Jump to ratings and reviews
Rate this book

Der Club der Hysterischen Frauen

Rate this book
Als Sarah Ramey an einem schönen Sommertag in den See springt, ahnt sie nicht, dass dies der Anfang vom Ende ist. Eine scheinbar harmlose Harnwegsinfektion, eine verpfuschte Operation und fast zwanzig Jahre mit chronischen Schmerzen später sucht sie noch immer nach einer Diagnose. Von Ärzten hört sie immer wieder nur: »Haben Sie es schon mit Antidepressiva probiert?« Doch sie ist nicht allein. Es scheint geradezu einen geheimen Club von Frauen mit mysteriösen Krankheiten zu geben. Krankheiten, die von der männlich dominierten Medizin als Hysterie abgestempelt und nicht angemessen behandelt werden: Fibromyalgie, Chronisches Fatigue-Syndrom, Lupus oder MS.

464 pages, Paperback

Published January 15, 2025

1 person is currently reading
7 people want to read

About the author

Sarah Ramey

3 books77 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
0 (0%)
4 stars
1 (25%)
3 stars
3 (75%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 of 1 review
Profile Image for Daria.
48 reviews7 followers
January 28, 2025
Sarah Ramey ist eine WOMI - eine WOman with a Mysterious Illness. Nach einem Bad im See mit 21 entwickelt sie eine Harnwegsinfektion, es folgen Antibiotika, eine verpfuschte OP, eine Blutvergiftung, noch mehr Antibiotika, und plötzlich ist Sarah krank. So richtig. In "Der Club der hysterischen Frauen" erzählt Sarah von ihren Klolympischen Spielen, ihren unfassbaren Schmerzen, ihrer Odyssee von Arztpraxis zu Arztpraxis. Und die ist heftig. Sie berichtet von unfassbar gewaltvollen Eingriffen, entwürdigenden Untersuchungen und Ärzten, die empathieloser nicht sein können. Niemand weiß, woher ihre Schmerzen kommen, ihre Darmprobleme, ihre Erschöpfung, es ist sicher nur psychosomatisch, hier, nehmen Sie Antidepressiva und ein Antibiotikum, Sie sind doch eigentlich jung und gesund, danke, tschüss.
Also fängt sie an, selber zu recherchieren, und wird mit ihren Ergebnissen immer wieder abgeschmettert, wenn sie diese Ärzten gegenüber erwähnt. Also wendet sie sich hin zu alternativen Methoden. Yoga, Meditation, Nahrungsergänzungsmittel, abklopfen, die Scham heilen, die ihre Schmerzen verursacht. Aber auch die bringen nur bedingt was, und nach einer kleinen Verbesserung werden ihre Symptome wieder schlimmer. Sarahs Eltern sind selber Arzt und Ärztin, doch auch sie können für ihre Tochter nichts tun.

Für viele chronische Krankheiten, die hauptsächlich Frauen betreffen, gibt es keine Heilung. Es gibt nichtmal genug Forschung, um deren Behandlung und Ursachen zu untersuchen. Eine falsche Behandlung kann im Gegenteil sogar lebensgefährlich werden, wenn man beispielsweise ME/CFS hat, wie Sarah. Und das prangert sie an - es muss sich was ändern.
Abwechselnd erzählt sie von ihrer Krankheitsgeschichte und Erkenntnissen aus ihrer Recherche zu körperlichen Ursachen und Zusammenhängen, die sie auf dem Weg gefunden hat. Ich habe wenig Ahnung von Medizin und fand ihre Ergebnisse äußerst spannend. Und gerade für jemanden, der nichts mit einer solchen mysteriösen chronischen Krankheit zu tun hat, tun sich erschreckende Abgründe auf. Ich wusste, dass viele Ärzte Patientinnen nicht ernst nehmen - aber in diesem Ausmaß und über so einen langen Zeitraum? Heftig. Sarah ist zurecht verzweifelt. Aber sie hat auch Möglichkeiten, die bei weitem nicht alle haben - sie kann mal eben quer durchs Land ziehen, bei Spezialisten Termine machen, sich von ihren Eltern Medikamente verschreiben lassen. Sie ist finanziell gut aufgestellt, geht mit diesem Privileg aber zu unreflektiert um.

Zwei Dinge haben mich besonders gestört. Erstens - sie erzählt sehr viel, teilweise im Kreis. Das Buch hätte sicher 100 Seiten kürzer sein können. Vor allem in der Mitte, als sie abschweift zu Heldenreise und Heldinnenreise und der Unterwelt und dann irgendwie bei männlicher und weiblicher Energie und Yin und Yang herauskommt. Natürlich ist der Alltag und die Gesellschaft an den Mann angepasst, und sie kritisiert das Patriachat berechtigterweise, aber ihr Gerede von mehr weiblicher/femininer Energie und die Schlüsse, die sie gezogen hat, waren mir dann doch ein wenig zu esoterisch.
Zweitens - besonders bei einem Buch über so ein sensibles Thema, wo sind die Quellen?? Ja, am Ende sind auf einer Doppelseite ein paar Internetlinks und Bücher aufgelistet. Aber was ist mit den "hunderten von Studien" und Essays und Artikel, die sie liest? Hinweise auf den Stand der Forschung oder Forschungsprojekte an Universitäten oder Krankenhäusern? Nichts. Das ist glaube ich der allergrößte Minuspunkt für mich, fällt es mir dadurch doch etwas schwerer, ihren Ergebnissen und Erkenntnissen Glaubwürdigkeit zu schenken. Was sehr schade ist, wenn es doch gerade darum geht, Aufmerksamkeit auf chronische Krankheiten zu lenken und daran zu appellieren, dass sie eben nicht psychosomatisch sind, sondern reale körperliche Ursachen haben.
Displaying 1 of 1 review

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.