What do you think?


Akadämlich: Warum die angebliche Bildungselite unsere Zukunft verspielt
Kaum ein Satz ohne Rechtschreibfehler, aber am liebsten morgen schon einen gut bezahlten Job in der freien Wirtschaft. Zu jedem Thema eine Meinung, aber Kritik an sich selbst als Majestätsbeleidigung verstehen. Junge Menschen aus wohlstandsverwöhnten Generationen erwarten, dass ihnen alles auf dem Silbertablett serviert von Leistungs- und Leidensbereitschaft haben sie nie etwas gehört. Deshalb haben sie sogar das Lernen verlernt oder gar nicht erst gelernt. Zümrüt Gülbay-Peischard entlarvt die Ursachen der Bildungsmisere an deutschen Hochschulen und zeigt ihre Hochschulen sind immer weniger in der Lage, die dringend benötigten Topkräfte für den Arbeitsmarkt auszubilden. Die Autorin geht mit der Generation Z hart ins Gericht, die Ignoranz und Lethargie der Studierenden empfindet sie als geradezu unanständig.
- GenresGerman Literature
241 pages, Kindle Edition
Published March 28, 2025
Ratings & Reviews
Friends & Following
Create a free account to discover what your friends think of this book!
Community Reviews
Displaying 1 - 10 of 10 reviews
August 16, 2026
Dieses Buch hat mir leider ganz und gar nicht gefallen.
Man kann den gegenwärtigen universitären Betrieb vorzüglich aus aus allerlei Perspektiven kritisieren und auch dem Wert einer guten und brachialen Polemik kann ich durchaus etwas abgewinnen, wenn sie denn empirisch und theoretisch fundiert ist. Kritik und Polemik scheitern hier aber beide.
Gülbay-Peischards Buch polemisiert hier über 240 Seiten recht pauschal gegen die Studierendenschaft, sie sei faul, respektlos, ahnungslos und habe eine erhöhte Anspruchshaltung. Belegen tut sie das mit anekdotischer Evidenz aus ihrem Alltag als Professorin der Rechtswissenschaften. So weit so gut, auch Dozierende sollen Raum bekommen sich ihrer alltäglichen Frustration vom Leib zu reden oder zu schreiben. Die Art und Weise, wie dies hier geschieht, trieft aber von einer Empathielosigkeit und Bloßstellertum, die ich als äußerst unangenehm empfand. Weiter werden hier Stereotypen bedient, die es augenscheinlich machen, was für ein Publikum hier bedient werden soll: Ein solches, welches sich im Generationskonflikte wohlfühlt. Ich halte solche Narrative für äußerst schädlich, blenden sie doch gravierende systemische Probleme aus, die eine große Verantwortung, auch für die hier im Buch beschriebenden, realen Probleme, wie beispielsweise sinkende Lese- und Schreibkompetenzen sowie die Masse an Mental Health-Problemen in der Studierendenschaft, tragen.
Eben jene Problematisierungen auf Systemebene gehen im Buch unter, werden diese doch stattdessen zum Großteil individualisiert. Wenn Gülbay-Peischard beispielsweise im Kontext der Corona-Pandemie und Einsamkeit schreibt , dass "nicht jede individuelle Befindlichkeit eine gemeinschaftliche Lösung" hat, lässt das mich hier ein theoretisches Fundament vermissen, welches den Zusammenhang und die wechselseitige Abhängigkeit von Individuum und Kollektiv thematisiert.
Stellenweise führt sie ihr abweisendes Urteil über Studierende dann auf ihre Eltern vor und maßt sich an Erziehungsratgberin zu spielen, tut dies aber auch auf recht anekdotischer Ebene und zitiert aus Interviews mit Lothar Matthäus und Miroslav Klose. Ein Buch, welches akademische Tugenden eigentlich hochhalten möchte und von einer verdummenden Masse junger Pöbelstudierende schützen mächte, bricht hier meiner Ansicht nach selbst recht stark mit akamischer Seriosität - zumal Gülbay-Peischard Rechtswissenschaftlerin, nicht Erziehungswissenschaftlerin ist.
Ich kann daher leider keine Empfehlung aussprechen.
(Zur Verfügung gestellt von netgalley)
Man kann den gegenwärtigen universitären Betrieb vorzüglich aus aus allerlei Perspektiven kritisieren und auch dem Wert einer guten und brachialen Polemik kann ich durchaus etwas abgewinnen, wenn sie denn empirisch und theoretisch fundiert ist. Kritik und Polemik scheitern hier aber beide.
Gülbay-Peischards Buch polemisiert hier über 240 Seiten recht pauschal gegen die Studierendenschaft, sie sei faul, respektlos, ahnungslos und habe eine erhöhte Anspruchshaltung. Belegen tut sie das mit anekdotischer Evidenz aus ihrem Alltag als Professorin der Rechtswissenschaften. So weit so gut, auch Dozierende sollen Raum bekommen sich ihrer alltäglichen Frustration vom Leib zu reden oder zu schreiben. Die Art und Weise, wie dies hier geschieht, trieft aber von einer Empathielosigkeit und Bloßstellertum, die ich als äußerst unangenehm empfand. Weiter werden hier Stereotypen bedient, die es augenscheinlich machen, was für ein Publikum hier bedient werden soll: Ein solches, welches sich im Generationskonflikte wohlfühlt. Ich halte solche Narrative für äußerst schädlich, blenden sie doch gravierende systemische Probleme aus, die eine große Verantwortung, auch für die hier im Buch beschriebenden, realen Probleme, wie beispielsweise sinkende Lese- und Schreibkompetenzen sowie die Masse an Mental Health-Problemen in der Studierendenschaft, tragen.
Eben jene Problematisierungen auf Systemebene gehen im Buch unter, werden diese doch stattdessen zum Großteil individualisiert. Wenn Gülbay-Peischard beispielsweise im Kontext der Corona-Pandemie und Einsamkeit schreibt , dass "nicht jede individuelle Befindlichkeit eine gemeinschaftliche Lösung" hat, lässt das mich hier ein theoretisches Fundament vermissen, welches den Zusammenhang und die wechselseitige Abhängigkeit von Individuum und Kollektiv thematisiert.
Stellenweise führt sie ihr abweisendes Urteil über Studierende dann auf ihre Eltern vor und maßt sich an Erziehungsratgberin zu spielen, tut dies aber auch auf recht anekdotischer Ebene und zitiert aus Interviews mit Lothar Matthäus und Miroslav Klose. Ein Buch, welches akademische Tugenden eigentlich hochhalten möchte und von einer verdummenden Masse junger Pöbelstudierende schützen mächte, bricht hier meiner Ansicht nach selbst recht stark mit akamischer Seriosität - zumal Gülbay-Peischard Rechtswissenschaftlerin, nicht Erziehungswissenschaftlerin ist.
Ich kann daher leider keine Empfehlung aussprechen.
(Zur Verfügung gestellt von netgalley)
May 7, 2025
Liest sich wie ein Boomer Hate-Post gegen die jüngeren Generationen in Buchformat.
Gehässig und überheblich geschrieben, repetitiv und hauptsächlich anekdotisch belegt.
Im Prinzip lästert die Autorin für über 200 Seiten über ihre Studierenden.
Gehässig und überheblich geschrieben, repetitiv und hauptsächlich anekdotisch belegt.
Im Prinzip lästert die Autorin für über 200 Seiten über ihre Studierenden.
July 11, 2026
Ich empfehle dieses Buch sehr, wenn man einfach mal gehört werden will, vor allem man selbst Teil des Bildungssystem ist. Man findet sehr viele Probleme und vor allem Sorgen, die man selbst hat wieder.
Letztlich können die von einem selbst oder durch das Buch natürlich nicht gelöst werden und man akzeptiert, dass alles so langsam den Bach runtergeht.
Letztlich können die von einem selbst oder durch das Buch natürlich nicht gelöst werden und man akzeptiert, dass alles so langsam den Bach runtergeht.
July 11, 2025
Weil negative Kritik hier mit Händen zu greifen ist (sehr anekdotisch, Juraprof gibt breit Ratschläge zur Kindeserziehung ab, ohne sich intensiv mit Fachliteratur auseinanderzusetzen (bspw. in Fußnoten), liest sich an Stellen wie ein Generationenkampf, eigene Leistung wird (in Teilen zu Recht) idealisiert, tiefgründige Diskussion mit den Studierenden bleibt aus, Gespräche, von denen berichtet wird, werden rglm seitens der Autorin beendet, weil die Studierenden uneinsichtig und „frech“ sind), hier Positives am Buch: Das Buch liest sich schnell und gut. Insbesondere Kapitel 14 („Was jetzt?“) mit konkreten Handlungsempfehlungen für Normgeber und Unis ist lesenswert, und deutlich moderater als die reißerische Kritik der Studierenden auf den ersten Seiten. Die Biografie der Autorin ist spannend. Ich würde das Buch für den „Rollenwechsel“ wieder lesen.
April 17, 2026
Ein unterhaltsames und lehrreiches Buch. Sicher hat die Autorin so einiges erlebt🙃
Die Perspektive einer Lehrperson an der Universität hat mich schon immer interessiert. Ich habe selbst studiert, muss sagen das ich einige dieser beschriebenen Exemplare selbst angetroffen habe und den Unmut nachvollziehen kann. Aber fairerweise stellt die Autorin auch richtig, dass nicht alle die studieren in diese Kategorie gehören.
Die Perspektive einer Lehrperson an der Universität hat mich schon immer interessiert. Ich habe selbst studiert, muss sagen das ich einige dieser beschriebenen Exemplare selbst angetroffen habe und den Unmut nachvollziehen kann. Aber fairerweise stellt die Autorin auch richtig, dass nicht alle die studieren in diese Kategorie gehören.
May 17, 2025
Es hätte weniger anekdotisch sein können, viele der angesprochenen Probleme kenne ich aber aus meinem Unialltag als Lehrkraft. Die Autorin übertreibt nicht, der Alltag mit Studierenden ist ganz gut getroffen, und ich kann die Enttäuschung darüber sehr nachvollziehen. Das Fazit bzw. einige Verbesserungsvorschläge sind diskutabel, aber das belebt ja nur die Diskussion.
June 13, 2025
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
Jede Generation wird mit Klischees bedacht und wie immer steckt zumindest ein Fünkchen Wahrheit darin.
Gülbay-Zümrüt schreibt selber: Ich schreibe nicht als frustrierte Mittfünfzigerin mit Sendungsbewusstsein. Doch an manchen Stellen wirkt es für mich genau so.
Wenn man sich die Anzahl der Kommilitonen an der Hochschule anschaut, liegt der Fokus einmal mehr auf der Minderheit, statt auf der Mehrheit.
Ja, ich unterschreibe, dass „Bitte“ und „Danke“ immer seltener verwendet werden. Aber das ist kein Phänomen der Gen Z, sondern ein Spiegel der gesamten Gesellschaft. Unhöflichkeit und Egoismus sind nicht an bestimmtes Geburtsjahr gebunden und man kann man es jungen Menschen nicht ankreiden, dass sie das Verhalten übernehmen, das ihnen Zuhause vorgelebt wurde.
Ja, es nervt, wenn Menschen nur fordern und haben wollen, ohne zuvor etwas beizutragen und erst mal zu zeigen, was sie können, um anschließend in den Dialog zu treten.
Ja, es nervt, dass Einzelne erwarten, dass eine ganze Gruppe sich ihren Befindlichkeiten unterordnet und die Wünsche und Bedürfnisse des Gegenübers nicht wahrgenommen werden.
Aber Hand auf Herz, das ist momentan über alle Altersstufen hinweg total „en vogue“ und sich für inadäquates Verhalten zu entschuldigen, gehört heute nicht mehr zum guten Ton.
Dabei sind es nur einige Wenige, die sich so verhalten – und wieder einmal bleibt die Mehrheit, die sich zu benehmen weiß und den Begriff „Knigge“ noch einordnen kann, unsichtbar.
Ein Punkt hat mich irritiert:
Es ist nachgewiesen, dass Kinder aus Akademiker-Haushalten mit höherer Wahrscheinlichkeit studieren. Dies hat sich nach Studien seit 20 Jahren nicht verändert. Aber wie passt dann die Aussage „aktuell wechseln fast dreimal so viele Schulabgänger an die Hochschulen“ dazu? Für mich ergibt das keinen Sinn. Denn wenn deutlich mehr junge Menschen studieren, müsste sich doch gerade die Bildungsbeteiligung aus Nicht-Akademiker-Haushalten erhöht haben - und damit die beschriebene Wahrscheinlichkeit.
Sei’s drum.
Einerseits gebe ich der Autorin Recht, gutes Benehmen und soziale Kompetenz sollten wieder stärker in den Fokus rücken. Andererseits ist es nicht nur die Gen Z, die da Nachholbedarf besitzt, sondern die Gesellschaft an sich.
Natürlich erlebt Gülbay-Peischard diese Auswirkungen intensiv an der Hochschule und das ist nun mal vor allem die Gen Z; aber es ist schon alles arg schwarz-weiß dargestellt. Deshalb gibt es auch nur 4 akademische Sterne.
‘*‘ Klappentext ‘*‘
Kaum ein Satz ohne Rechtschreibfehler, aber am liebsten morgen schon einen gut bezahlten Job in der freien Wirtschaft. Zu jedem Thema eine Meinung, aber Kritik an sich selbst als Majestätsbeleidigung verstehen. Junge Menschen aus wohlstandsverwöhnten Generationen erwarten, dass ihnen alles auf dem Silbertablett serviert wird: von Leistungs- und Leidensbereitschaft haben sie nie etwas gehört. Deshalb haben sie sogar das Lernen verlernt oder gar nicht erst gelernt. Zümrüt Gülbay-Peischard entlarvt die Ursachen der Bildungsmisere an deutschen Hochschulen und zeigt ihre Folgen: Hochschulen sind immer weniger in der Lage, die dringend benötigten Topkräfte für den Arbeitsmarkt auszubilden. Die Autorin geht mit der Generation Z hart ins Gericht, die Ignoranz und Lethargie der Studierenden empfindet sie als geradezu unanständig.
Jede Generation wird mit Klischees bedacht und wie immer steckt zumindest ein Fünkchen Wahrheit darin.
Gülbay-Zümrüt schreibt selber: Ich schreibe nicht als frustrierte Mittfünfzigerin mit Sendungsbewusstsein. Doch an manchen Stellen wirkt es für mich genau so.
Wenn man sich die Anzahl der Kommilitonen an der Hochschule anschaut, liegt der Fokus einmal mehr auf der Minderheit, statt auf der Mehrheit.
Ja, ich unterschreibe, dass „Bitte“ und „Danke“ immer seltener verwendet werden. Aber das ist kein Phänomen der Gen Z, sondern ein Spiegel der gesamten Gesellschaft. Unhöflichkeit und Egoismus sind nicht an bestimmtes Geburtsjahr gebunden und man kann man es jungen Menschen nicht ankreiden, dass sie das Verhalten übernehmen, das ihnen Zuhause vorgelebt wurde.
Ja, es nervt, wenn Menschen nur fordern und haben wollen, ohne zuvor etwas beizutragen und erst mal zu zeigen, was sie können, um anschließend in den Dialog zu treten.
Ja, es nervt, dass Einzelne erwarten, dass eine ganze Gruppe sich ihren Befindlichkeiten unterordnet und die Wünsche und Bedürfnisse des Gegenübers nicht wahrgenommen werden.
Aber Hand auf Herz, das ist momentan über alle Altersstufen hinweg total „en vogue“ und sich für inadäquates Verhalten zu entschuldigen, gehört heute nicht mehr zum guten Ton.
Dabei sind es nur einige Wenige, die sich so verhalten – und wieder einmal bleibt die Mehrheit, die sich zu benehmen weiß und den Begriff „Knigge“ noch einordnen kann, unsichtbar.
Ein Punkt hat mich irritiert:
Es ist nachgewiesen, dass Kinder aus Akademiker-Haushalten mit höherer Wahrscheinlichkeit studieren. Dies hat sich nach Studien seit 20 Jahren nicht verändert. Aber wie passt dann die Aussage „aktuell wechseln fast dreimal so viele Schulabgänger an die Hochschulen“ dazu? Für mich ergibt das keinen Sinn. Denn wenn deutlich mehr junge Menschen studieren, müsste sich doch gerade die Bildungsbeteiligung aus Nicht-Akademiker-Haushalten erhöht haben - und damit die beschriebene Wahrscheinlichkeit.
Sei’s drum.
Einerseits gebe ich der Autorin Recht, gutes Benehmen und soziale Kompetenz sollten wieder stärker in den Fokus rücken. Andererseits ist es nicht nur die Gen Z, die da Nachholbedarf besitzt, sondern die Gesellschaft an sich.
Natürlich erlebt Gülbay-Peischard diese Auswirkungen intensiv an der Hochschule und das ist nun mal vor allem die Gen Z; aber es ist schon alles arg schwarz-weiß dargestellt. Deshalb gibt es auch nur 4 akademische Sterne.
‘*‘ Klappentext ‘*‘
Kaum ein Satz ohne Rechtschreibfehler, aber am liebsten morgen schon einen gut bezahlten Job in der freien Wirtschaft. Zu jedem Thema eine Meinung, aber Kritik an sich selbst als Majestätsbeleidigung verstehen. Junge Menschen aus wohlstandsverwöhnten Generationen erwarten, dass ihnen alles auf dem Silbertablett serviert wird: von Leistungs- und Leidensbereitschaft haben sie nie etwas gehört. Deshalb haben sie sogar das Lernen verlernt oder gar nicht erst gelernt. Zümrüt Gülbay-Peischard entlarvt die Ursachen der Bildungsmisere an deutschen Hochschulen und zeigt ihre Folgen: Hochschulen sind immer weniger in der Lage, die dringend benötigten Topkräfte für den Arbeitsmarkt auszubilden. Die Autorin geht mit der Generation Z hart ins Gericht, die Ignoranz und Lethargie der Studierenden empfindet sie als geradezu unanständig.
October 3, 2025
Bücher, die mich motivieren, bekommen vier Sterne, auch wenn sie eigentlich gar nicht so gut sind.
Ich teile die Wertvorstellungen der Autorin vollkommen: Bildung, und vor allem der Besuch höherer Schulen, ist ein Privileg. Ihr Besuch erfordert eine "Bringeschuld" in Form von Anstrengung und der Erweiterung der eigenen geistigen Fähigkeiten. Prüfungen müssen anspruchsvoll sein und ihr Bestehen ist keine von der Institution zu erbringende Serviceleistung.
Nur dann hat ein erreichter akademischer Abschluss auch seinen Wert. Und schließlich sollten wir dankbar dafür sein, in Deutschland in einem geistig wirklich freien Klima und in demokratischen Strukturen studieren zu können.
All das kann ich nur unterstützen. Es sind zu verteidigende Werte, von denen ich früher mal dachte, sie seien universell, die ich aber im Laufe meines Beruflebens infrage gestellt erlebe.
Die Anekdoten über Eltern und Studierende sind amüsant und machen das Buch "süffig" ... Ich fühle mich ein bisschen wie beim Luftablassen im Lehrerzimmer. Und natürlich könnte ich zu jeder ein Phänomen illustrierenden Anekdote ein eigenes Erlebnis mit Eltern oder Schüler:innen beitragen.
Trotzdem hinterlassen gerade diese Schilderungen einen bitteren Beigeschmack: Es ist ein Mangel an Stil und Eleganz seitens der Schreiberin, den ich im Übrigen auch in ihren Instragram-Beiträgen und im Interview mit dem SWR feststelle. Es gehört sich nicht, in der Öffentlichkeit abwertend konkret über die eigenen Schüler zu sprechen. Sicherlich wissen die Leute im Umfeld der Autorin doch genau, wer gemeint ist. Es wirkt auch kleinlich, Erlebnisse zu zitieren, die bereits Jahrzehnte zurückliegen. Und immer wieder die eigenen Lehrveranstaltungen als besonders interessant, die eigenen Entscheidungen als richtig, die eigene Karriere (mit dem akademischen Titel auf dem Buchcover) und die Erziehung der eigenen Kinder zu loben, ist auch ein bisschen "proll". Und da sind wir beim sozialen Hintergrund der Autorin. Ist es der fehlende Bildungsbürger-Habitus, der mich irritiert? Warum springt sie auf das Verhalten der Studentenschaft so selbstverteidigend an? Vielleicht weil sie selbst so hart den Zugang zu einer Bildungselite erkämpft hat, deren Exklusivität durch das Verramschen von Abschlüssen nun infrage gestellt wird?
Wie gesagt - wenn ein Buch so viele Fragen hinterlässt, kriegt es vier Sterne, wenn es auch nicht mit literarischen Klassikern mithalten kann.
Ich teile die Wertvorstellungen der Autorin vollkommen: Bildung, und vor allem der Besuch höherer Schulen, ist ein Privileg. Ihr Besuch erfordert eine "Bringeschuld" in Form von Anstrengung und der Erweiterung der eigenen geistigen Fähigkeiten. Prüfungen müssen anspruchsvoll sein und ihr Bestehen ist keine von der Institution zu erbringende Serviceleistung.
Nur dann hat ein erreichter akademischer Abschluss auch seinen Wert. Und schließlich sollten wir dankbar dafür sein, in Deutschland in einem geistig wirklich freien Klima und in demokratischen Strukturen studieren zu können.
All das kann ich nur unterstützen. Es sind zu verteidigende Werte, von denen ich früher mal dachte, sie seien universell, die ich aber im Laufe meines Beruflebens infrage gestellt erlebe.
Die Anekdoten über Eltern und Studierende sind amüsant und machen das Buch "süffig" ... Ich fühle mich ein bisschen wie beim Luftablassen im Lehrerzimmer. Und natürlich könnte ich zu jeder ein Phänomen illustrierenden Anekdote ein eigenes Erlebnis mit Eltern oder Schüler:innen beitragen.
Trotzdem hinterlassen gerade diese Schilderungen einen bitteren Beigeschmack: Es ist ein Mangel an Stil und Eleganz seitens der Schreiberin, den ich im Übrigen auch in ihren Instragram-Beiträgen und im Interview mit dem SWR feststelle. Es gehört sich nicht, in der Öffentlichkeit abwertend konkret über die eigenen Schüler zu sprechen. Sicherlich wissen die Leute im Umfeld der Autorin doch genau, wer gemeint ist. Es wirkt auch kleinlich, Erlebnisse zu zitieren, die bereits Jahrzehnte zurückliegen. Und immer wieder die eigenen Lehrveranstaltungen als besonders interessant, die eigenen Entscheidungen als richtig, die eigene Karriere (mit dem akademischen Titel auf dem Buchcover) und die Erziehung der eigenen Kinder zu loben, ist auch ein bisschen "proll". Und da sind wir beim sozialen Hintergrund der Autorin. Ist es der fehlende Bildungsbürger-Habitus, der mich irritiert? Warum springt sie auf das Verhalten der Studentenschaft so selbstverteidigend an? Vielleicht weil sie selbst so hart den Zugang zu einer Bildungselite erkämpft hat, deren Exklusivität durch das Verramschen von Abschlüssen nun infrage gestellt wird?
Wie gesagt - wenn ein Buch so viele Fragen hinterlässt, kriegt es vier Sterne, wenn es auch nicht mit literarischen Klassikern mithalten kann.
July 25, 2025
Auch wenn es bewusst kein "Frust-Buch" sein soll, klingt doch immer wieder ein gewisser Frust im Umgang mit den Studierenden an. Zwar soll das Buch die eigene Meinung von Zümrüt Gülbay-Peischard darstellen, trotzdem haben mir an vielen Stellen Hinweise auf Quellen oder wissenschaftliche Literatur gefehlt. Da sich viele über das Buch unterhalten, war es gut, es mal gelesen zu haben. Wirklich etwas mitnehmen, kann ich eigentlich nicht.
October 9, 2025
Repetitiv, Aussagen basieren vor allem auf Anekdoten und kaum auf Forschung, verbleibt an der Oberfläche. Ein Magazin-Artikel hätte gereicht.
Displaying 1 - 10 of 10 reviews









