Was geschieht, wenn Neid und Gier zu Streit und Krieg fü das große Karolinger-Epos
Eigentlich macht Ludwig, Kaiser der Franken und Sohn Karls des Großen, alles Er regelt seine Nachfolge früh, ernennt seinen ältesten Sohn Lothar zum Mitregenten und bedenkt die jüngeren Söhne mit großen Ländereien. Schnell zeigt sich jedoch, dass Ludwig und Lothar unterschiedliche Vorstellungen darüber haben, wie das Land regiert werden soll. Während sich der Vater um Frieden und Ausgleich bemüht, drängt der Sohn darauf, die Interessen des Reiches mit Härte durchzusetzen. Als Ludwig nach dem Tod seiner Frau ausgerechnet um Judith wirbt, für die sich auch sein Sohn interessiert, eskalieren die Streitigkeiten. Bald steht alles auf dem Spiel, was Karl der Große einst geschaffen hat ...
In seinem gut recherchierten und einfühlsam erzählten Roman über Politik, Familie und Liebe im frühmittelalterlichen Frankenreich lässt Claudius Crönert eine wichtige Epoche der Geschichte lebendig werden.
Der Autor Claudius Crönert hat mit seinem historischen Roman „Das Erbe der Karolinger“ das Leben von Ludwig den Frommen in den Mittelpunkt gerückt und dabei ein mögliches Geschehen der damaligen Zeit niedergeschrieben – seine Interpretation der Quellen. Dieses Buch ist ein eigenständiges Werk und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Klappentext: Eigentlich macht Ludwig, Kaiser der Franken und Sohn Karls des Großen, alles richtig: Er regelt seine Nachfolge früh, ernennt seinen ältesten Sohn Lothar zum Mitregenten und bedenkt die jüngeren Söhne mit großen Ländereien. Schnell zeigt sich jedoch, dass Ludwig und Lothar unterschiedliche Vorstellungen darüber haben, wie das Land regiert werden soll. Während sich der Vater um Frieden und Ausgleich bemüht, drängt der Sohn darauf, die Interessen des Reiches mit Härte durchzusetzen. Als Ludwig nach dem Tod seiner Frau ausgerechnet um Judith wirbt, für die sich auch sein Sohn interessiert, eskalieren die Streitigkeiten. Bald steht alles auf dem Spiel, was Karl der Große einst geschaffen hat ...
Bisher habe ich noch kein Buch aus der Feder von Claudius Crönert gelesen. Doch die Leseprobe war recht vielversprechend und ich bin immer mal auf der Suche nach guten Autoren von historischen Romanen. Daher habe ich mich an dieses etwa 800 Seiten starke Buch herangewagt und meine Hoffnungen wurden definitiv erfüllt. Zunächst möchte ich die Gestaltung des Buches positiv erwähnen. Schon das Cover ist ein Blickfang und definitiv eine gelungene Abwechslung zu anderen Covern von historischen Büchern, bei denen gerne Frauengestalten dargestellt werden. Im Buch ist ebenfalls ein hilfreiches Personenregister beigefügt, welches dabei hilft, dass der Leser den Überblick behält. Auch eine farbige Karte ist enthalten, welche ebenso als Orientierungshilfe genutzt werden kann. Der Schreibstil von Crönert ist recht angenehm und ich empfand ihn nicht zu gestelzt – weder zu modern noch auf altmodisch getrimmt. Der Autor hat einen flüssigen und bildgewaltigen Erzählstil. Dabei schafft er es, dass bei mir während des Lesens Bilder im Kopf entstanden sind. Ich hatte das Gefühl, dass ich selbst mitten im Geschehen bin und über die Seite von Ludwig geschaut habe. Crönert schafft es gekonnt, dieser längst vergangenen Zeit Lebendigkeit einzuhauchen und die Charaktere lebendig zu wirken. Er schafft hierbei seine eigene Interpretation – die Quellen zur damaligen Zeit sind nicht ganz eindeutig. Daher ist dieses Buch auch für Geschichtslaien ohne Vorkenntnisse geeignet. Auch wenn man die Fakten nicht kennt, tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Aber auch wenn man sind in dieser historischen Epoche auskennt, hat man seine Freude und kann sich an der Interpretation und den Charakteren erfreuen. Dieses Buch ist sowohl für Leser geeignet, welche sich mit Ludwig dem Frommen und seiner Politik auskennen, als auch mit Lesern, welche von dieser Zeit keine fundierten Kenntnisse haben. Aber als Leser bekommt man trotzdem den Eindruck, dass alles so gewesen sein könnte und fühlt sich dabei mit seiner Wiederbelebung und Interpretation der Ereignisse wohl. Man merkt diesem historischen Roman an, dass Crönert eine fundierte Recherche zu dieser Epoche betrieben hat und sich mit dieser Zeit beschäftigt hat. Gelungen finde ich hier auch, wie eng miteinander Fakten und Fiktion verwoben ist, als Laie kann man dies oftmals nicht unterscheiden. Im Nachwort geht der Autor auch noch mal auf die Mischung von Fakten und Fiktion ein. Zum Beispiel hat er Judith, die zweite Ehefrau von Ludwig dem Frommen, bedeutend positiver dargestellt, als mehrere Quellen dies belegen. Er stellt seine Gedankengänge dazu dar und erklärt seine Entscheidung hierzu. Allgemein hätte ich mir jedoch noch ein paar Hintergrundinformationen und Details mehr gewünscht. Bei manchen Szenen habe ich mich gefragt, ob dies historisch belegt ist oder der Fantasie des Autors entsprungen ist. Aber dies ist nur ein persönliches Empfinden und tut der Geschichte eigentlich keinen Abbruch. In „Das Erbe der Karolinger“ steht das Leben und das Schaffen von Ludwig der Fromme im Vordergrund. Er ist der Sohn von Karl dem Großen und hat damit keine leichte Aufgabe, dieses große Reich zusammenzuhalten. Der historische Roman behandelt die Jahre 817 bis 840 n.Cr. und beleuchtet die Regierungspolitik und die familiären Streitigkeiten näher. Ludwig ist eher an Diplomatie gelegen, er möchte einen anderen Weg einschlagen als sein Vater, um dieses Reich zusammen zu halten. Er ist um den Frieden bemüht und sucht auch oftmals Rat in der Religion und ein vereintes Christentum ist ihm wichtig. Bei gewissen Entscheidungen ist Ludwig eher träge und auch nicht immer durchsetzungsfähig. Er verfolgt manche Ziele nicht konsequent, was oftmals von seinen Feinden ausgenutzt wird. Ludwig möchte eher Gewalt vermeiden und sein Ziel mit Worten erreichen. Dies ist sehr zum Leidwesen von seinem ältesten Sohn Lothar. Dieser wurde von Ludwig als Mitkaiser eingesetzt und hat dadurch auch einiges an Macht und Entscheidungsgewalt vereint. Doch seine Ansichten sind oft im Gegensatz zu denen von seinem Vater. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Streit vorprogrammiert ist. Lothar ist hier so ein bisschen der negative Gegenpol, oftmals würde man ihm Vernunft einbläuen. Wie er gegen den Vater rebelliert und immer wieder zu Gewalt neigt, sich gegen strikte Vorschriften widersetzt, macht Lothar nicht zum Sympathieträger. Auch sein Verhalten gegenüber Judith ist da nicht förderlich. Durch die familiären Konflikte, welche sich im Verlauf des Buches immer weiter zuspitzen, wird viel Spannung erzeugt. Ich persönlich habe jede Seite genossen und hatte meine Freude mit der Handlung an sich, aber auch den Interaktionen zwischen den Personen. Ich habe mit ihnen gehadert oder mit ihnen gelitten, im Verlauf des Buches sind mir einige ans Herz gewachsen. Gebannt habe ich der Geschichte mitverfolgt und wollte wissen, wie es weitergeht – ob Lothar sich mit Ludwig einigen kann oder ob die anderen Geschwister ebenfalls rebellieren. Allgemein sind hier die Schwestern Judith und Emma eher die Sympathieträger, bereichern sie mit ihrer Art dieses Buch allgemein. Mir persönlich hat im allgemeinen die Charakterdarstellung gut gefallen. Wobei mir manche Charaktere etwas blass vorkamen. Der Fokus wurde hier auf einzelne Charaktere aus der Familie gelegt, andere sind dabei etwas in den Hintergrund gerückt. Aber dies ist nachvollziehbar. Kann man, auch bei einem etwa 800 Seitenwerk nicht jedem Charakter so viel Raum und Seiten lassen, damit man jedem gerecht werden kann.
Insgesamt konnte mich der Autor Claudius Crönert mit seinem historischen Roman „Das Erbe der Karolinger“ sehr gut unterhalten und die Seiten fliegen nur so dahin, ich bin komplett in diese längst vergangene Zeit abgetaucht. Ich werde mir diesen Autor auf jeden Fall merken und weitere Bücher aus seiner Feder lesen. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.
„Das Erbe der Karolinger“ von Claudius Crönert erzählt die Geschichte des Karolinger Geschlechts und eines Familienstreites, der Europa in gewisser Weise bis heute prägt. Erschienen ist der Roman im Februar 2025 bei Bastei Lübbe.
Kaiser Ludwig, Sohn des berühmten Karl des Großen, regelt seine Nachfolge früh. Er möchte Sicherheit für sein Reich schaffen und so ernennt er seinen erstgeborenen Sohn Lothar zum Mitkaiser und stattet auch seine anderen Söhne mit großen Ländereien aus. Sie sollen lernen, was es heißt ein Reich zu führen, doch schnell stellt sich heraus, dass gerade Ludwig und Lothar unterschiedliche Vorstellungen haben. Während der Vater sich dem Frieden verschrieben hat und Konflikte entsprechend ohne Gewalt lösen möchte, setzt der Sohn auf Konfrontation und Demonstration von Stärke. Als die Kaiserin stirbt und Ludwig erneut heiratet und sich ausgerechnet die Frau aussucht, auf die auch sein Sohn ein Auge geworfen hat, eskalieren die Streitigkeiten endgültig. Eine wechselvolle Zeit beginnt, die den Fortbestand des Reiches Karl des Großen ernsthaft bedroht.
Seit ich Ende letzten Jahres von diesem Buch gehört habe, war die Vorfreude groß. Ein echter Mittelalterschmöker und das mit ganzen 800 Seiten. Die Bücher, die ich lese, sind mittlerweile meist kürzer und dennoch habe ich mich darauf gefreut, einen Roman zu lesen, der die Entwicklungen über einen längeren Zeitraum verfolgt. Es geht ins Karolingerreich und die Zeit nach Karl dem Großen. Ich war von Anfang an in der Geschichte drin und bin den Ereignissen gerne gefolgt. Der Schreibstil hat mir gefallen und ein zügiges Lesen gefördert. Die Ereignisse im Buch konnte ich mir gut vorstellen Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die thematisch einen eigenen Fokus haben. Trotz des langen Zeitraumes der Geschichte hat der Autor es geschafft eine durchgehende Geschichte zu erzählen. Durch unterschiedliche Perspektiven ist es möglich einen umfassenden Einblick in die Ereignisse zu bekommen. Der Autor hat sich hier weitesgehend auf die wichtigsten Entwicklungen konzentriert. Dennoch wurden auch viele Informationen zur Zeit und den Errungenschaften Karl des Großen mit eingewoben. So habe ich viel über die unterschiedlichen Völker im Karolingerreich erfahren, die Sachzwänge, die einen Kaiser bei der Führung des Reiches umtreiben oder auch welche Errungenschaften die Herrschaft Karl des Großen gebracht haben. Man merkt dem Roman die gründliche Recherche an, dennoch bietet das 9. Jahrhundert auch genügend Freiraum um fiktive Anteile mit einzubringen. Insgesamt ist es dem Autor gut gelungen Fiktion und Wahrheit miteinander zu verbinden, dennoch mochte ich nicht alle Entscheidungen, die in dieser Hinsicht getroffen wurden, wie z.B. die sexuelle Gewalt gegenüber einem Kind. Es soll wohl die starke Wesensveränderung erklären, ich tue mich dennoch eher schwer damit. Insgesamt spielt Gewalt allerdings eher eine untergeordnete Rolle. Der Zwist innerhalb der Kaiser-Familie und Ränkespiele sind das deutlich größere Motiv. Den Personen bin ich gerne verfolgt. Kaiser Ludwig hat mich angesprochen, weil er für den Frieden eintritt. Bei Lothar habe ich den Roman über gehofft, dass er an Reife gewinnt, aber er blieb ein eher unsympathischer Charakter. Kaiserin Judith konnte mich mit ihrem Einsatz für die Armen für sich einnehmen. Die Liebesgeschichte des kleinen Ludwig und seiner Emma habe ich gerne verfolgt. Pippin blieb für mich eher blass. Als Zusatzmaterial gibe es ein Personenverzeichnis sowie ein kurzes Nachwort. Tatsächlich gibt es mal keinen Prolog und Epilog. Dies hat dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch getan.
Fazit: Ein toller historischer Roman über einen Familienstreit und das Karolingerreich des 9. Jahrhunderts mit kleinen Abzügen in der B-Note. Ich habe viel an historischem Wissem mitgenommen und die insgesamt 800 Seiten Roman sehr genossen. Empfehlenswert für alle, die die dicken Historienschmöker lieben, die eine Geschichte über mehrere Jahrzehnte erzählen.
Im Februar 2025 hat der Autor Claudius Crönert den historischen Roman „Das Erbe der Karolinger“ gemeinsam mit dem Verlag Lübbe herausgebracht. Über ca. 816 Seiten erzählt er aus der Zeit von 817 bis 840 nach Christus. Das Cover wirkt durch den goldfarbenen Aufdruck auf mich eher modern als historisch. Zu Beginn findet sich eine hilfreiche Namensliste von wichtigen Personen. Beim Lesen hilft das all denen, die geschichtlich nicht voll im Detail stecken. Ludwig, Kaiser der Franken, macht sich früh Gedanken um seine Nachfolge. Er hat Franken von Karl dem Großen geerbt und ernennt seinen Sohn Lothar zu seinem Mitregenten. Dafür überträgt er Lothar einige Ländereien. Es zeigt sich früh, dass Vater und Sohn verschiedene Vorstellungen über das Regieren und die Zukunft haben. Als Ludwigs Frau stirbt, möchte Ludwig erneut heiraten. Er entscheidet sich für Judith. Leider hat auch Lothar ein Auge auf Judith geworfen und macht ihr einen Antrag. Judith entscheidet sich für Ludwig. Zwischen dem friedliebenden Ludwig und dem machtgierigen Lothar entwickelt sich eine Rivalität, die eine gefährliche Entwicklung nimmt. Sie ist geprägt von Neid, Gier und Streit im politischen und im persönlichen Bereich. Bis irgendwann alles auf dem Spiel steht. Ich lese gerne historische Romane. Sie vermitteln mir einen guten Einblick in die Zeit und versetzen mich beim Lesen in eine andere Welt. So bin ich völlig unbelastet in diese Erzählung gestartet. Vom ersten bis zum letzten Buchstaben habe ich an den Zeilen geklebt. Von den ca. 816 Seiten habe ich jede einzelne als lesenswert und unterhaltsam empfunden. Für meinen Geschmack hätte es auch noch gut ein wenig weitergehen können. Besonders gut gefallen hat mir die Art und Weise, wie Claudius Crönert mich an die historischen Persönlichkeiten herangeführt hat. Ich lerne sie früh kennen und von Beginn an fasziniert mich Judith. Sie hat eine willensstarke Persönlichkeit und ist zur Kaiserin geboren. Im Laufe der der Geschichte gewinnt sie immer mehr Charakter. Der Autor zeigt sie geschickt in den unterschiedlichsten Situationen, die ihr mit der Zeit immer mehr Ausstrahlung verleihen. Es ist nicht nur Judith. Auch ihre Schwester Emma, Ludwig und Lothar lässt der Autor immer lebendiger werden. Beim Lesen entwickelt sich bei mir eine Vorstellung davon, wie sich das Leben in dieser Zeit abgespielt hat. Und das hat mir hervorragend gefallen. Alles in allem hat Claudius Crönert mit „Das Erbe der Karolinger“ einen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Mit den Zutaten Neid, Macht und Gier werden daraus unterhaltsame Lesestunden und eine exzellente Zeitreise in die Jahre 817 bis 840 nach Christus. Von mir bekommt der Autor 5 verdiente und blankpolierte Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.
Das Erbe der Karolinger ist ein historischer Roman über das frühmittelalterliche Frankenreich geschrieben von dem Autor Claudius Crönert.
Der Franken Kaiser Ludwig versucht alles richtig zu machen und in die großen Fußstapfen seines Vaters, Karl des Großen zu treten. Früh regelt er seine Nachfolge und ernennt seinen ältesten Sohn Lothar zum Mitkaiser. Doch je älter Lother wird, desto höher werden seine Ansprüche und ein Zerwürfnis mit dem Vater droht. Die Ansichten wie das Land regiert werden sollte, gehen bei Ludwig und Lother immer weiter auseinander. Der Streit beginnt die Familienbande zu zerreißen und er droht zum Krieg auszuarten. Das Reich könnte völlig auseinanderbrechen und die Herrschaft über das Frankenreich scheint bedroht…
Man sollte sich überhaupt nicht von den 816 Seiten beeindrucken oder abschrecken lassen. Der tolle Schreibstil ist so flüssig, dass man einen wunderbaren Lesefluss hat und praktisch durch die Seiten fliegt. Trotz der historischen Thematik wurde auf altertümliche Sprache verzichtet und das Buch liest sich daher wie ein modernes Familien Drama, nur eben mit Kaisern und Königen.
Mir haben die Darstellungen von Ludwig und seinen Söhnen sehr gut gefallen. Der Neid und die Gier wurden besonders gut hervorgehoben. Ständig haben die Söhne Angst, dass sie zu wenig bekommen könnten und sind missgünstig gegenüber den Brüdern. Lother hat da eine besondere Stellung als Mitkaiser und doch verlangt er am meisten. Seine verlorene Chance selbst Judith, Ludwigs 2. Frau, zu heiraten konnte er nie überwinden und ist ihr immer mit Argwohn begegnet. In seinem Nachwort hat der Autor beschreiben, dass er Judiths Charakter, entgegen historischer Schriften, als gütig und liebevoll gestaltet hat. Sie gibt Ludwig die Stärke und Hoffnung, der er braucht, um sich gegen seine Söhne zu behaupten und selbst nicht den Frieden aus Augen zu lassen. Auch viele Nebencharaktere wurden vielschichtig ausgearbeitet und haben so eine ganz eigene Geschichte zu erzählen.
Insgesamt hat mir das Buch unglaublich tolle Lesestunden bereitet. Es hatte einige politische Intrigen, aber auch die Liebe hat immer wieder einen großen Stellenwert. Die Familienfehden waren interessant und nachvollziehbar, auch wenn man manchmal einige Charakter richtig heftig schütteln wollte, dennoch haben sie sehr authentisch agiert. Die Frauen haben hier auch einen großen Stellenwert bekommen und ihre Portraitierung fand ich besonders gelungen.
Ein Buch das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.
Kaiser Ludwig, der Sohn von Karl dem Großen, führt sein Land mit Weitsicht und dem unbedingten Wunsch eines friedlichen Miteinanders. Er muss sich nun, da seine drei Söhne nach und nach in ein regierungsfähiges Alter kommen, um die Nachfolge kümmern. Er teilt sein Reich in drei Teile auf und mach seinen ältesten Sohn Lothar zum Mitkaiser. Dieser strebt eher nach seinem Großvater, das Reich mit Stärke und Gewalt zu regieren, was schnell zu Konflikten im Kaiserreich führt. Droht ein Krieg und ein Familienstreit um die Macht im Reich?
Ich habe bereits einen hervorragenden historischen Roman aus der Feder vom Autor Claudius Crönert gelesen und bin daher mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in sein neues Werk, dem Karolinger-Epos, eingestiegen. Er erzählt die Geschichte in einem bildreichen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mir die Geschehnisse der damaligen Zeit lebendig vor Augen führte. Das direkt zu Beginn aufgeführte Personenregister und die gute Erzählstruktur haben es mir leicht gemacht, trotz einiger handelnden Personen, stets den Überblick zu behalten. Der Spannungsbogen wird mit der nicht ganz einfachen Erbfolge und den damit verbundenen politischen Konflikten aus meiner Sicht auf einem hohen Niveau gehalten. Die Protagonisten werden umfangreich beschrieben und charakterisiert, was im Verlauf deren Handeln immer nachvollziehbar erscheinen lässt und dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht. Die historischen Hintergrundinformationen wirken sehr gut recherchiert und geben so noch spannende Einblicke in die damalige Zeit.
Insgesamt ist "Das Erbe der Karolinger" ein für mich mehr als gelungener historischer Roman, der mit der fesselnden Handlung, der lebendigen Erzählweise und den gut recherchierten Protagonisten eine mehr als spannende Reise in die Vergangenheit darstellt. Ich empfehle den lesenswerten Roman daher sehr gerne weiter und bewerte ihn mit den vollen fünf von fünf Sternen.
Toll recherchierter historischer Roman, in dem Geschichte lebendig wird Zugegeben, ich hatte Respekt vor den 800 Seiten. Aber am Ende angekommen, hätte ich immer weiter lesen können. Das sagt ja schon einiges über das Buch aus.
Claudius Crönert lässt die Regierungszeit von Ludwig dem Frommen in der Zeit von 817 bis zu seinem Tod 840 n. Chr. lebendig werden. Hier werden historische Fakten und Fiktion zu einer spannenden Geschichtsstunde. Mit jedem Kapitel wird deutlich, was der Autor für eine hervorragende Recherchearbeit geleistet hat. Der Leser befindet sich mal in einer Tragödie, dann wird es wieder spannend, wie in einem Krimi. Da man nicht alle historischen Ereignisse dieser Zeit auf 800 Seiten packen kann, hat Claudius Crönert an den richtigen Stellen gekürzt oder die Tatsachen ein wenig angepasst. Auch an den Stellen, an denen historische Belege fehlten, hat er die Geschichte so erzählt, wie es hätte sein können. Und es hat für mich immer gepasst, so dass man innerlich genickt hat und zu dem Schluss gekommen ist, ja, so könnte es gewesen sein. Die Charaktere sind authentisch und lebendig. Man hasst oder liebt sie, freut sich mit ihnen oder leidet mit. Die Atmosphäre der damaligen Zeit ist gut erfasst, soweit man das beurteilen kann. Alltag, Krieg, Regierungsarbeit, die Rolle der Kirche, gesellschaftliche Ordnung, alles findet seine Erwähnung und sorgt für die notwendigen Bilder im Kopf. Ich hatte schon ganz gute Grundkenntnisse über die Geschichte der Karolinger, die durch das Buch aber nochmals vertieft und erweitert wurden. Ein kleine Karte zur Orientierung, ein Personenverzeichnis und ein Nachwort unter anderem über die Zeit nach Ludwigs Tod, runden das Buch ab. Wer also Geschichte unterhaltsam und spannend erleben will, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.