Diese Geschichte hätte Potential gehabt und Gehörlsoigkeit ist ein wichtiges Thema. Doch in dieser Geschichte ist so viel Ableismus, Fettfeindlichkeit, Sexismus, dass das Lesen echt unangenehm war. Pluspunkt: Der Schreibstil ist sehr angenehm und wahrscheinlich auch der einzige Grund, warum ich weitergelesen habe. Tomekk, Biene und den Jugendclub Freak City mochte ich. Das wars aber.
Männer werden als schwanzgeseteuert dargestellt und reden nur über Sex, Frauen sind irgendwelche Sexobjekte. Ich hab vor paar Tagen American Pie nochmal gesehen und ich sags ehrlich, der ist weitaus unproblematischer 🥲 und das muss was heißen. Ja, in Teenagerzeiten dreht sich viel darum, aber als Jugendbuchautorin kann man sich dem Thema schon verantwortungsvoller widmen.
Am schlimmsten fand ich, dass Mika unbedingt bei Lea vorbeikommen wollte, obwohl er wusste, sie will das nicht. Hat dann von Biene und Tomekk die Adresse erbettelt, obwohl die ihm auch gesagt haben, Lea will keinen besuch. Dann tauchte Mika unangekündigt bei ihr auf, hat Sachen erzählt, von denen ihre Familie nichts wissen sollte. Sie war ziemlich sauer darüber. Die beiden hatten paar Tage keinen kontakt. Dann hat sie ihm einen Brief geschrieben in dem sie sich lang und breit entschuldigt hat. Es wurde kein Stück eingeordnet, wie übergriffig und falsch Mikas Verhalten ist.
Die Familie von Lea, von Mika, seine Freund*innen verhalten sich durchgehend ableistisch und das wird kaum eingeordnet. Ich sehe die Vision der Autorin, damit Ableismus sichtbar zu machen, aber es liest sich halt, als wäre das okay.
Lea meint an einer Szene, dass sie zufrieden damit ist, gehörlos zu sein und es auch nicht ändern wollen würde, wird daraufhin von Mika als "plemplem" bezeichnet und dann ist sie wieder diejenige, die schwierig ist.
Gut gemeint, schlecht umgesetzt. Kommt direkt in den Bücherschrank.