Grenzenlose Liebe für Lisa F. Olsens Bücher. Unbedingt. Und auch für Luca und Kian.
Dieses Buch habe ich nun zum zweiten Mal gelesen, weil ich nach dem ersten Mal nicht wusste, was ich schreiben soll. Ich war voller Gefühle und Gedanken und wusste nicht weiter.
Es ist ein Wohlfühlbuch, eines in das ich mich einhüllen möchte, wie in eine warme Decke und das obwohl die Themen alles andere als einfach sind. Alkoholismus, Migräneattacken, der Versuch eine Liebe und Freundschaft aufzubauen und auf das eigene Leben klar zu kommen.
Das Buch fühlte sich wie ich das von Lisa gewohnt bin, so an als wäre ich mitten in der Geschichte. Mitten dabei, gerade die Beschreibung der Migränetacken waren so krass realistisch. Da ich das auch selbst kenne, war das schon knapp vor echtem fühlen manchmal. Da musste ich kurz innehalten um einmal durch zu atmen. Um mir klar zu machen, das ist jetzt nur im Buch
Und ja, man sollte bei manchen Dingen - trotz dem für mich so wohligen Gefühl für das Buch und seine Figuren- einigermaßen gefestigt in die Geschichte abtauchen. Die Suchtauswirkungen die hier beschrieben sind, das ist schon heftig – muss aber auch so sein. Ich mag es, dass Lisa schonungslos ist, Das eben nicht von jetzt auf gleich alles gut ist. So funktioniert Sucht. Aber es heißt nie, dass man keine Hilfe bekommen kann, wenn man sie zulässt. Und auch darum geht es in „Only Room Mates“. Jeder halt Hilfe verdient, aber es ist leider nicht immer so einfach, sie sich auch selbst zu gestatten. Sich selbst zu gestatten das es einem gut gehen darf. Das es einem gut gehen kann. Das einem gute Dinge passieren dürfen.
Und dann ist da noch diese wunderbare Liebesgeschichte zwischen Luca und Kian. Da ist so viel was zwischen ihnen steht und trotzdem gelingt es Lisa nach und nach offen zu legen, dass dies nicht das Ende der Beziehung sein muss. Sondern ein Anfang und eine andere Richtung möglich sein können. Kommunikation und Vertrauen sind keine Einbahnstraße.
Gleichzeitig ist der Roman an einigen Stellen auch extrem heiß. Die Sexszenen sind rough und die Darstellung von BDSM mal endlich realistisch und haben wenig mit dem Quatsch zu tun, der oftmals im Mainstream Einzug in Bücher hält. Gleichzeitig bringen diese Szenen die Handlung auch wirklich voran, zeigen, wo Kian und Luca momentan stehen. Zeigen, dass ihre Verbindung enger und gefestigter wird, je weiter die Handlung voranschreitet.
Nach dem ich mit „Only Friends“ leider weniger anfangen konnte, hat mir „Only Room Mates“ wieder deutlich gezeigt, weshalb Lisa F. Olsen eine meiner Lieblingsautorinnen ist. Sie kann einfach so schreiben, dass meine ganze Gefühlswelt in Aufruhr gerät und ich am Ende des Buches glücklich bin, das ich es gelesen habe.