Hiroyuki Endo galt in Tokio als Meister der Sushi-Köche. Doch dann verließ er Japan heimlich, um in Hamburg als Hilfskoch unterzutauchen. Nun ist er verschwunden – und Inspektor Takeda soll ihn finden. Tatsächlich wird bald eine Leiche TV-Koch Tom Trautmann, für den Hiroyuki gearbeitet hat. Könnte Hiroyuki seinen Chef getötet haben? Bald jedoch tun sich neue Spuren Anscheinend hatte Trautmann mit Kokain und anderen Drogen zu tun.
Ein verschwundener Sushi-Koch, ein toter TV-Star und eine Spur, die in den internationalen Kokain-Schmuggel führt.
Das ist das erste Buch über Takeda, das ich lese/gehört habe.
Nach kurzem Reinhören bin ich wirklich begeistert, wie gut D. Moschitto diese Geschichte erzählt. Erstens verleiht er allen Figuren ihren eigenen Klang, zweitens, was ich am beeindruckendsten fand: bringt er die Ruhe, die dieser Takeda ausstrahlen muss, so gut rüber und färbt dadurch auch die Geschichte ein mit einer Gemächlichkeit, die ihrer Spannung aber gleichzeitig keinen Abbruch tut.
Ich hatte schon einmal eine Takeda-Geschichte angefangen, die mich nicht gecatcht hatte, weder vom Erzählstil, noch von der Geschichte her.
Aber hier fand ich diesmal auch die Handlung von Anfang an sehr spannend und auch durchgehend, wirklich bis zum letzten Satz. Weil es auch da noch unerwartete Wendungen gab bzw. Erzählstränge dann erst aufgelöst wurden. Die Geschichte hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich jetzt auf der Suche bin nach richtig gutem Sushi, um auch mal annähernd in den beschriebenen Genuss zu kommen.
Der Geschichte war beim Hören sehr gut zu folgen. Es gab kaum das Problem, dass ich nicht wusste, wo wir sind und um wen es gerade geht. Es gibt aber auch kaum Zeitsprünge. Die Erzählung hat mich sehr schnell in ihren Bann gezogen, darauf musste ich nicht lange warten und dann hab ich jede freie Minute weitergehört und fand es sehr schade, als sich das Ende unaufhaltsam näherte.
Für die Stimmung, die der Sprecher hier heraufbeschwört, empfehle ich auf jeden Fall die Hörvariante des Buchs! Aber die Geschichte an sich und der Erzählstil des Autors allein lohnen sich auch in lesbarer Form, vermute ich stark.
Bisschen viel Sushi-Abschweifungen und irgendwie leider nicht ganz schlüssig, wie die Ermittelnden am Ende auf die Falllösung gekommen sind, weil viele Infos nicht mit der Leserschaft geteilt werden - auch wenn die letztendliche Auflösung eigentlich ganz interessant war.
Trotz des starken Japan-Bezugs, der Ermittler undankbar in diesem Buch der Verdächtige und das Sushi, ist das ein Hamburg-Krimi. Gut zu lesen und spannend, aber die Auflösung im Agatha-Christie-Stil mit allen Verdächtigen zum Dinner geladen passt irgendwie nicht zum davor.
Das Thema Sushi musste ja früher oder später kommen. Wieder eine gute und ziemlich glaubhafte Geschichte. Auch die persönlichen Beziehungen entwickeln sich weiter. Mal wieder ein Cliffhanger-Ende, wie könnte es anders sein! ;)