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Der Hund

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Ein junger Mann, ein Student, sitzt wie jeden Sonntag im Zug zum Ort seines Studiums und bemerkt mit einem Mal, dass der Tunnel, den er wegen seiner Kürze bisher nie wahrgenommen hatte, plötzlich gar nicht mehr zu enden scheint. Und was hat es mit dem riesigen schwarzen Hund auf sich, der den durch die Stadt streichenden Prediger begleitet und im namenlosen Erzähler Entsetzen auslöst? "Seine Augen waren schwefelgelb, und wie es das riesige Maul öffnete, bemerkte ich mit Grauen Zähne von ebenderselben Farbe, und seine Gestalt war so, dass ich sie mit keinem der lebenden Wesen vergleichen konnte." Zwei Erzählungen des genialen Friedrich Dürrenmatt endlich als Hörbuch, gelesen vom kongenialen Hans Korte.

18 pages, Paperback

First published January 1, 1952

8 people want to read

About the author

Friedrich Dürrenmatt

409 books1,026 followers
Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990) was a Swiss author and dramatist.

Dürrenmatt was born in the Emmental (canton of Bern), the son of a Protestant pastor. His grandfather Ulrich Dürrenmatt was a conservative politician. The family moved to Bern in 1935. Dürrenmatt began to study philosophy and German language and literature at the University of Zurich in 1941, but moved to the University of Bern after one semester. In 1943 he decided to become an author and dramatist and dropped his academic career. In 1945-46, he wrote his first play, "It is written". On October 11 1946 he married actress Lotti Geissler. She died in 1983 and Dürrenmatt was married again to another actress, Charlotte Kerr, the following year.

He was a proponent of epic theater whose plays reflected the recent experiences of World War II. The politically active author gained fame largely due to his avant-garde dramas, philosophically deep crime novels, and often macabre satire. One of his leading sentences was: "A story is not finished, until it has taken the worst turn". Dürrenmatt was a member of the Gruppe Olten.

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for leynes.
1,322 reviews3,703 followers
January 6, 2025
"Der Hund" ist eine Erzählung von Friedrich Dürrenmatt, die erstmals im Jahre 1952 im Sammelband Die Stadt. Prosa I–IV. im Arche Verlag erschienen ist. Sie ist im Gegensatz zu bekannten Kurzgeschichten wie "Der Tunnel" oder "Die Panne", die im selben Sammelband oder zu ähnlicher Zeit erschienen sind, wenig rezipiert worden. Dies wundert mich nicht, da "Der Hund" eine ziemlich eigene, skurrile Geschichte ist und sich thematisch wie stilistisch von Dürrenmatts anderen Erzählungen unterscheidet.

Ich für meinen Teil habe die Kurzgeschichte geliebt. Ich las sie Anfang Dezember (2024) das erste Mal und war sofort verfangen von ihrer mystischen, fast schon schaurigen Atmosphäre. Dürrenmatt schafft es auf ganz wenigen Seiten, die Charaktere und das kleine Örtchen zum Leben zu erwecken. Ende Dezember (den Tag vor Heiligabend) wollte ich mich gemeinsam mit meiner Mutter auf das anstehende Fest einstimmen und ich schlug ihr vor, ihr eine Kurzgeschichte vorzulesen. Meine Wahl fiel sofort auf "Der Hund", weil die Geschichte gut in die dunkle Jahreszeit passt und das Ende Spielraum für Interpretationen lässt. Meine Mutter fand die Geschichte übrigens auch ganz toll.

In der Erzählung trifft der Protagonist, ein namenloser Ich-Erzähler, zu Beginn auf einen Heilsprediger, der regelmäßig in der Stadt, die ebenfalls nicht weiter benannt wird, predigt. Erst auf den zweiten Blick fällt dem Erzähler ein großer, schwarzer, wolfsartiger Hund mit gelben Augen auf, der den Prediger begleitet.

Der Protagonist sucht den Mann, ausgehend von der ihn verführenden Verbindung zwischen diesem und dem Tier, regelmäßig in der Stadt auf, muss aber feststellen, dass es schwierig ist, ihn zu finden, da er ungeplant an verschiedenen Stellen der Stadt predigt. Er beschließt daher, ihn bis zu seiner Wohnung zu verfolgen, was ihm nach einiger Zeit auch gelingt. Diese Wohnung befindet sich in einem „Reichenviertel“ in einem Kellerraum. Er trifft dort auf die Tochter des Predigers, die ihm die Angst vor dem Hund gesteht und, beginnend an diesem Abend, von Herbst bis Frühjahr eine sexuelle Beziehung mit dem Ich-Erzähler eingeht. Sie berichtet außerdem, dass ihr Vater früher ein reicher Mann gewesen war, dann jedoch in die Welt gezogen sei, um die Wahrheit zu verkünden. Sie habe ihn begleitet, da sie wisse, dass es sich um die Wahrheit handle. Der Hund sei ihnen kurz nach ihrem Auszug zugelaufen und begleite sie seitdem.

An einem Tag im Frühjahr besucht das Mädchen den Protagonisten in dessen Zimmer und verlässt dabei das erste Mal im Verlauf der Handlung den Kellerraum; bisher waren alle Versuche des Erzählers, es dort hervorzulocken, erfolglos. Sie bittet ohne Umschweife darum, den Hund zu töten, da sich auch der Vater vor ihm fürchte und wie gelähmt sei. Der Protagonist wusste bereits, dass das Mädchen eines Tages darum bitten würde und hatte bereits einen Revolver gekauft. Gemeinsam eilen sie durch die Stadt, die hier als außergewöhnlich belebt beschrieben wird. Auf ihrem Weg verlieren sich Mädchen und Erzähler, denn er geht zu schnell für sie, erreicht die Kellerwohnung jedoch zu spät und findet nur noch den verstümmelten Leichnam des Predigers und kann den Hund durch das Fenster fliehen sehen.

Eine dreitägige Suche des Erzählers, der Polizei und des Militärs bleibt erfolglos, weder Hund noch Mädchen können wiedergefunden werden. Als er in der Nacht zum vierten Tag aufgegeben hat und nach Hause kommt, beobachtet er aus seinem Fenster heraus das Mädchen, das, mit dem ruhigen und gezähmten Hund an der Seite, auf der anderen Straßenseite an seinem Haus vorbeigeht: "und drüben, den Bäumen entlang, schritt das Mädchen in seinem dunklen Kleid mit den roten Schuhen, vom Haar, das im Lichte der Nacht blau schimmerte, in langen Strängen umflossen, und ihm zur Seite, ein dunkler Schatten, sanft und lautlos wie ein Lamm, ging der Hund mit gelben, runden, funkelnden Augen."

Es gibt viele lohnenswerte Interpretationen, die sich mit dem Symbol des Hundes und seiner Schrecklichkeit auseinandersetzen. Manch einer interpretiert den Hund als Symbol für die Stadt: "Die Stadt – das ist für Dürrenmatt das Höhlensystem, in dem das Paradoxeste an Existenz wirklich ist: Einsamkeit der Masse. Hier gibt es Schreie; aber darauf keine Antwort." Damit wäre auch der Bezug zur Stadt im Titel des Sammelbandes hergestellt, in dem die Erzählung erstveröffentlicht wurde.

Ich persönlich habe die Erzählung auf feministische Art und Weise interpretiert. Meine pressierendste Frage war, wie genau der Vater des Mädchens umgekommen ist. Für mich war sofort klar, dass der Hund nicht aus eigenen Stücken den Vater zerfetzte, sondern von dem Mädchen dazu angehalten wurde. Meine Fantasie mag mit mir durchgehen, aber ich lese das Ende als durchaus emanzipatorisch, würde auch nicht ausschließen, dass das Mädchen in einer missbräuchlichen Beziehung zum Vater stand—wofür spricht, dass die beiden alleine in einem kleinen Zimmer mit nur einem Bett wohnen und die Mutter und Brüder vergeblich versuchen, das Mädchen zu sich zurückzuholen. There's a lot to unpack here.

Und ich weiß, dass Rachefantasien out (und teils problematisch) sind, aber ich finde das Ende unglaublich befriedigend. Das Mädchen ist frei, beschützt vom Hund, und darf endlich die Wohnung verlassen und durch die Straßen der Stadt schreiten.
Profile Image for Mazzy.
263 reviews3 followers
November 2, 2025
Ich mag Dürrenmatt. Auf diese beiden weniger bekannten Kurzgeschichten bin ich eher zufällig gestossen. Der Hund★★ in einem Wort: verstörend, Der Tunnel★★★★: kafkaesk.
98 reviews1 follower
June 2, 2025
Ich mag beide Geschichten nicht. Die Geschichte mit dem Hund fand ich sehr abstoßend. Warum wohnt das Mädchen im Keller und kommt da nie raus? Wie alt ist sie überhaupt? Bei der Bezeichnung Mädchen denke ich an eine minderjährige, aber dann hat sie auf einmal Sex mit dem Protagonisten?
Die Geschichte mit dem Tunnel war besser, hat mich etwas an Kafkas Prozess erinnert.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Lucie.
407 reviews5 followers
May 19, 2025
Zwei interessante Erzählungen, wobei mir die zweite dann durchaus besser gefallen hat als die erstere. Nett für zwischendurch, einfach zu verstehen und regt zum Nachdenken und Interpretieren an.
Profile Image for nina✰.
87 reviews2 followers
November 13, 2025
2⭐️
bestie scheint eins von dürrenmatts meist eingebrachtesten wörtern zu sein. ich finde es in fast jedem seiner bücher..
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