Trei generații de femei din Austria secolelor XX și XXI, reunite într-o poveste cu scene electrizante și personaje memorabile.
Elli, Alexandra și Eva sunt bunică, mamă și fiică — trei femei nevoite să-și poarte fiecare „povara“ ei. Elli, născută în 1928, asistă în timpul celui de-Al Doilea Război Mondial la efectuarea unui avort ilegal. O experiență tulburătoare, care o marchează. La începutul anilor 1950, îndrăgostită și naivă, Elli se grăbește să se mărite cu Alexander — o căsnicie de scurtă durată din care nu mai rămâne decât fiica lor, Alexandra, căci... fericirea e ca o pasăre. În tumultuoșii ani 1970, Alexandra se salvează dintr-o relație nefericită, refuzând să facă un copil. A doua sa căsnicie, cu Milan, este, cel puțin în aparență, mai fericită, iar fiica lor, Eva, se naște în 1986. Eva este prima dintre cele trei femei care încearcă să afle ceva despre care ar fi preferat să nu știe, prima care se confruntă cu similitudinile biografice din familia ei. O carte care amintește de frământările maturizării din Tetralogia Napolitană a Elenei Ferrante, de fatalismul generațional din A opta viață de Nino Haratischwili și de fluența prozei lui Sally Rooney.
Elli, 1928 geboren, verbringt ihre Kindheit und Jugend zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Sie ist begeistertes Mitglied beim Bund Deutscher Mädel und eine Bewunderin Hitlers. Mit seinem Tod stirbt auch Ellis Vorstellung ihrer Zukunft. Den Vater rettet sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester gerade so vor dem Selbstmord und der Mann, den sie Anfang der 50er Jahre heiratet, entpuppt sich kurz nach der Hochzeit und Geburt der Tochter Alexandra als Hochstapler. Alexandra wiederum kämpft Mitte der 70er Jahre mit all dem Ungesagten und der Schuld in ihrer Familie, sie stürzt sich in unglückliche Beziehungen, entscheidet sich bei dem einen Mann gegen, bei dem anderen für das Kind. Eva, Alexandras Tochter, wird 1986 geboren und versucht ihr ganzes Leben, Berührungspunkte und Gemeinsamkeiten mit ihrer Mutter zu finden.
Anna Neatas Debütroman "Packerl" erzählt von den Päckchen, die wir alle zu tragen haben, die mal größer, mal kleiner ausfallen. Über 80 Jahre hinweg begleiten wir in Salzburg und Umgebung Elli, Alexandra und Eva - Großmutter, Mutter und Tochter -, beobachten sie beim Leben, beim Hoffen, beim Scheitern. Die Autorin lässt dabei viel Zeitgeschehen in den Roman einfließen, sowohl Nostalgisches wie den Apfelstrudel, den man mit der Großmutter verbindet, als auch österreichische und deutsche Politikgeschichte. Die Packerl der drei Frauen gleichen sich, obwohl sie in verschiedenen Zeitkontexten stattfinden: Mutterschaft und Abtreibung, das Schweigen, das auf der Familie lastet sowie psychische Belastungen und Erkrankungen. Jede Figur hat ihren eigenen Sound im Buch, die Autorin lässt immer wieder österreichischen Dialekt einfließen - weshalb ich hier vor allem das Hörbuch, wunderbar vorgetragen von Ulrike C. Tscharre, empfehlen möchte. Selbst gelesen hat mir Anna Neatas Debüt nur halb so viel Spaß gemacht, ich fand es etwas mühsam, mit Dialekt und fehlender Kennzeichnung von wörtlicher Rede zurecht zu kommen. Also: Kopfhörer auf die Ohren und dieser einfühlsamen und berührenden Familiengeschichte lauschen!
Ich wollte es fertig lesen, ich habe es versucht. Es ist kein schlechtes Buch, nur so gefüllt mit negativem. Immer geht es darum was man nicht mag, nie um das was man mag und das Schicksal wird als etwas vorgeschriebenes behandelt. In so einer Welt möchte ich nicht leben, ich will auch nicht wissen wie es so ist.
Ein tolles, soghaftes Generationenportrait Elli, Alexandra und Eva sind drei Frauen, und sie sind auch Großmutter, Mutter und Tochter. Über einen Zeitraum von 80 Jahren, von 1942 bis in die Gegenwart, verfolgen wir die Geschichte dieser drei Frauen. Zentrum ist dabei Salzburg und das Haus des Großvaters, ein Haus des Schweigens und Verdrängens. Und während die Schicksale der Frauen geprägt sind von ihrer jeweiligen Zeit und ihren gesellschaftlichen Umständen, scheinen sie sich doch immer wieder zu spiegeln.
Anna Neata’s Debütroman, lässt sich wohl problemlos als Familienroman bezeichnen. Aber es ist noch so viel mehr. Auf verschiedenen Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven sehen wir wie Frauen ähnliche Erfahrungen machen, wir sehen wie sich zwar die Epochen ändern aber viele Dinge und Schicksale sich doch wiederholen. Frühe Schwangerschaften, Abtreibungen und Mutterschaft, unglückliche und teils gewalttätige Beziehungen, Depressionen und Suizidversuche sind nur einige der, teils wiederkehrenden, Themen. Vor allem erzählt „Packerl“ aber sehr eindrücklich und laut vom Schweigen und vom Nichtgesagtem– das reicht vom Schweigen über den Nationalsozialismus bis zum Schweigen der Frauen über das ihnen Widerfahrene.
„Packerl“ ist auch ein Buch über drei Genrationen innerhalb der österreichischen Gesellschaft – die unterschiedlichen Stimmungen und Umstände Jahrzehnte stellt die Autorin durch die jeweilige Atmosphäre und den gewählten Ton sowie Sprache sehr eindrücklich und gelungen dar. Auch wenn der österreichische Dialekt für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig war, hat mich die Geschichte und ihre Sprache nach kürzester Zeit gepackt.
Anna Neata ist ein toller und fesselnder Roman über die gesellschaftlichen Umstände die uns formen und die Päckchen oder das „Packerl“ die wir zu tragen haben, gelungen. Eine Familiengeschichte, die lange im Gedächtnis bleibt und eine klare Leseempfehlung verdient!
Mit historischer und sprachlicher Präzession in einer realistischen, bewegten Sprache, die alle drei Frauen dreidimensional und komplex zum Leben erweckt. Besonders, wer Salzburg und das Salzburger Land kennt, aber auch, wer Familien in und um Österreich hat, wird vertrautes finden. Die Schicksale und Gedanken der Charaktere sind manchmal trist und trotzdem hinterlässt dieser Roman ein Gefühl von Hoffnung.
Das Packerl ist das Gewicht, das man im Leben auf den Schultern trägt.
Wir tauchen ein in die Geschichte dreier Frauen, die ihr Packerl tragen: Elli, die mitten im zweiten Weltkrieg eine begeisterte BDM-Anhängerin ist und nach dem Tode Hitlers gemeinsam mit ihrer Schwester den Vater am Dachstuhl noch lebend, aber zappelnd finden. Sie ist ein bisschen daran schuld, dass der Freund ihrer Schwester nicht aus dem Krieg zurückkehrt und später verliebt sie sich in den falschen Mann. Dass dieser ein Aufschneider ist, bemerkt sie erst, als sie bereits schwanger ist. Ellis Tochter Alexandra, die im Strudel der 70er-Jahre aufwächst und das Schweigen ihrer Mutter kaum erträgt, kehrt ihr aus diesem Grunde den Rücken. Nur ihr bester Freund Hannes steht ihr weiterhin zur Seite. Alexandras Tochter Eva wird 1986 geboren. Sie ist zwar ein ruhiges und stilles Kind, aber nach einem Schwangerschaftsabbruch wird sie stark depressiv und ist suizidgefährdet. Sie wird diejenige sein, die versucht, das ganze Ungesagte in den vorherigen Generationen zu entschlüsseln.
Abwechselnd, aber chronologisch kommen die drei Frauen zu Wort. Und je nachdem welche Frau gerade erzählt, änderte sich auch der Sprachstil der Autorin von fein bis derb. Ich musste mich ein wenig einlesen; weniger in die Geschichte als in den österreichischen Dialekt. Außerdem fehlen die Zeichen der wörtlichen Rede komplett. Aber als ich das hinter mir hatte, konnte ich mich so richtig in die Geschichte fallen lassen. Sah förmlich das Haus vor mir, wo der zerbrochene Spiegel hängt und wo die letzten zwei Treppenstufen immer so knarzen. Der Geruch von Apfelstrudel zog buchstäblich durch mein Wohnzimmer. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Ich liebe diese Familiengeschichten mit Rückblicken, wo jeder sein Packerl zu tragen hat, denn wo gibt es das nicht? 4½/ 5 und ich muss dringend einen Apfelstrudel backen.
Eine Familie, drei Frauen aus drei Generationen aus Österreich, durchleben drei einzigartige, aber dennoch ähnliche Schicksale und Erfahrungen. Obwohl die Frauen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken mögen, sind sie doch alle wiederholt mit Themen wie Schwangerschaftsabbrüchen, Depressionen, toxischen Beziehungen und Mutter-Tochter-Beziehungen konfrontiert. Das Buch erwies sich als ziemlich herausfordernd. Die Tatsache, dass die wörtliche Rede ohne Kennzeichnung geschrieben wurde und ein erheblicher Anteil im Dialekt verfasst war, trug nicht gerade dazu bei, meine Leseerfahrung zu verbessern. Hinzu kam, dass das Hauptthema des Romans das Schweigen und das Vermeiden des Aussprechens von Dingen ist, die dringend ausgesprochen werden sollten. Leider befand ich mich zu dieser Zeit nicht in der richtigen Stimmung für ein solches Buch. Außerdem hatte ich den Eindruck bereits einige Bücher mit ähnlicher Thematik gelesen zu haben, die für mich ansprechender erzählt wurden.
Leider hat das Buch überhaupt nicht meinen Erwartungen entsprochen. Ich habe irgendwann den Überblick verloren über die Figuren und die Zeit, zum Glück habe ich es nur geliehen und nicht gekauft.
In Anna Neatas Debütroman Packerl entwirft die Autorin eine fein verästelte Familienerzählung über Freundschaft, Erinnerung, Herkunft und das Schweigen zwischen den Generationen. Dabei begleitet werden Elli, Alexandra und Eva - Großmutter, Mutter, Tochter. Erzählt wird von den Päckchen, die jede von ihnen zu tragen hat – seelisch, politisch, familiär. Manche sind schwer und bleiern, andere leichter und doch hartnäckig. Schauplatz ist Salzburg und Umgebung, und während wir die Frauen beim Hoffen, Warten, Kämpfen und Scheitern beobachten, wird ihre Geschichte begleitet - vor allem über die Rolle der Frauen in ihrer Familie und deren Verhältnis zur österreichischen Politikgeschichte. Das Buch bleibt dabei fragmentarisch, springt zwischen Episoden, Gedanken und Zeiten – wie eine lose Sammlung von Päckchen, die Eva zu öffnen versucht, ohne zu wissen, was genau sie darin erwartet.
Neata streut bewusst zeitgemäße und popkulturelle Referenzen ein, die das Buch tief in einer bestimmten Generation und Ära verankern: Der Klang eines Nokia-Handys, das endlose Spielen von Snake, eine beiläufige Erwähnung der Hitlerjugend im Kontrast zum Punktrend – all das bildet eine kontrastreiche Kulisse für die inneren Konflikte der Figuren. Besonders prägnant ist eine Szene mit einem Knallfrosch und einem Schwangerschaftstest – fast surreal, zugleich so konkret erzählt, dass sie lange nachhallt. Viele Momente wirken wie Erinnerungsfetzen, als ob jemand sie aus dem Gedächtnis erzählt oder nur andeutungsweise mitteilt. Vieles bleibt unausgesprochen – das Schweigen ist fast ein eigenes Thema des Romans.
Die österreichische Politikgeschichte zieht sich als leiser, aber präsenter Unterstrom durch den Roman. Die Abdankung der Regierung im Jahr 2019 wird ebenso thematisiert wie die Rolle von Kreisky in der Geschichte des Landes. Die Frauenfiguren – Elli, Alexandra, Eva – alle haben auf ihre Weise mit Politik zu tun, ob direkt oder im Schatten der großen Männer. Besonders eindrucksvoll ist die Szene, in der Eva am Ballhausplatz sitzt, während sich Geschichte vor ihren Augen entfaltet – sie ist da, als stille Zeugin eines Moments, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart überlagern. Die Stärke von Packerl liegt gerade darin, dass es sich weigert, alles auszuformulieren. Das Schweigen in der Familie – über das, was war, über das, was wehtut – ist nicht nur Thema, sondern wird auch sprachlich und strukturell spürbar. Vieles bleibt unausgesprochen, man muss genau lesen, um das Gesagte hinter dem Ungesagten zu erkennen. Wer dieses Buch nebenbei liest, wird vieles übersehen – Neata schreibt verdichtet, poetisch, mit Sinn für das Weggelassene.
Alles in allem ist Packerl ein wichtiges, zeitgenössisches Debüt, das aufmerksames Lesen verlangt und mit vielen leisen Tönen lange nachhallen könnte – aber leider ist über ein Jahr später nicht mehr viel davon in Erinnerung geblieben (zumindest bei mir. Gelesen 2024, rezensiert 2025 - zum Glück habe ich meine Notizen).