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Daily Soap

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Tonis Hautton fällt in die Kategorie Cappuccino Macchiato, serviert an einem lauen Novemberabend in Sri Lanka (gemäß der nationalen Kategorisierung Andersfarbiger). Aber nicht nur der alltägliche Rassismus macht ihr zu schaffen, sondern auch die fragwürdigen Leidenschaften ihrer Familie für Versicherungspolicen, Affären, Scam-Mails und Gartenzäune. Und dann sind da noch ihre chronischen Kopfschmerzen sowie die Zwillingsschwester, die in fast allem besser ist als sie. Nur wenn Toni ihre Daily Soap schaut, kann sie kurz abschalten. Bis irgendwann nicht einmal das mehr geht. Das Familienunternehmen Banal & Bodeca ist derweil einem heftigen Shitstorm ausgesetzt. Um den Vorwurf des Rassismus zu entkräften, möchte es eine Reality-Show mit Schwarzen Darstellern produzieren lassen. Als sich die Wege der beiden Familien kreuzen, kommt es zu ungeahnten Verstrickungen. Alle Beteiligten müssen sich Ist das Leben nicht selbst eine Art Seifenoper?

258 pages, Kindle Edition

Published March 14, 2025

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Nora Osagiobare

1 book5 followers

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Community Reviews

5 stars
102 (24%)
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130 (31%)
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2 stars
36 (8%)
1 star
19 (4%)
Displaying 1 - 30 of 70 reviews
Profile Image for Ernst.
703 reviews40 followers
Read
July 1, 2025
Hab es nicht wirklich gelesen, sondern nur einen Textauszug bei der Bachmannlesung gehört. Kommt für mich nicht in Frage. Weder Thema noch der (satirische) Stil interessieren mich, bedeutet aber nicht dass es schlecht ist, bloß ich fühle mich davon nicht angesprochen.
Profile Image for Hanna.
671 reviews91 followers
August 7, 2025
Für mich Anwärter zum Buch des Jahres, denn ich finde nichts ist schwieriger zu Schreiben als intelligente, lustige Literatur. Daily Soap hat mich am laufenden Band zum laut loslachen gebracht und ich hatte das dringliche Bedürfnis mein gesamtes Umfeld darüber zu informieren, wie toll dieses Buch ist und sie am Liebsten zur sofortigen Lektüre gezwungen.
Daily Soap ist eine bitterböse Gesellschaftskritik, die ganz locker-flockig daherkommt. Die Autorin ist Schweizerin und hat, soweit ich mir da eine Beurteilung anmaßen darf, die schweizer Seele punktgenau analysiert. Allein, dass sie die Protagonist:innen auf der ersten Seite nach steuerbarem Einkommen reiht, hat mich vor Lachen fast in die Knie gezwungen. Wer Bücher von Steffi Sargnagel, Elias Hirschl, Juan S. Guse oder David Foster Wallace mag, dem sei Daily Soap ans Herz gelegt. Und wenn ihr keine Fans von diesen Autor:innen sein: Lest es dennoch!
Profile Image for Franziska Nyffenegger.
228 reviews53 followers
December 21, 2025
Zu Ende gelesen habe ich dieses Buch nur, damit mir die Lesegruppe nicht wieder Lesebefehlsverweigerung vorwerfen kann und weil die Lektüre doch eine recht zügige war, ich damit also nicht allzu viel Lebenszeit fehlinvestiert habe. Das Konzept "Soap" funktioniert für mich nicht als geschriebener Text, als "Roman". Ich verstehe, was die Autorin damit will; ich sehe ihr gewähltes Vokabular, ihre überschäumende Fantasie, ihre Frechheit auch, ihren Witz und ihren scharfen Blick auf das politisch Unkorrekte. Wie sie Dialoge, Fussnoten, Werbeeinblendungen, karikiert überzeichnete Figuren und eine komplett überdrehte Handlung kombiniert, ist zweifelsohne ungewöhnlich und sie hat in den noch übrig gebliebenen Feuilletons dafür denn auch viel Lob bekommen, doch meins ist das alles nicht: nicht nur nicht, sondern so ganz und gar nicht. Abgesehen vielleicht von der einen oder anderen Fussnote. (S. 41: Wir befinden uns in der Zürcher Kronenhalle, der Kellner fragt sich, ob er "schon wieder eine der zig ungeschriebenen Regeln" missachtet hat und die Fussnote klärt auf: "Einmal hat er [der Kellner] Sibylle Berg nach ihrem Wohlbefinden gefragt und sich so eine Abmahnung des Chef de Service eingehandelt.") – Vielleicht sollte ich dafür einen zweiten Stern geben.
Profile Image for Carlotta.
2 reviews1 follower
April 19, 2025
Wie in einer Seifenoper beschränkt sich die Handlung auf eine überschaubare Zahl von Figuren, deren Verstrickungen es jedoch in sich haben. Diese Figuren sind stark typisiert und jede hat ihre eigenen Schrullen und Wiedererkennungswert.
Das Spiel mit dem Unwahrscheinlichen, jedoch in der Handlung durchaus Konsequenten wird auf die Spitze getrieben. Die Erzählgeschwindigkeit ist hoch und die Einfälle, die die Handlung antreiben, decken originell den Wahnsinn unserer Zeit auf. Und zwar nicht mit erhobenem Zeigefinger. Vielmehr hallt das Unannehmbare durch die Seiten und begleitet einem in der Beobachtung des Alltags.
Besonders gefallen haben mir die geschickt platzierten Werbeeinschübe. Die Fussnoten können in einer analogen Ausgabe sicherlich besser gelesen werden als auf dem E-Reader.
Nach diesem Debut bin ich gespannt auf mehr.
Ab und an merkt man dem Text einige Kinderkrankheiten an: einige sprachliche Ungereimtheiten, die dünn ausgestaltete Perspektive des Ichs und ein Schluss, der meiner Meinung nach die Story etwas abmurkst. Vieles davon ist nicht untypisch für Soaps, könnte man mit einem Augenzwinkern meinen.
Weshalb die Höchstbewertung? Beim Lesen habe ich mich stets über die verbleibenden Seiten gefreut. Das Buch ist überraschend, aussergewöhnlich, voller schlauer Einfälle. Seid jedoch gewarnt: Wem es peinlich ist, beim Lesen ab und zu laut zu lachen, der sollte das Buch besser nicht im öffentlichen Raum lesen!
Profile Image for Rosen de Almeida.
78 reviews9 followers
July 6, 2025
Es ist genauso wie alle sagen: Bissig, klug, lustig und unterhaltsam. In der Übertreibung von Daily Soap liegt ausserdem grosse Wahrhaftigkeit. Irgendwo las ich, dass Osagiobare Fan von Fran Ross's Oreo ist. Der Klang von Daily Soap könnte tatsächlich ein Echo davon sein. Bitte tut euch den Gefallen und lest es. :)
Profile Image for Jodi.
2,395 reviews43 followers
June 13, 2025
Oh, das war so, so gut! Genau meine Linie, der satirische, trockene Humor, der Zynismus und natürlich auch der Inhalt des Werkes. Osagiobare teilt aus und vor allem Herr und Frau Schweizer (die dritte Option gibt es bei uns ja nicht) bekommen einen Spiegel vor Augen geführt.

Dass solch ein Buch nicht bei allen gut ankommt, ist klar. Aber Osagiobare wird sich dies bewusst sein und zieht es voll durch. Grossartige Lektüre für alle, die sozial- und gesellschaftskritische Satire mögen.
Profile Image for Claudia.
101 reviews1 follower
December 16, 2025
habe mich noch nie so stark über fussnoten gefreut :) unglaublich lustig und gleichzeitig extrem tragisch - die satirische erzählweise, die nora osagiobare wählt, ist einzigartig!
34 reviews
May 19, 2026
Hab erst sehr spät verstanden dass das tatsächlich einer Seifenoper nachempfunden ist und weil ich Freizeitleser bin seh ich das nicht als meinen Fehler, erklärt aber immerhin den wirklich unnötigen Twist kurz vor Schluss, der mich dann etwas weniger ärgert. Jedenfalls extrem hohe gag-dichte von denen aber nur etwa die hälfte landet, die andere hälfte nervt etwas. Find's keine verschwendete Lebenszeit sondern auch ein bisschen lustig deswegen 2 Sterne.
Profile Image for Malte Benkert.
32 reviews
December 31, 2025
Ein tolles Buch! Temporeich und ansprechend geschrieben, Plot Twists auf die GoT neidisch wäre und an vielen Stellen so absurd komisch, dass man laut lachen muss. Und trotzdem ist das Buch insgesamt eine scharfe Analyse und Darstellung von und Kritik an Gesellschaft.
Definitiv in meinen top 3 dieses Jahr! Dolle Leseempfehlung!
Profile Image for Marlene Weber.
38 reviews9 followers
August 20, 2025
No, just no! Hated the plot, hated the characters, hated the writing style. No depth in the story at all.
Profile Image for Olivia.
4 reviews3 followers
November 16, 2025
Wär schriebt und druggt sone Schäiss!?! 😩
Profile Image for Theresa Tratzmüller.
29 reviews5 followers
March 5, 2026
Das lustigste Buch aus der Schweiz seit Eurotrash?!
Komplett absurder Slapstick im Format einer - wie der Titel schon suggeriert - Seifenoper mit bizzarem Character Cast:
- Anneli, Esotante und Schwurblerin mit Vorliebe für schwarze Lovers
- Thor Oasyoghoghowemwen (der Name allein ...), Annelis Ehegatte, süchtig nach Red Bull, dem von ihm als Ersatz für in Nigeria gängige Betelnüsse auserkorenen stimulant of choice
- Prince Okiti Osayoghoghowemwen, Thors Bruder, anständiger und kleinbürgerlicher als alle Bioschweizer, rutscht aber wegen seines Lovers in die Rolle eines Amateur-Pornodarstellers
- Louis Efe de Cabrio, Sexgott, ehemals Kellner, später schwerreicher Erfolgskünstler, der sich auf pornografische Darstellungen spezialisiert hat
- das Ehepaar Bodeca-Banal, sie Benzo-abhängige High Performerin, er alkoholkranker Versager, Betreiber eines Modeunternehmens, das einen Shitstorm wegen Rassismus erleidet
- Paul Banal, der closeted Sohn des zuvor genannten Ehepaars, On-Off Partner von Prince Okiti
- Toni und Wanda, Töchter von Anneli, aufgrund sich erklärender Umstände one black, one white, despite being twins
... mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen, ich fand es Genius, manchen ist es vielleicht zu oag albern.

@Lena: falls du das liest, ja, es handelt sich um einen Crosspost hehe
Profile Image for Elena.
8 reviews
June 20, 2025
Ich dachte mir es wäre cool ein Buch zu lesen, das in der eignen Gegend spielt. Ich fand den Klappentext versprach etwas anders als der Inhalt. Um Toni ging es kaum.
Einige mögen den etwas anspruchsvolleren Schreibstil, für mich persönlich war es eher anstrengend. Die Dialoge waren einfach zu lesen. Die Storyline ist wild und Handlungen passieren einfach so ein wenig aus dem Nichts und sind sehr random.
Wer Satire mag, für den ist es was. Für mich persönlich hatte es sehr viele politische Anspielungen, die ich teilweise auch nicht verstand.
Profile Image for Foks.
116 reviews2 followers
July 31, 2025
Ich komm einfach nicht drauf klar, es ist zu gut.
Profile Image for Heavymetalyoshi.
8 reviews
January 10, 2026
Skurrile Figuren, die in einem wilden Konstrukt von Zufällen und Abgründen mehr oder weniger mit einander verbunden sind. Bissiger Humor und polemische Gesellschaftssatire machen Daily Soap zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.
Das letzte Viertel ist an manchen Stellen für mein Geschmack doch einen Tick zu sehr bemüht tiefgründig, das aber minimiert das Gesamterlebnis nicht merklich.
Profile Image for Klaas.
8 reviews
June 5, 2026
Wilder Schreibstil und Humor, ziemlich in die Fresse. Obwohl wie eine Daily Soap angelegt und von Handlung sowie Charakteren überzeichnet, dennoch ein Roman mit tieferem politischen Hintergrund und Anspruch (alle möglichen Ismen werden durchgekaut). Das letzte Kapitel wirkte auf mich dann als Twist zum Twist doch zu sehr konstruiert. Trotzdem 4 Sterne und eine Empfehlung.
Profile Image for jona rausch.
15 reviews4 followers
June 12, 2025
macht spaß zu lesen, grandioser letzter Satz und tolle Figuren, ab und an verliert sich der Text in flachen Jokes und ich komm nicht mit but anyway
Profile Image for Hannah.
30 reviews1 follower
March 26, 2026
Das Buch ist brillant! Nora Osagiobare gelingt eine satirische Gesellschaftskritik, die unfassbar viel Spass macht zu lesen. Man merkt, wie viel Zeit und Liebe zum Detail hineingeflossen ist. Ich bin grosser Fan.
2 reviews
April 28, 2026
Zu Beginn gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, man muss lernen die Ironie zu lesen. Das Buch liest sich ein wenig wie ein Theaterstück. Sozialkritisch, überspitzt & doch auch sehr charmant. Musste ein paarmal laut Lachen. Würde ich weiterempfehlen.
Profile Image for Alina_liest07.
141 reviews6 followers
March 23, 2025
Bissig, rasant und unfassbar lustig
Auf der einen Seite steht Toni, ihre Liebe für Daily Soaps und ihre chaotische Familie. Und der schweizerische Alltagsrassismus. Auf der anderen Seite haben wir die Familie rund um Frau Bodeca – Eigentümerin eines Familienunternehmens, und einem Shitstorm wegen Rassismus ausgesetzt.
Als sich die Wege der beiden Familien kreuzen, die unterschiedlicher nicht sein können, kommt es zu allerlei unvorhergesehenen Verstrickungen und es beginnt eine ganze eigene, waschechte Seifenoper…

Wow, was für ein Lesevergnügen! Nora Osagiobare Stil ist scharfsinnig und unverkennbar, ihr Humor so scharfzüngig wie großartig!
Die Erzählweise ist rasant und sprüht vor Sarkasmus, was der Geschichte eine fast physische Dynamik verleiht – als würde man mitten in einem turbulenten Drama / Theater sitzen, das seine eigene, absurde Realität entfaltet.

„Daily Soap“ ist eine grandiose Satire, die die Absurditäten der Welt, in der wir leben, gnadenlos auf die Spitze treibt. Und es hält sowohl dem allgegenwärtigen Rassismus als auch der teils bizarren Medienwelt und Darstellung einen Spiegel vor. Die fast grotesk wirkenden Verstrickungen und Familiendynamiken machen den Roman nicht nur zu einem witzigen, sondern vor allem zu einem scharfsinnigen und kritischen Kommentar zu unserer aktuellen Gesellschaft. Und regt trotz aller Unterhaltung zum Nachdenken an – wirklich ganz großes Kino!

Fazit: „Daily Soap“ ist schräg, originell, bitterböse und unfassbar lustig – unbedingte und dringende Leseempfehlung!



4 reviews
January 19, 2026
Zugegeben, hat ein paar interessante Ansätze. Das war's dann aber. Fand es weder lustig noch hat es mich zu irgendeinem Zeitpunkt zum Weiterlesen animiert. Ist jetzt endlich ausgelesen und wird entsorgt.
Profile Image for Melanie.
27 reviews
July 10, 2025
Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Buch kommentieren soll. Einerseits fand ich es, insbesondere als Schweizerin, witzig und selbstironisch. Mich würde interessieren, ob dies auch für Leser*innen gilt, die keinen Bezug zur Schweizerischen Bünzli-Kultur und den Zürcher Handlungsorten haben. Die Autorin vermag es, eine grosse Anzahl an gesellschaftskritischen Themen mit viel Humor und Ironie zu verarbeiten, ohne dass es in irgendeiner Weise missionarisch wirkt. Auch die konträren Fussnoten funktionieren als humoristisches Stilmittel, wenn auch sie, zumindest für mich, den Lesefluss etwas stören.
Andererseits ist es aufgrund der extremen Überzeichnung der Figuren unmöglich, mit ihnen mitzufühlen und sich entsprechend für ihr Schicksal zu interessieren. Ein bisschen mehr erzählerische Finesse hätte für mich dazu beigetragen, dem aussergwöhnlichen Humor des Buches eine bessere Basis zu bieten.
5 reviews
August 30, 2025
Ich habe eine Gesellschaftssatire erwartet. Stattdessen fand ich 2 bis 3 gute Ideen, die sprachlich furchtbar präsentiert wurden. Etwa gleich langweilig wie eine skurrile Seifenoper.
443 reviews4 followers
May 24, 2025
Nora Osagiobare hat mit Daily Soap einen literarischen Coup gelandet: einen Roman, der nicht nur bitterböse und blitzgescheit, sondern auch radikal gegenwärtig ist. Was auf den ersten Blick wie eine locker-leichte Satire wirkt, entpuppt sich als messerscharfe Gesellschaftsanalyse mit maximalem Unterhaltungswert – ein echter page-turner mit Haltung.
Im Zentrum steht Toni – eine Schwarze Frau in der Schweiz, deren Hautton die Behörden liebevoll mit „Cappuccino Macchiato, serviert an einem lauen Novemberabend in Sri Lanka“ kategorisieren. Klingt absurd? Ist es auch – und genau das ist der Punkt. Osagiobare deckt in jedem Satz auf, wie tief Rassismus, Mikroaggressionen und Exotisierungsfantasien in der sogenannten Normalität verankert sind. Tonis Leben ist ein täglicher Spießrutenlauf zwischen strukturellem Ausschluss, familiärem Irrsinn und Kopfschmerzen, die vielleicht mehr sind als nur medizinisch erklärbar.
Parallel läuft der zweite Handlungsstrang: Ein gutbürgerliches Unternehmen wird durch einen Rassismus-Shitstorm aus dem neoliberalen Himmel geholt und beschließt – völlig ironiefrei – eine Reality-Show mit Schwarzen Protagonist:innen zu produzieren, um sich reinzuwaschen. Was sich daraus entspinnt, ist ein herrlich groteskes Panoptikum medialer Selbstinszenierung, performativer Antirassismus-Kampagnen und kolonialer Denkmuster im neuen Gewand. Wer glaubt, Kapitalismus und „Diversity“ seien versöhnbar, wird hier mit Stil und Schmackes eines Besseren belehrt.
Was Daily Soap so besonders macht, ist Osagiobares Sprachkunst: Jede Zeile sitzt, jeder Seitenhieb trifft – und zwar dort, wo es wehtut. Ihr Ton ist gleichzeitig rotzig und verletzlich, ihr Humor so präzise wie entlarvend. Sie schreibt mit einer Haltung, die sich nie anbiedert, sondern konsequent von unten, von der Seite, aus der Erfahrung der Marginalisierten erzählt. Dabei gelingt ihr das Kunststück, sowohl wütend als auch verspielt, melancholisch wie überdreht zu sein – eben genau so wie eine gute Daily Soap: voller Drama, Intrige, Chaos, aber mit Substanz.
Und ja – diese Geschichte hat Tiefe. Die Familiengeschichten, die Osagiobare erzählt, sind schrill und voller Absurditäten, aber sie bleiben nie bloß Karikaturen. Sie sind durchzogen von Fragen nach Zugehörigkeit, Identität, Entfremdung und Nähe – verpackt in popkulturellen Referenzen, feministischen Verweisen und einem Bewusstsein dafür, dass persönliche Geschichten immer auch politisch sind.
Fazit:. Eine literarische Watsche für alle, die immer noch glauben, Rassismus sei ein Einzelfall oder Humor könne nicht politisch sein. Osagiobare führt uns durch einen absurden Spiegelkabinettstaat, der unsere Welt erschreckend genau abbildet – und dabei so unterhaltsam ist, dass man erst beim Lachen merkt, wie sehr es brennt.
Wild und wahnsinnig gut – unbedingt lesen.
Profile Image for Steffi.
207 reviews9 followers
April 21, 2025
Es ist gar nicht so leicht, den Inhalt des Romans “Daily Soap” von Nora Osagiobare zusammenzufassen. Zum einen ist da die Familie Osayogogowemwem. Tochter Toni flüchtet sich am liebsten in ihre geliebten Daily Soaps, um dem normalen Wahnsinn ihrer Familie zu entfliehen. Zum anderen lernen wir die Familie Banal & Bodeca kennen, die jüngst in einen Rassismus-Skandal verwickelt wurde und diesem nun mit einer eigenen Daily Soap entgegenwirken möchte. Und wie beide Familien miteinander in Verbindung stehen, das lest ihr am besten selbst!

Der Erzählstil ist schon recht ungewöhnlich und beim Lesen der ersten Seiten befürchtete ich, dass ich damit nicht warm werden würde. Doch zum Glück hat sich das schnell gelegt und ich konnte beginnen, die Geschichte mit ihrer Vielzahl an stilistischen Besonderheiten zu genießen. So gibt es Fußnoten zur humorvollen Erklärung. Zudem wird die Handlung immer wieder durch absurde Werbeblöcke unterbrochen und vieles mehr.

Vordergründig ist die Geschichte sehr humorvoll. Es passieren so viele absurd witzige Dinge, die selbst - wie der Titel ja schon verrät - an die überspitzten Verwicklungen und Verstrickungen einer Daily Soap erinnern. Gut, dass es zu Beginn ein Personenverzeichnis gibt, in dem man immer wieder nachlesen kann, wie die einzelnen Protagonist:innen miteinander in Verbindung stehen. Denn es ist gar nicht so einfach, immer den Überblick zu behalten.

Unter dem Deckmantel des satirischen Humors verbirgt sich allerdings eine sehr deutliche Auseinandersetzung mit Alltagsrassismus und Klassendenken in der Schweiz. Da blieb mir bei manch vordergründig lustiger Szene ein ums andere Mal das Lachen im Halse stecken. Die Gesellschaftskritik zieht sich als roter Faden durch den gesamten Roman, beginnt mit einer Triggerwarnung zu Bananen und gipfelt in einem fulminanten und der Absurdität der Situation vollends gerecht werdenden Finale.

Fazit: “Daily Soap” ist eine herrlich überspitzte Satire über den Alltagsrassismus unserer Zeit, die den Finger tief in die Wunde legt und uns Lesende gleichzeitig zum Lachen bringt.
Profile Image for booksontiptoe.
31 reviews
June 1, 2026
** German below **

A daily soap in Zurich! On one side, we have the Killer-Osayoghoghowemwen family: Mother Anneli (anti-abortionist and homeopathic believer), Father Thor (from Nigeria, Red Bull over-consumer and umlaut-avoider) with their twin daughters Toni and Wanda (who have different fathers, none of whom is Thor) and Uncle Prince Okiti (gay, Black, over-integrated). On the other side are the Bodeca-Banals, a filthy-rich, loveless family of entrepreneurs with a closeted son. Everyone is entangled with one another, mostly in secret, often in a physical way. In true Swiss cringe-worthy fashion, skin colours are described using hot drinks, the book is interspersed with adverts (riding a Segway for ‘whitewashing light’!) and the Kronenhalle plays a central role.
An entertaining, fever-dream-like, staid satire that occasionally veers into slapstick.

**

Daily Soap in Zürich! Auf der einen Seite haben wir die Familie Killer-Osayoghoghowemwen: Mutter Anneli (Abtreibungsgegnerin und Globuli-Gläubige), Vater Thor (aus Nigeria, Red Bull-Überkonsument und Umlautvermeider) mit den Zwillingstöchtern Toni und Wanda (die verschiedene Väter haben, wobei keiner Thor ist) und dem Onkel Prince Okiti (schwul, Schwarz, überintegriert). Auf der anderen Seite stehen Bodeca-Banals, eine schwerreich-lieblose Unternehmersfamilie mit einem ungeouteten Sohn. Alle sind über Kreuz miteinander verbandelt, meist im Geheimen, oft körperlicher Art. In gutschweizerischer Fremdscham-Manier werden Hautfarben mit Heissgetränken beschrieben, das Buch ist mit Werbeunterbrechungen versehen (Segway fahren für Whitewashing light!) und die Kronenhalle spielt eine zentrale Rolle.
Eine unterhaltsame, fiebertraumartige, bünzlige Satire, kippt manchmal ins Klamaukige.
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