Absurd, komisch, düster, nostalgisch, versponnen, grotesk, makaber, boshaft, raffiniert – mit einem Wort: goreyesk! Das ist die Welt des Autors, Zeichners und Illustrators Edward Gorey. Seine Geschichten sind bevölkert von seltsamen Kreaturen, viktorianischen Sonderlingen und Kindern, mit denen es das Schicksal nicht immer gut meint.
In diesem Prachtband führt Walter Moers anlässlich des 100. Geburtstags des amerikanischen Kultautors durch den Kosmos Edward Goreys und präsentiert seine Lieblingsgeschichten wie »Eine Harfe ohne Saiten«, »Die Kleinen von Gashlycrumb« und »Der fragwürdige Gast«, alle von ihm neu übersetzt, sowie ein Gorey-Abecedarium zur Einführung. Eine Verneigung vor einem großartigen Künstler, dessen Werk zeitlos modern ist.
Exklusive Beilage in der ersten Auflage: Mit einer Original-Edward-Gorey-Fälschung von Walter Moers
Born in Chicago, Gorey came from a colourful family; his parents, Helen Dunham Garvey and Edward Lee Gorey, divorced in 1936 when he was 11, then remarried in 1952 when he was 27. One of his step-mothers was Corinna Mura, a cabaret singer who had a brief role in the classic film Casablanca. His father was briefly a journalist. Gorey's maternal great-grandmother, Helen St. John Garvey, was a popular 19th century greeting card writer/artist, from whom he claimed to have inherited his talents. He attended a variety of local grade schools and then the Francis W. Parker School. He spent 1944–1946 in the Army at Dugway Proving Ground in Utah, and then attended Harvard University from 1946 to 1950, where he studied French and roomed with future poet Frank O'Hara.
Although he would frequently state that his formal art training was "negligible", Gorey studied art for one semester at The School of The Art Institute of Chicago in 1943, eventually becoming a professional illustrator. From 1953 to 1960, he lived in New York City and worked for the Art Department of Doubleday Anchor, illustrating book covers and in some cases adding illustrations to the text. He has illustrated works as diverse as Dracula by Bram Stoker, The War of the Worlds by H. G. Wells, and Old Possum's Book of Practical Cats by T. S. Eliot. In later years he illustrated many children's books by John Bellairs, as well as books in several series begun by Bellairs and continued by other authors after his death.
Dieses wirklich nicht gerade preiswerte Buch aus der „Anderen Bibliothek“ ist wirklich jeden Cent wert. Man findet darin nicht nur viele der wunderbar absurden, makaberen Bildgeschichten von Gorley, sondern auch Interviews, Fotos seines Hauses mit seinen geliebten Katzen und den Sammlungen von allem Möglichen. Auch die Puppen, die er selbst gebastelt hat, die Coverillusttrationen oder die Kostüme und das Bühnenbild für eine Dracula-Inszenierung am Broadway sind großartig, Was für ein vielseitiger Künstler. Und wie toll, dass Walter Moers ihn mit diesem Buch in Deutschland bekannt macht.
Der Buchtitel verrät es schon – Walter Moers stellt Edward Gorey, den außergewöhnlichen Illustrator und Autor, vor. Ich bin absolut fasziniert – ich hatte von Gorey bis dato noch nie gehört, stellte aber während der Lektüre dieses wunderschön aufgemachten Buches fest, dass er einen großen Einfluss auf viele Autor:innen hatte, die ich sehr schätze – allen voran natürlich Walter Moers selbst. Dass dessen Zamonien-Romane nicht nur in der Optik sehr aus Goreys Vorbild schöpfen, ist offenkundig. Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Moers, gefolgt von einem Abecedarium mit relevanten Begriffen rund um Gorey. Gewappnet mit dem so erworbenen Grundwissen können wir Lesende anschließend in bunter Abfolge eine Auswahl an Goreys Werken sowie kürzere Kapitel zu ausgewählten Spezialthemen (etwa zu den von ihm handgenähten Puppen oder seiner Liebe zum Ballett) genießen. Die Bildgeschichten sind jeweils mit gelungener deutscher Übersetzung und dem englischen Original abgedruckt, sodass es möglich ist, sie bequem und ohne zum Wörterbuch greifen zu müssen zu lesen. Mir hat „Die Harfe ohne Saiten“ am besten gefallen … ich fühle so mit Mr. Earbrass, der eigentlich sein Buch plotten wollte, aber stattdessen andauernd an den letzten Keks auf dem Servierteller denken muss. :D Der ersten Auflage dieses für Fans abgefahrener Tuschezeichnungen und morbiden Humors sehr empfehlenswerten Buchs liegt außerdem eine Original-Gorey-Fälschung von Moers bei. Sie zeigt eine Moers’sche Interpretation des fragwürdigen Gasts, unterschrieben vom Zitat „The helpful thought für which you look is written somewhere in a book." Gorey verfügte über eine absurd große und wilde Bibliothek (25.000 Bücher oder so?) und wusste sicher, wovon er sprach, als er das schrieb. Allerdings war er auch Fan von Borges und wer dessen Bibliothek von Babel kennt, ahnt, dass das Zitat vielleicht nicht ganz so hoffnungsfroh ist, wie es sich auf den ersten Blick liest. :D Ich liebe einfach alles an diesem Band und werde sicher noch oft hineinblättern. Ganz zu schweigen davon, dass ich mich ganz gesichert auch noch weiter mit Edward Gorey befassen werde. Ein wundervolles Jahr 2024, das für mich mit Moers anfing und endete. Grandios!
Als Fan des makabren ist diese Ausgabe ein Traum ✨🍾 ich wünschte es gäbe mehr solcher Künstlerautor*innen 😍 die Zugabe der Bilder und Interviews war sehr informativ und ich bin froh das Schmuckstück mal in der Hand gehabt zu haben