränge und bei denen, die es gibt, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass sie so ein bisschen nebeneinander hergelaufen sind, ohne sich wirklich zu verbinden.
Insgesamt muss ich sagen, dass sich die Lektüre von "Stars" trotz der wenigen Seiten ziemlich gezogen hat und ich froh war, als das Buch durch war. Es ist eine gute Idee, ein spannendes Setting, keine Frage, aber irgendein Funke, irgendetwas in der Umsetzung fehlt, was es für mich zu einem fesselnden Buch machen würde.
Carla Mittmann, mittleren Alters und ehemalige Philosophiestudentin, arbeitet in der Serviceabteilung einer Möbelfirma. Kein Traumjob, doch ist er etwas Handfestes. Um sich ihr Gehalt aufzubessern, ist sie unter dem Namen "Cosmic Charly" in der Astrowelt unterwegs und hat dort auch schon einige Kund*innen. Und das alles obwohl sie doch gar nicht an Astrologie glaubt. Eines Tages steht ein Schuhkarton mit 10.000 Dollar vor ihrer Tür und Carla sieht eine neue Chance.
Katja Kuhlmanns erster Roman hat mich optisch und vom Klappentext direkt angesprochen: Die Welt der Astrologie, beziehungsweise die Esoterik ist ein umstrittenes Thema. Der Roman ist eine gewisse Charakterstudie. Carla erlebt eine kleine Entwicklung trotz ihres Alters und schafft es durch den finanziellen Puffer ihr zweites Standbein so auszubauen, dass sie davon komplett leben kann. Allmählich wird sie ein Profi in ihrem Bereich und man fragt sich als Leser*in irgendwann, ob sie nun auch an Horoskope glaubt und ihr steigender Erfolg im Leben daher ringt oder ob sie sieht, dass ein großer Teil dessen durch ihr Handeln gekommen ist.
Ich hatte manchmal Schwierigkeiten mit dem Roman und fand ihn definitiv nicht perfekt. Er hatte nicht genug Tiefgang für meinen Geschmack und einige Fragen blieben zudem offen. Wer allerdings ein Buch mit ein bisschen Satire sucht, ist hier richtig. Daher gebe ich 2,75 Sterne.
Carla steckt in einem Job fest, der eigentlich nur eine Übergangslösung war. Nebenher betreibt sie einen Service zum Sterne deuten mit einem männlichen Pseudonym - etwas, dass ihr aber auch schon mal einen Strich durch die Lebensplanung gemacht hatte - denn die Dozenten in ihrem Psychologiestudium fanden ihr Interesse und vor allem Hochstaplerdasein im astrologischen Bereich nicht gerade seriös.
Ein mysteriöser Karton mit Geld bringt ihr einen Anstoß zu Veränderung, den sie dringend gebraucht hatte. Sie kündigt -nachdem sie sich erstmal krankschreiben ließ - verkündet das Ende ihres Astrologischen Pseudonyms mit einer Empfehlung der Stammkunden an eine neue Astrologin - die sie natürlich selbst ist. Jetzt nimmt sie im Geschäft mit den Sternen fahrt auf, wird regelrecht zur Starastrologin, die Angestellte braucht, zu Shows eingeladen wird und in aller Munde ist - dumm nur, dass sie ihre eigene Offenbarung zu der Sterndeutung mit niemandem teilen kann, schließlich ist sie doch längst vom Fach.
Eine lustige Betrachtung der Selbstverwirklichung und der Hoffnung der Vorbestimmung. Mit einem Ende, das ich so nicht kommen sah, aber für meinen Geschmack bleiben zu viele Fragezeichen zurück.
Carla ist unzufrieden in ihrem Job, schwimmt müde durch ihr Leben und verdient sich nebenbei etwas mit der Erstellung von Horoskopen dazu, ohne jedoch wirklich daran zu glauben. Doch als sie unverhofft zu Geld kommt, setzt sie alles auf die Sterne, schmeißt ihren Job und befasst sich Vollzeit mit den Himmelskörpern und ihren Einfluss auf das Leben der anderen. Doch was bedeutet das für ihr Leben?
Der Roman kam für mich sehr schleppend in Fahrt. Das erste Drittel war wirklich lahm und ich war kurz davor das Buch abzubrechen. Als sich die Geschichte danach entwickelt und etwas Fahrt aufnahm, wurde es besser. Trotzdem plätscherte für mich hier alles zu sehr dahin, emotional hat es mir gar nichts gegeben und auch zum Thema der Astrologie habe ich zu wenig Einblicke bekommen.
Einige Aspekte waren gut, darunter die philosophischen Parts, die uns mitgeben, dass vieles eine Frage der Einstellung ist und eine Veränderung der Sichtweise dann doch einiges Gutes bringen kann, obwohl es auf den ersten Blick aussichtslos erscheint. Für mich leider aber doch im großen und Ganzen zu wenig. Nett, wenn man die ersten Seiten ohne wirkliche Handlung geschafft hat, mehr aber auch nicht.
„Stars“ der Autorin Katja Kullmann bewegt sich wirklich ganz außerhalb der gewohnten Bahnen und ist erzählerisch auch deshalb etwas besonders. So richtig konnte ich den Schreibstil der Autorin bis zuletzt nicht fassen, auch deshalb weil er sich im Handlungsverlauf ändert. Detailreich und nuanciert ist er auf jeden Fall, wenn auch etwas anstrengend zu lesen. Und auch Carla ist keine gewöhnliche Protagonistin sondern eine wirklich abgedrehte Figur. Sie verhält sich einfach nie so wie erwartet, ist einerseits antriebslos und dann aber auch so berechnend und straight, dass man nur staunen kann. Inhaltlich dreht sich die Geschichte hauptsächlich um Astrologie bzw. Carlas angestrebte Karriere als Star-Astrologin. Insgesamt ist mir die Botschaft der Autorin diesbezüglich doch etwas zu subtil und stellenweise nervte mich der Roman auch etwas, dass Ende ist dann aber erfrischend humorvoll, wenn auch ziemlich offen. Dieser Roman ist für alle interessant, die unkonventionelle und leicht verrückte Geschichten mögen. Hochstaplerinnenroman trifft es zwar nicht ganz so gut, aber auch in andere Genres lässt sich das Werk nur schwer einordnen.
Was für ein faszinierender Balanceakt dieser Roman ist! Einerseits fordert er mit seiner unkonventionellen Erzählweise wirklich heraus – man muss sich erst hineinfinden, aber genau das macht ihn auch so besonders. Die Autorin, Katja, wagt mutig neue literarische Wege und belohnt geduldige Leser mit überraschenden Perspektiven und originellen Denkansätzen.
Besonders beeindruckt hat mich, wie gekonnt hier mit Erzählstrukturen experimentiert wird. Ja, manchmal verliert sich der Text in Abschweifungen, und die sprachlichen Wechsel brauchen Eingewöhnung, aber gerade diese Unberechenbarkeit hat auch ihren eigenen Reiz!
Die philosophischen Andeutungen mögen nicht vollständig ausgearbeitet sein, regen aber zum Weiterdenken an. Die Hauptfigur bleibt etwas distanziert, doch vielleicht ist genau das die Absicht – uns zum aktiven Mitgestalten der Geschichte einzuladen.
Für Fans literarischer Experimente und gesellschaftlicher Beobachtungen ist "Stars" definitiv ein spannendes Leseerlebnis mit unerwarteten Höhepunkten. Man sollte sich allerdings darauf einlassen können, von gewohnten Lesepfaden abzuweichen – dann entfaltet sich ein ganz eigener Zauber!
In ihrem Romandebüt „Stars“ erzählt Katja Kullmann die Geschichte von Carla Mittmann, einer ehemaligen Philosophiestudentin, die nun in der Serviceabteilung einer Möbelfirma arbeitet. Nebenbei betreibt sie aus Spaß eine Horoskop-Website, ohne selbst an Astrologie zu glauben. Als plötzlich ein Schuhkarton mit zehntausend Dollar vor ihrer Tür steht, ergreift sie die Gelegenheit und steigt ins Astrobusiness ein. Schnell avanciert sie zur gefragten Starastrologin und bewegt sich in höchsten gesellschaftlichen Kreisen. Sie knüpft neue Kontakte, verdient viel Geld, sieht aber alles auch mit einer Distanz, und stellt sich selbst in Frage.
Kullmann gelingt es, mit scharfsinnigem Humor und gesellschaftskritischem Blick die Sehnsucht nach Orientierung in unsicheren Zeiten zu thematisieren. Der Roman bietet eine interessante Mischung aus Satire und Sozialstudie, wobei die Autorin die Mechanismen von Erfolg und Selbstinszenierung beleuchtet. Allerdings verliert die Handlung gelegentlich an Fahrt, und einige Charaktere bleiben etwas blass.
Der Gedanke des Buches ist sicher gut gemeint, aber die Themen bleiben sehr an der Oberfläche, daher konnte mich der Roman nicht überzeugen.