Also gut, ich gebe zu: Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich da einlasse. „Ja, Schnecke, ja“ klingt erstmal nach Kinderbuch oder nach einem Motivationsspruch für langsam laufende Jogger. Aber was Jan Snela da auf über 400 Seiten zusammenfabuliert, ist alles – nur kein gewöhnlicher Roman. Das Buch spricht in Zungen, summt, brummt, plappert, singt. Es ist ein literarisches Kaleidoskop auf LSD, nur ohne Nebenwirkungen (außer vielleicht leichtem Hirnknoten).
Die Sprache? Ein Feuerwerk. Mal Operette, mal Straßenpoesie, mal ganz leise wie ein Gedicht im Ohr, das man aus Versehen in der Badewanne liegen ließ. Man liest ein paar Seiten und denkt: „Ach du meine Güte, was redet der da?“ – dann liest man weiter, und plötzlich ergibt es Sinn. Oder auch nicht. Aber das macht nix. Es fühlt sich trotzdem richtig an. Wie ein seltsamer Traum, an den man sich gern erinnert, auch wenn man ihn keinem erklären kann.
Manchmal verliert sich Snela ein wenig in seinen eigenen Wortspielen und Welten – deshalb auch „nur“ vier Sterne –, aber hey, besser zu viel Fantasie als gar keine. Ich hatte Spaß, ich war irritiert, ich habe laut gelacht und manchmal einfach nur den Kopf geschüttelt. Genau so will ich das. Für Leute, die gerne geradeaus lesen und wissen wollen, was Sache ist: eher nix. Für alle anderen: Rein da!
Ja, Schnecke, ja – du hast mein Bücherregal ordentlich aufgemischt.