Hach ja, der Osten. In meiner Brust schlagen Ostdeutschland betreffend seit jeher zwei Herzen: Eines, das sich wünscht, es wäre endlich mal Schluss mit diesen oft herablassenden Diskussionen über Ost und West, und ein anderes, welches sich eben seltsam verbunden fühlt mit dem, was ich eigentlich gar nicht mehr erlebt haben sollte, und was mir trotzdem seltsam tief in den Knochen steckt.
Was ist denn eigentlich „Ostdeutschland“ für all diejeigen, die die deutsche Teilung entweder nicht mehr oder nur in jüngster Kindheit miterlebt haben? Irgendwie ist da was, aber was ist es?
Annekathrin Kohout und Philipp Baumgarten haben in ihrem Buch „Ostflimmern“ eine, wie ich finde, wunderbar nuancierte Antwort gefunden. Mit Beiträgen verschiedener, ostdeutscher Autor*innen und Fotos, die die Stadtlandschaften, in denen „Wende-Millennials mit DDR-Hintergrund“ (Zitat) aufgewachsen sind, pointiert einfangen, entsteht hier ein Bild, das ins Schwarze trifft.
Wirklich mal. Herumgetragen habe ich dieses Buch, mit in die Kneipe zu meinen Freundinnen genommen, meinen Freundinnen aus Sachsen, aus Brandenburg, und wir alle haben uns sofort wiedergefunden, sind auf einen abendfüllenden Schatz an Anekdoten gestoßen und auf ein seltsames Heimatgefühl, welches sich sonst schwer artikulieren lässt.