Comedienne Julia Brandner will niemals schwanger werden und beschließt mit Mitte 20, sich sterilisieren zu lassen. Eine Entscheidung, die viele nicht verstehen und die gar nicht so einfach umzusetzen ist. In "I'm not kidding" erzählt Julia mit Humor und Offenheit, welche Hindernisse sie auf dem Weg überwinden musste (Gutachten über Zurechnungsfähigkeit!) und wie sie gegen gesellschaftliche Erwartungen und für ihre Sterilisation kämpfte, bis sie sich mit 28 Jahren endlich sterilisieren lassen konnte. Sie thematisiert Vorurteile gegenüber Frauen, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden, und entlarvt den Druck der vermeintlichen "biologischen Pflicht". Eine ehrliche und unterhaltsame Lektüre über Selbstbestimmung und die Freiheit, das eigene Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Ich habe selten ein Buch so gefeiert. Es ist erstaunlich, wie wenig kreativ die ‚alle Frauen müssen Mutti sein wollen‘ Fraktion ist. Alles genauso tausendmal gehört. Schön finde ich dabei, dass das Buch nicht die Position von bekinderten Menschen abwertet, sondern konsequent betont, dass deren Lebensstil für die ja durchaus adäquat sein kann. Etwas, das besagte Gruppe den Kinderlosen ja eher nicht zugesteht. Mein Lieblingskonter auf ‚warte nur, bis der Richtige kommt‘ ist übrigens: wenn er Kinder will, ist er per Definition nicht der Richtige.
Ich habe noch nie von der Autorin gehört, sah das Buch aber in einem Buchladen liegen und der Titel sprach mich sofort an. Glücklicherweise sah ich es ein paar Wochen später in der Bibliothek und nahms sofort mit.
Sie bezieht klar Stellung, nennt aber dennoch die Vor- und Nachteile von ihren Argumenten und wertet keinesfalls eine Seite ab. Gut zu lesen, sicher auch interessant für die Leute, die Kinder wollen.