Lucias Welt steht kopf. Statt im Familienurlaub am Strand zu entspannen, muss sie – frisch getrennt – ihrem Vater und ihrem pflegebedürftigen Bruder hinterherreisen, die allein nach Italien aufgebrochen sind, um die Asche ihrer geliebten Frau und Mutter in die Heimat zu bringen. Unterwegs erfährt Lucia, wie stark die Bande der Familie trotz aller Schwierigkeiten sein können. Und mit einem Mal scheint so vieles möglich ...
Ein abenteuerlicher Roadtrip durch Italien und eine warmherzige Familiengeschichte.
Lucia steckt in einer Lebenskrise. Ihr steht eine Scheidung ins Haus, ihre pubertierenden Töchter Vanessa und Sandra rauben ihr die letzten Nerven und seit dem Tod der Mutter muss sie sich noch neben ihrem Job um ihren Vater Alberto und den pflegebedürftigen Bruder Gianni kümmern. Ihr Nervenkostüm ist angespannt und ein Urlaub sollte endlich für etwas Entspannung sorgen. Doch die finanzielle Situation lässt dies nicht zu. Die Mädchen sind wütend, der Großvater, der die Asche seiner Frau in seine italienische Heimat bringen möchte, ist verletzt. Zusätzlich ist die Beziehung zwischen Vater und Tochter von jeher etwas angespannt. In einer Nacht und Nebelaktion macht sich Alberto mit Gianni auf den Weg nach Italien. Er möchte die Reise, die er mit seiner Frau Cristina gemacht hat, bevor sie nach Deutschland auswanderten, noch einmal erleben. Er mietet sich eine Vespa und fährt mit Gianni all die Orte ab, die er mit seiner großen Liebe verbindet. Allerdings unterschätzt Alberto sein Alter und seinen geistig beeinträchtigten Sohn, was manchmal einige Probleme mit sich bringt....
Lucia bleibt nichts anderes übrig, als ihrem Vater und ihrem Bruder zu folgen. Anhand von alten Postkarten, die ihre Eltern damals an ihre Tante geschickt haben, versucht Lucia die Orte zu finden, die ihr Vater besuchen könnte. Mit zwei missmutigen Teenagern startet sie ihren Roadtrip von Norden nach Süden, während Alberto und Gianni von Neapel aus Richtung Norden fahren....
Wir folgen abwechselnd Lucia und ihren Töchtern, wie auch Alberto und Gianni. In Rückblenden erfahren wir von einer großen Liebe, die sich gegen alle Konventionen aufgelehnt hat und noch über den Tod hinaus spürbar ist. Alberto und Cristinas Liebe ist durch die Zeilen hindurch spürbar und die Erinnerungen schmerzhaft, aber auch unglaublich schön.
Durch die beiden unterschiedlichen Roadtrips ist man in ganz Italien unterwegs. Mit bildhaften Beschreibungen der Landschaft und speziellen Plätzen ist man als Leser direkt dabei und hat jede Menge Kopfkino. Man spürt "La dolce Vita" und genießt die wundervolle Atmosphäre, die Urlaubsfeeling versprüht - auch wenn die Themen hier tiefer gehen und man nicht immer nur ein Wohlfühlbuch in der Hand hat. Die Figuren entwickeln sich weiter und vor allem das Zusammenwachsen der Familie habe ich genossen. Lucia konnte ich in vielen Belangen verstehen, auch wenn sie oftmals durch ihren Perfektionismus und ihrer ruppigen Art nicht ganz so sympathisch rüberkommt. Ich habe jedoch ihre immense Überforderung gespürt und habe mich gefreut, dass sie etwas zurück ins Leben findet. Die Vergangenheit ihres Vaters bringt die Beiden durch diesen Roadtrip endlich ein bisschen näher und Lucia beginnt ihn besser zu verstehen. Neben einigen berührenden Momenten kommt auch der Humor nicht zu kurz. Nur zum Ende hin wurde es mir etwas zu kitschig und zu sehr auf Happy End getrimmt. Das hätte nicht unbedingt sein müssen.
Das nostalgische Cover, auf dem man Alberto und Cristina wähnen kann, ist sehr gelungen. Die Farbgebung und auch diese Art von Vintage-Zeichnungen mag ich sehr.
Fazit: "Amore in Italiano" ist ein atmosphärischer Roadtrip auf zwei Zeitebenen um Familie, Verlust und einem Neuanfang. Besonders für Italienliebhaber eine Empfehlung!
Sommerliche Zeitreise quer durch Italien zum Wohlfühlen
„Amore in italiano“ der Autorin Tabea Koenig ist ein richtiger Wohlfühlroman und passt perfekt für eine entspannte Lektüre. Die Handlung spielt in unterschiedlichen Zeitebenen, hauptsächlich aber in 1955 und 1999. Auch wenn sich zwischen den Seiten die Geschichte einer großen Liebe versteckt, handelt es sich nicht um einen klassischen Liebesroman. Stärker im Mittelpunkt steht stattdessen der Roadtrip durch Italien, aber auch Eltern-Kind-Beziehungen werden beleuchtet. Trotz der teils ernsten Untertöne versprüht die Erzählung aber viel Leichtigkeit und Dolce Vita. Hin und wieder gab es für mich zwar kleine logische Unstimmigkeiten, letztlich kann man über diese aber hinwegsehen, denn die grundsätzliche Atmosphäre des Romans ist toll. Dies liegt unter anderem am Schreibstil, welcher sich flüssig und angenehm liest. So konnte ich mich ganz und gar in dieser interessanten Familiengeschichte treiben lassen. Wer also auf der Suche nach einer locker-leichten Lektüre für den Sommer ist, dem kann ich „Amore in italiano“ nur ans Herz legen.
Amore in Italiano ist auf den ersten Blick vielleicht eine sommerliche Urlaubslektüre, leicht, voller Sonne und mit viel Italien Vibes, aber, das Buch geht auch in die Tiefe und spricht durchaus schwere Themen an, wie Nachkriegszeit, Migration, familiäre Konflikte und Trauer. Es ist kein typisches „fun light beach read“, aber definitiv eine sommerliche Geschichte, die man gut lesen kann, vor allem, wenn man sich für italienische Kultur interessiert.
Was mir besonders gefallen hat, war die Vielfalt der Charaktere. Die Autorin bringt ganz unterschiedliche Menschen zusammen, von denen man wirklich etwas lernen kann. Besonders stark fand ich die Darstellung der Reise, nicht nur im geografischen Sinne, sondern als innere Reise, als eine Art Selbstfindung für die Figuren. Jeder entwickelt sich weiter, entdeckt etwas Neues über sich selbst… naja, fast jeder. Nonno? Puh. Ganz ehrlich, ich fand ihn einfach unmöglich. Da ist, seine Tochter in einer schwierigen Phase, frisch getrennt, finanziell (und emotionell) broke, und er nimmt einfach ihr Geld, um sich in Italien eine gute Zeit zu machen. Kein Mitgefühl, keine Reue, und am Ende ist sie noch die Böse. Und dann will er auch noch beleidigt sein, wenn man ihn nicht alleine in der Wohnung lässt, obwohl er fast das ganze Ding abgefackelt hat. Hat mich echt genervt.
Was das Buch richtig stark macht, ist die historische Ebene: Die Recherchen zur Geschichte der italienischen Gastarbeiter sind super, und man bekommt ein gutes Gefühl dafür, wie es damals war, in einem zerstörten Nachkriegsland. Auch die Orte sind wunderschön beschrieben. Gleichzeitig wird aber auch immer wieder die Frage aufgeworfen: War/Ist das Italien wirklich so romantisch, oder erinnern wir uns nur nostalgisch daran zurück? Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass das Buch eine Art Liebeserklärung an das verlorene Heimatgefühl ist, mit allem Schönen, aber auch mit einer gewissen Verklärung.
Für mich war das Buch eine willkommene Abwechslung. Normalerweise lese ich andere Genres, aber es hat Spaß gemacht, mal etwas ganz anderes auszuprobieren. Nur mit einem Aspekt konnte ich nicht so viel anfangen: Lucia, die plötzlich „spürt“, wo ihr Vater oder Bruder sind (oder eher wo sie nicht sind), oder wie sie auf einmal ihre Eltern von damals „wahrnimmt“. Das war mir dann doch etwas zu viel 6th sense. Auch die Szene mit Christina als Geist war für mich eher ein Bruch im Erzählton. Ich fand, dass Christina als Figur gerade dadurch so stark war, dass sie in den modernen Kapiteln zwar nie da, aber immer präsent war. Ihre Wirkung war subtil, aber kraftvoll. Als sie dann am Ende doch „auftaucht“, war das für mich ein bisschen enttäuschend, fast wie eine Fata Morgana, bei der man ankommt und merkt: Da ist gar nichts. Die Magie war irgendwie weg.
Trotzdem: Amore in Italiano ist ein sehr lesenswertes Buch. Kein kitschiger Liebesroman, sondern ein berührender Roman über Familie, Erinnerung, Identität, und darüber, was Heimat eigentlich bedeutet.
Das Cover finde ich wirklich hübsch gestaltet. Der Hintergrund gefällt mir sehr und das Paar auf dem Motorroller passt perfekt zum italienischen Flair.
Lucia kann es nicht fassen, frisch getrennt und mit ihren Teenagertöchtern meist überfordert muss sie, anstatt Urlaub zu machen, ihrem Vater Alberto und pflegebedürftigen Bruder Gianni nachreisen. Lucias Leben könnte nicht chaotischer sein, finanzielle Sorgen treiben sie und eigentlich ist sie nur noch von allem genervt. Alberto hat sich fest vorgenommen die Asche von seiner Frau Christina in Sizilien zu verstreuen. Ein abenteuerlicher Roadtrip beginnt. Lucia merkt schnell, dass diese Reise mehr zu bieten hat als Chaos und Trauer. Es ist die Möglichkeit zu sich selbst zu finden und über die Familie und deren Geschichte nachzudenken. Ein wunderbarer Roman der ab der ersten Seite fesselt.
Die Geschichte hat mich tief berührt. Die italienisch/deutsche Geschichte hat mir unglaublich gut gefallen. Der Roadtrip wird schön beschrieben, es gibt sehr emotionale und traurige Momente aber auch herrlich humorvolle Szenen. Die Charaktere haben mir gut gefallen. Durch die Erinnerungen konnte ich sehr gut in die Geschichte eintauchen. Das Ende hat mich sehr bewegt, ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.
Die Lesereise hat mich diesmal gemeinsam mit Lucia und ihrer Familie nach Italien geführt, doch dies war eine ganz besondere und abenteuerliche Reise. Ihr Vater und Bruder machten sich ganz heimlich davon und starten in Italien mit dem Roller. Lucia und ihre Mädels treten die Reise mit dem Auto an und es erwarten alle so einige Abenteuer und freudige Ereignisse.
Besonders die Abschnitte in die Vergangenheit haben mich sehr berührt und es war sehr interessant mehr über die Zeit in jungen Jahren von Christina und Alberto zu erfahren. Waren doch einige Hürden zu überwinden und schwere Entscheidungen zu treffen und ist der Geist von Christina überall spürbar.
Diese Geschichte regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und man merkt wieder wie wichtig die Familie ist vor und dass man sich selbst nie vergessen sollte, denn wir haben nur das eine Leben.
Den Schreibstil habe ich sehr angenehm, flüssig und leicht empfunden. Die Kapitel hatten die perfekte Länge und ich musste immer sofort weiterleisen!
Die Rundreise durch Italien hätte nicht schöner sein können, neue und doch bekannte Orte werden dem Leser näher gebracht und wer da nicht augenblicklich Fernweh bekommt ...
Eine ganz wunderbare Familiengeschichte mit Höhen und Tiefen, die berührt, verzaubert und einfach wunderschön ist. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!