Am Rande des romantischen Navigli-Viertels in Mailand liegt ein altes Eisenbahnhaus, in dem die Floristin Libera einen Blumenladen betreibt. Libera, die sich auf Brautsträuße spezialisiert hat, lebt dort zusammen mit ihrer Mutter Iole, einer äußerst munteren alten Dame aus der Hippie-Generation. Dritte im Bunde ist Liberas penible Tochter Vittoria, die für die Mailänder Polizei ermittelt und eigentlich ausziehen möchte, zumal sich Mutter und Großmutter oft genug und ungefragt in ihre Fälle einmischen. Als an einem regnerischen Julitag eine Frau in Schwarz an die Tür klopft und verlangt, die junge Kommissarin zu sprechen, flüchtet Vittoria durch die Hintertür. Sie kennt die alte Signora Minardi bereits, die sich mit dem Verschwinden ihrer Tochter Carmen vor fast dreißig Jahren einfach nicht abfinden will. Niemand in der Präfektur hat Lust, sich schon wieder mit diesem ungelösten Fall zu beschäftigen. Doch Rosalia Minardi lässt nicht locker. Damals, so behauptet sie, wurden einige Spuren übersehen. Aus Mitgefühl hören sich Libera und Iole die Geschichte der alten Frau an, doch bald schon haben sie gute Gründe, um hinter Vittorias Rücken ein wenig zu recherchieren und sich kopfüber in den zunehmend rätselhaften Fall zu stürzen …
Rosa Teruzzi (1965) vive e lavora a Milano. Ha pubblicato diversi racconti e tre romanzi. Esperta di cronaca nera, è caporedattore della trasmissione televisiva Quarto grado, in onda su Retequattro. Per scrivere si ritira sul lago di Como, in un vecchio casello ferroviario, dove colleziona libri gialli.
ich wollte doch nur einen krimi... stattdessen bekomme ich seitenweise beschreibungen über die kundinnen im blumenladen, die nie wieder relevant sind... eine enkelin mit urplötzlichem character development, eine schlechte helikoptermutter und eine hippie-oma, die durch technische begabung weniger klischeehaft dargestellt werden soll. die drei sind dann aber doch irgendwie liebenswürdig. die charaktere insgesamt sind aber seltsam und der fall nicht sehr tiefgründig. naja.
Die Mutter der verschwunden Braut macht nach achtundzwanzig Jahren einen neuen Versuch, eine frisch eingestellte Ermittlerin dazu zu bringen, die Suche nach ihrer Tochter wieder aufzunehmen. Sie kann nicht zur Ruhe kommen, wenn sie nicht weiß, was damals geschah. Großmutter sowie Mutter der Inspektorin haben Mitleid mit der alten Dame, und schalten sich nach Miss Marple Art ein. Und wie es so ist, sind sie oft der Polizei eine Nasenlänge voraus. Viele Zufälle spielen ihnen dabei in die Karten. Das Buch spielt in Mailand. Wenn man Mailand kennt, sind zur Orientierung die vielen Straßennamen, Plätze und Viertel wohl hilfreich. Für mich spielen diese aber zur Aufklärung des Falls keine Rolle. Ich habe es gelesen und vergessen. Ich finde die Handlung nicht spannend, die Protagonisten wenig glaubhaft, farblos und blass. Das Ende hat mich nicht überzeugt. Es wird eben durch Zufall alles aufgedeckt. Der Schreibstil hat mir gefallen, dass man in Italien ist, erkennt man an den leckeren Mahlzeiten und Gerichten. 2,5 Sterne