Auf den Spuren des verlorenen Glücks der Mutter reist Rosa von Norddeutschland durch Osteuropa bis nach Mostar, wo mehr als eine Mutprobe auf sie wartet.
»Irgendwann kommen wir wieder, und dann springen wir.« Dieses Versprechen hatten sich Mutter und Tochter auf der Alten Brücke in Mostar gegeben, dieser herzzerreißend schönen Stadt mit der schmerzvollen Geschichte, in der die Mutter das letzte Mal glücklich gewesen war. Doch dann stirbt Elise unerwartet und ihre Tochter Rosa steht mit Mitte zwanzig vor den Scherben einer zerrütteten Familiengeschichte. Als ihr Vater, der mit seiner neuen Familie zusammenlebt, plötzlich wieder Kontakt sucht, fasst Rosa einen Sie will weg, das Versprechen von damals einlösen. So beginnt ihre Reise durch Osteuropa, eine Spurensuche nach den Brüchen im bewegten Leben ihrer Mutter. Ihr Abenteuer nimmt eine unvorhergesehene Wendung, als sie auf Emma trifft, die aus ganz anderen, aber ebenso existenziellen Gründen nach Mostar unterwegs ist.
»Und dann springen wir« ist ein wunderbar anrührender Roman über eine intensive Mutter-Tochter-Beziehung, ein Roman über Trauer, Trost und die Liebe in all ihren Farben, eine Suche nach der Bedeutung von Familie, eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die Herzegowina und das Leben.
Daran stirbt man heutzutage nicht mehr. Den Gedanken mag Rosa nicht mehr denken, denn ihre Mutter Else ist trotzdem gestorben. Ihre Mutter war noch nicht alt und sie wollte immer mit Rosa zurückkehren nach Mostar, wo die beiden einen schönen Urlaub verbracht haben als Rosa dreizehn war. Und immer wollten sie zurückkehren und von der Brücke in Mostar springen. Und jetzt? Rosa entschließt sich noch einmal nach Mostar zu fahren. Nach der Trauerfeier verbringt sie etwas Zeit mit ihrem Vater und seiner neuen Familie. Sie hält es kaum aus und doch ist das jetzt ihre Familie, die sie herzlicher willkommen heißt als sie erwartet hätte.
Tragisch ist der relativ frühe Tod ihrer Mutter. Rosa, die zwar erwachsen, aber doch noch jung ist, fällt in tiefe Trauer. Auch wenn ihre Mutter Elise ein schwieriger Mensch war, die mit Problemen zu kämpfen hatte, so war sie doch ihre Mutter. Und Rosa vermisst ihre Mutter. Der Schmerz ist so groß. Mit ihrer Freundin Emma, die sie gerade erst kennengelernt hat, reist Rosa gen Osten, da wo die Wurzeln liegen. In Städte und Länder, die einen Krieg überstehen mussten. Für Rosa ist Elise immer gegenwärtig und spürbar.
Bei dem Titel und dem farbenfrohen Umschlagbild mit den Mandarinen denkt man vielleicht eher an eine heitere Geschichte. Ganz so ist dieser Roman dann nicht. Doch er hat eine berührende Erzählung zu bieten von Müttern und Töchtern, von Vätern, die gehen, von Familien, die gefunden werden. Und auch von der Trauer um die Mutter Elise, die viel zu früh starb. Nachdem die erste kleine Enttäuschung verflogen ist, freut man sich über diesen emotionalen Roman. Eine unerwartete kleine Perle, die in einem Erinnerungen weckt, die an Urlaub denken lässt und einen mit einem Lächeln zurücklässt. Hier gibt man gerne eine Leseempfehlung und wünscht diesem Debütroman eine größere Aufmerksamkeit.
Eine wunderbare Sprache - mit ganz viel Feingefühl. Zum Schmunzeln und Schluchzen. „Und dann springen wir“ ist randvoll mit Emotionen, die sich erfolgreich einen Weg an die Oberfläche bahnen. Ein Buch, das mich tief bewegt hat - und ganz nebenbei eine unwahrscheinliche Reiselust entfacht. Große Empfehlung
„Lass uns noch mal hinfahren, ja? Wenn ich hier raus bin, nur du und ich.“ S.65
Ich bin gerade über ein echtes Juwel gestolpert: Und dann springen wir von Gianna Lange. Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und tief berührt. Es ist so eine Geschichte, die man anfängt und einfach nicht mehr weglegen kann, weil sie einen mit so viel Gefühl packt.
Wir begleiten Rosa, die nach dem Tod ihrer Mutter Elise in einer tiefen Trauer steckt. Um sich ihrer Vergangenheit und ihrer Mutter wieder näher zu fühlen, reist sie nach Mostar in Bosnien und Herzegowina, ein Ort, der eng mit den Erinnerungen an ihre Mutter verbunden ist. Diese Reise wird zu einer emotionalen Auseinandersetzung mit Verlust, aber auch mit der Suche nach der eigenen Identität und der Hoffnung auf einen Neuanfang. Es ist faszinierend, wie die Erinnerungen an frühere Reisen mit ihrer Mutter sich mit den Erlebnissen in der Gegenwart vermischen.
Gianna Lange hat eine unglaublich schöne und einfühlsame Sprache. Sie schafft es, ernste Themen wie Trauer und Identitätsverlust so emotional und gleichzeitig lebendig zu beschreiben, dass man mit Rosa fühlt, lacht und manchmal auch ein Tränchen verdrückt. Man spürt die melancholische Stimmung, aber auch immer wieder einen Funken Hoffnung und die Sehnsucht nach Heilung und Ankommen. Das Buch ist randvoll mit Emotionen, die einen wirklich bewegen.
„Ich dachte an Ekise und meinen Vater und ihre Geschichte, die so gut angefangen hatte. Doch ich wusste ja, dass das Glück nicht anhielt, also packte ich vorsichtshalber keine Gelegenheit beim Schopf und ignorierte die Hoffnung, dass das Leben beim Würfelspiel vielleicht auch mal mogelte.“ s.81
Was mir besonders gefallen hat, ist, wie die Autorin es schafft, trotz der komplexen Themen eine gewisse Leichtigkeit zu bewahren. Man lernt nicht nur Rosa und ihre Geschichte kennen, sondern bekommt auch Lust, selbst die Koffer zu packen und die beschriebenen Orte zu entdecken, so eine unwahrscheinliche Reiselust entfacht dieses Buch nebenbei!
Für mich ist Und dann springen wir eine unerwartete kleine Perle, die berührt, zum Nachdenken anregt und einen mit einem Lächeln (und vielleicht ein paar Tränen) zurücklässt. Eine ganz große Empfehlung für alle, die gefühlvolle und atmosphärische Geschichten lieben!
„In Stein und Beton war der Krieg eingeschlagen und hatte dort die Zeit angehalten. Dazwischen, in Graffiti und Wäldern, die in Ruinen wuchsen, lief sie weiter.“ s.156
Rosa hatte eine eher durchwachsene Kindheit. Die Eltern haben sich früh getrennt. Sie blieb bei der Mutter Elise, die immer wieder schlimme Phasen der Alkoholsucht durchlebte. Und Rosa ungewollt mit ihr. Und trotzdem - oder gerade deshalb - war die Mutter-Tochter-Bindung eng. Als Elise stirbt, macht Rosa sich auf den Weg nach Mostar. In ihrer Kindheit war sie mit Elise dort. Und wenn es nach ihrer Mutter gegangen wäre, wären sie für immer geblieben. Vor allem die Brücke "Stari most" - Wahrzeichen der Stadt - hatte eine hohe Anziehungskraft auf beide, auch weil es als große Mutprobe galt, von ihr in den Fluss zu springen. Aber da gab es noch die vernünftige Großmutter und die Schulpflicht. Und so ging es doch wieder zurück mit dem Gedanken: "Irgendwann kommen wir wieder, und dann springen wir." In Gianna Langes Debütroman "Und dann springen wir" geht es ums Erwachsenwerden, um Familienbande, Liebe, Trauer und die Suche nach dem Glück. Viele große Themen, die hier alle den Raum bekommen, den sie verdient haben. Mir hat vor allem die Figur der verletzlichen und gleichzeitig so starken Rosa sehr gefallen. Und ich habe bei den wunderbaren Mostar-Schilderungen so viel Fernweh bekommen wie schon lange nicht mehr. Mostar ist nun auf meine Reiseziele-Wunschliste gewandert. Aber ob ich springen würde? Definitiv nein! 😅 Was mir noch viel Freude bereitet hat, ist Gianna Langes Sprache. Ich folge ihr seit ca. einem Jahr bei Instagram und bin seitdem Fan ihrer Insta-Storys, die oft kleine Momente aus ihrem Alltag enthalten - textlich immer sehr besonders. Liebe @gianninalange, als ehemalige Bremerin freue ich mich natürlich besonders, dass wir uns vor einigen Wochen bei deiner Lesung hier in Oldenburg auch persönlich kennenlernen konnten. Ich werde dir weiterhin mit großem Genuss folgen und bin gespannt, was da noch so kommen wird! Danke an die @frankfurter_verlagsanstalt und @echo_books für das Rezensionsexemplar und an @pelle_derspaeti für den tollen Lesungsabend! 🙏 #giannalange #unddannspringenwir #frankfurterverlagsanstalt #whatiread2025 #booksofinstagram #bookstagram #bücher #lesen #ausgelesen #rezensionsexemplar
Wundervoll komponierte Sätze, die die Geschichte von Elise und Rosa erzählen. Ein Buch, das man, einmal angefangen, nicht so schnell wieder weglegt. Eine Reise in den Osten, mit ganz viel Gefühl. Und möglicherweise hab ich am Ende auch noch das ein oder andere Tränchen verdrückt. Ganz viel Liebe für dieses Buch!
Als Elisa, Rosas Mutter, stirbt wirft sie das erstmal total aus der Bahn. Alles kommt wieder hoch. Die verkorkste Kindheit, weil Elisa einfach nicht von den Drogen und dem Alkohol lassen konnte. Ihr Vater der sie mit der Mutter allein lässt und nun einen neue Familie hat. Aber auch die schönen Momente, wenn Elisa mal wieder in der Spur war. Darunter auch eine lange Reise in den Osten. Über Prag bis nach Mostar, der Stadt im Herzen Bosnien-Herzegowinas mit der berühmten Brücke Stari Most. Von hier springen die jungen Leute in den Fluss und auch Elisa und Rosa wollen springen, trauen sich aber nicht. Aber sie versprechen sich: wir kommen wieder und dann springen wir.
Bei einer Party im Studentenheim trifft Rosa auf Emma. Die 2 spüren gleich eine Verbundenheit und als Rosa beschließt nach Mostar zu fahren trifft sie unterwegs auch Emma wieder. Diese ist auch auf dem Weg dorthin um ihre Familie kennenzulernen. Durch den Krieg damals kam sie mit ihren Adoptiveltern nach Deutschland und als sie aber im Waisenhaus nachforscht stellt sich raus, daß sie dort noch Familie hat.
Gemeinsam erkunden sie Mostar und dann stellt Rosa sich die Frage: springe ich nun von der Brücke?
Das Buch behandelt die Themen verkorkste Kindheit, Trauer, Wut und Liebe auf eine wunderbare Weise in schönem Schreibstil. Immer wieder gibt es Rückblicke durch die man die Kindheit von Rosa erfährt und gleichzeitig versteht man auch, wieso sie in der Gegenwart ist wer sie ist.
Ein schönes Buch, das ich in einem Rutsch gelesen habe und das bestimmt noch lange in meinem Gedächtnis bleibt.
Nach dem Tod ihrer Mutter reist die Studentin Rosa nach Bosnien und Herzegowina, wo sie als Kind auch mit ihrer Mutter war. Erinnerungen der früheren Reise wechseln mit der aktuellen. Außerdem wird die Familiengeschichte bis zur Großmutter thematisiert. Es zieht sich das Fehlen der Väter durch.
Eine weitere wichtige Person im Roman ist Rosas Freundin Emma, die als Kind Waise in Bosnien wurde und nach Deutschland adoptiert wurde. Jetzt als Erwachsene denkt sie daran, sich auf die Suche nach überlebender Familie zu machen.
Beide junge Frauen hoffen auf ihren Reisen auf Heilung von Trauer und Verlust.
Die Autorin schafft es, eine Stimmung zu transportieren. Das ist sehr gekonnt.
War mir zu melancholisch und einfach, teilweise die Umschreibungen komplett am Thema vorbei, also so, dass ich mich gefragt habe, was das jetzt den Lesenden bringen soll? War schon okay aber leider echt kein banger :( eher langweilig