Straßburg 1349: Als eine der wenigen aus der jüdischen Gemeinde entkommt die junge Jaelle lebend einem Pest-Pogrom. In Männerkleidern rettet sie sich nach Würzburg, wo sie den Berater des Bischofs kennenlernt, den mächtigen Michael de Leone. Der findet Gefallen an dem jungen "Johan" und nimmt ihn in seine Dienste. Rabbi Moshe, Haupt der jüdischen Gemeinde, wittert eine Chance. Mit Jaelle hätte er Augen und Ohren an den Entscheidungen des Bischofshofs. Er ahnt: Dort wird ein ungeheurer Komplott gegen die Juden geschmiedet. Widerstrebend lässt sich Jaelle auf den gefährlichen Auftrag ein, eigentlich hat sie anderes im Sinn. In Würzburg sollen ihre letzten Verwandten leben. Sie macht sich auf die Suche. Und deckt ein sorgsam gehütetes Geheimnis auf.
Ähnlich leblos wie im "Caffeehaus" schildert Rausch in diesem Buch das Leben und Sterben der Juden in Würzburg Straßburg und anderen Städten. Intrigen, Heimtücke, persönliche Interessen stehen hinter der Verfolgung und Tötung der Juden zu damaliger Zeit. Im Vordergrund die Geschichte von Michael Leone und Jaelle, die dem Gemetzel in Straßburg als Einzige entkommen konnte und als Johan in Würzburg neue "Heimat" findet. Jedoch nur für kurze Zeit denn auch hier sind die Juden nicht lange sicher.
Roman Rausch versteht es zwar geschichtliche Fakten mit einer fiktiven Erzählung zu verknüpfen jedoch so richtig zum Leben erwacht sie nicht. Mir fehlt hier mehr Gefühl, Leidenschaft, menschliches, einfach mehr als nur Fakten aneinandergereiht und lose durch die Geschichte verbunden.
Historisch gesehen sehr interessant zu lesen. Gerade die Fakten, die zwischen einzelnen Kapiteln hervorgehoben sind und reale historische Begebenheiten darstellen, sind sehr informativ gestaltet. Als Wahl-Würzburgerin hatte ich bislang keinerlei Kentnisse zu dieser dunklen Zeit des Mittelalters. Gerade wenn man die Orte kennt, an denen das Buch spielt, macht es die Geschichte noch realer.