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The Hohenzollerns and the Nazis: A History of Collaboration

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The disappearance of the Hohenzollern family from the history of Germany in November 1918 as the Kaiser fled into Dutch exile is one of the most startling, rapid instances of a once all-powerful royal family becoming almost overnight irrelevant and marginal. Except this is not exactly what happened.

Stephan Malinowski’s German bestseller is an extraordinary work of recovery. It suited both the Weimar Republic and then the Third Reich to view the Hohenzollerns with contempt, and yet the royal family’s hatred of the former and approval of the latter were for millions of Germans a significant factor in their own view of their country and its government.

With forensic and often shocking detail, Malinowski shows that, far from being ridiculous, marginal figures the Hohenzollerns lay at the heart of Germany’s ongoing nightmare. Despite formally losing power, the members of the royal family remained prominent, catastrophically allowing many other conservative Germans to stay distanced from the new republic and to eventually betray conservative traditions and values. Battered from both left and right, the Republic collapsed in 1933 in part because conservative forces, fearful of both Communism and Fascism, had abandoned their own principles just as much as the leading members of former royal family had, who were themselves beguiled by and fooled by Hitler.

This is an important and shocking book, as well as a devastating picture of an inadequate and trivial royal family painfully underequipped to fulfil its role.

704 pages, Hardcover

Published July 29, 2025

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418 people want to read

About the author

Stephan Malinowski

5 books6 followers
Stephan Malinowski, geb. 1966 in Berlin (West), Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Berlin (FU, TU, HU) und Montpellier (Universite Paul Valery). Magister 1994 an der TU Berlin. 1995-1998 DAAD-Stipendiat am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. 1998-2002
Wiss. Mitarbeiter an der TU Berlin (Neue Geschichte), 2002/03 Wiss. Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität zu Köln, April 2003 Wiss. Ass. (Dr. phil.) am Friedrich Meinecke Institut der FU Berlin.
ür seine Dissertation wurde er im Jahr 2004 als erster Preisträger mit dem Hans-Rosenberg-Gedächtnispreis ausgezeichnet.

Nach seiner Promotion wurde er im April 2003 Wissenschaftlicher Assistent am Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin, wo er bis 2008 als Dozent tätig war. In den Jahren 2005/2006 war er Kennedy-Fellow am Center for European Studies an der Harvard University in Cambridge (Massachusetts). Er lehrte an der Humboldt-Universität zu Berlin und war von 2008 bis 2009 Fellow am Institute for advanced studies der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Von 2009 bis 2012 lehrte er deutsche und westeuropäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts am University College Dublin.[3] Seit Sommer 2012 unterrichtet er an der School of History, Classics & Archaeology der University of Edinburgh.[4] Neben Arbeiten zur deutschen Geschichte ist Malinowski auch mit Beiträgen zur französischen und europäischen Kolonialgeschichte hervorgetreten.

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Displaying 1 - 21 of 21 reviews
Profile Image for Ronsens.
114 reviews23 followers
October 8, 2022
Vor Lektüre war meine Haltung bereits "Was erlaube Hohenzollern", danach stehe ich fast schon mit Forke und Fackel vorm Schlosstor.
Profile Image for Oneofthefoxes.
746 reviews24 followers
October 31, 2021
Stephan Malinowski Publikation ist eigentlich eine Antwort auf einen Streit, der auf verschiedenen Ebenen auch zwischen ihm und der Familie der Hohenzollern geführt wurde.
Doch seine Antwort auf verschiedene unangenehme Fragen, die sich aus dem Quellenmaterial ergeben, Ist keine polemische, sondern eine wissenschaftlich fundierte und überprüfbare.
Angesichts der offenkundlichen Quellen scheint es auf den ersten Blick verwunderlich, dass es der Familie gelungen ist, das Bild der ehemaligen Kaiserfamilie im Hinblick auf ihre Rolle in der Weimarer Republik und der NS Diktatur so klein halten zu können. Die Bilder jener Zeit sprechen bereits ihre eigene Sprache und zeigen deutlich eine gänzlich andere Wahrheit, als die welche von Seiten der Hohenzollern verbreitet wird.
Wer verstehen möchte, welche Säulen die politische Macht der NSDAP stützte, nämlich unter anderem die alten Eliten aus dem Kaiserreich, kommt gerade an der ehemaligen Kaiserfamilie nicht vorbei. Das zeigt Malinowksi hier klar auf.
Die Deutung der Rolle der ehemaligem Kaiserfamilie für die politische Neuorientierung in der Weimarer Republik und vor allem für die Erstarkung der NSDAP nach 1945 ist bezeichnend für die Aufarbeitung der NS Diktatur in der BRD. Viele wollen es auf einmal nicht gewesen sein.
Entweder wurde komplett geschwiegen oder die eigene Rolle relativiert. Im Falle der Hohenzollern ging die Familie sogar soweit, sich näher an den Widerstand des 14. Juli 1944 zu rücken und den ehemaligen Kronprinzen gar als Widerständler zu zeichnen, der nur darauf gewartet habe, Hitler abzulösen. Interessant dabei ist durchaus, das bei dieser Linie aus dem Blick gerät was die Familie alles nicht getan hat… Sie hätte die Möglichkeit gehabt, sich zumindest in der Öffentlichkeit nicht instrumentalisieren zu lassen. Doch dieser Weg wurde nicht eingeschlagen.
Stephan Malinowski hat in akribischer Arbeit nachgezeichnet, wie die Familie ihre Position in der Weimarer Republik und dann in der Zeit nach 1933 sah und auch in der Öffentlichkeit vertrat.
Es ist merklich ein Werkt das sich an den Streit der vor allem in den großen Tageszeitungen, den Gerichten und der Familie Hohenzollern geführt wurde richtet. Dementsprechend finden Laien eher einen schwereren Zugang. Es wäre wünschenswert, wenn in Zukunft zu diesem Thema auch leichter Zugängliche Bücher für eine breite Öffentlichkeit erscheinen würden. Sonst wäre die Debatte doch wieder eine, die nur unter Eliten stattfindet, obwohl sie meiner Meinung nach an ihr sehr gut zeigen lässt, wie die Geschichtsschreibung der BRD nach 1945 funktioniert hat. Z
um Teil eben auch dadurch, dass die Eliten dafür sorgten, dass sie selbst über ihre Rolle schrieben und die Deutung durch selbst beauftragte Historiker dadurch gar nicht objektiv sein konnte.

Wer nicht davor zurück schreckt ein etwas sperriges, wissenschaftliches Buch zu diesem Thema zu lesen, dem sei die Lektüre auch abseits der Geschichtswissenschaft zu empfehlen.
Profile Image for Kevin Low.
21 reviews1 follower
February 23, 2025
A terrifically comprehensive review of Hohenzollern folly from the dethronement of the Kaiser to the present day. Occasional missing words and what eventually felt like a minor overuse of the word 'caesura' do not detract from the impressive scholarly achievement.
Profile Image for monsieur_steini .
235 reviews6 followers
December 25, 2025
Stephan Malinowski geht in diesem Buch der Frage nach, inwiefern die Familie der Hohenzollern dazu beigetragen hat, den Aufstieg der Nationalsozialisten zu fördern und zu befürworten. Ungemein fundiert, vielseitig und facettenreich recherchiert zeichnet er ein Porträt einer gespaltenen und vielseitigen Gesellschaft zwischen Ende des Kaiserreichs, Unruhen der Weimarer Republik und Aufstieg der NSDAP. Gerade angesichts aktueller Entwicklungen, wo sich Despoten wieder mit Propaganda und Selbstinszenierung in den Fokus rücken, wo Fake News und Desinformation an der Tagesordnung liegen, hat dieses Sachbuch eine beunruhigende Aktualität. Schon die Kaisergetreuen erschufen nach Ende des Ersten Weltkrieges ihr eigenes Narrativ und setzten Gerüchte in die Welt, die Liebe zu Uniformen, alten Werten, Tradition und einer starken Führungspersönlichkeit, auch im Zuge der Frage eines würdigen Nachfolgers, bedingten Kontakte und Nähe zur NSDAP.

Malinowskis Werk ist sehr umfangreich, aber zugänglich und verständlich geschrieben, nahbar formuliert und bisweilen mit interessanten Anekdoten gespickt. Was er an Quellenstudium und -auswertung betrieben hat, ist eine ungemeine Leistung. Ein Sachbuch, das völlig zu Recht als Sachbuch des Jahres 2022 ausgezeichnet wurde und uns unter anderem anhand diesem neuen Licht auf Republik- und Demokratiefeindlichkeit zeigt, wie sehr wir uns heute anstrengen müssen, unsere Werte zu schützen und zu verteidigen.
3,571 reviews183 followers
August 7, 2025
I found this book fascinating and essential reading for anyone interested in German history between the end of WWI and WWII. It is the English language version, although updated of the author's 2021 'Die Hohenzollern und die Nazis' (please see my footnote *1 below) and it is very much a follow on to his 2004 'Vom König zum Führer: Deutscher Adel und Nationalsozialismus' (published in 2020 in English, again with revisions, as 'Nazis & Nobles: The History of a Misalliance'). What Professor Malinowski has done in these works (and in other books and articles only accessable if you read German) is to re-examine the shibboleths that were the foundation myths of the West German polity before reunification. At its simplest this was a tale built around the idea of a conservative opposition arising from within Prussia's noble families to Hitler to rival that of the working class/communists as espoused by East Germany. That you had the July bomb plot martyrs at its centre (the 'heroes' of the Hollywood/Tom Cruise film 'Valkyrie') made it both a convincing foundation story for the Germany Adenauer built but also difficult to challenge.

Well time has moved on, Germany is reunited and who now remembers Adenauer? Malinowski is one of a number of German historians (for example 'The Gravediggers: 1932, The Last Winter of the Weimar Republic' by Rüdiger Barth and Hauke Friederichs) who are re-examining and finding not simply feet of clay but widespread misrepresentation, or deceit, in the narrative of noble/conservative'opposition' to Hitler. If you read any of the many books on Nazi Germany published in the last 20+ years, not just those by Prof. Malinowski, you will be aware of this and no doubt wonder why Georg Elser rather the Claus von Stauffenberg was the subject of a Hollywood film (if you don't know who Elser was read, as a start https://en.wikipedia.org/wiki/Georg_E...).

It is because of this ongoing re-examination of now 20th century German history is to be understood that the role of the Hohenzollerns, most particularly the ex-Kaiser Wilhelm II and his eldest son the ex-crown prince Wilhelm and his siblings and children, in those years has come under a forensic spotlight. Also of course because the current 'head' of the 'house' of Hohenzollern, Georg Friedrich Prinz von Preussen the great-great-grandson of the last kaiser, launched in 2014 a series of lawsuits to try and overturn the post war confiscation of Huis Doorn in the Netherlands and compensation for the confiscation by the East German state of palaces, lands and artworks (see my footnote *2 below). For compensation to be paid the claimants had to show that their ancestors had not significantly supported the Nazis. The Hohenzollerns under Louis Ferdinand, the last Kaiser's grandson, had post WWII, spent a great deal of time and effort reinventing himself as a 'rebel prince' who was involved intimately with the July 44 bomb plotters (totally untrue) and burying under a mountain of self serving lies the activities of himself and his father as the paladin of Adolph Hitler.

The interesting thing is that the Hohenzollerns beginning with the ex-kaiser and crown prince had a long history of 'managing' which means distorting the historical narrative to show them in the best light. Because neither the ex-kaiser or crown prince had gone on to have a 'political' role in a restored monarchy historians had for to long written them off as irrelevant (see, for example, Christopher Clark in his flawed biography of Wilhelm II and his embarrassing, and nearly reputation destroying, early support of the Hohenzollern compensation claims) but Malinowski shows that while both ex-kaiser and crown prince were risible figures that did not mean that their influence, particularly that of the crown prince was not essential to ensuring the conservative acquiescence that brought Hitler to power.

Malinowski's book not only destroyed the basis for any compensation claim but also overturns some legends that have circulated in biographies of Wilhelm II even by reputable historians like Christopher Clarke such as:

- The story that Wilhelm II said, in response to 'kristalnacht' 'I am ashamed to be German'. In fact it is a bogus quote without any foundation in the historical record.
- That Huis Doorn was confiscated because of some ill-considered remarks of the ex-kaiser. In fact it was on the basis of the activities of the crown prince.

Prof. Malinowski also goes into some detail of the recent compensation claims and the attempts by Prince Georg Friedrich to use lawsuits, well over 100, to silence historians, journalists and others writing anything that differed from the mendacious script that had been prepared by various paid historical consultants. It is not without a great dollop of enjoyable schadenfreude that Prof. Malinowski reports on how prince Georg Friedrich discovered that legal action to curtail or suppress an unwanted story is in these days more likely to result in its further dissemination.

At 480 pages of text plus another 160 of notes and bibliography this is a big book, but an immensely readable and fascinating one. It may not be for everyone but it is a rewarding read and one, if you are interested in the period, you won't regret reading.

*1 For some reason this book is listed on GR as a separate work not a different edition to its German original.
*2 To go into details would overwhelm this review but all of the claims in the Netherlands and Germany regarding property were rejected and a final settlement, regarding works of art, was only reached in June 2025 (see: https://www.dw.com/en/german-hohenzol....
Profile Image for Martin Riexinger.
303 reviews31 followers
September 10, 2025
Malinowski schildert hauptsächlich anhand von Ex-Kaiser Wilhelm II., dem "Kronprinz" Wilhelm und von dessen Sohn Louis Ferdinand, wie sich die Mitglieder der Hohenzollerndynastie zum Nationalsozialismus positionierten. Seine Hauptthese ist, dass sie keine konservative Gegenkraft zum Nationalsozialismus aufbauten oder zumindest stützten, sich nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch einer Nähe zum Konservativen Widerstand rühmten, die es faktisch nie gegeben hatte. Stattdessen betrachteten sie die Nationalsozialisten primär unter dem Gesichtspunkt, wie sie aus derem Aufstieg Profit ziehen könnten. Der Ex-Kaiser im niederländischen Exil verhielt sich hierbei erratisch, Phasen des Anschleimens (sorry) wechselten mit Phasen der Distanzierung vom pöbelhaften Auftreten der Nazis ab. "Der Kronprinz" zeigte hier weniger Hemmungen und spielte eine wesentliche Rolle bei Bestrebungen das Dritte Reich im Ausland in ein positives Licht zu rücken. Zugleich sollte er den Nazis bei den Eliten des Kaiserreichs Legitimität verschaffen.
Im Gegensatz zu linken Geschichtsmythen zeigt Malinowski auf, dass das Verhältnis von alten Eliten und Völkischen durchaus oft gespannt war, da letztere den Adel als eine dekadente Gesellschaftsschichten auffassten, die dem Wiederaufstieg der deutschen Nation im Weg standen. Nicht zuletzt griffen die Nazis in einer Weise in die adligen Besitzverhältnisse ein, vor der die Politiker der Weimarer Politik zurückgeschrdckt waren.
"Der Kronprinz" wurde in diesem Zusammenhang zu einer lächerlichen Figur, der Dienste für die Nazis verrichtet ohne dafür substanzielle Gegenleistungen für sich oder seine Klasse zu erhalten.
Zum Schluss schildert Malinowski, die Versuche Louis Ferdinands die Dynastie und das Kaiserreich in Zusammenarbeit mit konservativen Publizisten, Historikern und Politikern zu rehabilitieren. Doch eine Verbindung zu den Männern des 20. Juli bestand nicht. Zentrum der revisionistisk hen Aktivitäten war die Burg Hohenzollern bei Hechingen, der Stammsitz der Dynastie, wo sich Louis Ferdinand nach dem Verlust der Besitzungen in Ostdeutschland niederließ.*
Im Zusammenhang mit den juristischen Streitigkeiten um die Besitztümer der Hohenzollern hebt er den Kontrast zwischen dem adligen und einem meritokratischen Besitzverständnis hervor.
Großen Raum nimmt in dem Buch die Wahrnehmung in den internationalen Medien ein.

Das Werk weist kleinere Schwächen auf. Der Mythos vom wiederkehrenden König wird wiederholt angeschnitten, aber nie systematisch diskutiert. Auf die Entwicklung anderer Monarchien (UK, Skandinavien) wird ebenfalls nur kurz verwiesen.
Wenig Raum nimmt der mittlere und niedere preußische Adel ein, obwohl jener eine tragende Rolle in der monarchistisch-restaurativen DNVP spielte, er taucht z. B. im Zusammenhang mit konservativen Frauen Verbänden auf. Etwa mehr Aufmerksamkeit widmet er der teilweise anderen politischen Orientierung süddeutscher Adliger.

* Gelesen hab ich das Buch im Wohnzimmer meiner Eltern mit Blick auf den Hohenzollern. Ein merkwürdiges Gefühl, so viel Subjektivität sei gestattet.
212 reviews
August 1, 2025
This is almost like 6 essays, with each chapter having introduction and conclusion. It’s a very thorough researched book and with lots of evidence that contradicts the Hohenzollern narrative that they were part of the German resistance against the Nazis. The writer repeats things several times through the book, almost as though each chapter could be a stand-alone essay. I definitely enjoyed it and learned a lot, but no wonder the Hohenzollern lawyers kept raising legal cases against him - it’s inflammatory stuff.
260 reviews2 followers
June 2, 2022
Als jemand, der am Fuß von Burg Hohenzollern in Hechingen aufgewachsen ist, hat mich „Die Hohenzollern und die Nazis“ von Stephan Malinowski natürlich sehr interessiert. Und, obwohl es ein Sachbuch ist, hat mich das Buch von der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Viel wusste ich über den örtlichen Adel abgesehen von den Besuchen ihrer Burgen in Hechingen und Sigmaringen nicht. Und da ich nicht dabei war und kein Historiker bin, muss ich mich drauf verlassen, dass es stimmt, was Stephan Malinowski schreibt, schließlich hat er jahrelang recherchiert. Daher kann und möchte ich auf den Wahrheitsgehalt seines Buchs nicht eingehen. Fakt ist aber, dass er seine Thesen mit zahlreichen Quellen untermauert. Herausgekommen ist ein lesenswertes Buch über Adel, antidemokratische, antisemitische, reaktionäre und national(sozial)istische Gesinnungen, Geltungssucht und rücksichtsloses Machtstreben.
Aber von vorn.
Der Streit des Hauses Hohenzollern um Entschädigungen für die Besitztümer, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostdeutschland, also der Sowjetisch Besetzten Zone, enteignet worden sind, zieht sich nun schon seit 2014 und die Debatte zieht weite Kreise, auch in den Medien. Einer der Gutachter in der Sache ist der Historiker Stephan Malinowski, der im Auftrag des Landes Brandenburg beleuchten sollte, ob und inwiefern Wilhelm Kronprinz von Preußen seinerzeit dem Nationalsozialismus erheblich Vorschub geleistet hat (Titel: „Gutachten zum politischen Verhalten des ehemaligen Kronprinzen Wilhelm Prinz von Preußen (1882-1951)“). Das Gutachten wurde vom Haus Hohenzollern angefochten, das Malinowski (und in anderen Zusammenhängen einige seiner Kollegen) anzeigte. Seine Ergebnisse konnten dem Adelsgeschlecht natürlich nicht gefallen, denn der Historiker kam zum eindeutigen Schluss, dass die Hohenzollern nicht nur nichts gegen den Vormarsch der Nationalsozialisten tat, sondern sogar vielmehr ein „Werbeträger“ für die Nazis war. Schließlich hatte man eines ganz sicher gemeinsam: die Ablehnung der Republik, wobei das Haus Hohenzollern natürlich auf eine Wiederkehr der Monarchie hoffte.
Auch wenn das Haus Hohenzollern mit autorisierten Texten in der Zeit nach 1945 immer wieder versucht hat, die Weste weiß zu waschen und das öffentliche Image aufzupolieren, so zeichnet Stephan Malinowski ein anderes Bild der drei Generationen von 1918 bis heute. Pointiert, brillant und manchmal fast süffisant schreibt er in seinen sechs Kapiteln erst über sehr viel Privatleben, dann aber über „Paktieren“, ja sogar von „Anbiederung bei den Nazis“. Später wurde die Rolle relativiert und als „unbedeutend“ („Der Einfluss des insgesamt unbedeutenden Kronprinzen habe nur einen kurzen Zeitraum umfasst“) dargestellt, in den 1950er Jahren entstand sogar das Narrativ, die Hohenzollern seien ein Teil des Widerstandes gewesen. In seinem Buch stützt sich Malinowski aber überwiegend auf historische Quellen, die die Außenwirkung der Hohenzollern zeigen. Er zitiert Zeitungsartikel und Veröffentlichungen aus dem In- und Ausland, die ihre Nähe zu den Nazis nach 1933 aufzeigen. Bei der Lektüre stellt man fest, dass die Beziehung eine symbiotische war, denn beide Seiten hatten mehr gemeinsam, als die Hohenzollern heute sehen wollen und beide wollten von ihrer Kollaboration auf ihre Weise profitieren.
Wohlformuliert und für ein Sachbuch sehr verständlich geschrieben, zerlegt der Autor die Geschichte der Hohenzollern in ihre (nachweis- und nachvollziehbaren) Einzelteile und zerlegt damit größtenteils ihr Narrativ. Das Hühnchen, das er selbst wegen der Strafanzeige mit den Adligen zu rupfen hat, und das seine Ausführungen vorurteilsbelastet machen könnten, erwähnt er erst gegen Schluss, wo er auf seinen eigenen juristischen Streit mit der Familie eingeht. Sonst bleibt er ausschließlich auf dem Boden der Fakten. Für mich war das Buch eine lohnende und aufschlussreiche Lektüre, die ich für Geschichtsinteressierte gerne weiterempfehle. Von mir fünf Sterne.
Profile Image for Sören.
25 reviews
Read
April 8, 2025
Im Grunde ein Buch über Öffentlichkeitsarbeit: Nicht nur zur aktuellen Debatte über Vermögensrückforderungen, sondern auch zur neuen Rolle des Adels ab 1918 ohne rechtliche Privilegien, aber mit einem direktem Zugang zur (Welt)öffentlichkeit.
Im Zentrum dieses recht nüchternen Werks, das (zu meiner Freude) mehr akribisch beendnoteter Fachbeitrag als lockere Public History ist, steht natürlich die Frage, ob die Familie um den Ex-Kronprinz dem Nationalsozialismus erheblichen Vorschub geleistet hat. Aber es ist auch ein Buch über die medialen Bemühungen einer mächtigen Familie, sich immer dem Zeitgeist angepasst zu präsentieren, immer groß zu wirken und immer zu profitieren. Behandelt wird das Selbstbild des (preußischen) Adels, die Unterschiede zu anderen Staaten, monarchische Traditionen, zeitgenössische Wahrnehmungen und allerlei Details. Großen Unterhaltungswert erhält das Buch dann durch das peinliche Benehmen und die unmöglichen Illusionen der Hohenzollern. Schon mit diesen Aspekten wird das Lesen reichlich belohnt, auch weil das Buch stilistisch - von einigen eher obskuren Fremdwörtern abgesehen - gut lesbar ist.
Was Malinowski zusätzlich an Wissenwertem beiläufig vermittelt (über den Aufstieg der NSDAP, über die Medienlandschaft in den 1920ern und -30ern, über Revolution und Gegenrevolution ab 1918, über den Nationalsozialismus und über die Verarbeitung des Nationalsozialismus nach 1945), macht das Buch eigentlich zu einer Pflichtlektüre - nicht nur zum Thema "deutsche Geschichte", sondern durch das letzte Kapitel auch zur aktuellen öffentlichen Debattenkultur und die diese angreifenden Manipulations- und Einschüchterungsversuchen.
Profile Image for Kirsten.
3,159 reviews8 followers
December 2, 2022
Zitat einer Freundin: "Angesichts der offenkundlichen Quellen scheint es auf den ersten Blick verwunderlich, dass es der Familie gelungen ist, das Bild der ehemaligen Kaiserfamilie im Hinblick auf ihre Rolle in der Weimarer Republik und der NS Diktatur so klein halten zu können."

Das hat mich auch verblüfft. Denn die Rolle, die die Familie gespielt hat, war nicht gerade klein gewesen. Die im Nachhinein zu leugnen, ist schon dreist. Die Familie hat aktiv die Nähe der neuen Machthaber gesucht. Mag sein, dass sie Anfangs hofften, sie für ihre Zwecke nutzen und durch sie wieder zu alter Größe aufsteigen zu können. Aber auch als deutlich wurde, dass sie keine große politische Rolle spielen würden, haben sie sich nicht distanziert, sondern geradezu angebiedert.

Tatsächlich hatte vieles von dem, was sich in den Niederlanden abgespielt hat, dort schon gehört, gerade was das Gedankengut von Willhelm II betrifft, aber auch wie sich die Hohenzollern dort gegeben haben. Ich muss gestehen, dass ich das immer ein wenig für übertrieben gehalten habe, weil ich hier in Deutschland so gar nichts davon gehört oder gelesen hatte. Kein Wunder, wenn die Verantwortlichen versuchen, sich reinzuwaschen und ehrliche Berichterstattung mit allen Mitteln unterdrücken.

Tatsächlich habe ich die Lektüre lange vor mir hergeschoben, dann ist sie mir überraschend leicht gefallen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mir Zeit gelassen habe, weil ich sonst von den Fakten vielleicht doch erschlagen worden wäre.
177 reviews1 follower
October 27, 2023
Prachtig boek over 3 generaties Hohenzollern vanaf 1818 (afzetting Duitse Keizer Wilhelm II) tot heden.
Hieruit blijkt dat vooral de 1e generatie (ex keizer) en de 2e (voormalige kroonprins) zich vooral richten op herstel van de monarchie.
Daarbij werd niet geschuwd, in samenwerking met een conservatieve elite en later met Nazi's de Weimar Republik beentje te lichten. Uiteindelijk leidde deze samenwerking er toe dat een deel van de familie (zonen van de keizer) toetrad tot de rangen van de Nazi's en een anser deel (de Kroonprins) actief collaboreerde met de Nazi's.
Na WO II probeert de zoon en kleinzoon van de kroonprins dit beeld weg te moffelen in verband met hun claims op compensatie wegens in WO II verloren gegaan vermogen.
Mailinowski heeft een geweldig boek geschreven!
2 reviews
July 29, 2022
This is an absolute masterpiece both regarding the writing style and the content. I am not a historian (just very interested in history) and the line of argumentation was easy enough to follow.
Malinowski writes this almost as (detective) novel but at the same time it remains obvious that this is a very well researched and thought through book.
He answers the question of whether the Hohenzollern - to be more specific ex-Kaiser Willhelm II, his second wife Hermine, his children and some of his grandchildren - helped the Nazis to be accepted in Germany. After reading this book there can be no doubt that they did exactly that.
Profile Image for Jane.
1,018 reviews32 followers
May 7, 2022
Ein unglaublich spannendes und immer wieder schockierendes Buch.
Detaillreich, fundiert und mit Wissen um die Verantwortung und der eigenen Position geschrieben stellt es den zweifellos wichtigsten Beitrag zur Thematik dar und ist für alle Personen die sich fundiert mit der Thematik der Hohenzollern im 19.-21. Jahrhundert auseinandersetzen wollen Pflichtlektüre.
286 reviews1 follower
June 30, 2023
Goed geschreven en onderbouwd betoog maar de discussie zelf in hoeverre de Hohenzollern hebben gecollaboreerd is uiteindelijk niet zo interessant. Wel heel knap uitgewerkt maar wel vooral voor lezers die deze collaboratie echt iets kan schelen.
Profile Image for Elma Voogdt.
875 reviews16 followers
January 23, 2023
“De Adel en de Nazi’s” is Nederlandse vertaling van een in Duitsland onderscheiden boek, namelijk beste Non-fictie boek. Het boek gaat uitvoerig in over de collaboratie van de Keizerlijke Familie- De Hohenzollern. Ondanks dat je als lezer meteen in het boek gezogen wordt, is het wel zware kost, en leg je het boek met regelmaat even weg. Het is ook meteen duidelijk dat de auteur een zeer gedegen onderzoek naar de voormalige Duitse Keizerlijke Familie heeft gedaan, het is allemaal zeer gedetailleerd.

Zoals de titel doet vermoeden gaat het om De Hohenzollern en de Nazi’s. Beide zijn zo kunnen we wel stellen voorgoed met elkaar verbonden, want er is nog steeds een discussie van de nazaten van de Hohenzollern over restitutie- en schadevergoedingsclaims. Claims waarin het huidige hoofd van de familie het allemaal doet voorkomen als een vergissing etc. Men zou nooit iets met het nationaalsocialisme te maken hebben gehad, ze zouden zelfs in het verzet hebben gezeten… Ja leg dat na dit boek met overduidelijke tekst en foto’s maar eens uit. De auteur weet namelijk in het boek heel duidelijk te maken wat en waar de Keizerlijke familie zich mee bezig hield. We krijgen namelijk de verschillende belangrijke spelers in de Hohenzollern-familie, hun activiteiten voor, tijdens en na het Derde Rijk voorgeschoteld.

Stephan Malinowski, de auteur legt op een zeer gedetailleerde wijze uit waarom deze adellijke personen in de smaak vielen bij het nieuwe regime in Duitsland. Het maakt glashelder hoe ze de activiteiten van de nazi’s tolereerden of zelfs steunden. Denk daarbij aan de Jodenvervolging.. Tot je verbijstering moet je lezen dat de voormalige keizer in de jaren 20 van de vorige eeuw al een voorstander was van het uit de weg ruimen van de Joden. Iets wat in de jaren 40 daadwerkelijk gebeurde… We weten allemaal hoe en wat en dat zoiets nooit meer mag gebeuren.

Wat was de doelstelling van deze openlijke steun aan de Nazi’s was? Dat was de ijdele hoop op herstel van de monarchie. Hitler had de Kroonprins en de ex-keizer namelijk beloofd de monarchie te willen herstellen. Hitler kwam echter alras op zijn belofte terug na zijn verkiezingsoverwinning in 1933. Waarom men dan toch de Nazi’s bleef steunen valt moeilijk te begrijpen. Waarschijnlijk was men het toch met de gedachtegang eens.. De feiten die in het boek voorbij komen daar kun je moeilijk aan voorbij. Het boek geeft dan ook geen al te best beeld van de Hohenzollern in die tijd.

De discussie of de Hohenzollerns een wettelijk recht hebben om hun bezittingen terug te vorderen speelt nog steeds, ook dat komt goed uitgewerkt in het boek voorbij. Het geeft een goed beeld over waar het nu echt om gaat en wat het probleem is….tot op de dag van vandaag…

Samengevat kunnen zeggen dat het een zeer compleet boek is over de handel en wandel van de Keizerlijke Familie ten tijde van het Nazi-tijdperk. Het boek bevat een zeer uitgebreide bronnenoverzicht, zo wie er nog meer van wil weten kan daar zijn weg vinden naar ander materiaal. Wees er al lezer echter goed op voorbereid dat het “Zware Kost” is en dat je voor dit boek echt je tijd moet nemen. Als je dat kunt of doet, is het boek zeker een aanrader. Een boek met een hoog educatief gehalte.
412 reviews15 followers
September 20, 2025
The Hohenzollerns are usually treated as bookmarks in histories of the two World Wars, with the Kaiser as an essential instigator of the First and laying the groundwork for the Second despite his defenestration. This book picks up his life in exile in the Netherlands as an increasingly anachronistic character unable to handle the need to explain himself even to his own most loyal followers.

That loyalty and blindness extends to his descendants, who remain pretenders to leadership well into the Nazi period and attempt to ride the storm while simultaneously keeping a distance from it, unable to accept that they're no longer relevant or even respected except in the most superficial ways. It's as though they want to take credit for Nazi accomplishments and are untroubled by the atrocities as long as it offers the possibility of a return to the throne – and are similarly untroubled by the fact that that thronw would never actually be a real power centre. The Kaiser's emphasis on the forms over the functions of royalty have a long reach.

The translation is little grating at times, fascinated by the word caesura. But the pace is good and it deals well with the contradictions and (still continuing) attempts to rewrite family history to remove the taint of association with Hitler – while (coincidentally I'm sure) restoring family property.
Profile Image for Netty Leistra.
22 reviews4 followers
January 29, 2023
Ik moet zeggen dat ik er nog niet aan toe gekomen was om het boek te kopen of van de bibliotheek te lenen, al intrigeerde de titel en het onderwerp mij wel. De titel van het boek is, in ieder geval in het Nederlands en het Engels een beetje verwarrend. In het Engels is zelfs het woord Hohenzollern weggevallen. Bovendien zijn de Hohenzollerns strikt gezien een koningshuis en geen adel. Maar tijdens het lezen wordt wel duidelijk gemaakt, dat de adel wel degelijk een rol in dit boek van Stephan Malinowski speelt.

“De adel en de Nazi’s. De collaboratie van de Duitse keizerlijke familie” schetst, zeker voor 1940, een uitgebreid beeld van de Duitse keizerlijke familie, en haar connecties met de republiek, de nationaal-socialisten en de adel in Duitsland. Maar ook de verschillen en overeenkomsten tussen de verschillende partijen dit tussen de Eerste en Tweede Wereldoorlog in Duitsland bestonden, worden duidelijk.

Malinowski begint zijn geschiedenis aan het eind van de Eerste Wereldoorlog, als in Duitsland Keizer Wilhelm II de macht verliest en het land een republiek wordt. De keizer vertrekt naar Nederland, waar hij in ballingschap gaat, eerst in Amerongen en later in Doorn. Kroonprins Wilhelm wordt op het armoedige Nederlandse eiland Wieringen geïnterneerd, maar heeft redelijk wat bewegingsvrijheid en mag uiteindelijk in 1923 terugkeren naar Duitsland. Opvallend is dat die terugkeer eind 1923 groter nieuws is dan de putsch van de toen nog tamelijk onbekende Adolf Hitler.

Voor een langere recensie zie
https://www.nettyroyal.nl/books-magaz...
Profile Image for Peter Pasetti.
43 reviews
March 31, 2025
Keine Lektüre für Menschen, die nur unterhalten werden wollen. Extrem ausführlich und detailgetreu. Bestens informiert und jede These ist faktengestützt. Ein Sachbuch von jemandem, der wirklich Ahnung von der Sache hat. Leseempfehlung.
3 reviews
March 30, 2025
Eine detaillierte Betrachtung der negativen Rolle der Hohenzollern währen der frühen und späteren Zeit des Hitlerismus in Deutschland. Klar und intensiv recherchiert bis zu den unmäßigen und unverschämten Forderungen der jüngsten Nachkommen der Hohenzollern
Displaying 1 - 21 of 21 reviews

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