Jump to ratings and reviews
Rate this book

Super einsam

Rate this book
Vito will raus, raus aus seiner arschkalten Wohnung in Kreuzberg. Nur wohin? Zurück an den Atlantik, wo er glücklich war und die Mutter noch lebte? Was mit einem Kater beginnt, entpuppt sich zwischen Ladendiebstahl und Mut anküssen als schonungslose Suche nach den Wurzeln seiner Einsamkeit. Anton Weil erzählt von den großen Themen seiner Generation: von Vereinzelung, Sexualität und Liebe, von Trauer und Aufbruch. Ein Feuerwerk des Erzählens, immer kurz davor, alles in die Luft zu sprengen, ein bunter Zirkus an Lügen und falschen Fährten, eine wilde Irrfahrt durch die Psyche einer ganzen Generation, ein hoffnungsvolles Aufbrechen und eine Liebeserklärung an das echte Leben.

240 pages, Hardcover

Published September 24, 2024

40 people are currently reading
1204 people want to read

About the author

Anton Weil

6 books5 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
100 (22%)
4 stars
123 (27%)
3 stars
144 (32%)
2 stars
59 (13%)
1 star
16 (3%)
Displaying 1 - 30 of 56 reviews
Profile Image for Sandy.
77 reviews7 followers
April 15, 2025
Zuerst möchte ich mich ganz herzlich bei NetGalley für die Möglichkeit bedanken, dieses Buch gelesen haben zu dürfen.


Wir begleiten Vito, einen (wahrscheinlich) dreissigjährigen Mann, dessen Beziehung mit Maria vor Kurzem in die Brüche gegangen ist. Die ersten Kapitel lesen sich wie ein einziger Gedankenfluss, er schweift oft ab (Faserland like) und ist ein unzuverlässiger Erzähler, was sich durch das ganze Buch zieht. Zudem ist es in Jugend-, Vulgär-, und Umgangssprache geschrieben.

Die ersten 100 Seiten:
Der Humor trifft den von Gen Z. Trocken, übertrieben, aber herzlich.
Der Stil erinnert sehr an ‘Faserland’ von Christian Kracht und ‘Koller’ von Annika Büsing. Dadurch hat es sich ein wenig wie Schullektüre angefühlt.

Die kurzen Kapitel motivieren, weiterzulesen. Zudem ist es nicht leicht, zwischen seiner Vorstellung und der Realität zu unterscheiden, diese fliessen teilweise auch in einander hinein.

Einerseits hoffe ich so sehr, dass dieses Buch nie in Schulen gelesen werden muss. Die Interpretationen würden Semester dauern! Andererseits, da ich selbst nicht mehr in der Schule bin, würde ich so gerne sehen, wie sich Schüler innen (und draussen, ha ha (Anspielung auf das Buch)) mit dem Gelesenen quälen und versuchen herauszufinden, was das Wildschwein wohl für eine Bedeutung hat und weshalb der Autor den Schreibstil so oft wechselt. Ich kann es mir aber wirklich gut im Unterricht vorstellen.

Zu Beginn war ich mir nicht sicher, ob ich das Buch fertiglesen werde. Ich empfand es als anstrengend, doch ab 30% hat mich irgendwas nicht aufhören lassen. Höchstwahrscheinlich die Nähe zum Charakter.

In der Mitte des Buches wollte ich aber wieder aufgeben… Zu vieles ergibt aufeinanderfolgend keinen Sinn und wird nicht aufgeklärt. Ist er high oder schläft er?

Zu Beginn hat man als Lesende noch einen schwachen Überblick. Man kennt das Ziel, hat einen Bezug zur Realität. Diese erscheint später jedoch nur bruchstückhaft.


So viel bis ca. Seite 100

Ab Seite 100

Ab Seite 100 habe ich keine Ahnung mehr, was ich da gelesen habe.

Gegen Mitte wird es ein grosses Durcheinander der Erinnerungen, Vorstellungen, Träumen und vielleicht Halluzinationen. Würde ich es nicht als ARC lesen, hätte ich spätestens auf Seite 100 aufgehört.

Zu diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass mir das Buch ein wenig was mitgegeben hat, worüber ich nachdenken kann und ich war zufrieden damit. Es hätte da aufhören können. Es wurde nur noch verwirrender und sobald ich mich für ihn gefreut habe, wurde ich enttäuscht. Das Buch zerscheppert meine Hoffnung genauso wie sein Leben.

Mit der ersten Hälfte konnte ich wirklich was anfangen und es gefiel mir. Danach wollte ich ständig aufhören zu lesen.
Das Buch geht in die Tiefe und wir erfahren sehr viel von Vito, nur irgendwie nichts… interessantes? Bedeutendes? Nach dem Casting wurde die Geschichte nur noch wirr, langweilig und unverständlich. Ich habe auch viele Seiten übersprungen, weil sie komplett unwichtig waren.



Würde mich jemand fragen, worum es geht, könnte ich es nicht sagen. Es geht um so vieles, ist aber dennoch inhaltslos. Vielleicht habe ich es aber auch einfach (noch) nicht verstanden. Vielleicht bin ich noch zu jung dafür oder nicht genug gebildet.

Ich kann es kaum erwarten, das Buch in einigen Jahren zu googlen, Interpretationen darüber zu finden und es zu verstehen. Es hat Schulbuch-Potenzial, immer noch.

Abschliessend lässt sich sagen: Es ist nicht für jeden geeignet. Für mich war es das nicht. Anfangs hat es mich aber unterhalten und gepackt (hauptsächlich, weil ich auf eine Liebesgeschichte, Freundschaft oder allgemein Beziehung zu einem anderen Menschen gehofft habe). Würde es aber weder weiterempfehlen, noch wieder lesen. Es hat mir einfach nichts gegeben, ausser (und das klingt jetzt gemein und tut mir auch leid, aber das war mein ständiger Gedanke während des Lesens) das Wissen, dass wohl jeder ein Buch schreiben und es veröffentlichen kann.
Profile Image for Susanne.
1 review2 followers
March 18, 2025
Schwierig für mich zu diesem Buch eine Review zu schreiben. Die Nähe zu den wirren und häufig leeren Gedanken des Protagonisten ist oft verwirrend und anstrengend, greift dadurch aber die Thematik der Einsamkeit in gewisser Weise erstaunlich gut auf. In Teilen habe ich mich wiedergefunden, dann fand ich es nur noch langweilig und trotzdem hat es mich zum Nachdenken, Philosophieren und Reininterpretieren angeregt - was ich mochte. Trotzdem kein Buch welches ich dringend weiterempfehlen würde. Eine 3/5 weil es mich nichts desto trotz irgendwie abgeholt hat.
Profile Image for jula.
4 reviews
September 28, 2025
Ich war lange nicht mehr so schnell durch ein Buch durch, wie durch 'Super Einsam'. Eine total wilde Achterbahnfahrt der Gefühle, die mich direkt abgeholt hat. Obwohl nicht immer klar war, was real ist und was nicht (und was eigentlich gerade passiert), konnte ich das Buch kaum weglegen. Antons Schreibstil macht einfach so Spaß und lässt so mitfühlen, kann ich nur weiterempfehlen!
Profile Image for Lukas.
35 reviews2 followers
November 29, 2024
Eine vielversprechende Prämisse die für mich persönlich aber leider in den entscheidenden Momenten oft zu oberflächlich bleibt!

Es fühlt sich an als durchlebe man den Fiebertraum und das turbulente Leben des jungen Hauptcharakters Vito, ohne wirklich eine konkrete Ahnung zu haben, was wirklich hinter allem steckt!
Profile Image for Anne.
124 reviews2 followers
September 25, 2025
[Es folgt eine mehr oder weniger professionelle Literaturkritik, die ich für die Uni schreiben musste]
Super einsam gemeinsam
Ehrlich, ungefiltert, auf allen Ebenen irrational und authentisch wie das Leben selbst - Der Debütroman Super einsam von Anton Weil.
VON ANNE

„Eine wilde Irrfahrt durch die Psyche einer ganzen Generation“ heißt es auf dem Cover. Bücher werden immer wieder in den Kontext einer bestimmten Generation, eines bestimmten Landes, einer bestimmten Kultur… gestellt und damit als Spiegel einer Gruppe von sehr unterschiedlichen Menschen vermarktet und beworben. Während Verlage hoffen derartige Beschreibungen würden dem Buch helfen sich besser zu verkaufen, erzeugen sie nur unrealistische Erwartungen, die zumindest von einem gewissen Teil der benannten Gruppe, die das Buch angeblich widerspiegeln soll, immer enttäuscht werden. Lesen ist Empathie, ist sich in die unterschiedlichsten Menschen, mit den unterschiedlichsten Hintergründen hineinzuversetzen. Wenn dabei ein junger Leser sich in der Figur eines alten Mannes wiederfindet oder andersherum, dann ist das doch gerade die Magie des Lesens. Bezeichnungen wie „dieses Buch spiegelt die Generation Z wider“ (und ist dementsprechend mehr oder weniger exklusiv für die Leser/innen besagter Generation geschrieben worden) hindern bloß die Leseerfahrung und damit die eigentliche Magie des Lesens. Anton Weil selbst kritisiert die Aufschrift auf dem Cover. Er findet sie zu hochgegriffen und erzählt die Geschichte eines älteren Herrn, der auf einer Lesung zu ihm kam und ihm begeistert berichtete, wie sehr er sich doch in der 30-jährigen Hauptfigur wiedergefunden hatte. Man kann jetzt natürlich kritisieren, dass das Buch es eben nicht schafft, wie alle anderen Bücher, die ähnliches von sich behaupten, „die Psyche einer ganzen Generation“ widerzuspiegeln, aber lasst uns doch lieber Super einsam ohne die Generationenbrille unter die Lupe nehmen.
Der Roman folgt Vito, einem Schauspieler aus Kreuzberg, der sein Leben so absolut gar nicht im Griff hat. Denn Vito ist einsam. Und damit meine ich nicht die Art von Einsamkeit, bei der man ohne Freunde zu Hause sitzt und gezwungen ist mit seinen Eltern Gesellschaftsspiele zu spielen, weil man sonst nichts zu tun hat, nirgendwo eingeladen ist, niemand sonst da ist zum Reden. Nein, Vito wird seit dem Tod seiner Mutter von einer anderen Art von Einsamkeit begleitet. Vito lebt nicht das Leben, das Leben packt ihn, nimmt ihn mit, schüttelt ihn und lässt ihn dann wieder fallen. Und während wir wie Vito selbst in seinem Kopf gefangen sind, passieren die einfachsten, normalsten Dinge. Ein Besuch bei Ikea mit dem Vater, um neue Lampen zu kaufen und Licht ins Leben zu bringen, mit der Deutschen Bahn irgendwo im nirgendwo gestrandet sein, nichtwissend ob man irgendwann nochmal zu Hause ankommen wird (Wo ist überhaupt zu Hause?) … Super einsam packt die Themen des Lebens an: mentale Probleme, Familiendynamiken, Männlichkeit, Vulnerabilität, Sexualität… und stellt immer wieder die Frage: Wonach sind wir im Leben eigentlich auf der Suche? Was macht uns glücklich? Wann waren wir das letzte Mal so richtig glücklich und werden wir es je wieder sein?
„Aus einem Video im Internet weiß ich, dass man auch für zehn Sekunden lächeln kann, damit an dein Gehirn gesendet wird: 'Heeey, happy times!' Und dann sendet das Gehirn wiederum irgendwas, was deinen Körper wirklich happy macht. Also normalerweise. Aber du solltest das nicht zu viel tun, das mit dem Lächeln, weil wenn du das immer machst, obwohl es dir scheiße geht, dann merkt das Gehirn sich das wohl auch und sendet gar nix mehr oder das Falsche, und dann gehts dir noch beschissener, obwohl du lächelst oder irgendwie grinst, während du heulst, oder du spürst gar nichts mehr, obwohl alles wehtut.“
All diese Themen verpackt Anton Weil mit seinem unvergleichlichen Stil; durch ungefilterte, authentische Bewusstseinsströme saust man durch Vitos Gedanken und wird mitgerissen, bis man auf einmal merkt, dass man nicht mehr stoppen kann. Die Grenzen zwischen Realität, Gedankenspiel und Traum verschwimmen und plötzlich sitzt Tom Schilling neben einem im Auto und berlinert vor sich hin. Spätestens hier verliert man den eh schon dünnen roten Faden, der sich durch den Roman zieht und wenn man versucht sich an ihn zu klammern, nicht loszulassen, dann wird einen das Buch verlieren.
„Ich hab Angst loszulassen, denn das könnte bedeuten, dass das auch mein Ende ist. Also wenn man erst mal so mit dem Loslassen anfängt. Vielleicht lass ich dann aus Versehen alles los, und dann ist es auf einmal zu spät und vorbei, weißt du.“
Das Schöne am Lesen, das eigene Widerfinden in literarischen, eigentlich gar nicht realen Figuren, egal wo sie leben oder wie alt sie sind, das kommt auch Vito und dem Roman Super einsam zugute. Denn wenn man sieht, dass man eben nicht allein ist in seiner Einsamkeit, dass es Vito und vielen anderen genauso geht, dann ist man eben nicht mehr Super einsam, sondern Super einsam gemeinsam und das macht schon viel aus.

3.5 / 5 ⭐️
Profile Image for Vic.
27 reviews2 followers
Read
August 17, 2025
Sehr wirr und super (!) einsam. Hat mich wirklich sehr an Spinner erinnert, aber mehr im Jetzt und zynischer, dadurch sehr lustig aber auch traurig und nachdenklich. Kurz dachte ich, Vito hat jetzt sein Ende der Einsamkeit gefunden und es würde eine Liebesgeschichte werden, da war ich enttäuscht, das fänd ich zu kitschig. Dann hat sich diese Sorge aber in Luft aufgelöst, das Ende ähnlich wirr wie der Anfang.
Profile Image for Conny.
1 review
December 11, 2024
Hat mich tief berührt. Dabei ist der Unterhaltungsfaktor groß - manche Stellen sind absurd komisch. Gut geschrieben und insgesamt ein wunderbares Buch, das man nicht vergisst!
Profile Image for Reader Lesenmitcarola.
1 review
November 5, 2024
Eine wilde Irrfahrt durch die Psyche einer ganzen Generation

„Scheint auf jeden Fall ein außerplanmäßiger Halt zu sein, und mit außer planmäßigen Halten kenne ich mich aus, mein Leben ist voll davon.“ Seite 111

Selten habe ich ein Buch mit so viel Schmerz gelesen wie Anton Weils Debütroman „Super einsam“

Ich möchte den Versuch starten, den Inhalt des Buches visuell begreifbar zu machen, denn es ist so anders, es geht so tief, überrascht, tut weh und dann doch wieder gut.

Jeder, der schon einmal auf der Kirmes war, kennt einen Freifallturm.

Mit drei Meter pro Sekunde werden die Insassen in 80 Meter Höhe gefahren, um dann ins Bodenlose zu stürzen.

Man setzt sich also in dieses Fahrgeschäft. Die Haltebügel werden um den Körper geschlossen. Man kann sich nicht mehr rühren und ist wie in einem Käfig gefangen.
Die Anspannung wächst und vielleicht hinterfragt man innerlich sein Tun oder verspricht sich die Welt einer kurzfristigen Ablenkung, das Vergessen, eine neue Erfahrung?

Dann gehen die Lichter an und langsam schwebt man nach oben in die Dunkelheit. Das Gefährt dreht sich langsam um seine eigene Achse. Die Menschen unter einem werden immer kleiner und man selber fühlt sich losgelöst und bedeutungslos fern vom Geschehen.

Eine Frage kommt auf. Was wäre wenn? Was wäre, wenn das hier nicht mehr zu stoppen ist?

Dann plötzlich blenden die Lichter auf und pressen sich grell auf die Augen. Ein kurzes Klicken ist zu hören, und schon befindet man sich ungebremst im freien Fall.

Der Magen schießt nach oben und verkrampft sich. Das Adrenalin verflüssigt den Körper. Die Knöchel treten an den Haltegriffen weiß hervor vor Anspannung. Man schaut nach unten und sieht den Boden auf sich zu rasen, spürt fast das Aufklatschen auf dem Asphalt.

Stopp!

Als man schon denkt zu spät, hält das Fahrgeschäft und gleitet ganz langsam in einem Taumel wieder nach oben, nimmt ein Glücksgefühl mit.
Geschafft!
Man hat durchgehalten und jetzt ist man wieder auf dem Weg nach oben. Überall verheißungsvolles Blinken und ein Prickeln im Bauch bis zum nächsten freien Fall.

So geht es Vito dem Protagonisten in Anton Weils Buch.
Er fühlt sich einsam, und die Kälte seiner Wohnung spiegelt seine innere Kälte. Es gibt einen schönen Satz auf Seite. 49. „Frierend lege ich mich ins Bett auf meine Seite, ziehe die Bettdecke über meinen Kopf und spreche zu den Erinnerungen, die hier schließlich noch liegen. Unter mir, neben mir und in mir begraben.“

Was macht dieses Buch so anziehend anders?
Es Ist es diese Mischung aus Momenten tiefster Traurigkeit und plötzlicher Euphorie. Dieses bis ganz nach unten absacken, fast bodenlos in die Tiefe stürzen, mit Angst irgendwo zu zerspringen, nicht mehr da zu sein.

Dann plötzlich doch ein Netz unter sich zu spüren. Teil einer Geschichte zu werden. In eine Euphorie einzutauchen, mit der man noch vor Sekunden nicht gerechnet hätte.

Es ist diese Mischung die dieses Buch in kurzen Kapiteln zu etwas Besonderem macht. Ausgestattet mit einem so einmaligen Sound der Generation Millennials den ich noch nie so gelesen habe. Rein fiktionale Passagen wechseln sich ab mit alptraumhaften, schweren oder wunderschönen, leichten Kapiteln.

Am Ende möchte ich mich Sandra Hüller anschließen. Ich habe Vito kennengelernt und um in einem Bild zu bleiben, Haut um Haut wie bei einer Zwiebel von ihm abfallen sehen, bis es nichts mehr von ihm zu verstecken gab.
Profile Image for Heiko.
181 reviews3 followers
December 15, 2024
Meh.

"Super einsam" ist ein relativ schnelles Lesevergnügen, das sehr sehr viel Potential hat, es aber irgendwie nicht richtig ausschöpft. Es fühlte sich an, als hätte ich alles schonmal irgendwie irgendwo gelesen. Ein bisschen Allegro Pastell hier, ein bisschen (sehr viel?!) Faserland da, ach, und dann noch ein bisschen Identitätskrise und Verstand verlieren wie schon bei American Psycho.

Klar, Popliteratur ist jetzt nicht super divers, aber mir fehlte einfach das gewisse etwas, das mich da noch in einem halben Jahr dran denken lässt.

"Super einsam" fühlt sich wie ein Fiebertraum an, den mensch während der Achterbahnfahrt der Gefühle hat. Die lesende Person weiß eigentlich nie genau, was real ist. Das macht die Story auf der einen Seite super spannend - leider wurde es so oft eingesetzt, das es auch schnell ermüdend und langweilig wurde. Themen wie Einsamkeit, Verlust und Familientrauma wurden meiner Meinung nach sehr einschlägig thematisiert. Wer auch immer das Buch als "Queer" getagged hat: We need to have a talk. Ja, der Hauptcharakter hat hin und wieder ein paar Gedanken darüber, ob er bisexuell sein könnte - aber grundsätzlich ist das Buch WEIT davon entfernt, diesen Tag verdient zu haben. Dafür war es dann doch zu halbgar und heterosexuell / heteronormativ (was der Main Character glücklicherweise auch selbst einsieht).

Fazit: Kannste machen, musst du aber nicht. Ist nett, am Anfang schön weird, dann aber doch recht zäh.

Ich würde Anton Weils Buch zustäzlich nicht unbedingt als "Irrfahrt durch die Psyche einer ganzen Generation" bezeichnen, aber ich kann auch nicht leugnen, dass wir alle Persönlichkeitsstörungen haben, uns mal umbringen wollten und queer sind. Daher doch recht nah an der Generation dran <3
2 reviews1 follower
December 29, 2024
Was für ein Buch! Unvorhersehbar, eigen, originell, absurd aber so real, verzerrt und so greifbar, rauschhaft und lebendig, unglaublich tolle Vorstellungskraft und toller Unterhaltungsfaktor! Ich habe neues gefühlt, während ich gelesen habe und neue Gehirnzellen aktiviert. Liebe geht raus an Vito! Kuss!
Profile Image for Sascha.
6 reviews1 follower
May 12, 2025
Ende hat mich verwirrt aber sonst mega gut!
Profile Image for Floriana.
4 reviews
September 7, 2025
Hui, was ein Ritt. Ich habe dieses Buch jetzt als erstes seit langem wirklich in Rekordzeit verschlungen. Und ich weiß gar nicht richtig was ich dazu sagen kann.

So unverständlich und bizarr wie einige Passagen wirken mögen, an vielen Stellen holt einen Vitos Geschichte doch wieder viel zu sehr ab. Eine super emotionale Geschichte, die sowohl verwirrt aber auch eine krasse Tiefe hat, die man dann doch wieder sehr nachvollziehen kann. Im Grunde sehnt sich Vito doch nur nach dem was alle irgendwie wollen. Akzeptanz, Zugehörigkeit und einfach eine Umarmung in die man fallen kann, um alle seine Sorgen zu vergessen um alles wieder „heile“ zu machen. Vor allem seine direkten Fragen und Rufe nach „Mama“ oder „Papa“ haben mich doch sehr berührt und oft Tränen in die Augen getrieben. Ich wünschte ich könnte seine Welt irgendwie ein wenig besser machen und ihn in den Arm nehmen, für ihn da sein.

Ich werde definitiv noch eine Weile brauchen um über das Buch nachzudenken, hoffentlich bin ich damit durch bis ich Anton Weil auch demnächst bei seinem Buchevent dazu in Mannheim sehen werde. Ich bin so so gespannt, was alles dazu besprochen wird.
Profile Image for Martje.
48 reviews
April 3, 2025
Das war wild. Ein überforderter, einsamer Mittzwanziger als unzuverlässiger Erzähler und das wie Gedankenströme Geschriebene haben mich anfangs neugierig gemacht, haben es einfach gemacht weiterzulesen. Leider bleibt es so, es passiert nichts wirklich und ich wusste irgendwann nicht mehr, was real ist und was nicht. Und auch die Fantasien haben zu wenig in mir resoniert oder ausgelöst, dass ich aus dem Ganzen jetzt mit irgendwas rausgehen könnte.
Profile Image for Jasmin .
1 review
September 4, 2025
Ich wurde in den Bann gezogen von den sehr wirren aber gleichzeitig so ehrlichen Gedanken Vitos. Das Ende hat mir nicht so gut gefallen, zu schnell im wahrsten Sinne des Wortes, zu doll, aber eigentlich doch sehr passend zum Rest.
Profile Image for Mavi.
32 reviews1 follower
May 4, 2025
Ja, Vito kommt nicht klar. Er kann schwer loslassen und hortet seine Emotionen bis zur Selbstaufgabe. Als struggling Schauspieler mitten in Kreuzberg zu leben macht's natürlich nicht einfacher für ihn, zur Ruhe zu kommen. Vitos Außenwelt besteht aus Kneipen, langen ICE-Fahrten und Kindheitserinnerungen an französische Campingplätze nahe dem Meer. Und das mit dem queer sein wird dann doch eher nichts weil hetero-priviledge, irgendwie verständlich. Der übrige Plot ist hauchdünn. Ich respektiere die Auseinandersetzung rund um die Beziehungsdynamik zu Vitos kühlem Vater und der an Krebs gestorbenen Mutter. Der Drehbuch-Vibe ist stilistisch ganz ok. Anton Weil ist selbst Schauspieler, Super einsam ist sein Debüt. Fun Fact: Gibt zwei title drops.

Der Roman ist zwar gegenwartsbezogen erzählt, fügt aber kein neues Kommentar zum Lonely-Berlin-Lifestyle hinzu. Anfänglich prosaisch erzählt driften Vitos Erlebnissen immer mehr ins Surreale ab. Fazit: Das Tom Schilling Ding hat genervt, die Kombi ist mäßig gelungen. Auch die Story hat mich nicht wirklich interessiert. Letztes Jahr habe ich "Dürrst" von Simon Froehling gelesen. Viel düsterer, kriegt aber das Surreale im Erleben des Protagonisten richtig gut auf die Reihe. Würde ich also stattdessen empfehlen, sorry.
Profile Image for Mario.
31 reviews6 followers
November 22, 2025
Was soll das: "Psyche einer ganzen Generation"? Und trotzdem war ich positiv eingestellt - und um so größer enttäuscht (vielleicht auch, weil es das dritte Buch infolge war, von dem ich mir mehr erhofft hatte). Einzig "wilde Irrfahrt" ist eine treffende Beschreibung aus Titel und Untertitel.

Was bleibt, nach der Enttäuschung, die aus der Kluft zwischen Umschlag und Inhalt entsprang? Ich folge Vito, und es tut weh, ihm zu folgen. Es geht mir nah. Und das ist dann doch etwas, was mich im Laufe der Lektüre mitzieht, mit in den Abgrund, in diese hyperaktive Einsamkeit, deren Tagträume sie um so schmerzhafter machen, die immer tiefer führt, die einem Menschen dabei zusieht, wie er sich entblättert, und dann müsste irgendwann der Kern kommen, das Artischockenherz, aber da kommt nur noch eine weitere Schicht. Das ist gut.

Vielleicht wären es dann doch 4 Sterne, statt 2. Die goldene Mitte? Ich werde nochmal drüber nachdenken müssen.
Profile Image for Steve.
134 reviews1 follower
May 4, 2025
Das Buch fing gut an und hat einige schöne Stellen, doch in seiner Gänze funktioniert es für mich überhaupt nicht. Die Balance zwischen Realität, Traum und Wahnsinn gelingt gar nicht und man ist den Erzähler Vito am Ende einfach nur noch leid.
Profile Image for Yamuna.
1 review
August 18, 2025
Ich hab mich in diesem Buch selber (wieder) gefunden. Als ich die letzte Seite zugeschlagen hab, hab ich nochmal aus vollem Herzen geweint. Vielleicht aus Trauer, Wut, Verzweiflung oder Hoffnung? Aber auf jeden Fall aus dem Gefühl nicht allein zu sein. Und vielleicht auch, weil dieses Buch zu Ende ist und ich Vito jetzt verlassen muss.
Fantastisches Buch, dass vielleicht nicht alle verstehen werden. Und vielleicht ist das auch gut so ;)
1 review
March 5, 2025
Ich habe das Buch schnell gelesen und es fühlt sich an wie ein Fiebertraum, man weiß nie recht was Realistät ist und was nur in Vitos Vorstellungen passiert.
Das Buch ist teilweise auch witzig und Vitos Gefühle räsonieren in mir
Profile Image for Matilda.
7 reviews
June 27, 2025
weiß-männliche berlin psychose in a book 😮‍💨
Profile Image for J3TT3.
49 reviews
December 10, 2025
What a book. The writing was like nothing I’ve read before. So uncensored, so real. It felt like I was in the authors head, experiencing his thoughts rather than being told about things. Truly amazing! The one thing I do have to mention is the open ending. I don’t particularly like open endings. Ansonsten sehr cool.
Profile Image for Michail Weiss.
2 reviews
March 26, 2025
Ich hab ein bisschen gebraucht um mich an die chaotische Aneinanderreihung von Gedanken und Gefühlen zu gewöhnen könnte genau diese dann am Ende aber doch gut nachempfinden, weil sie der meinen sehr ähnelt.

Teilweise gibt es schleppende Sequenzen, aber der Fakt, dass gewisse Passagen nicht klar real oder fiktional sind wurde hervorragend umgesetzt.

Zum Ende wird es sehr schmerzhaft den Protagonisten dabei zu beobachten, wie er sich auf seiner Suche nach Erlösung immer weiter selbst verliert und langsam auf das Chaos zusteuert.
Profile Image for carla!.
8 reviews
October 31, 2025
ich fand die idee gut, aber es wurde mir dann irgendwann doch zu wirr und ich wusste absolut nicht mehr, was abgeht oder was genau der punkt ist… naja, vielleicht war genau das der punkt?
1 review
November 16, 2024
Anton Weil's writing of unrequited love, family loss, financial and professional struggles is often dark and somber but Weil can be hilarious when he wants to be. The chapters jump from present to past, reality to fantasy but they are easy to distinguish if you read carefully. Each chapter is a stand-alone gem.

It is safe to say that this is a lightly veiled memoir as the scenes are vivid and specific. (Philippe Besson's did something similar with "Lie with me" or "Arrete avec tes mensonges") Both novels leave the reader feeling devastated and catastrophically alone. However, it is not all gloomy as Vito has a clear understanding of what he wants from life: professional success, a stable loving family and a son on which to bestow love, companionship and security that was missing in his early life.

The detailed depictions of recent and present day life in Kreuzberg are reminiscent of Stephen Crane's description of urban Manhattan that he inhabited in the 1890's: gritty, congested, cold and impoverished yet socially lively and rich. Crane provides this depiction in "The Third Violet," another lightly veiled memoir. I love both The Third Violet and Super Einsam for similar reasons.

Not surprisingly, the themes in Super Einsam are also found in Weil's music. Anton, you have a lot to get off your chest and share with the world. Thank you and keep going!

Finally: this novel needs to be also published in English.
Profile Image for Martina Weiss.
486 reviews5 followers
February 24, 2025
Das war ja mal eine wirklich sehr spezielle und einfach andere Lektüre.
Da wäre zum einen der Schreibstil, den ich gar nicht so richtig benennen kann: sehr emotional aber stellenweise enorm witzig.
Wir befinden uns permanent im Gedankenkarussell des Protagonisten Vito, ein knapp 30 jähriger Berliner
der mit allem in seinem Leben hadert: kein richtiger Job, Trennung hinter sich, kein Zugang zum Vater, Mutter während seiner Teenager Zeit verstorben, seine Sexualität.
Ungefiltert folgen wir seinen Gedankenschnipseln, seinem Kopfkino… und wissen bald nicht mehr: Was ist Tagtraum - was ist Realität?
Stellenweise liest sich das Buch wie ein Fiebertraum, wirr und skurril sind seine Fantasien.
Ich musste stellenweise sehr laut lachen, dann aber blitzen seine Probleme an die Oberfläche und machen mich betroffen.
Insgesamt ein ganz großartiges Buch, das aber sicherlich nicht für jeden Geschmack sein dürfte.
Profile Image for Michael Rapp.
59 reviews2 followers
February 16, 2025
Heißdüsterer Fieber(alb)traum. Ein Roman der sich im völlig freien Fall befindet und bei dem Erinnerung, Wunsch, Begehren, Realität und Zeit zu einem ununterscheidbaren Brei zusammengeknetet werden. Atemlos folgen wir Vito der so tief verletzt und desorientiert auf einem Selbstzerstörungstrip mit ungewissem Ausgang ist. Anton Weil lässt uns auch sprachlich in Vitos Gedankenfluss eintauchen und beschreibt schonungslos aus der Innenperspektive eine dysfunktionale Vater-Sohn Beziehung die von gegenseitiger Sprachlosigkeit geprägt ist, unsicheres bisexuelles Verlangen und den verzweifelten Griff nach Sicherheit, Verbindung und Trauer.

Wahrscheinlich ist das Buch ein bisschen eine love-it/hate-it Kiste, ich fands jedenfalls ganz grandios und würde es sehr empfehlen.
Profile Image for Diana (buecher.berge).
150 reviews11 followers
December 11, 2024
Vito treibt durch sein Leben, ein wenig so, als wäre er Zuschauer, Zaungast, und nicht Akteur. Die Dinge passieren ihm, streifen vorbei. Seine Freundin ist weg, auch wenn er sie festhält in der Erinnerung. Aber Vito hält vieles fest in der Erinnerung. Die Sommer am Französischen Meer, vielleicht die beste Zeit seines Lebens. Die Mutter, die er mit 17 an den Krebs verloren hat – ein Verlust, unüberwunden, schmerzhaft, da. Die ihm nur einen Koffer hinterlassen hat, den er mit 25 öffnen darf. Doch was, wenn der Inhalt nicht den Erwartungen verspricht? Wenn er keine großen Antworten bereithält, keine Erlösung, keinen Abschied? Der Vater, zwar körperlich anwesend und auf eine Art bestimmt sein Bestes versuchend, aber eben auch emotional distanziert und irgendwie nicht ganz greifbar. Seine Wohnung in Kreuzberg fühlt sich kalt an und leer und wie ein Leben, das nicht das ist, was hätte sein können und sollen. Vito will raus und hängt doch in seinem Innern fest. Während er den Schein nach außen wahrt und versucht in seinem Job als Sprecher und Schauspieler zu funktionieren, bröckelt die Fassade mit jedem Tag ein klein wenig mehr und offenbart ein brachliegendes seelisches Innenleben zwischen Einsamkeit, Trauer, Liebe, Sexualität, Sinnsuche und anderen großen Fragen des Lebens. Währenddessen reist er zwischen Berlin und Leipzig und Wittenberg. Begegnet Menschen, knüpft fragile Momentbeziehungen, betrinkt sich, begeht Ladendiebstahl, küsst einen Fremden, fragt sich, was aus Mia mit den unfassbar blauen Augen geworden ist, geht verloren und findet sich.

»Super einsam« überrascht durch eine Unmittelbarkeit der Emotionen, der Einsamkeit und des sich verloren Fühlens, an der uns der Autor durch seinen Schreibstil teilhaben und mitfühlen lässt. Durch Gedankensprünge, Zeitsprünge, Gefühle, Erinnertes, Vergessenes, vielleicht Mögliches, der Fantasie Entsprungenes. Passagen der Euphorie und der Möglichkeiten, Passagen der Depression und Sinnlosigkeit. Eine Unzuverlässigkeit des Erzählens par excellence, die mich manchmal richtig in ihren Bann gezogen hat, und wann anders wieder so gar nicht. Es sind daher ambivalente Gefühle, mit denen ich auf »Super einsam« blicke. Ambivalent, weil ich vielleicht nicht alles verstanden habe, das es zu entdecken gegeben hätte. Ambivalent, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich diese Art des Erzählens und Schreibens, dieses nicht-lineare, direkte, auf gewisse Art und Weise essayhafte und formlose Treibenlassen der Gedanken am Ende mochte oder nicht. Früh beim Lesen des Romans habe ich gemerkt, dass dieser Stil nicht meins ist, nichts Gewohntes ist, dass ich da nicht richtig reinkomme, dass mir was fehlt, das sich nicht ganz greifen lässt. Aber es war auch dieses Nichtgreifenkönnen, das mich dann doch wieder für sich eingenommen hat, war das doch genau das Gefühl, das Vito – und damit mich – durch den Roman getragen hat. Stilistisch interessant, was anderes, teilweise sehr nachfühlbar in der Erzählung, teilweise Welten von mir entfernt. Typsache vermutlich. Eine emotionale Achterbahnfahrt war »Super einsam« allemal, und bleibt mir, ganz Vitos Gedanken folgend, etwas verschwommen und lose im Kopf, wie ein Faden, den ich aufgenommen und dann doch wieder verloren habe. Während ich diese Rezension schreibe, merke ich, dass auch ich etwas verloren gehe. Was hängen blieb: Diese emotionale Distanz zum Vater, die er nur so weit aufbrechen kann, wie sein Vater bereit ist, sich zu öffnen. Dieser innere Zwiespalt, bezogen auf die Akzeptanz der Sexualität. Dieses nicht so genau wissen, wohin mit dem eigenen Leben. Dieser innewohnende Schmerz, der Seiten zerreißt. Gleichzeitig aber auch: zu viel Lost Boy, vielleicht ist mein Blick aber auch ein zu weiblicher, fehlt mir da die Distanz. Eine spannende Frage, die mir dieses Büchlein da mit auf dem Weg gegeben hat. Eine Kunst, das in der Fülle so zu schaffen, und eine Empfehlung für alle, die Lust haben auf dieses Erlebnis, wenn es doch auch nicht so ganz das war, das ich mir erhofft hatte. Für mich weniger Generationsroman der Millennials und mehr das sehr subjektive Erleben eines Einzelnen, jedoch mit dem Potenzial, Projektionsflächen zu schaffen.
Profile Image for Kim.
4 reviews
October 14, 2024
Wow. In einer schlaflosen Nacht zu Ende gelesen. Bin über die Buchkritik "Lesart" im Deutschlandfunk auf den Roman aufmerksam geworden und tief berührt.

Anton Weils Roman „Super einsam“ ist ein außergewöhnliches Debüt, das sowohl literarisch als auch emotional eine große Wucht entfaltet. Der Protagonist Vito nimmt den Leser mit auf eine Reise, die tief unter die Haut geht. Man leidet buchstäblich mit ihm, während er seinen Weg durch eine von Einsamkeit und inneren Kämpfen geprägte Gegenwart sucht.

Der Autor versteht es meisterhaft, „den Sound der Gegenwart“ einzufangen und versteht mich nicht falsch, er weiß sehr wohl zu unterhalten. Ich musste so oft laut lachen nur um dann im nächsten Kapitel wieder Tränen zu weinen. Mit gnadenloser Ehrlichkeit und sprachlicher Präzision geht Weil „an die Urquelle des Schmerzes“ – ein Ansatz, der dem Buch seine wirkliche Tiefe und berührende Kraft verleiht. Elke Schlinsog von Deutschlandfunk Kultur beschreibt es als ein „ganz berührendes Abschiedsbuch“, das in seiner schonungslosen Direktheit und Emotionalität nachhaltig bewegt und ich kann dem nur zustimmen.

Das Buch läuft nicht nach klassischen Mustern ab, es verläuft „völlig verquer“, was es zu einer spannenden, unvorhersehbaren „Achterbahnfahrt“ macht. Schlinsog bezeichnet es als „ordentlichen Ritt für ein Debüt“, was die Dynamik und Energie des Romans sehr passend unterstreicht.

Anton Weil verzichtet bewusst auf starre Labels, was dem Roman eine erfrischende Offenheit verleiht. Statt plakativer Zuschreibungen lässt er den Protagonisten und andere Figuren ihre sexuelle Identität auf eigene Weise entdecken und erleben. Besonders hervorzuheben ist, dass bei einigen Figuren die Geschlechterzuschreibung komplett ausgeklammert wird – ein erzählerischer Kniff, der den Raum für vielfältige Interpretationen öffnet und ein flexibles Verständnis von Identität fördert.„Super einsam“ gelingt es damit, queere Themen auf eine subtile und natürliche Weise in die Handlung einzuflechten, ohne sie plakativ in den Vordergrund zu rücken. Der Fokus liegt stets auf der authentischen Suche nach dem eigenen Selbst, ohne dass dabei plakativ auf Trendthemen oder Stereotype zurückgegriffen wird..

Dieses Werk ist eine gelungene Mischung aus literarischer Tiefe, emotionaler Offenheit und thematischer Aktualität – ein beeindruckendes Debüt, das auf jeden Fall zu empfehlen ist!
1 review
August 28, 2024
Ist das jetzt diese "kritische Männlichkeit"? Ist aber ziemlich viel „klassische Männlichkeit“ drin. Viel mimimi und ich-ich-ich: An der eigenen Einsamkeit schuld ist nicht der selbstmitleidige Protagonist Vito, der denkt, die Welt schulde ihm alles, sondern immer die anderen. Nicht wirklich was neues. Im Gegensatz zu absichtlich unsympathischen Erzählern wie in Faserland wird das Buch aber nicht als satirischer Gesellschaftskommentar, sondern als ernstgemeint und autofiktional vermarktet? Keine Tiefe, erratisches, unzusammenhängendes Geplauder, stilistisch wahllos, "Vito" redet so viel und sagt so wenig, alle anderen Charaktere, vor allem die Frauen, sind zweidimensional, Statist:innen, durch den Blick des Male Gaze erzählt. Da ist keine kritische Männlichkeit, da ist kein Feminismus. Man hat das Gefühl, er reißt Themen wie sexuelle Orientierung, Kapitalismus, Gentrifizierung, Depression und Sexualität einfach an, weil sie gerade gut ankommen, schmückt sich damit, aber liefert keinerlei Mehrwert, worauf bei mir der Verdacht auf Queerbaiting oder Wokebaiting aufkommt. Die Themen werden abgegriffen, aber aus Gier, nicht aus ernsthaftem Interesse, die über den eigenen Selbstzweck, "auch eine Diskriminierung haben zu wollen" hinausgehen. Darüber hinaus spielt das Buch mit dem abgegriffensten aller erzählerischen Tricks: "Alles nur geträumt". Aber auch die Unzuverlässigkeit des Erzählers kann nicht verwischen, dass Super einsam einfach schlecht geschrieben ist. Kann das Buch nicht empfehlen. Es führt ins Leere. Ein wenig Handlung hätte auch gut getan.

Danke an NetGalley für die Möglichkeit, vorab zu lesen
Displaying 1 - 30 of 56 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.