Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, liegt's, wie wir wissen, nicht immer nur am Buch. Aber auch der Kopf kann oft nichts dafür, manchmal passen Kopf und Buch einfach nicht zusammen.
So wie Mann und Frau, so wie Füße und Schuhe, so wie Anspruch und Wirklichkeit. Der Frust darüber, dass es nicht perfekt matched, ist häufig so groß, dass er sich Luft verschaffen will. Vor allem, wenn Geld und Zeit im Spiel sind, denn beide sind bekanntlich teuer. Und wecken die Ehre des Kunden, der immerhin König ist und sich nichts gefallen lassen muss. Schon gar nicht von den bedeutendsten Herstellern, sprich Autor*innen der Literaturgeschichte. Wäre ja noch schöner! »100 Seiten sind genug!«, finden die Leser*innen von Herman Melville, Thomas Mann, Ingeborg Bachmann u.v.m. Unsterblich oder nicht, mehr als 1,0 Sterne haben ihre Werke nicht verdient!
hat mich sehr unterhalten! leider sind die goodreads reviews zu dem Buch fast schon witziger... leute, wieso seid ihr so pressed über dieses kleine buch
Was viele von euch nicht wissen: Ich liebe, liebe, liebe gut geschriebene 1-Stern-Bewertungen oder negative Bewertungen generell. Ob das jetzt 1 Stern, 1,5 Sterne oder 2 Sterne sind, ist mir da nicht so wichtig. Gut geschriebene 1-Stern-Bewertungen halte ich für unterhaltsam und können die beste Werbung für ein Buch sein, so paradox sich das auch anhören möchte. Mir ist es nicht erst einmal passiert, dass ich nach dem Lesen einer negativen Bewertung ein Buch erst recht gekauft habe, weil ich gerade dadurch neugierig wurde. Falls du, meine liebe Leserin oder mein lieber Leser, also selbst Autorin oder Autor bist und gerade an einer negativen Rezension zu knabbern hast: Es gibt seltsame Leute wie mich, die vielleicht genau deswegen zu deinem Buch greifen werden. Noch ist nicht alle Hoffnung verloren.
Als ich also dieses Buch hier auf Skoobe gesehen habe, musste ich es mir genau deswegen einfach ausleihen. Weltliteratur habe ich durchs Studium ja so einiges gelesen und in düsteren Stunden haben mir negative Bewertungen durch die Frustration geholfen, die einige Klassiker auch bei mir ausgelöst haben. Nur weil ich das studiere, heißt das noch lange nicht, dass ich jedes einzelne Drama der deutschen Literatur feiere. Viele habe auch ich selbst nicht unbedingt positiv bewertet. Ich denke nicht, dass wir ein Buch lieben müssen, nur weil da Klassiker drauf steht. Auch kritische Auseinandersetzungen sind meiner Meinung nach wichtig.
Scheinbar wird das hier aber erwartet, dass jeder Klassiker, den ich in die Hand nehme, eine 5-Stern-Rezension verdient. Das vermittelt dieses Büchlein hier zumindest mir schon im Vorwort, das auf mich ziemlich herablassend wirkte. Von Elias Hirschl habe ich noch keine längeren Texte gelesen, dieses Vorwort machte zumindest mir nicht unbedingt Lust darauf, mich näher mit ihm zu beschäftigen.
Durch diese Wahrnehmung des Vorworts wurde natürlich meine Sicht auf das restliche Buch geprägt. Hier finden sich leider keine unterhaltsamen Verrisse oder interessante Meinungen über Klassiker, sondern großteils leider nur Bewertungen ohne jeglichen literarischen Mehrwert. Sorry, aber Rezensionen darüber, dass ein Buch in einem schlechteren Zustand als angegeben geliefert wurde, muss ich nicht in einem Buch lesen. Hier und bei vielen anderen Rezensionen auf ähnlichem Niveau stellte sich mir schnell die Frage nach dem Sinn dieses Buches. Warum wurden genau diese Rezensionen ausgewählt? Ist es der Sinn hier wirklich, zu unterhalten? Oder sollen negative Bewertungen ins Lächerliche gezogen werden? Und falls es letzteres ist: Warum? Weil Lieferbedingungen statt das Buch an sich kritisiert wurden? Weil sich Rechtschreibfehler in ihnen finden? Weil Menschen Bücher kritisch lesen, bei denen das vielleicht gar nicht erwünscht ist? Wer bestimmt denn eigentlich, wie eine kritische Rezension auszusehen hat, was wir kritisieren dürfen und in welcher Art? Das sind Fragen, die die Lektüre dieses Büchleins bei mir ausgelöst hat.
Schade, aber dieses Buch konnte mich gar nicht überzeugen.
ich weiß nicht, wie geil ich das finde, dass man ausgerechnet amazon bewertungen in dieses buch reingeklatscht hat. vorallem im deutschsprachigen literaturbereich sollten wir ja amazon so gut wie möglich da raushalten, um keine „werbung“ dafür zu machen, aber joa, war hier nicht so der fall. ist recht unterhaltsam, kann aber nicht wirklich bewertet werden, ich geb dem buch aber trotzdem aus prinzip 1 stern
Natürlich ist bei dem Titel klar, dass es um 1-Sternebewertungen von bekannten literarischen Werken geht. Jedoch habe ich mir mehr eine auch wissenschaftliche Auseinandersetzung oder eine Analyse erhofft. Doch nach einem sehr starken Einstieg, der poetisch angehaucht das zusammenfasst, was Bewertende und Köufer von einem Buch erwarten, werden nur noch die reinen Bewertungen wiedergegeben. Das ist etwas, was ich mit minimalem Aufwand selbst herausfinden kann. Schließlich kann man bei vielen Plattformen nach den 1-Sterne Rezis filtern.
Grundsätzlich finde ich die Idee hinter dem Buch extrem gut und witzig und die ersten Seiten habe ich wirklich genossen. Immerhin sind die Aussagen witzig und auf den Punkt gebracht. Als ich sah, dass der Autor auch Slam Poet ist, musste ich wieder an den starken Einstieg denken und das ist Kunst, die ich auch auf einer Bühne feiern würde. Hier ist es nun etwas, was mich dazu bewegt, nicht nur zu dem einen Stern zu greifen, um den es so oft innerhalb des Buches geht. Davon hätte ich wirklich gerne mehr gehabt. Leider überwiegen aber die reinen Zitate (die auch genau so mit all ihren Fehlern übernommen wurden - was es auch wieder witzig macht. Jedoch fehlt mir persönlich einfach bei der reinen Wiedergabe die Eigenleistung des Autoren)
Ich bin mir sicher, dieses Buch hatte genau das Ziel, 1-Sternebewertungen zu provozieren.
Dadurch, dass die - vermutlich fiktiven? - Rezensionen nicht etwa, wie der Titel vermuten lässt, kunstvolle Verrisse sind, und so der Inhalt kaum behandelt wird, muss man die Bücher kennen, um überhaupt halbwegs was mit den Rezensionen anfangen zu können. Dafür ist die Auswahl aber nur bedingt geeignet. Ja, einige Klassiker, aber auch erstaunlich viele No-Names für angebliche Weltliteratur. Und wo sind Austen, Lessing, Shakespeare?!
Aber selbst, wenn man die Bücher kennt, sogar ebenfalls hasst - in meinem Fall Michael Kohlhaas, Faust, Fänger im Roggen,... -, sind die Rezensionen nicht geeignet, Emotionen hervorzurufen. Dabei liebe ich es, Rants über Bücher zu lesen, die ich auch schei*e fand.
Aber nein, die Rezensionen waren nicht mal irgendwie in ihrer Schlechtheit amüsant. (Sorry, aber dass jemand ernsthaft etwas namens "Jugend ohne Gott" kauft und dann erwartet, dass das Medizin und nicht etwa ein Buch ist, ist nicht lustig, sondern schlichtweg unglaubwürdig.)
Also, WENN das Buch genau dafür da war, schlechte Bewertungen zu provozieren, hat es seinen Job erfüllt. Aber Mehrwert hatte es zumindest für mich leider keinen.
Das Beste daran ist der Text von Elias Hirschl zu Beginn.
Die Rezensionen sind größtenteils repetitiv und lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Menschen sind (verständlicherweise) enttäuscht und gelangweilt von den Schullektüren.
Ein herrlich lustiges Büchlein! Perfekt für alle, die sich -wie auch ich- an gemeinen und sinnfreien Bücher-Beschimpfungen in Form von Rezensionen erfreuen können. Auch der Einstiegstext von Elias Hirschl hat mich äußerst amüsiert.