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Emotional Female: Mein Weg in den Burnout und wieder heraus: Eine junge Ärztin berichtet. . Vom Kampf gegen toxische Arbeitskultur zur Selbstfindung und Stärke

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Yumiko Kadota war der Traum aller asiatischen Musterschülerin, Medizinstudentin, immer die Beste. Sie ordnete alles der ersehnten Karriere unter. Doch die Realität im öffentlichen Gesundheitswesen brach sie. Überarbeitung, Sexismus, Mobbing und Belästigung. Man nannte sie »emotional«, »zu selbstbewusst«. Irgendwann war es zu viel, Yumiko kündigte. Als sie ihren Blog mit den Worten »Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber ich gebe auf. Ich gebe meinen Traum auf, Chirurgin zu werden«, ging ihre Geschichte viral. Seither ist Yumiko Kadota die Stimme ihrer Generation, wenn es um Burnout geht und darum, nach einem Zusammenbruch wieder auf die Beine zu kommen.

449 pages, Kindle Edition

Published June 27, 2025

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Yumiko Kadota

3 books506 followers

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Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for ˗ˏˋ lia ˎˊ˗.
626 reviews439 followers
August 7, 2025
“manchmal fragte ich mich, ob ich je zufrieden sein würde. wenn es immer neue ziele zu erreichen gibt, hat man nie das gefühl, gut genug zu sein.”

bevor ich emotional female angefangen habe, hatte ich großen respekt vor dem buch — vor der autorin, ihrem werdegang und der komplexität der erzählung. glücklicherweise lies es sich sehr flüssig lesen, wovon ich positiv überrascht war.

die aufteilung des buches erfolgt in die einzelnen abschnitte der medizinischen ausbildung, was sehr gelungen war. so wusste man zu jeder zeit, in welchem punkt ihrer karriere wir uns befanden und wusste etwas damit anzufangen, selbst, wenn man keinen bezug zur medizin hat.

generell erfolgt die gesamte erzählung in einer sprache, die einfach mitzuverfolgen ist und in der nicht nur so mit fachbegriffen um sich geworfen wird. durch den fokus auf emotionales wohlbefinden konnte man sich auch als fachfremde außenstehende gut in ihre person hineinversetzen. das hat natürlich dazu geführt, dass erlebte traumatische erfahrungen einen größeren eindruck hinterlassen.

so sehr ich die erfahrungen schätze, hätte ich mir persönlich mehr vom input der autorin nach ihrem burnout gewünscht. jedoch hat das nachwort einen würdigen abschluss geschaffen. eine schwere, und doch so wichtige lektüre!

4 stars
Profile Image for Carla.
1,028 reviews134 followers
July 27, 2025
In ihrem Memoir berichtet Yumiko Kadota über ihren Werdegang zur Ärztin, damit verbunden ist jedoch auch ihr Weg in den Burnout.
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Dabei fängt alles so an: In ihrer Kindheit muss die Autorin durch den Beruf ihres Vaters oft umziehen. Von Japan geht es auf die Philippinen, nach Singapur, London und schließlich Australien. Schon in der Schule macht Yumiko Kadota erste Erfahrungen mit Rassismus, etwa als die Lehrerinnen in England nicht glauben wollen, dass ihr Englisch gut genug ist – obwohl sie in Singapur eine der Amtssprachen ist, wo sie jahrelang auf eine internationale Schule gegangen ist.
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Durch ihre kulturelle Herkunft stark geprägt, ist Yumiko Kadota sehr ambitioniert. Klassenbeste, Jahrgangsbeste – das setzt sich auch fort, als sie ins Berufsleben startet. Doch die Ausbildung ist lang und besonders im Feld der Chirurgie, in dem sie ihre Facharztausbildung machen möchte, sind die Bedingungen hart und sie wird mit sehr unangenehmen (männlichen) Ärzten konfrontiert.
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Kadota zeigt mit ihren persönlichen Erfahrungen, wie viel Rassismus, Sexismus und Misogynie im medizinischen Sektor herrschen. Sexualisierte Gewalt, nicht nur gegenüber medizinischem Fachpersonal, sondern auch Patient*innen, ist keine Seltenheit. Es ist wirklich erschütternd, und es hat mich nicht gewundert, dass jemand durch solche traumatischen Erfahrungen einen Burnout erleiden und in eine Depression rutschen kann.
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Ich habe volle Hochachtung davor, dass die Autorin ihre Erlebnisse so offen teilt, besonders auch der Epilog hilft sehr bei der Einordnung ihrer Erfahrungen. Teilweise gab es für mich ein paar Längen und ich hätte mir gewünscht, dass das Verhältnis von „vor dem Burnout“ zu „nach dem Burnout“ etwas ausgeglichener gewesen wäre.
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Eine Empfehlung für alle, die gerne Memoiren oder wahre Geschichten von starken Frauen lesen!
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4/5 ⭐️
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Ins Deutsche übersetzt von Anke Angela Grube

- Rezensionsexemplar vom Verlag -
Profile Image for MsWatson.
146 reviews2 followers
August 16, 2025
„Emotional Female“ ist ein ebenso kraftvolles wie schonungsloses Memoir der australischen Ärztin Yumiko Kadota, die ihre Erfahrungen im öffentlichen Gesundheitssystem mit einer radikalen Offenheit teilt, die einem beim Lesen manchmal wirklich die Luft nimmt. In diesem Buch erzählt sie von ihrem steinigen Weg durch das Medizinstudium, die chirurgische Facharztausbildung und schließlich ihrem Zusammenbruch – ausgelöst durch ein Arbeitsumfeld, das von Leistungsdruck, Überstunden, Sexismus und struktureller Ungerechtigkeit geprägt ist. Diese Einblicke waren wirklich erschreckend.

Kadota, Tochter japanischer Einwanderer, war eine brillante, ehrgeizige Studentin. Sie wollte alles richtig machen, alles geben, alles schaffen. Doch was sie in ihrer Assistenzzeit in australischen Krankenhäusern erlebt, treibt sie zunehmend an den Rand ihrer Kräfte: 24-Stunden-Schichten, ständige Erreichbarkeit, eine Kultur des Schweigens und Wegsehens. Besonders als junge Frau mit asiatischem Hintergrund wird sie immer wieder übersehen, übergangen oder als „zu emotional“ abgestempelt – das Etikett „emotional female“ wird zum Symbol für die Abwertung weiblicher Empathie in einem System, das Härte glorifiziert.

Was Kadota beschreibt, ist weit mehr als individuelle Überforderung. Ihr Bericht legt die systemischen Missstände offen, die viele junge Ärzt:innen weltweit erleben: eine toxische Arbeitskultur, die Fehler nicht verzeiht, Selbstfürsorge als Schwäche auslegt und Diversität als Störfaktor behandelt. Gleichzeitig gelingt es ihr, all das ohne Larmoyanz oder Selbstmitleid zu erzählen. Ihre Sprache ist klar, analytisch, oft nüchtern – gerade deshalb wirken ihre Schilderungen so eindringlich. Leser:innen spüren förmlich den Druck, die körperliche Erschöpfung, das emotionale Ausgebranntsein, das sie über Monate hinweg begleitet.

Doch „Emotional Female“ ist nicht nur ein Buch über das Scheitern, sondern auch über Heilung. Kadota beschreibt offen, wie sie sich aus dem System befreit, sich ihrer Werte und Grenzen wieder bewusst wird und beginnt, ihr Leben neu zu gestalten. Sie nimmt sich Zeit für ihre mentale Gesundheit, reflektiert über feministische Themen, kulturelle Prägungen und den Wert von Selbstfürsorge – und findet schließlich einen neuen beruflichen Weg, der mit ihren Bedürfnissen im Einklang steht.

Besonders bemerkenswert ist, wie universell ihre Geschichte wirkt. Obwohl sie in einem sehr spezifischen Kontext – dem australischen Gesundheitssystem – spielt, sind die Themen, die Kadota anspricht, international hochrelevant: mentale Gesundheit in leistungsgetriebenen Berufen, weibliche Wut, Mikroaggressionen im Arbeitsalltag, und der Mut, sich dem eigenen Perfektionismus zu widersetzen. Auch Leser:innen ohne medizinischen Hintergrund können viel aus diesem Buch mitnehmen – über Grenzsetzung, Selbstschutz und die Kraft, sich gegen ein krankmachendes System zu stellen.

„Emotional Female“ ist ein kluges, wichtiges und zutiefst persönliches Buch. Es zeigt, wie verletzlich auch starke Menschen sein dürfen – und dass wahre Stärke oft erst beginnt, wenn man sich erlaubt, nicht mehr alles aushalten zu müssen. Kadota erhebt mit ihrer Geschichte nicht nur ihre eigene Stimme, sondern spricht für viele, die lange geschwiegen haben. Ein eindrucksvolles Zeugnis über das Menschsein im System – und ein eindringlicher Appell für mehr Menschlichkeit, besonders dort, wo sie oft am meisten fehlt: in der Medizin.

Einen kleinen Punktabzug für mich ganz persönlich, weil die vielen Gegebenheiten ihres Lebens sehr ausführlich beschrieben werden. Auch wenn es eine gewisse Tiefe braucht, waren mir einige Passagen einfach viel zu lang.
Aber generell ein wichtiges Buch! Es braucht diese radikale Transparenz, um Missstände beseitigen zu können - man muss sie erst mal sichtbar machen.
22 reviews
June 25, 2025
In ihrer Autobiografie „Emotional Female“ nimmt uns Yumiko Kadota mit auf ihren Weg zur Chirurgin: Ein Weg, der (und das ist kein Spoiler) in einem massiven Burnout endete.
Kadota erzählt ihre Geschichte in einem sachlich-nüchternen Ton, der überraschend fesselnd wirkt. Der Text umfasst viele Jahre ihres Lebens und beginnt mit ihrer Kindheit und Jugend. Diese Passagen helfen dabei, bestimmte Verhaltensmuster und Prägungen besser nachzuvollziehen. Kadota wurde zwar nicht in Japan groß, aber nach streng japanischen Werten erzogen. Ein Umstand, der sich im gnadenlosen Klinikalltag nicht immer als Vorteil erweist.
Trotz der zahlreichen medizinischen Fachbegriffe lässt sich das Buch erstaunlich flüssig lesen. Die nüchterne Sprache trägt dazu bei, dass man die vielen Rotationen, die endlosen Ausbildungsjahre und die stetig steigende Belastung wie in einem beschleunigten Strudel erlebt. Ereignisse und Jahre verschwimmen zunehmend, bis am Ende ein grauer Schleier aus Überforderung und Erschöpfung zurückbleibt (im Ernst, ich hatte nicht mal annähernd eine Ahnung, wie hart die Ausbildung wirklich ist). Kadotas Schreibstil verstärkt dieses Gefühl, man liest sich fast selbst in eine emotionale Abstumpfung hinein, ohne es zunächst zu merken. Umso eindrücklicher ist die Wirkung beim Innehalten.
Was mich beim Lesen gestört hat, war Kadotas immer wieder betonte Selbstüberhöhung. Sie ist durchweg die Beste und das wird sie auch nicht müde zu erwähnen. Natürlich erklärt das viel über ihr Selbstbild und die Anforderungen, die sie an sich selbst stellt. Dennoch: Beim fünfzehnten „Ich war wieder die Beste“ fiel es mir schwer, nicht die Augen zu verdrehen.
In wie weit dies bewusst als Stilmittel eingesetzt wird oder doch aus der Überzeugung der Autorin kommt mag ich an dieser Stelle nicht urteilen.

Zudem wirkten einige Aussagen, zumindest in der deutschen Übersetzung, irritierend. So beschreibt Kadota, dass sie erst „mädchenhafte Gespräche“ mit den Krankenschwestern führen musste, um als Ärztin so respektiert zu werden wie ihre männlichen Kollegen.
Das Adjektiv „mädchenhaft“ klingt hier mindestens unglücklich gewählt und wirft für mich Fragen auf. Ich hoffe sehr, dass es sich dabei um eine misslungene Übersetzung handelt, andernfalls bleibt ein fader Beigeschmack mit einer feinen Note aus internalisierter Misogynie im Abgang.
Im Nachwort der deutschen Ausgabe folgt noch eine Information, die viele ihrer Handlungen und Aussagen in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt. Ohne zu viel zu verraten: Diese zusätzliche Kontextualisierung hat meinen Blick auf Kadota und ihre Geschichte sehr verändert. Ohne zu viel zu sagen: Aufgrund der Tatsache, dass sich manche Dinge erst nach erscheinen der englischen Originalausgabe ergeben haben kann ich verstehen warum dies im Nachwort aufgeführt wird. So haben wir Leser die Möglichkeit das Buch genauso zu lesen, wie es ursprünglich war.

Insgesamt kein „schönes“ Leseerlebnis im klassischen Sinne, dafür ist das Thema zu schwer, aber definitiv ein wichtiges.
„Emotional Female“ ist eine bereichernde Lektüre für alle, die wissen möchten, wie ein Klinikalltag jenseits von Grey’s Anatomy wirklich aussieht. Und für alle, die bereit sind, sich auf eine komplexe, widersprüchliche und nicht immer sympathische, aber sehr menschliche Erzählerin einzulassen.
Profile Image for Maria.
629 reviews14 followers
June 16, 2025
"Emotional Female" von Yumiko Kadota trägt den Zusatztitel "Mein Weg in den Burnout und wieder heraus: Eine junge Ärztin berichtet". Schon hier wird klar, dass die Beschreibungen nichts für all zu zarte Nerven werden.
Die Aufmachung des Buches gefällt mir gut. Das Color-Blocking in den kräftigen Farben wirkt stark und auffällig - als würde es sagen wollen "bei diesem Thema muss sich nicht versteckt werden".
Der Schreibstil von Kadota in Übersetzung durch Anke Angela Grube war relativ nüchtern und sachlich, aber für mich sehr flüssig zu lesen. All zu große emotionale und ausschweifende Umschreibungen sind nicht zu finden, was natürlich im Kontrast zum grundlegenden Thema steht.

Kadota beschreibt in verschiedenen Abschnitten Stationen ihres Lebens, geht dabei auf ihre Erlebnisse und Erfahrungen ein. Vor allem die Beschreibungen der Zeit ihres Medizinstudiums, des "Residence" und der Zeit als Assistenzärztin haben es in sich. Es wird über Machtmissbrauch, Rassismus und Sexismus, gleichermaßen über unmenschliche Arbeitsbedingungen und Nichtbeachtung der Gesundheit von angehenden und jungen Ärzt:innen geschrieben. Mich haben die Schilderungen vor allem wütend gemacht. Andererseits wurde auch klar, dass Kadota nicht in der Lage war früher eine Grenze zu ziehen und auf sich selbst zu achten - immer dem Ziel der Facharztausbildung hinterher rennend. Allein diese Schilderungen zu lesen hat in mir ein sehr beklemmendes Gefühl ausgelöst.

Das persönliche Nachwort hat das Buch für mich rund gemacht, auch wenn Kadota hier viel aufmacht und offen lässt... Für mich haben sich hier aber einige offene Gedanken zur Persönlichkeitsstruktur geschlossen und Gedankengänge und Handlungsweisen somit nachvollziehbarer gemacht. Denn natürlich gibt die Autorin in diesem Buch auch einen hohen persönlichen Anteil, so dass man sich als außenstehende Person manchmal fragt, warum sie sich "das alles" gefallen lassen hat. Hier war es für mich die Hürde mich in Kadota hineinzuversetzen und ihre Beweggründe nachvollziehen zu können.

Insgesamt hat mir "Emotional Female" sehr gefallen, es wirkt wie eine ungeschönter Erfahrungsbericht, der als Warnung verstanden werden sollte. Selbstfürsorge ist wichtig, noch wichtiger wären jedoch eine Anpassung grundlegender Strukturen im (australischen) Gesundheitssystem, um solche Situationen künftig zu vermeiden.
Profile Image for j.and.the.boys .
101 reviews1 follower
June 25, 2025
. „Emotional Female“ ein Buch für alle, die mehr über den harten Weg einer Frau in der Medizinbranche lesen und verstehen möchten! Dies ist eine packende autobiografische Geschichte, die Augen öffnet. Eigentlich sollte jeder Yumikos Geschichte lesen, damit vielleicht irgendwann doch noch ein Umdenken passiert! 
4,5/5 ⭐️

. Aber worum geht es genau… 
In „Emotional Female“ nimmt uns Yumiko mit auf ihre Reise durch das Medizinstudium, sowie ihre Zeit als Assistenzärztin in den Kliniken rund um und in Melbourne. Sie berichtet ebenso über ihre Kindheit, ihr kulturelles Erbe und vor allem schildert sie ihren Weg ins Burnout und wieder heraus. 

. Wir begleiten im Buch natürlich Yumiko als Ich- Erzählerin in kürzeren oder längeren Kapiteln. Wobei man als Leser meist das Gefühl hat Tagebucheinträge von ihr zu lesen. Durch ihre offene Art des Erzählens erhalten wir einen tiefen Einblick in ihr Seelenleben und ihre Entwicklung. 
Yumiko ist eine wirklich interessante starke Frau, die schon als kleines Kind den Wunsch hatte Chirurgen zu werden und somit alles dafür tat. Natürlich wurde sie dabei von ihren Eltern unterstützt, jedoch wird durch ihre Schilderungen jedem klar, wie unterschiedlich die Asiatische und Europäische Art der Erziehung ist. 
Schon von klein auf herrscht auf die Kinder ein enormer Druck später einen erfolgreichen angesehen Beruf zu erlernen. 
Diesen Druck verinnerlicht Yumiko so sehr, dass er sie in ihrer Laufbahn immer begleitet. Im Zusammenspiel mit dem Druck der auf weibliche Medizinerinnen herrscht konnte es bei Yumiko nur zum Burnout kommen. Diesen Abstieg dokumentiert sie und gibt uns tiefe Einblicke in ein kaputtes von Männern dominiertes System in dem sich Frauen immernoch viel zu oft fügen! 
Sexuelle Übergriffe, Rassismus und der ewige Kampf um Anerkennung sind einfach kein positives Arbeitsumfeld. 
Wirklich schlimm finde ich ebenso die Parallelen zum deutschen Gesundheitssystem! 
Doch bei allem Negativen hat Yumiko es mit Hilfe aus dem Burnout geschafft und nimmt uns in ihrem Buch bei ihrer Reise zurück mit. Ich hätte mir aber gewünscht noch mehr über ihre Reise zurück zu erfahren… meines Erachtens kam der Prozess ein wenig zu kurz. Ich hatte einfach etwas anderes erwartet. 
Nichtsdestotrotz wirklich ein aufrüttelndes Buch, dass zum nachdenken anregt und hoffentlich ganz viel Aufmerksamkeit bekommt. Yumiko hat es nämlich durch ihre Schreibweise geschafft einen packenden Bericht über ihr Leben zu schreiben, der nur schwer aus der Hand zu legen ist. 
Einfach eine große Leseempfehlung! 

. Außerdem finde ich das Cover super! Simple, doch es schreit nach Aufmerksamkeit! Und kleiner Bonus… egal wie ich das Buch geöffnet habe… Ich habe keine Leserillen bekommen 😎 
27 reviews
June 27, 2025
Chignon und Perlenohrringe

In dem Buch "Emotional Female" von Yumiko Kadota, übersetzt von Anke Grube und herausgegeben vom Pola-Verlag, geht es um eine gebürtig aus Japan stammende Frau, welche in Australien Medizin studiert, um eine plastische Chirurgin zu werden. Als äußeres Symbol sieht sie für das Gelingen ihres Vorhabens einen Chignon und Perlenohrringe, da diese die Merkmale der erfolgreich positionierten Ärztinnen darstellen.

Auf dem beschwerlichen Weg dorthin gilt es aber viele Hürden unterschiedlicher Art zu nehmen. Diese liegen einmal in der äußeren Beschaffenheit des medizinischen Feldes (patriarchale Strukturen, Diskriminierung, Zeitnot, Überlastung, Hierachiedenken, emotionaler/seelischer oder auch physischer Mißbrauch von Patienten, Kollegen oder dem Personal etc.) sowie in den persönlichen Merkmalen der Autorin ( europäische und asiatische Sozialisierung, neurodivergente Züge, Perfektionismus, starker Ehrgeiz...). Diese beiden Ströme laufen eine ganze Zeit parallel und alles scheint gut für Yumiko zu laufen. Dann aber, mit der Zeit und der kontinuierlichen Belastung, welche sich im Laufe ihrer Ausbildung noch steigert, bröckelt immer mehr von Yumikos mühsam zusammengehaltener Schutzschicht ab und ihre Nerven liegen blank. Der Zudammenbruch. Aus diesem ergeben sich für Yumiko aber trotz Schmerz und Verzweiflung auch neue Erkenntnisse und Lebenswege. Bleibt Yumiko bei ihrem Plan plastische Chirurgin zu werden.

Ich denke, dass Yumiko Kadotas Buch "Emotional Female" den Weg zu einer anderen neuen Welt aufzeigt. Es zeigt auf, wie es auf Dauer nicht funktionieren kann und wie das "System Medizin" weder den Patienten, dem Pflegepersonal oder vielen Ärzten nicht dient. Nicht umsonst quittieren sehr viele Arbeitnehmer in diesem Bereich den Job. In dem Buch werden Missstände und Schwachstellen im System aufgezeigt, aber das System ist im Grunde jeder einzelne, involvierte Mensch. Jetzt liegt es an jedem, hinzuschauen, die Probleme anzuerkennen und Lösungen zu finden. Hierzu braucht man eben auch emotionale (weibliche) Seite wie Mitgefühl und Fürsorge, nicht nur Machtstreben und Gier. Dazu leistet Yumiko Kadota einen tollen Beitrag!!!
Profile Image for Denise.
619 reviews9 followers
August 30, 2025
Yumiko hat seit ihrer Kindheit einen Traum: sie möchte plastische Chirurgin werden. Dieses Lebensziel verfolgt sie mit eisernem Willen und opfert dafür nicht nur ihre sozialen Kontakte, sondern auch jegliches Privatleben. Im australischen Gesundheitssystem wird sie mit Fallen, Vetternwirtschaft und Sexismus konfrontiert. Doch sie kämpft unbeirrt weiter. Bis ihr Körper streikt...

In "Emotional Female" erzählt Yumiko Kadota über ihr Leben als Medizinstudentin und Assistenzärztin. Sie zeigt, wie körperlich und mental aufreibend diese Zeit ist und sie als Woman of Color zusätzlich mit Rassismus, Sexismus und Vorurteilen gegenüber internationalen Medizinstudent:innen konfrontiert wird. Dies alles erzählt sie mit einer Ruhe und Distanz, die es mir teils schwer machte, nachzuvollziehen, wie heftig die Situationen für sie waren.

Obwohl der Untertitel des Buches über Burnout spricht, ist diese Krankheit nur eine Randerscheinung in dem Buch. Das hat mich enttäuscht, da ich andere Erwartungen hatte. Yumikos Weg aus dem Burnout umfasst gerade einmal knapp 50 - 60 Seiten. Wer also hoffte, durch das Buch mehr über mögliche Behandlungsmethoden zu erfahren, wird enttäuscht sein.

Das Buch dreht sich hauptsächlich um die Ausbeutung von Student:innen, um eine Struktur im Gesundheitswesen, das darauf ausgelegt ist, Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen. Zusätzlich dreht sich das Werk um systematische Benachteiligung, um notwendige Beziehungen und zeigt auf, dass selbst in der Medizin die Bestleistung nicht darüber entscheidet, ob du Ärztin wirst.

So bleibe ich enttäuscht, aber auch erschüttert zurück.
Profile Image for Jane Wilde.
8 reviews1 follower
September 18, 2025
Ich habe so viel durch dieses Buch gelernt. Es war eine bereichernde Quelle von Inspiration. Ich hab gelernt, meine eigenen Ängste mehr zu reflektieren aber auch mehr auf mein Bauchgefühl zu vertrauen. Trust the process. Trust the universe. Ich liebe und bewundere starke, emotionale Frauen, die so viel mit aufbringen wie Yumiko Kadota. Herausforderungen so zu meistern wie sie, ist nicht leicht, aber sie ist mir definitiv ein Vorbild.
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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