"Warum fühlt es sich so an, als hätte man seine Hausaufgaben gemacht, warum fühlt es sich an wie eine gute Note in einer Klassenarbeit, wenn man es schafft Lebensfreude zu empfinden? Dass man sich über sich selbst freut, wenn man hübsch ist und Spaß hat, sich aber über sich ärgert, wenn nicht?"
Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass Selfcare vor allem dazu dient, unseren Fokus weg von unserem Tod zu lenken? Wir sind die einzige Spezies auf der Erde, die weiß, dass ihr Leben endlich ist - während sich Katzen, Lamas, Schlangen, Eichen, Tulpen und Co. ein chilliges Erdendasein machen, sind wir mit unserer Sterblichkeit konfrontiert. Um mit dieser grauenvollen Tatsache irgendwie klarkommen zu können, versuchen wir ständig, unser Leben zu optimieren und damit zu verlängern, schöner, besser und gesünder zu werden. Liv Strömquist setzt sich in ihrem Comic "Das Orakel spricht" mit Selbstoptimierung, Konsum und esoterischen Ratgebern auseinander. Dabei reist sie sowohl um die Welt, als auch in die Vergangenheit, und das in gewohnt buntem und witzigem Stil mit vielen popkulturellen Referenzen. Mich hat der Comic sehr nachdenklich gestimmt, eben weil ich noch nie auf den Gedanken gekommen bin, dass uns Selfcare von der Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod abhält - und uns dabei auch noch viel Geld und vor allem Lebenszeit kostet. Ich mochte diese kritische Auseinandersetzung richtig gerne!
Übersetzt von Katharina Erben.