Die Rhetorik der politischen Rechten verschiebt, überschreitet oft die Grenze des Sagbaren; sie widerspricht obendrein dem allgemeinen Konsens unserer Gesellschaft, missachtet ihn ganz bewusst. In ihrer profunden sprachkritischen Studie denkt Heidrun Deborah Kämper über diese Sprache und deren Gebrauch nach. Ihre Befunde werden durch Vergleiche mit völkisch-nationalistischen Texten historisch unterfüttert – mit erschreckendem Ergebnis. Der Essay wurde für diese dritte Auflage vollständig durchgesehen und ergänzt (etwa um die Vorfälle im Thüringer Landtag im September 2024).
Sehr interessante Analyse der rechten/neu-rechten Diskurse. Allerdings hätte die Autorin ihr Feld der Analyse etwas erweitern können, so geht sie doch zum allergrößten Teil auf die AFD und ihr nahes Umfeld ein, und nur sehr wenig auf den Rest des rechtsextremen Spektrums. Kapitel 4, gegen Ende des Essays, analysiert Kämper den Sprachgebrauch der AFD in den Parlamenten. Das ist gewiss nicht unwichtig, so zeigt die Autorin auf, inwiefern sich die Diskussionen der Parlamente seit der Entstehung der AFD wandelten, es ist aber doch etwas zäh zu lesen und spielt in meinen Hauptkritikpunkt hinein, dass sie sich zu stark auf die AFD fokussiert. Dennoch absolut lesenswert, ein toller Essay!