Jump to ratings and reviews
Rate this book

Marmorkuss

Rate this book
Jarno, ein rastloser Underdog, küsst ein Dornröschen aus dem letzten Jahrhundert wach - und wird mit ihr in einen Strudel aus Liebe und Gefahr gezogen. Ein berührender Roman mit zwei Liebenden aus verschiedenen Zeiten, meisterhaft erzählt.

Er war ihr in einer alten, mit Rosen überwucherten Villa begegnet - der geheimnisvollen Figur aus weißem Marmor. Und Jarno hatte sich tatsächlich beim Fotografieren der steinernen Schönheit ein bisschen in sie verliebt. Wie verwirrt ist er nun, als nach seinem schüchternen Kuss eine lebendige junge Frau vor ihm steht, die weder elektrisches Licht noch zerrissene Jeans kennt und offenbar hundert Jahre geschlafen hat.
Es beginnt eine märchenhafte Liebesgeschichte und gleichzeitig ein Spiel auf Leben und Tod. Denn Jarno ist kein Prinz - im wirklichen Leben steckt er tief in einem Sumpf aus Verbrechen ...

In ihrem unvergleichlichen Stil, poetisch und rau zugleich, verwebt Jennifer Benkau, u. a. Autorin von "Himmelsfern", "Dark Canopy" und "Dark Destiny", romantische Fantasy mit einer toughen Thrillerhandlung und erschafft mit dem emanzipierten Dornröschen und ihrem strauchelnden Prinzen ein überaus authentisches Liebespaar.

432 pages, Hardcover

First published October 1, 2014

3 people are currently reading
172 people want to read

About the author

Jennifer Benkau

45 books147 followers
Jennifer Benkau wurde 1980 in Solingen geboren, wo sie heute mit einem Ehemann, drei Kindern und zwei Katzen lebt.
Benkau schreibt Bücher, weil es ihr ein Bedürfnis ist, Geschichten zu erzählen, sie aber beim Reden stottert. Zum Schreiben braucht sie Wind, laute Musik, Schokolade, Kiwis und Kaffee; aus dieser Mixtur entstehen paranormale Liebesromane, die der Autorin als Ausgleich dienen.
Ihr Debütroman, "Nybbas Träume", erschien im Juni 2010.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
21 (16%)
4 stars
38 (29%)
3 stars
51 (40%)
2 stars
14 (11%)
1 star
3 (2%)
Displaying 1 - 24 of 24 reviews
Profile Image for Dana.
282 reviews25 followers
August 25, 2019
Zwischen den Buchdeckeln verbirgt sich eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mit einer originellen Idee: Dornröschen, versetzt in die heutige Zeit. Und obwohl die Liebesgeschichte selbst unglaublich süß und herzerwärmend ist, hat sie auch dunkle Seiten, die Spannung aufbauen.

Jarno ist kein Prinz. Seitdem er arbeitslos geworden ist, jagt er dem Traum nach, Fotograf zu werden - bisher erfolglos. Also hält er sich mit einem Job als Pizzalieferant über Wasser, raucht zu viel und lebt in einer Wohnung gemeinsam mit Seval, die mir auf Anhieb sympathisch war. Sie studiert Politikwissenschaft mit dem Traum, die Frauenrechte in dem Land ihrer Großeltern, der Türkei, verbessern.
Und auch Klara hat einen Traum: Sie will Lehrerin werden. Dafür fleht sie sogar ihren Verlobten an, die Verlobung weiter geheim zu halten. Doch dann taucht auf einmal eine merkwürdige Frau auf, die sie beobachtet ...

Was die Charaktere alle gemeinsam haben, ist, dass sie sehr vielschichtig und lebensecht sind. Jarno, der sein Leben nicht wirklich auf die Reihe kriegt, sich mit seiner Mutter zerstritten hat und dem seine Geschwister am Herzen liegen. Dadurch, dass Fotografie sein Lebenszentrum ist, spielt sie auch in der Geschichte eine wesentliche Rolle. Und so kommen trotz seiner leicht rauen Gewohnheiten auch seine weichen Seiten zum Vorschein, die ihn liebenswert machen.
Aber das gilt auch für die Nebencharaktere, wie Jarnos besten Freund Ben, der zwar nach außen hin bedrohlich wirken mag, aber im Inneren loyal und irgendwie fast niedlich ist.
Und auch Klara war mir sehr sympathisch. Sie ist beeindruckt von den Frauenrechtlerinnen und ahmt ihnen insgeheim nach. Als sie in unserer Zeit landet, gelingt es ihr schnell, sich anzupassen, auch wenn ihr einiges befremdlich erscheint. Sie ist relativ selbstbewusst, weiß sich zu behaupten und handelt entschlossen.

Der Erzählstil ist ebenfalls sehr ungewöhnlich. Im ersten Teil erzählen abwechselnd Klara und Jaron, die beiden Stränge aus den unterschiedlichen Zeiten werden dadurch verbunden, dass der letzte Satz des vorherigen Abschnittes erst im nächsten Abschnitt aus der Sicht des anderen beendet wird. Allein dafür, dass es der Autorin gelingt, diese Bruchteile immer in einen passenden Kontext zu bringen und ihnen einen teils auch anderen Sinn zu verleihen, hat sie meinen Respekt.
In den anderen drei Teilen verzichtet sie dann auf diese Form, stattdessen kommen nun auch kurze Abschnitte aus der Sicht der Antagonistin hinzu, die die Spannung so nochmal erhöhen. Der Schreibstil lässt sich allgemein flüssig lesen.

Fazit: Herzerwärmende Liebesgeschichte mit außergewöhnlicher Idee und dunklen Seiten - gelungene Märchenadaption mit vielschichtigen Charakteren!
Profile Image for Nadjab.
2,222 reviews
February 22, 2015
Erste Sätze
Pisseflecken an grauer Betonwand. Eine umgeworfene Bierflasche; ihr auslaufender Inhalt mischt sich mit Schneetau, der aus dem Profil von Springerstiefeln rinn.


Klappentext
Jarno, ein rastloser Underdog, küsst ein Dornröschen aus dem letzten Jahrhundert wach – und wird mit ihr in einen Strudel aus Liebe und Gefahr gezogen. Ein berührender Roman mit zwei Liebenden aus verschiedenen Zeiten, meisterhaft erzählt. Er war ihr in einer alten, mit Rosen überwucherten Villa begegnet – der geheimnisvollen Figur aus weißem Marmor. Und Jarno hatte sich tatsächlich beim Fotografieren der steinernen Schönheit ein bisschen in sie verliebt. Wie verwirrt ist er nun, als nach seinem schüchternen Kuss eine lebendige junge Frau vor ihm steht, die weder elektrisches Licht noch zerrissene Jeans kennt und offenbar hundert Jahre geschlafen hat. Es beginnt eine märchenhafte Liebesgeschichte und gleichzeitig ein Spiel auf Leben und Tod. Denn Jarno ist kein Prinz – im wirklichen Leben steckt er tief in einem Sumpf aus Verbrechen...


Meine Meinung
Das Buch ist hauptsächlich aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben. Im ersten und letzten Teil des Buches wird abschnittsweise aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei wird immer nur aus der Sicht der beiden Protagonisten Klara und Jarno erzählt.
Klara ist das Dornröschen in diesem Buch. Sie lebt Anfang des 20. Jahrhunderts und will Lehrerin. Frauen dürfen damals entweder Lehrerin werden oder heiraten. Beides ist ihnen nicht erlaubt. Dabei liebt sie Johan und ist heimlich mit ihm verlobt. Doch sie hat ein dunkles Geheimnis, das nur wenige kennen und das eine Frau ausnutzen will.
Jarno ist ein Träumer. Er ist ein junger Mann, der einen großen Traum hat: Er will Fotograf werden und eine Lehre anfangen. Doch in der Stadt, in der er lebt, ist das kaum möglich. Hier hat sich die Welt schon aufgegeben. Er ist arm, süchtig nach Zigaretten und hat ein großes Herz. Er liebt seine jüngeren Geschwister und seine Eltern, obwohl diese viele Probleme haben.

Die Autorin zeichnet ein trostloses Abbild einer Stadt und der heutigen Zeit. Geprägt von Kriminalität, Armut und Bettlertum ist viele Hoffnung in der Stadt begraben. Diese negative Grundstimmung wird auch vom Protagonisten verbreitet. Er ist ein Perfektionist und auf der Suche nach dem richtigen Motiv, doch irgendwie scheint er es nicht zu finden. Dabei wäre es so wichtig für seinen Traum. Er scheint nicht voranzukommen, doch als sich anfängt sein Leben zu ändern, trifft er Entscheidungen und entwickelt sich weiter. Das ist schön mit anzusehen, ebenso wie die Entwicklung von Klara. Ich konnte mich gut in beide Protagonisten hineinversetzen und ihre Handlungen waren nachvollziehbar.
Die Geschichte ist ein wenig düster, ein wenig hoffnungsvoll, spannend, dramatisch und emotional. Sie entwickelt sich mit den Charakteren weiter und es gibt einige unerwartete Wendungen und Entwicklungen mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Ein wenig actionreich wird es zwischendurch auch.


Bewertung
Ein sehr düsteres, deprimierendes Buch, das aber ein wenig Hoffnung auf die guten Dinge im Leben bringt, die einem passieren können. Ich gebe dem Buch insgesamt

4 von 5 Würmchen
Profile Image for Jan (lost pages).
291 reviews62 followers
January 17, 2015
Inhalt:
Manchmal werden Märchen dann doch wahr ...

Als Jarno in einem alten Haus ein hübsches Mädchen aus Marmor küsst, wird die Figur plötzlich zu Fleisch und Blut. Klara kommt aus einer anderen Zeit und wurde von einer bösen Zauberin verhext. Jarno, total verwirrt, nimmt sich dem überforderten Mädchen an und ist gleichzeitig von ihrer Schönheit betört. Nichts ahnend, dass Klaras "Wiederbelebung" nicht unbemerkt geblieben ist, zeigt Jarno ihr seine Welt, die für Klara mehr als ungewohnt ist - immerhin hat sie über 100 Jahre lang "geschlafen".


Meinung:
Jennifer Benkau ist für mich kein ungeschriebenes Blatt. Ihre dystopische Dilogie hat mir gefallen, wobei ich aber auch nicht dermaßen umgehauen wurde. Daher war ich gespannt, wie mir nun ihr "Marmorkuss" gefallen wird. Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich zwiegespalten bin. Während mir die zweite Hälfte des Buches gut gefallen hat, war ich zu Beginn überhaupt nicht begeistert.

Was mir direkt einen Dämpfer verpasst hat, war der Aufbau der Erzählweise. Marmorkuss wird aus der Sicht von Jarno und Klara erzählt, was an sich ja überhaupt nicht ungewöhnlich ist, aber die Autorin hat beide Sichten immer direkt ineinander laufen lassen. So ändet zum Beispiel Jarnos Erzählstimme mitten im Satz und dieser wird dann direkt mit Klaras Stimme weitergeführt. Sehr ungewöhnlich und mir hat das leider gar nicht zugesagt, weil das meinen Lesefluss jedes Mal unterbrochen hat. So hat sich das Lesen sehr abgehakt angefühlt. Zum Glück ändert sich dieser Stil ab der Hälfte, wenn Jarno und Klara endlich aufeinandertreffen. Die Zeit bis dahin war mir eindeutig zu lang. Klar, die Autorin lässt beiden Figuren genügend Raum, sich vorzustellen, aber in Verbindung mit dem abgehakten Lesefluss, war mir das zu zäh.

Dabei haben mir Klara und Jarno als Protagonisten ziemlich gut gefallen. Beide besitzen gelungene Persönlichkeiten und besonders in der zweiten Hälfte merkt man, wie gut die Zwei zusammenpassen. Nach dieser Hürde spürt man die Verbindung der beiden und die Gefühle kommen auch beim Leser an. Elise als böse Hexe und Antagonistin ist anfänglich nur wenig auf Rampenlicht aus, was ich gar nicht mal so schlecht fand. Durch die immer nur kleinen "Einspieler" ihrer Sicht bekommt man ihre Boshaftigkeit mit, und als sie dann endgültig ihren Auftritt am Ende bekommt, wirkt das schon sehr imposant.

Dadurch steigert sich natürlich auch die Spannung zum Ende hin und mir hat die letzte Hälfte des Buches echt gut gefallen. Auch der Ausgang lässt mich absolut zufrieden zurück und kann beinahe über die katastrophale erste Hälfte hinwegtrösten. Aber eben nur beinahe.

Fazit:
"Marmorkuss" lässt mich sehr zwiegespalten zurück. Nach der ersten Hälfte hätte ich das Buch am liebsten abgebrochen, so schlecht bin ich mit der Erzählweise zurechtgekommen, die mir das Lesen nicht einfach gemacht hat und die Handlung zäher erscheinen lassen hat, als sie wahrscheinlich ist. Doch meine Ausdauer wurde mit einem viel besseren zweiten Abschnitt des Buches belohnt, in dem Benkau zeigt, was sie kann - schöne, spannende Geschichten schreiben!
Profile Image for Favola.
405 reviews115 followers
April 2, 2015
Märchenadaptionen sind ja schwer in Mode, doch Jennifer Benkaus modernes Dornröschen hebt sich definitiv von der breiten Masse ab.
Ich muss jedoch zugeben, dass sie es mir nicht ganz einfach gemacht hat, in "Marmorkuss" Tritt zu fassen, denn es ist eine recht komplexe Märchenadaption. Die Geschichte enthält zwei Handlungsstränge. Im Jetzt begleiten wir Jarno (Präteritum & personaler Erzählstil), der mit seiner Canon auf der Jagd nach dem perfekten Foto ist, damit er eine Ausbildung zum Fotografen machen kann. In der Vergangenheit erleben wir Klaras Geschichte (Präsens und ich-Perspektive), die sich für Frauenrechte einsetzt, die Ausbildung zur Lehrerin absolviert und gerne Hosen tragen würde.
Die einzelnen Abschnitte in den verschiedenen Zeiten sind meistens sehr kurz, was es mir anfangs erschwerte, richtig reinzukommen. Die Übergänge zwischen den Handlungssträngen sind jedoch richtig gut gemacht. Ein Satz, der zu beiden passt, wird wie als Brücke genutzt.
Da merkt man wieder, dass die Autorin einfach ihr Handwerk versteht, tolle Ideen und einen brillanten Schreibstil auszuweisen hat.

Doch "Marmorkuss" ist weit mehr als 'nur' eine Märchenadaption. Jennifer Benkau arbeitet hier nicht nur die Grundidee der Gebrüder Grimm auf, nein, sie bietet dem Leser zudem auch noch eine Art von Zeitreisegeschichte. Wenn man Klaras Passagen liest, wird einem schnell klar, dass sie in einer früheren Zeit lebt, denn die Regeln der Gesellschaft und auch ihr Erzählstil sind sehr 'altmodisch' und zeigen einen tollen Gegensatz zu Jarnos Sequenzen auf. Durch Klara lernen wir einiges aus der Zeit vor 111 Jahren und vor allem muss die Protagonistin erleben, wie viel sich in dieser Zeit alles verändert hat, was ab und zu sehr amüsant ist.

Jarno hat sich selber so im Sumpf der bösen Machenschaften verstrickt, dass er unmöglich der Märchenprinz sein kann. Oder brauchen Prinzen heute keine schimmernde Rüstung und keinen Schimmel mehr?
"Marmorkuss" ist definitiv eine sehr realistische Märchenadaption, das uns aber nicht dieses typische schwarz-weiss aufzeigt, sondern sehr viele Graunuancen. Und trotzdem bringt die Autorin gekonnt einig klassische Märchenelemente unter, die Farbe und Magie ins Spiel bringen.

Im zweiten Teil werden die Fäden langsam zusammengezogen und wir durchleben mit Klara und Jarno einen eher ruhigen Abschnitt, bevor die Autorin nochmals aufs Gas tritt und einen astreinen Zielspurt hinlegt. Ob uns Jennifer Benkau bei einem 'Märchen' ein Happy End gönnt? Das wird hier nicht verraten.

Fazit:
Wer einen Ritter in schimmernder Rüstung und auf einem Schimmel sucht ist bei Jennifer Benkau an der falschen Adresse.
Doch wenn man erst einige Dornenranken durchbrochen hat, gibt "Marmorkuss" einem vieles: eine moderne Dornröschen-Adaption mit klassischen Märchenelementen, einer Zeitreisegeschichte mit viel Atmosphäre und einem Schuss Romantik und vor allem hohe Schreibkunst.
Profile Image for Moira.
219 reviews
May 1, 2020
Achtung:

Dies ist meine persönliche Meinung. Meine Meinung wurde nicht gefälscht. Alles was ich schreibe kommt von mir. Falls Du das Buch lesen möchtest, bitte ich dich, bei den Buchhandlungen deines Vertrauens oder bei den kleineren zu kaufen. Sie brauchen unsere Unterstützung. Dieses Buch habe ich auf Youtube im Gelesene Bücher Februar2019 vorgestellt. Schaut gerne darin vorbei. Freue mich auf Euren Besuch

So wie der Klappentext klingt, klang das für mich wie eine Märchen Geschichte und hatte mich deswegen schon sehr neugierig gemacht. ich möchte nicht spoilern, deswegen sag ich gar nichts. Wenn ihr aber den Klappentext liest und dazu, wie ich die Protagonisten fand, könnt ihr euch vorstellen, wie die Handlung verlaufen wird. .In den ersten hundert Seiten hat die Geschichte braucht um in Ganz gebracht zu werden, aber danach wurde es immer heftiger und spannender.

Das Buchcover ist mega schön gemacht. Es erinnert mich ein bisschen an Schneewittchen oder Rapunzel und ist ein Augengucker. Wie gut, das dieses Buch dann auf meine Wunschliste gelandet ist.

Der eine Schreibstil ist in der Ich-Form, die andere aus der Sicht der Person, das hat die Geschichte sehr spannend gemacht.

Es gibt zwei Perspektiven. Eine Er Sicht, er heißt Jarno und möchte Fotograf werden, aber hasst Ungerechtigkeiten. Erst als er die Chance hatte, stellt sich heraus das die andere Person schwarz arbeitetet und ihn damit sein Leben provoziert und erpresst. Ich an Jarnos Stelle hätte sofort gehandelt und wäre sofort zu Polizei gegangen, nach allem was diese Typen ihn angerichtet hatten.

Die zweite Perspektive ist die Klara, die aus einem anderen Jahrhundert kommt und eigentlich verlobt ist und niemand weiß. Sie wird von einer bösen Hexe verfolgt und wacht 100 Jahre später durch einen Kuss auf. Die böse Hexe möchte durch Klara jünger werden und von der bösen Hexe erfährt man nicht viel, nur das sie immer da ist, wo Klara ist.
Profile Image for Leselurch.
231 reviews23 followers
April 6, 2015
*Worum geht's?*
Jarnos größter Traum ist es, Fotograf zu werden. Bisher sind seine Fotos allerdings nichts als eine brotlose Kunst. Um das zu ändern und aus seiner Leidenschaft endlich einen Beruf zu machen, möchte er an einem Wettbewerb teilnehmen, bei dem Jarno einen Ausbildungsplatz als Fotograf gewinnen kann. Das Thema: Sehnsucht nach Wärme. In einer alten, verkommenen Villa findet Jarno das perfekte Motiv: ein wunderschönes Marmormädchen, in das er sich beinahe ein bisschen verliebt. Als es durch einen kleinen Unfall zu einem Kuss zwischen den beiden kommt, geschieht jedoch das Unfassbare. Das Marmormädchen ist verschwunden. Stattdessen taucht eine junge Frau auf, lebendig und aus Fleisch und Blut, die der Statue zum Verwechseln ähnlich sieht. Ihr Name ist Klara. Wie Jarno hat sie einen großen Traum. Und sie hat 111 Jahre geschlafen.

*Meine Meinung:*
Mit Märchenadaptionen kriegt man mich immer – und wenn sie dann sogar noch von einer so talentierten Autorin wie Jennifer Benkau geschrieben wurde, dann muss die Geschichte einfach großartig sein! In „Marmorkuss“ nimmt sich die deutsche Autorin dem Märchen von „Dornröschen“ an und versetzt es in die heutige Zeit. Im Jahre 2014 findet das Geschehen statt, in welchem der rastlose Jarno auf der Suche nach dem perfekten Foto ein wunderschönes Marmormädchen findet, hinter dem natürlich viel mehr als eine kalte Statue steckt. Jennifer Benkau hat sich aus dem klassischen „Dornröschen“ nur wenige, wenn auch prägnante Elemente für ihre Geschichte übernommen und eine Adaption geschrieben, die mit einer Prise Magie und viel Authentizität begeistert.

Jennifer Benkau spielt in „Marmorkuss“ mit ganz unterschiedlichen Perspektiven. Sie switcht nicht einfach bloß zwischen ihren Protagonisten Jarno und Klara hin und her, sondern tut dies auf eine ganz besondere Art und Weise, die mir so tatsächlich noch nie begegnet ist: Im ersten Teil der Geschichte, in dem Jarno im Jetzt und Klara in der Vergangenheit vorgestellt werden, beendet die Autorin Szenen des einen Charakters mit offenen Satzanfängen, die der jeweils andere zu Beginn seines Auftritts daraufhin zu Ende führt. Auf diese Weise werden Jarnos und Klaras Geschichten miteinander verknüpft, obwohl sie beide noch in ganz unterschiedlichen Zeiten stecken. Eine geniale Idee, die von Anfang an eine fesselnde Atmosphäre erzeugt!

Mit dem zweiten Abschnitt des Romans fällt dieser geschickte Satz- und Szenenwechsel zwar leider aus der Geschichte, aber Jennifer Benkau wäre nicht die geniale Autorin, die sie ist, wenn dies ein erhebliches Loch in die Atmosphäre der Geschichte reißen würde. Mit ihrem großartigen und einzigartigen Schreibstil schafft es die Autorin immer wieder, mich voll und ganz in ihre Geschichten abtauchen und von den verstrickten Handlungssträngen mitreißen zu lassen. „Marmorkuss“ bildet da keine Ausnahme. Auch diesmal habe ich mit wachsender Begeisterung an den Seiten geklebt und mich von der romantisch-realistischen Geschichte verzaubern lassen. Dabei ist „Marmorkuss“ doch irgendwie anders als Benkaus andere Romane. Hier geht es wesentlich ruhiger zu. Trotz der prekären und kriminellen Themen ist die Geschichte von Jarno und Klara sehr zaghaft, beinahe still. Ein etwas anderer Stil, als man ihn von der Autorin gewöhnt ist, für mich aber ein weiterer Beweis für Jennifer Benkaus Talent!

Jarno, der erfolglose, wenn auch begabte Fotograf, ist der männliche Hauptcharakter des Romans. Er hat das Herz am rechten Fleck, aber leider kein Geld, was ihn so manches Mal in schwierige Situationen bringt – und ihn später sogar in gefährliche Machenschaften verwickelt. Er steht im ständigen Konflikt, das Richtige tun zu wollen, aber auch das nötige Kleingeld zu verdienen, um am Monatsende seine Miete zahlen zu können. Seine Leidenschaft, das Fotografieren, ist für Jarno leider eine brotlose Kunst, macht ihn dafür aber zu einem wirklich interessanten Charakter. Mit seinen Ecken und Kanten und seiner Rolle als „etwas anderer Märchenprinz“ hat sich Jarno schnell den Platz als mein persönliches Highlight an „Marmorkuss“ geschnappt.

Klara dagegen, das Dornröschen aus der Vergangenheit, weiß ganz genau, was sie will. Schon für das 19. Jahrhundert, aus dem sie stammt, war sie eine sehr toughe und mutige junge Frau, die sich für ihre Träume einsetzte. Der große Zeitsprung in das Jahr 2014 hat Klara verständlicherweise wieder etwas unsicherer und zurückhaltender werden lassen, aber auch hier ist sie im Großen und Ganzen eine starke und interessante Persönlichkeit. Sie auf ihren Entdeckungstouren durch die neue Zeit zu begleiten ist äußerst amüsant und hat mich oft zum Schmunzeln gebracht! Ihr Verhalten, ihre Art zu sprechen, ihre Fragen – Klara ist einfach herrlich!

So stark die beiden Protagonisten von „Marmorkuss“ sind, so schwach sind allerdings die Nebencharaktere. Bis auf Jarnos Mitbewohnerin Seval gibt es eigentlich kaum eine Figur, die man näher kennenlernen darf. Sei es Jarnos Familie, die mit einigen Problemen zu kämpfen hat, sein bester Freund Ben oder auch die böse Hexe Elise. Vor allem von letzterer habe ich mir doch viel mehr erwartet. Als Antagonistin der Geschichte, als magische Gegenspielerin, hätte ich sie gerne häufiger in Erscheinung treten sehen. Sie ist als Charakter zwar nicht blass – man erfährt sehr wohl, welche Absichten sie verfolgt, welcher Typ Mensch sie ist -, aber recht eintönig und zu „typisch Hexe“. Hier hätte Jennifer Benkau sicherlich noch ein wenig mehr herausholen können.

*Fazit:*
Großartig und genial, wie man es von einem Benkau-Roman erwartet, und doch ganz anders: Mit ihrem neuen Einzelband „Marmorkuss“ hat Jennifer Benkau eine zauberhafte Geschichte geschrieben, in dem sie das klassische „Dornröschen“-Märchen auf moderne und realistische Weise in die heutige Zeit versetzt. Zusammen mit dem erfolglosen Jarno, der so gar nicht dem typischen Prinzen-Klischee entspricht, und dem starken „Dornröschen“ Klara erlebt man ein eigenwilliges Abenteuer voller ruhiger und romantischer Momente in einer gefährlichen Welt. Denn während Jarno tiefer in kriminelle Machenschaften verwickelt ist, als es ihm lieb ist, muss sich auch Klara Gefahren aus ihrer Vergangenheit stellen. „Marmorkuss“ ist stiller als Jennifer Benkaus andere Romane, aber für Fans von Benkaus einzigartigem Stil dennoch ein Muss! Für „Marmorkuss“ von Jennifer Benkau vergebe ich 4 Lurche.
Profile Image for Jenny.
Author 6 books9 followers
January 23, 2022
Vermarktet wird "Marmorkuss" als moderne Dornröschen-Adaption. Mich hat es aber eher an eine Mischung aus Ovids Pygmalion und "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis erinnert. Ich fand das Buch auch eher unrund. Ich mochte den ersten Teil, in dem abwechselnd aus Jarnos und Klaras Sicht erzählt wird und einzelne Sätze eine Art Brücke bilden. Das fand ich sehr cool und ich war etwas enttäuscht, dass die Autorin das nicht beibehalten hat. Auch fand ich die Kapitel aus Elises Perspektive in den nachfolgenden Teilen etwas unnötig. Insgesamt wirkt "Marmorkuss" auf mich, als hätte die Autorin versucht, zwei verschiedene Geschichten gleichzeitig zu erzählen. Da ist einmal Jarnos Leidenschaft für Fotografie, seine familiären Probleme und die Tatsache, dass er in einen Mädchenhändlerring hineingezogen wird. Letzteres wird mir übrigens viel zu sehr nebenbei erzählt. Und das ist einmal die Liebesgeschichte zwischen Jarno und Klara, die ich wirklich sehr süß fand, und Elise als Antagonistin. Beide Geschichten hätten alleine eine Berechtigung gehabt. Zusammen haben sie für mich aber nicht wirklich funktioniert.
Profile Image for Stefanie Hasse hisandherbooks.de.
726 reviews217 followers
November 1, 2014
Inhalt:
Jarnos Leben ging schon vor einer Weile in die Brüche. Sein Vater ist ein Trinker, seinen Ausbildungsplatz hat er verloren. Nun hält er sich mit Jobben über Wasser und versucht, seinem Traum näher zu kommen. Mit dem perfekten Foto, der Eintrittskarte zu einem Ausbildungsplatz als Fotograf.
Dafür riskiert er viel, doch das perfekte "Modell" findet er in einer verlassenen Villa: eine Steinskulptur, die zu leben scheint.

Klara kämpft für ihre Unabhängigkeit, für ein kleines bisschen Freiheit. Kann sie nicht einen Ehemann haben und trotzdem Lehrerin werden?
Plötzlich taucht diese Frau auf, scheint sie zu verfolgen. Denn Klara hat ein Geheimnis, das sie nicht einmal ihrem heimlichen Verlobten erzählen kann... Und die Frau schreckt nicht einmal davor zurück, diesem etwas anzutun, um zu erreichen, was sie will: Klaras Leben.

Meinung:
Eine Märchenadaption von "Dornröschen" von Jennifer Benkau? Da konnte ich mich nicht lange fernhalten. Kaum war "Marmorkuss" bei mir eingetroffen, rief es mich zu sich.

In einfachem Ton machte mich die Autorin mit ihrem Protagonisten Jarno bekannt, dem das Leben so einige Hürden in den Weg gestellt hat. Unverschuldet hangelt er sich am Existenzminimum herum, versucht nebenbei, das "perfekte Bild" zu schießen, um seinen Traum von professioneller Fotografie zu verwirklichen. In einem verlassenen Haus findet er das perfekte Motiv: die Statue einer Frau, deren Ausdruck sich zu wandeln scheint... die beinahe lebendig erscheint.
Ein Gelegenheitsjob macht ihm das Leben plötzlich zur Hölle. Er verliert alles, was ihm eine bessere Zukunft ermöglicht hätte. Doch Jarno lässt sich nicht unterkriegen. Mit der billigen Kamera seines Freundes wagt er einen Versuch, "sein" Motiv aufs Bild zu bannen. Doch bei der Suche nach dem perfekten Licht stürzt die Statue auf ihn - ein unerwarteter "Kuss", ehe Jarno ohnmächtig wird - und die Statue verschwunden ist.

Klara will alles: einen Ehemann, Lehrerin sein. Doch das ist für sie unmöglich. Als eine blonde Frau sie verfolgt, alle um Klara herum beeinflusst, gibt es für Klara nur eine Möglichkeit: Sie muss fliehen. Doch soweit soll es nicht kommen.

Jennifer Benkau erzählt Marmorkuss anfangs in wechselnder Perspektive aus Jarnos und Klaras Sicht. Jarno im personalen Stil, Klara in Ich-Perspektive. Schnell wird klar, dass Klara nicht in unserer Zeit lebt. Die Umstände, die "Vorschriften" und die Sprache sind zu speziell. Im krassen Gegensatz zu Jarno, der vor allem die negativen Aspekte unserer Zeit auf tragische Weise verkörpert. Beide Charaktere sind in einem Leben gefangen, von äußeren Vorgaben eingeschränkt. Jennifer Benkau versteht sich darin, dieses Gefühl zu transportieren. Wie eng die Verbindung und die "Leiden" der beiden zusammenhängen zeigt die Autorin eindrucksvoll, wenn die beiden Gegenseitig ihre Sätze vervollständigen. Unaufhaltsam streben die beiden Zeitlinien aufeinander zu. Die Frage ist nur, wann genau Klara zu ihrem gegenwärtigen Pendant wird und wie.

So schafft Jennifer Benkau eine Atmosphäre, die mitreißt, obwohl sie nicht von Spannung geprägt ist. Nach dem nahezu magischen Zusammentreffen der beiden wird es etwas ruhiger und weniger bedrohlich... Zeit für das gegenseitige Kennenlernen und für Nachforschungen. Hier hätte ich mir etwas mehr an Tempo gewünscht, kurze Momente, die die Bedrohung wieder gegenwärtig machen und nicht nur "Hirngespinsten" zu entspringen scheinen. Ab "Teil II" des Buches gibt es auch keine Ich-Perspektive mehr, dafür bekam ich einen kurzen Einblick auf die dunkle Seite, von der ich gerne noch mehr erfahren hätte, ehe die Geschichte dann ruhiger wurde. Dennoch verfolgte ich auch diesen Teil des Buches gerne, ehe Jennifer Benkau zum Endspurt ansetzte und den Bogen zur Vergangenheit zog.

Jennifer Benkaus ganz besondere Interpretation des "schlafenden Dornröschens" konnte mich überzeugen. Einzelne Elemente zeigen durchaus Parallelen zu dem Original, selbst das Wachküssen bleibt erhalten. Der Märchenprinz ist vielleicht etwas andere als gewohnt und die Autorin zeigt in ihrem gewohnt bildhaften und doch "nüchtern", nahezu bedrückend wirkenden Stil die Probleme auf, die ein so langer "Schlaf" unweigerlich mit sich bringt - und die im Originalmärchen unter den Teppich gekehrt werden. Gleichzeitig schafft sie mit ihrem männlichen Hauptcharakter Jarno ein Sinnbild für die oftmals verbaute Zukunft der derzeitigen Jugend.

Gewalt ist in "Marmorkuss" alles andere als selten. Die grausame Realität, wenn man an die falschen Menschen gerät. Nüchterne Brutalität, die Jennifer Benkau mit einer kühlen Art beschreibt, die Jarnos Leben noch grausamer macht.
Für einen kurzen Moment nach dem Lesen dachte ich, ohne die extremen Konflikte, den tiefen Sumpf, in den Jarno hineingezogen wurde, hätte mir die Geschichte besser gefallen. Ich empfand es beinahe too much. Doch aus solchen tiefen Sümpfen steigen Helden empor - und die braucht doch jedes Märchen, oder?

Mit dem Ende hat sich die Autorin nicht ganz an das "All-Over-Happy-End" des Märchens gehalten, was auch mehr als unpassend gewesen wäre. Nach einem actionreichen Showdown entließ sie mich dennoch beruhigt aus der Geschichte.

Urteil:
Jennifer Benkaus "Marmorkuss" ist mehr als eine gewöhnliche Märchenadaption. Hinter dem wunderschönen Cover verbirgt sich eine ganz besondere Romanze mit Zeitreisefeeling. Über die kleineren Längen und den ruhigeren Mittelteil konnte ich dank des nervenaufreibenden Showdowns (es schadet nie, vom Schlimmsten auszugehen) und des äußerst passenden Endes hinwegsehen. Sehr sehr gute 4 Bücher für Jarno und Klara.

Wer sich schon immer gefragt hat, wie die Realität nach einem über 100-jährigen Schlaf aussieht, sollte sich Marmorkuss nicht entgehen lassen...

©hisandherbooks.de
Profile Image for Evilgenius.
586 reviews
March 16, 2020
1,5 Sterne
Die erste Hälfte war unglaublich langsam und gähnend langweilig. Ich habe das Buch zweimal für weit spannendere Lektüre beiseite gelegt und jeweils erst zwei Wochen später wieder in die Hand genommen. Was ich sonst nie tue.
Da die zweite Hälfte sich von der Handlung her deutlich von der ersten unterscheidet – aber auch ziemlich langsam und ereignisarm ist –, konnte ich das Buch relativ schnell beenden, allerdings nicht etwa, weil ich umbedingt wissen wollte, wie es ausgeht, sondern einfach nur, um endlich fertigzuwerden. Die Figuren waren unsympathisch, die selten vorhandene Handlung vorhersehbar, die Sprache teils sehr unschön und alles zusammen vieles, nur nicht märchenhaft. Absolute Zeit- und Geldverschwendung.
Profile Image for Heike.
1,110 reviews
July 28, 2017
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es liest sich flüssig und die Geschichte bleibt bis zum Ende spannend. Es gibt märchenhafte Passagen, aber auch solche, die davon weit entfernt sind und zwar dann, wenn das heutige Leben, die Realität zu Tage tritt.

Nicht alles ist leicht für unsere Protagonisten, denn der Prinz kann seine Prinzessin nicht mit allem überschütten, weil er selber kaum etwas hat. Es war wundervoll mitzuerleben, wie Jarno sich um Klara kümmert und sie sich langsam für ihn öffnet.

Ein wundervolles Buch mit einem verspielt traumhaften Cover, das perfekt zur Geschichte passt.
Profile Image for Sarina.
1,536 reviews
February 22, 2015

Zum Buchinhalt

Er war ihr in einer alten, mit Rosen überwucherten Villa begegnet – der geheimnisvollen Figur aus weißem Marmor. Und Jarno hatte sich tatsächlich beim Fotografieren der steinernen Schönheit ein bisschen in sie verliebt. Wie verwirrt ist er nun, als nach seinem schüchternen Kuss eine lebendige junge Frau vor ihm steht, die weder elektrisches Licht noch zerrissene Jeans kennt und offenbar hundert Jahre geschlafen hat. Es beginnt eine märchenhafte Liebesgeschichte und gleichzeitig ein Spiel auf Leben und Tod. Denn Jarno ist kein Prinz – im wirklichen Leben steckt er tief in einem Sumpf aus Verbrechen...

Meine Meinung

Der Anfang von „Marmorkuss“ war ganz anders, als ich es bei dem Cover und Klappentext erwartet hatte. Die Geschichte beginnt zwar mit „Es war einmal“, sodass man sich darauf einstellt, dass es genauso märchenhaft weitergeht, allerdings lässt Jennifer Benkau das einen nur für einen kurzen Moment denken, bevor sie uns auf der nächsten Seite, mit dem ersten Satz, der den absoluten Kontrast zu dem vorher gelesenen darstellt, in die Realität zurückholt. Man wird mitten ins Geschehen hineingeworfen ohne zu wissen worum es geht oder was als nächstes passieren wird.

Im nächsten Atemzug lernen wir den 19 jährigen Jarno kennen, der leidenschaftliche gerne fotografiert und dessen größter Traum eine Ausbildung zum Fotografen ist. Leider sind die Ausbildungsplätze in seiner Stadt mehr als rar und ein Umzug kommt für ihn nicht infrage, da er seine Geschwister nicht alleine lassen möchte. So besteht seine einzige Chance darin, dass perfekte Foto zu schießen und damit bei einem Wettbewerb zu gewinnen. Natürlich ist das leichter gesagt als getan, aber Jarno ist fest entschlossen. Unglücklicherweise geht so einiges schief und als schließlich auch noch seine Kamera zerstört wird, scheint sein Traum endgültig zerplatzt zu sein. Doch genau da fällt ihm wieder diese Marmorstatute ein, die ihn so fasziniert hat…

Jennifer Benkaus Geschichten sind allein von der Idee schon einzigartig, in meinen Augen heben sie sich aber vor allem durch ihren Schreib-bzw. Erzählstil von der breiten Masse ab. Mir ist bereits bei „Himmelsfern“ aufgefallen, dass sie mit ihren Worten eine unglaublich einnehmende und intensive Atmosphäre erzeugt, die ein Unterbrechen des Lesens fast unmöglich macht. Gleichzeitig erzählt sie sehr bildhaft, sodass ich mir alles wunderbar vorstellen konnte.

Um ehrlich zu sein habe ich einige Zeit nicht gewusst, was ich von „Marmorkuss“ zu erwarten habe. Eine moderne Version von Dornröschen? Eine romantische Liebesgeschichte? Keine Ahnung! Aber ich kann euch sagen, was ich bekommen habe: Und zwar eine Geschichte, die authentisch und echt ist sowie durch und durch real wirkt – zumindest wenn sie aus Jarnos Sicht erzählt wird. Märchenhaft, magisch und teilweise ziemlich geheimnisvoll ist sie dagegen, wenn aus Klaras Sicht erzählt wird. (Der Perspektivwechsel fand ich übrigens sehr gelungen, vor allem was die Übergänge angeht^^ So was ist mir bisher noch in keinem Buch begegnet). Im Großen und Ganzen würde ich „Marmorkuss“ als Märchen meets Reality bezeichnen. Im Laufe des Buches gab es darüber hinaus einige romantische Szenen jedoch auch Momente die thrillermäßige Züge angenommen haben.

Jarno war mir eigentlich relativ schnell sympathisch. Er ist ein junger Mann, der immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen hat und bei dem nie etwas so läuft wie er sich es vorgestellt hat. Dennoch versucht er das Beste aus seinem Leben zu machen. Stellenweise hat er mir echt leid getan, da es so scheint als ob sich irgendwie alle gegen ihn verschworen haben. Und das hat er auf keinen Fall verdient. Im Gegenteil! Er ist ein herzensguter Mensch, der rührend auf seine Geschwister Acht gibt und sie zu beschützen versucht.

Klara mochte ich ebenfalls sehr gerne und ich konnte mich vor allem mit ihrem Wunsch nach Selbstständigkeit und Unabhängigkeit identifizieren. Dazu muss gesagt werden, dass Klara in einer Zeit gelebt hat, in der Frauen und Männer nicht dieselben Rechte hatten. Lehrerinnen durften nicht heiraten, sondern mussten sich zwischen Arbeit und Familie entscheiden, was total ungerecht ist. Klaras Empörung und ihr Wunsch nach Veränderung konnte ich daher sehr gut nachvollziehen. Wie Jarno tat sie mir auch richtig leid, da ihr lange Zeit richtig böse mitgespielt wird.

Das gesamte Buch über fühlt und leidet man mit beiden Protagonisten. Die Liebesgeschichte zwischen ihnen entwickelt sich langsam und die Gefühle sind für den Leser absolut nachvollziehbar.

Zum Schluss hin überschlagen sich die Ereignisse förmlich und die eine oder andere Überraschung lässt einen kurz sprachlos werden.

Mein Fazit

Wer „Marmorkuss“ von Jennifer Benkau liest, sollte keine Märchenadaption im klassischen Sinn erwarten. Jennifer Benkaus Geschichte ist authentisch, ehrlich, eindringlich und könnte sich so mehr oder weniger auch in der Wirklichkeit ereignen (wenn man die übersinnlichen Elemente mal außer Acht lässt). Das Ineinanderlaufen von Realität und Fantasie hat mir am besten gefallen und war für mich das, was dieses Buch ausgemacht hat. Spannung ist nicht übermäßig viel vorhanden, aber es wird einem auch keinesfalls langweilig während dem Lesen. Man ist neugierig, was noch so alles passieren wird, wann und wie Klara und Jarno aufeinandertreffen etc. Zum Ende wird es schließlich richtig spannend, da die drohende Gefahr deutlich spürbar wird.
Profile Image for Juli.
426 reviews18 followers
October 22, 2014
Jennifer Benkaus "Marmorkuss" ist eine Märchen-Adaption und eine vollkommen eigene, vollkommen andere, vollkommen abgefahrene Dornröschen Version. Ehrlich gesagt hatte ich vor dem neuen Jennifer Benkau Roman gemischte Gefühle. Auf der einen Seite habe ich mich bereits vor Monaten wahnsinnig auf das Verschlingen dieses Werkes gefreut, auf der anderen Seite wurde diese Freude auch etwas durch gewisse negative Gefühle, die durch ihre vergangen Bücher ausgelöst wurden, gedämpft. Versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer Jennifer Benkau Fan und sie zählt nicht ohne Grund zu meinen liebsten deutschen Autorinnen, allerdings hat die Gute es auch wirklich drauf, einem die Suppe, in Hinblick auf ein Happy End, zu versalzen. Das ist gerade als Happy-End-Junkie wahnsinnig hart, vorallem dann, wenn man unglaublich vernarrt in ihren Schreibstil und ihre wundervollen Charaktere ist. Diese Angst war bei "Marmorkuss" allerdings vollkommen unbegründet, obwohl ich zugeben muss, dass ich bis zum Ende leichte Angstschweiß-Attacken vor zu weisen hatte.

Außerdem muss ich euch einfach noch darauf hinweisen, dass das Cover von "Marmorkuss" so gar nicht, so überhaupt nicht, so absolut überhaupt gar nicht, zum Inhalt passt. Also für alle Lese unter euch, die sich von diesem doch recht kitschigen, schnulzigen, wirkenden Cover haben abschrecken lassen: Keine Sorge, der Inhalt ist umso dreckiger, düsterer, dunkler und ja sogar ein bisschen brutal.

Sehr interessant gestaltet Jennifer Benkau besonders den ersten Teil des Buches. Während der Leser die Protagonisten und ihr Umfeld kennen lernen darf, wechselt Jennifer Benkau immer wieder zwischen den beiden Protagonisten Erzählperspektiven. Aber ein einfacher Perspektivenwechsel wäre ja wirklich langweilig, deswegen lässt Frau Benkau die beiden Charaktere ihre jeweiligen Sätze beenden. Das muss man einfach gesehen und vorallem gelesen haben, das ist sprachlich wirklich ein Kunstwerk! Noch dazu kommt, dass sich nicht nur die Sichtweisen abwechseln, sondern auch noch die Zeiten. Denn während der männliche Protagonist Jarno aus unserer Zeit ist, stammt Karla aus der Vergangenheit.

Der 19-Jährige männliche Protagonist Jarno ist ein absoluter Fotografie-Junkie. Er liebt seine Canon über alles und kann sich von dieser Kamera kaum trennen, sie ist seine ständige Wegbegleiterin. Denn schließlich könnte man DAS perfekte Bild verpassen. Diesem jagt Jarno schon seit mehreren Monaten hinterher, um einen Fotocontest zu gewinnen. Denn gerade in seiner Stadt verdient er mit seinem Hobby/Beruf gar nichts und so hangelt er sich von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob. Die weibliche Gegenspielerin, unser Dornröschen, Karla stammt aus einer ganz anderen Zeit und führt aufgrunddessen ein vollkommen anderes Leben als Jarno. Während Jarno in einer verdreckten, kriminellen, düsteren Großstadt lebt, die von Brutalität und Arbeitslosigkeit nur so strotzt, stammt Karla aus einer niedlichen Kleinstadt, in der jeder Bürger gesittet seiner Arbeit nachgeht und in der wohl jeder jeden kennt, schon allein aufgrund der sonntäglichen Kirchengänge. Allerdings verbindet die beiden Protagonisten ihre Liebe zu ihrem Traumberuf. Karla wünscht sich nichts sehnlicher als Lehrerin werden zu dürfen. Allerdings ist es den Frauen aus ihrer Zeit noch nicht erlaubt zu heiraten und gleichzeitig das Amt als Lehrerin aus zu üben. Beide Protagonisten verbindet ein recht trauriges Schicksal und Jarno und Karla haben sich wirklich sehr verdient!

Sobald Jarnos Erzählperspektive beginnt, verändert Jennifer Benkau ihren Schreibstil von lyrisch-poetisch-weich auf einen sehr schroffen, rüpelhaften Umgangston. Gerade diese Vielschichtigkeit von Marmorkuss entfacht einen unglaublichen Lesespaß!
Jennifer Benkau bringt uns in "Marmorkuss" zwei Erzählperspektiven, zwei Zeiten, zwei grundverschiedene Menschen näher, die durch Magie vereint wurden. Mit "Marmorkuss" hat sie ein weiteres Mal bewiesen, wie perfekt ihre Schreibkunst perfektioniert ist und dass sie wirklich absolut jedes Genre grandios füllen und umsetzen kann.
Profile Image for Jürgen Zeller.
200 reviews14 followers
March 8, 2015
Bücher der Schriftstellerin Jennifer Bankau gehören für mich zur Kategorie "Muss ich unbedingt lesen" obwohl ich ganz sicher nicht zur primär anvisierten Zielgruppe ihrer Werke gehöre. Dazu macht sie, oder viel mehr ihr Verlag, es mir als männlicher Leser mit der farblichen Umschlaggestaltung und den gewählten Motiven nicht immer ganz einfach die Bücher zu kaufen. Immerhin sind sie ein auffallender Farbtupfer in meinem Buchregal. Warum ich die Romane der Autorin gerne lese kann ich nicht mal schlüssig begründen. Es ist ihr Schreibstil der mir ungemein liegt, eine sprachliche Leichtigkeit und die inhaltlich ungewöhnlichen Wort- uns Satzkreationen die mich immer wieder von Neuem überraschen. Ausserdem pflegt sie einen eigenwilligen Umgang mit ihren Hauptfiguren. Zwischen fürsorglich und rabiat ist alles drin und man muss als Leser/-in auf alles gefasst sein sonst erwischt sie einem plötzlich auf dem falschen Fuss …

Nun steht also ein bekanntes Märchen Pate für diesen Roman. Dornröschen adaptiert in die heutige Zeit mit drei bekannten Rollen: Das liebenswerte Mädchen das in einen hundertjährigen Schlaf versetzt wird, ein Prinz der sie wach küsst und die böse Zauberin. Jennifer Bankau amtet als künstlerische Leitung und besetzt die Rollen nicht ganz so wie es die Gebrüder Grimm taten. Dornröschen heisst Klara lebt im Jahre 1903 und möchte Lehrerin werden. Sie versucht den gesellschaftlichen Ansprüchen dieser Zeit gerecht zu werden und wünscht sich insgeheim mehr Rechte für die Frauen. Dabei wirkt sie unsicher wie eben jemand ist der seinen Platz in der Welt noch sucht. Der strahlende Prinz ist keiner sondern ein junger Mann aus ärmlichen Verhältnissen der sich mit Gelegenheitsjobs geradeso durchs Leben hangelt. Vielleicht kann er irgendwann mehr aus seinem Hobby der Fotografie machen aber dazu benötigt er Aufträge und Referenzen. Die Rolle der bösen Zauberin, im Märchen ist es ja eine gekränkte Fee, kommt dem Original am nächsten und sie ist es die aus purem Eigennutz handelt.

Mal ehrlich, in der Hektik des Alltags überfliegt man Kurzbeschreibungen von Büchern und es bleibt nur das im Gehirn haften was man wahrnehmen will. Liest man den Klappentext genauer sieht man das es keine einfache Liebesgeschichte voller rührseliger Romantik ist und das Märchen von der Autorin deutlich abgewandelt wurde. Ausserdem wird bereits mit dem ersten Satz klargestellt, dass nicht das drin ist was Titel, Cover-Farben und gemusterter Umschlag versprechen. Zudem ist Jarno ein Charakter der die Meinung der Leserschaft spalten wird. Ich find ihn so wie gestaltet ist interessant und er ist es der die Geschichte trägt und vorwärts bringt. Kein herrschaftlicher Prinz sondern eine kantige Figur die auch mal falsche Entscheidungen trifft und in ausweglose Situationen gerät. Klara ist die Sympathieträgerin in beiden Zeitebenen und hat es somit gleich doppelt schwer. Erst in einer Zeit in der sie sich zwangsweise unterordnen muss und dann als verwirrtes Mädchen aus der Vergangenheit das sich im Hier und Jetzt zurechtzufinden muss. Den Part des Bösewichts ohne den keine spannende Geschichte funktioniert übernimmt Elise. Mit magischen Kräften ausgestattet sucht sie sich Klara ganz bewusst aus und lässt sie in einem alten herrschaftlichen Gemäuer versteinern. Ihre Rolle ist zwar wichtig aber recht klein gehalten. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass man ihr etwas mehr Platz hätte zugestehen können.

Dann widmet sich die Autorin noch dem Mädchenhandel aus dem Ostblock die in Deutschland ausgenutzt werden und baut einen Krimi ähnlichen Handlungsstrang mit ein. Diese Umsetzung find ich nun nicht so gelungen. Er sorgt zwar für Spannung und ein packendes Finale ist aber inhaltlich recht dürftig gehalten. Ich anerkenne aber den Guten Willen der dahinter steckt und auf 420 Seiten lässt sich nun Mal nicht alles in aller Ausführlichkeit unterbringen. Einmal mehr hat mich der Inhalt eines Benkau-Buchs gefesselt und es war in drei Tagen ausgelesen. Aber ich habe ja auch nichts anderes erwartet.
Profile Image for Rebecca.
140 reviews18 followers
February 10, 2015
Wo das klassische Märchen von Dornröschen mit einem Kuss endet, beginnt dieses Buch mit einem Kuss. Das jedenfalls hatte ich gedacht. Tatsächlich aber muss man das halbe Buch lesen, bis das passiert, was in der Inhaltsangabe erzählt wird.


Zu Beginn des Buches wird etwas langatmig erzählt, wie es dazu kommt, dass Klara, die Anfang des 20. Jahrhunderts lebt, und Jarno, der in der heutigen Zeit lebt und an dessen Namen ich mich selbst nachdem ich das Buch fertig gelesen hatte nicht richtig gewöhnt habe, sich treffen. Ich persönlich habe die ersten 150-200 Seiten eigentlich nur darauf gewartet, dass es endlich soweit ist und die Geschichte richtig losgeht.
Leider hat das Buch nach dem Treffen der beiden nur schwerlich an Geschwindigkeit zugelegt. Zwar wurde es spannender, aber mir fehlte ein richtiger roter Faden. Zwischendurch wirkte die Geschichte so chaotisch. Die Autorin schien sich nicht entscheiden zu können, was sie eigentlich erzählen möchte. Sie hatte im Prinzip zwei Geschichten. Die eine erzählt von Klara, wie sie in die heutige Zeit kommt, sich dort (mithilfe von Jarno) zurechtzufinden versucht und vor der bösen Zauberin, von der sie verflucht worden war, flieht. Die andere erzählt, wie Jarno, um an Geld zu kommen, aus Versehen an Männer gerät, mit denen kein vernünftiger Mensch etwas zu tun haben möchte. Zwischen diesen Geschichten wechselt die Autorin anfangs hin und her und versucht später sie zu verbinden, was ihr jedoch nicht gut gelingt. In diesem Fall passt es einfach nicht, das Magische in Klaras Geschichte mit der harten Realität in Jarnos Geschichte zu verbinden. Beide verlieren dadurch an Ausdruckskraft und kommen in dem Buch zu kurz.
Das Ende ist ein Showdown a lá Disney. Nach der Komplexität von Jarnos Geschichte wirkt es irgendwie zu einfach, als wäre der Autorin nichts mehr eingefallen. Es war aber trotzdem spannend.

Gestört hat mich auch, dass wirklich wenig Romantik in dem Buch ist, beziehungsweise diese nicht genug Platz in der Geschichte bekommt. Sie wirkt etwas holperig dahingeschrieben. Erst ist so gut wie gar keine Romantik vorhanden und dann ist sie plötzlich da. Man fühlt sich am Ende, als hätte man in dieser Hinsicht etwas verpasst. Es fehlt der Teil, in dem sich Klara und Jarno richtig kennenlernen.

Dafür sind die Charaktere wirklich sehr vielseitig, wobei sich die Autorin vor allem mit den beiden Hauptcharakteren Mühe gegeben hat und deshalb oft die Nebencharakter etwas zu kurz kommen. Gut gefallen hat mir, dass sich die Personen treu bleiben und nicht im Laufe der Geschichte zu komplett anderen Menschen werden


Der Stil hat es dann weiter schwer gemacht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Autorin beschreibt alles oft blumig, als würde sie ein Gedicht schreiben. An sich ist das auch schön, doch sorgte das bei mir für Verwirrung, da ich manche Sätze mehrmals lesen musste, bis ich verstanden habe, was die Autorin mir eigentlich sagen wollte.


Fazit:
Insgesamt war das Buch ganz nett, aber auch nicht mehr. Ich würde es mir nicht unbedingt kaufen und man muss es auch nicht gelesen haben. Die Idee an sich ist eigentlich gut, es fehlt jedoch etwas an der Umsetzung.
Profile Image for Caro.
221 reviews
February 10, 2015
Erster Satz:
"Pisseflecken an grauer Betonwand."

Meine Rezension:
Märchenadaptionen klingen für mich immer sehr vielversprechend. Und dieses Buch hält eine neue Idee rund um das Märchen Dornröschen bereit.

Jarno hat eine schwierige Kindheit hinter sich, aufgewachsen ist er mit seinen vier Geschwistern bei seinen Eltern, die aber mit der Erziehung das ein oder andere Mal überfordert waren. Nach seinem Schulabschluss ist er ausgezogen und lebt jetzt mit seiner besten Freundin in einer WG. Da er noch keinen Ausbildungsplatz für seinen Traumberuf - Fotograph - bekommen hat, hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, doch jeden Monat ist er knapp bei Kasse.
Als er auf einem seiner Streifzüge durch die Stadt für ein neues Fotoportrait in einem leerstehenden Haus eine Statue aus Marmor entdeckt, fühlt er sich wie magisch von ihr angezogen. Jeden Tag geht er zu ihr, bis auf einmal die Statue verschwindet und eine junge Frau vor ihm steht, die überhaupt keinen blassen Schimmer von der heutigen Welt hat.

Klara lebte im frühen 19. Jahrhundert, ihr Traum war es, Lehrerin zu werden. Sie war für ihre Zeit eine sehr aufgeweckte und starke junge Frau, die alles daran setzte, um das zu erreichen, was sie wollte. Bis sie in Schwierigkeiten geraten ist und in die Fänge von der Zauberin Elise geraten ist. Und dann wacht sie wieder auf und alles ist ihr fremd. Ganz langsam fasst sie Vertrauen in Jarno und lässt sich von ihr die für sie neue Welt erklären.

Die Idee hinter der Geschichte, ein Märchen so umzuschreiben, hat etwas Interessantes an sich. Zunächst bekommt man Einblicke in die Welten der Protagonisten. Jarno lebt in einer heruntergekommen Kleinstadt in Deutschland. Klara lebt in derselben Stadt, nur 111 Jahre früher, wo die Stadt noch blendend aussah.

Protagonist Jarno und Protagonistin Klara werden gut beschrieben und viel Charaker eingehaucht, sodass man sie bildlich vor sich hat. Dafür werden die Nebencharaktere wie die Zauberin Elise und Jarnos Freunde und Familie nur ziemlich oberflächlich beschrieben, was dem Buch zwar keinen Abriss tut, aber dennoch Fragen offen lassen.

So wie das Buch im ersten Teil geschrieben ist, ist es etwas Besonderes, denn jeder Perspektivwechsel endet mit einem offenen Halbsatz und beginnt bei dem jeweiligen Protagonisten ebenfalls mit einem Halbsatz. Diese Art zu schreiben habe ich zuvor noch nie gesehen und es hat mir sehr gut gefallen! Sobald Jarno und Klara aufeinander treffen, wird es "normal" weitergeschrieben. Durchgehend ist das Buch aus der Er-/Sie-Perspektive von Jarno und Klara geschrieben, so wird die Geschichte gut aus beiden Perspektiven beleuchtet.

Fazit:
Wer eine etwas andere Geschichte lesen möchte, die im entfernesten an ein Märchen angelehnt ist, kann gerne zu "Marmorkuss" greifen. Jennifer Benkau schreibt die Geschichte um Dornröschen völlig neu.
Profile Image for Liss.
442 reviews9 followers
February 8, 2015
Viele zeigen vielleicht mit dem Finger auf mich, weil Marmorkuss mein erster Roman von Jennifer Benkau ist ... und ich kann nicht rechtfertigen, warum das so ist. Frau Benkau hat eine ganz eigene, schöne Art zu schreiben und Dinge auszudrücken. Es ist aber schwer diesen Schreibstil zu beschreiben. Ich finde ihn klar und sehr künstlerisch. Es hat einfach Spaß gemacht jede Zeile einzeln zu lesen, weshalb ich am Anfang seeehr langsam gelesen habe. Nach einigen 100 Seiten hatte ich es dann verinnerlicht und rutschte von Zeile zu Zeile.

Zum Inhalt kann man sagen, dass der Anfang etwas schleppend ist. Es folgt eine laaange ausführliche Einleitung und Darstellung der beiden Protagonisten. Jarno ist ein frecher, vielleicht etwas heruntergekommener, aber im Herzen sehr lieber Junge, der versucht sich in der Welt irgendwo zu platzieren. Ich glaube er hat sich noch nicht wirklich gefunden und weiß noch nicht viel mit seinem Leben anzufangen. Das machte ihn aber nicht weniger sympathisch, wenn man bedenkt, dass die heutige Jugend mit 25 noch nicht auf eigenen Füßen stehen kann.

Klara hingegen hat eine ganz genaue Vorstellung von ihrer Zukunft. Sie ist klug und ein unheimlich sanftes Mädchen. Allerdings vom letzten Jahrhundert! Als Jarno sie dann ENDLICH wachküsst, ist auch schon die Hälfte des Buches rum. Mano. Aber ab da geht es wirklich spannend und gefühlvoll bis zum Ende weiter. Ich hatte mich, seit ich die erste Seite aufgeschlagen hatte, darauf gefreut zu sehen, wie Klara mit dem neuen Jahrhundert klar kommt bzw. nicht klar kommt. Das war manchmal wirklich lustig. ;)

Etwas ungünstig für den Leser fand ich die Zwischensequenz nach dem Wachküssen, ohne die man als Leser viel mehr hätte mitfiebern und überlegen können ob besagte Person noch lebt oder nicht. Ansonsten war das Ende vielleicht ein gaaaanz kleines bisschen vorhersehbar, aber irgendwie auch nicht. Man denkt es sich, kriegt es aber nie wirklich in seinem Kopf bestätigt. Deswegen: schönes Ende!

Fazit

Marmorkuss ist ein Roman, der zwar etwas schleppend beginnt, dann aber richtig an Fahrt aufnimmt und Märchenherzen höher schlagen lässt. Jarno ist (k)ein Prinz, der die kleine Klara an die Hand nimmt und ihr die große Welt zeigt. Ein schönes Buch! 4/5 Punkte.
Profile Image for Viola.
231 reviews23 followers
November 23, 2014
Ich wollte dieses Buch lieben, aber es hat leider nicht so richtig gefunkt. Vorab möchte ich aber gleich mal feststellen, dass ich ein riesiger Fan von Frau Benkau bin und deswegen meine Erwartungen ein kleines bisschen unerfüllbar waren ;)

Der Anfang war mir persönlich zu langatmig und die ständig wechselnde Perspektive zu anstrengend, da sie sich über das ganze erste Drittel gezogen hat. Ansonsten hab ich nichts auszusetzen, außer dass ich nicht mit Herz und Seele von der Geschichte eingenommen wurde.
Abschließend bleibt mir nur zu erwähnen, dass ich wünschte ich könnte Männern wie Jarno begegnen *träumerisch seufz*
Profile Image for TimTam.
116 reviews5 followers
Read
October 2, 2016
Das Buch hat mich leider gar nicht gepackt. Habe versucht es zu lesen...Was ja meist kein gutes Zeichen ist, wenn man es bewusst versuchen muss....Und hab es jetzt abgebrochen. Das macht mir so keinen Spaß. Mir hat der Schreibstil nicht gefallen und och konnte der Geschichte auch nicht so ganz folgen...Also leider kein Erfolg ;)
Profile Image for Mirijam.
24 reviews
July 29, 2016
Das Buch ist toll, doch erst ab Seite 200 und bis ich dort war sind 4 Monate vergangen. Darum kann es einfach keine bessere Bewertung erhalten. Doch wer durch die 200 Seiten durch ist bekommt eine tolle Geschichte.
Profile Image for Ayanea.
269 reviews1 follower
January 13, 2016
Was für ein langweiliges Buch :/ Zäher als eine alte Schuhsohle gewürzt mit Gossensprache und blassen Charakteren.
Ich steige aus und lass Dornröschen schlafen. Da gibt es schönere Geschichtenadaptionen (man denke nur an die Luna-Chronicels).
Profile Image for Jess.
72 reviews15 followers
April 13, 2015
Soo ein tolles Buch :) Rezi dazu kommt demnächst auf meinen Kanal!
Displaying 1 - 24 of 24 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.