Was bleibt, als zu fliehen, wenn Kinder plötzlich allergisch auf Erwachsene reagieren, Eltern ihre Kinder vergessen, wenn Hunde ihre Herren anfallen und die Natur des Menschen überdrüssig ist? Pflegekraft Aria und Kollegin Marion retten fünfzehn Kinder aus der vom Untergang gezeichneten Stadt und versuchen die vielleicht letzten Wochen in einem ehemaligen Badehotel würdevoll zu bestehen. Doch den Bewohnern von Einstadt und den Cowboys rund um Imre Brandt sind sie ein Dorn im Auge. Als Aria ein Pferd am Strand entdeckt und darauf beharrt, es zu bergen, geht es plötzlich um alles. Die Feindseligkeit der Männer eskaliert, aber die Frauen finden Verbündete und geben nicht kampflos auf.
In ihrem dritten Roman bleibt Stefanie vor Schulte ihrem knappen, poetischen Stil und ihrer märchenhaften Erzählweise treu. Dieser deutsche Kleinstadtwestern leuchtet verklärt durch die Sprache und ist doch klar und zeitlos geschrieben.
Aria Schulman ist eine Krankenpflegerin, die sich um kranke Kinder kümmert. Diese reagieren seit einer Weile plötzlich allergisch auf die Erwachsenen, die ihre Kinder wiederum plötzlich vergessen. Eines Tages entscheiden sie und ihre Kollegin Marion sich, mit den Kindern abzuhauen. Die öffentliche Ordnung ist aus nebulösen Gründen zerfallen, die jetzt kinderlosen Erwachsenen feiern unentwegt und die Kinder fallen hinten runter, niemand will sie mehr. Das kann Aria nicht akzeptieren. Sie finden sich nahe Einstadt in einem Badehotel ein, lernen die (ehemalige) Prostituierte Heyden kennen und versuchen dort ein neues Zuhause aufzubauen.
Doch in Einstadt ist nicht alles Idyll. Die Leute dort leben in sehr festen Geschlechterrollen, die Männer benehmen sich wie Cowboys und die Frauen haben nicht viel zu melden. Aria gerät immer wieder mit dem herrschenden Patriarchen Brandt aneinander, dessen Macht selbst bereits brüchig ist. Grund für die Reibereien ist ein dünnes Pferd, das am Stand plötzlich aufgetaucht ist, und das dort wahrscheinlich nicht überleben kann. Aria will es retten ...
So viel zum Inhalt. Was dieses Buch mit "Junge mit schwarzem Hahn" gemeinsam hat, ist wie verklärte, manche wurden sagen: sentimentale, Beschreibungen mit Grausamkeiten aufeinandertreffen. Diese Balance macht einen großen Teil des Reizes aus. Dazu kommen hier nun Themen aus aktuellen Diskursen, wie Mutterschaft, Geschlechterrollen und Umweltverschmutzung, die aber nicht dokumentarisch, sondern in Form einer kompetent erzählten Geschichte verarbeitet werden, auf eine zeitlose, märchenhafte Art. Das ist, was ich an vor Schultes Schreiben sehr schätze. Ein bisschen mehr Alice im Wunderland könnte viel Gegenwartsliteratur vielleicht gut tun.
Dem vorigen Roman "Schlangen im Garten" hat sicherlich ein bisschen die dunkle Seite gefehlt und kam damit allzu süßlich daher. Wer von dem enttäuscht war und das Debüt aber mochte, sollte diesem Buch hier eine Chance geben. Überhaupt wirkt es auf mich runder und reifer. Stefanie vor Schulte werde ich weiter im Auge behalten.
Habt ihr Lust auf eine etwas crazy Geschichte mit Tiefgang?! Dann ist dieser feministische Western genau das Richtige für Euch! Lasst Euch bitte nicht von dem Begriff „Western“ abschrecken, denn die einzig wahren Cowboys in „Das dünne Pferd“ sind die Frauen, die ihren Mann stehen. Yeeehaw 🤠🐎
Ihr Erstlingswerk „Junge mit schwarzem Hahn“ und das Folgebuch „Schlangen im Garten“ haben mich zu einem Fan der Autorin gemacht. Und auch ihr neues Buch überzeugt mit Schult‘schen Humor, einer unglaublich kreativen Geschichte, die dennoch nicht konstruiert wirkt. Die Autorin beweist, dass Frauen unerbittlich für ihre Rechte kämpfen sollten, auch wenn sich mal ein Cowboy, Draufgänger oder anderer Schurke in den Weg stellt.
Die Welt steht vorm Abgrund, Erwachsene vergessen zunehmend ihre Kinder bis hin zur Verwahrlosung und diese reagieren wiederum allergisch auf ihre Eltern. Die Heldin des Romans, Aria, beschließt mit Marion (beides Pflegekräfte) fünfzehn Kinder kurzfristig zu schnappen und mit einem alten Bus in ein einsames Badehotel am Strand zu bringen. Die örtlichen Möchtegern-Cowboys sind davon gar nicht angetan und als Aria ein einsames Pferd am Strand findet und für sich beansprucht kommt es zur Eskalation.
Was für eine wilde Story - thematisch eine Mischung aus Climate Fiction, Feminismus und Western. Danke für diesen aufregenden Ritt, Stefanie vor Schulte!
Als die Kinder in der Stadt plötzlich allergisch auf Erwachsene reagieren und die Eltern nach und nach ihre Kinder einfach vergessen, bleibt der Krankenschwester Aria und ihrer Kollegin Marion nichts anderes übrig, als zu fliehen. Sie klauen einen Bus, nehmen 15 Kinder mit und fahren in ein altes Badehotel am Meer, das Aria heimlich gekauft hat, nahe dem Dorf Einstadt. Doch auch in Einstadt, das fest in der Hand eines reichen Großgrundbesitzers liegt, begegnet man der Gruppe feindselig und das Auftauchen eines Pferds am Strand, das Aria unbedingt bergen möchte, lässt die Situation eskalieren.
Stefanie vor Schulte kombiniert in ihrem neuen Roman "Das dünne Pferd" verschiedene Genre miteinander, Western trifft hier auf Dystopie und ergibt einen wilden Mix, der für mich nur bedingt funktioniert hat. In diesem Buch haben die Frauen das sagen, sie schrecken nicht zurück vor skrupellosen Cowboys und prügelnden Ehemännern, vor allem Hayden, eine Bewohnerin Einstadts, die Aria sofort für sich einnimmt, tritt sehr unabhängig und stark auf. Nach und nach enthüllt Stefanie vor Schulte Arias Vergangenheit und kombiniert sie mit der Realität in ihrer dystopischen Welt, trotzdem blieb für meinen Geschmack zu viel im Dunkeln. Die Geschichte prescht rasant voran wie die Pferde der Cowboys, stolpert an manchen Stellen, wirkt aber insgesamt zu gehetzt. Die Idee zum Roman finde ich sehr interessant und ich liebe Bücher, die ganze Genre auf den Kopf stellen. Für mich hätte es hier aber mehr Tiefe gebraucht. Nichts desto trotz habe ich das Buch mit Spannung gelesen und konnte es gerade gegen Ende kaum aus der Hand legen. Ich bin gespannt, was von Stefanie vor Schulte noch kommt!
Die Geschichte ist so lebendig wie rätselhaft: Mütter kennen plötzlich ihre Kinder nicht mehr. Die Frauen Aria und Marion fliehen mit einem Bus voller schwer kranker Kinder mit einer Allergie gegen (fast) alle Erwachsene durch eine Art apokalyptische Grundstimmung. Sie treffen eine burschikose und wehrhafte Prostituierte Heyden, die einem Serienkiller entkommen ist, und es gibt da eine tiefe Verbindung. In einer Art Cowboystadt übernehmen sie ein altes Badehotel, und immer mehr kommt es zu uralten Konflikten zwischen Männern und Frauen. Aria will ein dünnes Pferd retten, das in einer Steilküstenbucht gefangen ist, und obwohl alles ständig noch eine Drehung düsterer wird, brennt da ein Licht in den Protagonisten, das einfach nicht ausgeht. Und diese lakonische, pointierte Sprache. Ich liebs.
„Kann sein sie müssen sich Kannibalen vom Leib halten und mit Plünderer kämpfen. Kann sein, sie werden krank und sterben. Ganz sicher werden sie sterben. Aber zuvor werden sie ihre Straße finden.“
Das dünne Pferd ist Märchen und Fiebertraum in einem. Es spielt an einer raum- und zeitlosen Küste, im imaginären Einstadt, einer Stadt, in der Cowboys regieren und sich die Frauen auflehnen. Aria und Marion flüchten an diesen verwunschenen Ort, mit Kindern im Gepäck, dessen Eltern sich nicht mehr an sie erinnern können. Diese Allergie greift um sich, die Apokalypse ist nah. Angekommen an der gekauften Unterkunft in Einstadt, fällt Aria ein Pferd am Strand auf. Dieses Pferd zu bergen, wird zu ihrer einzigen und übergreifenden Mission.
Mir war der Plot an vielen Stellen zu undefiniert, aber ich mochte den Tiefgang, der hinter der Handlung steckte. Aria war mir sympathisch, und ich mochte auch Hayden und Alex sehr. Stefanie vor Schulte überzeugt mich erneut mit großartigen Charakteren! An ihre Vorgänger hat "Das dünne Pferd" für mich leider nicht ganz herangereicht. Es ist mystisch und magisch, aber der Junge mit Hahn und auch die Schlangen im Garten haben mich ein wenig mehr überzeugen können. Ich werde die Autorin weiterhin gespannt verfolgen und freue mich schon auf ihr nächstes Werk!
Ich habe lange keine deutschen Bücher mehr gelesen, nur Übersetzungen. Aber Das dünne Pferd zeigt mir wieder, was Sprache kann, wenn sie nicht durch ein anderes Medium gefiltert wird. Stefanie von Schulte schreibt klar, direkt, ohne Schnörkel – und trifft genau da, wo es wehtut.
Was passiert, wenn Kinder von ihren Eltern vergessen werden? Wenn sie eine Allergie gegen ihre eigene Familie entwickeln? Wenn Hunde ihre Besitzer nicht mehr erkennen und Mutter Natur zurückschlägt? Dieses Buch ist stellenweise furchtbar, es hat mich zerrissen – und doch ist es wunderschön.
Der Junge und der schwarze Hahn hat mir noch ein kleines bisschen besser gefallen, aber auch Das dünne Pferd ist absolut lesenswert. 3,7 von 5 Pferde-Herzen – und eine klare Empfehlung für alle, die ungewöhnliche Geschichten mögen und auch mal in Dystopien eintauchen wollen.
Ich habe Ihre anderen zwei Bücher geliebt, jedoch konnte ich mit diesem wenig anfangen. Ich glaube das liegt primär an der apokalyptischen, fast schon Videospiel/ Comic mäßigen Szenerie. Trotzdem hat auch dieses Buch mich zwischenzeitlich wieder stark berührt. Die wundersame Wirkweise von Kindern und unsere noch speziellere Beziehung zu Ihnen steht auch in diesem Buch im Vordergrund und es ist, was mir persönlich gut gefallen hat, ein Fuck You an alte Konventionen und verstaubte Unfreiheiten von Frauen.
Generell ein schöner Roman, der die Liebe zu Gemeinschaft und alle verlorenen, unsichtbaren Helden dieser Welt hervorhebt.
Für mich persönlich hat das SEtting, trotz schöner Sprache, ein unangenehmes Lesegefühl hervorgerufen. Ist mir manchmal schwergefallen mit Lust weiterzulesen.
Dieses Buch hat mich von Anfang in eine einzigartige Atmosphäre hineingezogen. Die Geschichte ist nicht nur spannend, sondern auch erfrischend anders – ein feministischer Twist in einem Western-Setting rund um den Weltuntergang? Absolut faszinierend!
Klappentext: „Was bleibt, als zu fliehen, wenn Kinder plötzlich allergisch auf Erwachsene reagieren, Eltern ihre Kinder vergessen, wenn Hunde ihre Herren anfallen und die Natur des Menschen überdrüssig ist? Pflegekraft Aria und Kollegin Marion retten fünfzehn Kinder aus der vom Untergang gezeichneten Stadt und versuchen die vielleicht letzten Wochen in einem ehemaligen Badehotel würdevoll zu bestehen. Doch den Bewohnern von Einstadt und den Cowboys rund um Imre Brandt sind sie ein Dorn im Auge. Als Aria ein Pferd am Strand entdeckt und darauf beharrt, es zu bergen, geht es plötzlich um alles.“
Der Schreibstil ist packend und die Erzählweise hält einen konstant am Lesen. Vielleicht hätte ein bisschen mehr Action die Handlung noch weiter angeheizt. Trotzdem kann ich sagen: Das Ende hat mich richtig überzeugt! Es liefert genau den Höhepunkt, den man sich wünscht und erhofft. Alles in allem eine klare Empfehlung für alle, die nach einer originellen und spannenden Geschichte mit Tiefgang suchen!
Vielen Dank an @diogenesverlag für das wundervolle Rezensionsexemplar, ich hatte unglaublich viel Spaß beim Lesen!🐎
**** Worum geht es? **** Wenn Eltern ihre Kinder vergessen, Kinder auf Erwachsene allergisch reagieren und die Tiere ihre Liebsten angreifen, ist der Untergang wohl nicht mehr fern. Aria und Marion versuchen, 15 verschiedene Kinder zu retten – bis unerwartete Ereignisse das Miteinander erneut auf die Probe stellen.
**** Mein Eindruck **** Der Text lässt viel Raum für Interpretation und bleibt in den Details ungewiss. Sprachlich versiert und literarisch ansprechend, ist es eine Freude, ihm zu lauschen. Das dystopische Setting beschreibt eine Welt kurz vor dem Verfall, wobei das Böse teils zynisch und humorvoll dargestellt wird, was trotz der tiefgründigen Botschaft zum Schmunzeln anregt. Der Zusammenhalt zwischen den Figuren sticht hervor, und persönliche Unterschiede werden überwunden. Die Erzählung beginnt direkt im Geschehen, ohne eine Einführung. Durch den kurzen Stil konnte ich die außergewöhnlichen Aspekte schätzen, auch wenn manche Teile klarer hätten ausgeführt werden können. Nachdenklich schloss ich das Buch, wobei die letzte Szene besonders bedeutungsvoll erschien.
**** Empfehlung? **** Eine in sich runde, aber teils unschlüssige Dystopie mit bewegender Botschaft und einem besonderen Erzählstil. Eine klare Empfehlung für Fans literarischer Dystopien.
Das dünne Pferd von Stefanie vor Schulte aus dem #diogenes Verlag 🐴 Wer Geschichten mit offenem Anfang und offenem Ende schätzt, der ist hier goldrichtig. Dieses Buch lässt viel Platz für eigene Ideen und Theorien. . Die Autorin präsentiert uns einen Schnipsel. Wir können einen kurzen Blick auf etwas werfen. . Irgendwie steht der Weltuntergang bevor. Irgendeine Krankheit lässt die Eltern ihre Kinder vergessen. Erklärungen dazu gibt es eigentlich nicht. . Zwei Frauen landen mit einem Bus voller Kinder irgendwo am Wasser und schlagen sich durch. . Es gibt Begegnungen, merkwürdige Erlebnisse, unglaubliche Zufälle und immer wieder lose Enden. Schnipsel. . Der Schreibstil hat mir gefallen. Aber tausend Lose Enden, keine Erklärungen, keine Ahnung, fehlende Informationen… hinterlassen bei mir das Gefühl von fehlender Logik und einer Erzählweise, die mich nicht glücklich macht. . Schade. Verlag, Agentin und Autorin haben in der Geschichte etwas entdeckt, was mir fehlt. . Wie gesagt, habe das Buch gerne gelesen. Fühle mich aber schlecht informiert. . Lieb gemeinte 3 🌟 Sterne von mir.
Autorin Stefanie vor Schulte konnte mich bnisher mit jedem ihrer Bücher begeistern, so auch mit "Das dünne Pferd". Vor Schulte schafft es erneut eine ganz eigene Welt mit dystopischer, düsterer Grundstimmung zu erzeugen, die mich komplett in den Bann gezogen hat. Der Schreibstil hat mich gleich ab der ersten Seite in den Bann gezogen - er ist zugleich knapp und geradlinig, spart dabei jedoch an keinem Punkt die Bildhaftigkeit und Lebendigkeit ein. Ein wirklich interessanter Stil, der mich komplett mitnehmen und begeistern konnte. Die Sprache ist auch sehr klar und schonungslos. Insgesamt ist die Welt nur schwer greifbar und einzuordnen - sie muss auch gar nicht unbedingt eingeordnet werden, steht allein für sich und genügt vollkommen. Die Protagonist:innen dieses Buches waren interessant porträtiert, jede:r ganz für sich eigen, schwer zu greifen und dennoch vollkommen präsent! Eine tolle Mischung, die mich auch in diesem Buch wieder begeistern konnte.
Rätselhafte Weltuntergangsstimmung Das Cover enthüllt beim näheren Hinschauen eine Frau in wehender, luftiger Bekleidung an grünem Aufstieg stehend – kein Bezug zum Buchtitel, eher zur Hauptfigur erkennbar. Die Gesamtszenerie ist unwirklich, düster, dem Weltuntergang nahe mit Cowboys und sonstigen skurrilen Figuren. Thematisch wird die Dominanz der Männer angesprochen und der stille Aufwachprozess der sich solidarisierenden Frauen. Mit Aria Schulman, der jungen Krankenschwester aus dysfunktionaler, armer Familie stammend, verwandelt sich mit ihrer unendlichen Energie und Strahlkraft der Bus und auch das Badehotel in Einstadt zu einer Zufluchtsstätte, zu einer Arche für 15 Kinder und Frauen. Sie kämpft gegen Gleichgültigkeit, Gewalttätigkeit und Leere an, zeigt viel Verantwortungsbewusstsein und leidet am Helfersyndrom. Die Bedeutung des dünnen Pferdes bleibt etwas unklar in dieser Endzeitstimmung. Der Schreibstil gefällt mit viel Freiraum für Interpretation.
Ich fing dieses Buch an, mit nahe zu keinen Erwartungen. Ich kannte es nicht, hatte noch nie davon gehört. Eine Freundin meiner Eltern schenkte es mir und auf den ersten Blick wirkte es unscheinbar. Nichts besonderes, nichts was mich nachhaltig zum Nachdenken anregen würde. Naja so kann man sich täuschen. Innerhalb der ersten beiden Kapitel hatte mich das Buch in seinen Klauen und lies nicht mal los als mir die Augen zu fielen und ich es notgedrungen am nächsten Tag zu Ende lesen musste. Im Schlaf träumte ich von dürren Pferden, verlassene Städten und einer zusammengewürfelten Truppe aus Frauen und Kindern. Ich werde in dieser Review nichts zu dem Inhalt oder dem Plot sagen. Ich wüsste gar nicht wo ich anfangen und aufhören sollte, wie ich meine Gedanken und Ansätze in Worte fassen sollte. Aber eins werde ich sagen: Das grausamste am Weltuntergang ist nicht der Weltuntergang selbst. Es sind die Männer. Das Patriarchat verfolgt dich bis in den Tod.
Tja, was macht man im Angesicht eines nahenden Weltuntergangs? Vor allem eins: Weiter.
Eine skurrile Geschichte mit wundervoll schrägen Frauencharakteren - Cowboys, die den nächsten Tag angehen, komme, was da wolle.
Die Erzählung selbst hat mich leider nicht ganz so gepackt wie „Junge mit schwarzem Hahn“. Sie hat etwas märchenhaftes, dunkel, etwas irre und mit witzigen Passagen. Bei so irren Geschichten passt es mir manchmal besser und manchmal schlechter, ohne, dass ich genau den Grund benennen könnte. Es ist für mich eher ein Spätherbst-Buch.
Unterhaltsame Lektüre mit ein paar Spitzen, die auf den Pflegenotstand und sonstige Katastrophen hinweisen, ganz ohne dabei je den Mut zu verlieren.
Am Anfang des Buches bin ich teilweise über die holprigen, verschnörkelten Sätze gestolpert. Der Satzbau war auch teilweise etwas komisch gestellt. Daher war der Lesefluss für mich nicht so ganz angenehm zu lesen. Die Geschichte an sich und die ganzen Hintergründe und Charaktere blieben für mich leider sehr blass. Die Grundidee fand ich eigentlich sehr cool, aber für meinen Geschmack hätte man mehr daraus machen können. Am Ende habe ich mich ernsthaft gefragt was mir diese Geschichte eigentlich sagen wollte?!
Die neue Erzählung von Stefanie vor Schulte knüpft nahtlos an die qualitative Hochwertigkeit ihrer Vorgänger an. Im postapokalyptischen Szenario mit Western-Vibe lässt die Autorin ein einzigartiges Flair entstehen. Ihr stimmungsvoller Schreibstil sowie die vor Lebendigkeit strotzenden Charaktere machen das Werk unvergleichlich authentisch. Der Rohheit der männlichen Figuren stehen Feingefühl und Gemeinschaftssinn der Weiblichkeit gegenüber, welche dem Roman den nötigen feministischen Touch ohne Fingerzeig geben. Trostloser Dunst durchzieht den Handlungsstrang, um sich am Ende in einem emotionalen Wetterleuchten zu entladen.