Ein abgelegenes Ferienhaus an der französischen Atlantikküste: Hier will Elena mit ihren Kindern drei unbeschwerte Wochen verbringen. Ihr Mann ist zu Hause in Deutschland geblieben, die Ehe läuft nicht gut. Dafür hat Elena die Babysitterin Eve und eine Freundin der dreizehnjährigen Tochter mitgenommen. Doch was als entspannte Auszeit beginnt, wird immer stärker bedroht, von außen wie von innen: Die ausgetrockneten Wälder stehen in Flammen, unangekündigte Gäste tauchen auf, Konflikte spitzen sich zu – befeuert von Eifersucht, Misstrauen und Abhängigkeiten. Bis eines der Mädchen plötzlich verschwindet. Drei Wochen im August ist ein intensives Kammerspiel in der Hitze des Sommers. Alles scheint harmonisch, aber die Abgründe lauern im Idyll. Eine unbedachte Bemerkung, eine falsche Verdächtigung, und das komplexe Beziehungsgeflecht droht zu zerreißen. Davon erzählt Nina Bußmann mit großer psychologischer Klugheit und einem feinen Gespür für Spannung.
In „Drei Wochen im August“ versammelt Nina Bussmann ihre Figuren in einem abgelegenen Ferienhaus an der französischen Atlantikküste. Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Familienroman anmutet, erweist sich schnell als Versuch, das Genre auf unkonventionelle Weise neu zu denken. Im Mittelpunkt steht Elena, die sich in einer kriselnden Ehe befindet. Um Abstand zu gewinnen, reist sie ohne ihren Mann, aber mit ihren drei Kindern und zwei familienfremden Personen in den Urlaub. Bussmann interessiert sich weniger für äußere Handlung als für das feine Geflecht der zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie seziert das Zusammensein auf engem Raum mit präzisem Blick, besonders Elenas ambivalentes Verhältnis zu ihren Kindern. Im Zentrum dieser Entwicklung steht die bislang eher verschlossene, dickliche Tochter, die im Verlauf des Aufenthalts zögerlich beginnt, sich zu öffnen. Spannungen entstehen schleichend und bleiben oft unter der Oberfläche – ein erzählerischer Kniff, der die Atmosphäre unterschwellig auflädt, ohne sie zu dramatisieren. Der Reiz dieses Ansatzes liegt darin, dass der vermeintlich idyllische Rückzugsort zur Projektionsfläche für verdrängte Emotionen wird. Elena, gezwungen zur Innenschau, entdeckt dabei nicht nur ihre Rolle als Mutter, sondern auch sich selbst neu. Trotz dieser vielversprechenden Anlage gelingt es Bussmann nicht durchgehend, ihre Figuren greifbar zu machen. Sie bleiben distanziert, fast austauschbar. Diese emotionale Unnahbarkeit erschwert die Identifikation und lässt die literarische Auseinandersetzung mit den Charakteren unbefriedigend wirken. Gerade weil der Roman beinahe vollständig auf seine Figuren baut und Handlung nur als Hintergrundrauschen dient, wiegt dieser Mangel schwer. Auch stilistisch bleibt Bussmann hinter den Erwartungen zurück: Ihr knapper, teils abgehackter Schreibstil wirkt oft spröde und schafft es nicht, über die gesamte Länge zu tragen. „Drei Wochen im August“ ist ein ambitionierter, aber letztlich blasser Roman. Er hinterlässt kaum Spuren – weder inhaltlich noch emotional. Nach der letzten Seite sind Elena und ihre Familie schnell vergessen.
gelesen habe ich das Buch eigentlich, weil das Cover von einer Bekannten gemalt würde (oder von ihrer Freundin, so genau kann ich mich nicht erinnern)...
Die Geschichte, die eigentlich 3Wochen Urlaub im August in Frankreich verkörpern soll, sich aber unendlich viel länger anfühlt, wird abwechselnd aus der Perspektive von Elena - Mutter der beiden Kinder, macht beruflich "was mit Kunst", ihr war das Ferienhaus in Frankreich für den Urlaub angeboten worden - und Eve, dem Kinermädchen / Hausangestellte / Vertraute erzählt.
Unglücklicherweise sind sich nicht nur die beiden Frauennamen, sondern auch in die Erzählstimmen fürchterlich ähnlich, obwohl die beiden Frauen sich doch eigentlich laut ihrer Biographie so sehr unterscheiden sollten...
Das ist alles unglaublich zäh und blutleer. Konflikte werden angedeutet, aber nie auserzählt, sie versickern einfach. Nicht einmal das dramatische Verschwinden der Tochter bringt auch nur einen Hauch Spannung in diese Ödnis. Muss man nicht gelesen haben.
„Drei Wochen im August“ will die präzise Vermessung zwischenmenschlicher Feinheiten sein, liefert aber vor allem die endlose Innenbeschallung einer anstrengenden Helikopter-Mutter mit pseudo-intellektuellem Job, esoterischem Einschlag und konstantem Dämmerzustand. Bussmann wirft Plotfäden wie Konfetti, schaut ihnen beim Fallen zu und lässt sie liegen. Das im Klappentext groß angeteaserte Verschwinden eines Mädchens passiert spät (und wird innerhalb von 20 Seiten abgehandelt), ist erzählerisch irrelevant und wirkt wie Etikettenschwindel. Statt kluger Analyse: Eine driftende, verwirrte Stimme, die zu allem eine Meinung hat und zu wenig mitbekommt. Ergebnis: Viel Pose, wenig Substanz. Ein Roman, der im Nichts verhallt.
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es gab einige schöne abschnitte und sätze, aber fands alles in allem nur schleppend und inhaltslos. kein gutes zeichen, wenn es einen gar nicht interessiert, was mit den figuren passiert, ob sie interessant sind oder nicht
Drie weken in augustus is zo’n boek waarbij ik na het omslaan van de laatste bladzijde nog met meer vragen dan antwoorden zit.
Elena brengt drie weken door in een afgelegen huis in Frankrijk, samen met haar 13-jarige dochter Linn, haar vriendin en Eve, de 29-jarige babysitter. Wat een ontspannen vakantie zou moeten zijn, krijgt iets ongemakkelijks. Bosbranden, onverwachte gasten en een verdwenen kind zorgen voor een soms absurde opeenstapeling van gebeurtenissen.
Vooral de personages en hun onderlinge verhoudingen blijven moeilijk te doorgronden. Wie hoort bij wie? Wie zorgt voor wie? En wat speelt er nu werkelijk onder de oppervlakte?
Bussmann laat veel ruimte voor interpretatie. Soms vond ik die ruimte intrigerend, maar soms werd ze voor mij ook een leegte: er gebeurt veel, maar antwoorden en consequenties blijven uit.
Toch bleef het boek in mijn hoofd rondzingen. Hoe langer ik erover nadenk, hoe positiever ik er eigenlijk over word. Juist omdat er zoveel openblijft, lijkt dit me een geweldig boek om met andere lezers te bespreken.
Nog een tip: lees dit boek bij voorkeur als fysiek exemplaar. Er zijn veel perspectiefwisselingen en ik had daardoor regelmatig behoefte om terug te bladeren. Omdat ik het als e-book las, vond ik dat minder gemakkelijk.
Nach der Leseprobe hatte ich hohe Erwartungen an das Buch: Elena fährt mit ihrem sechsjährigen Sohn und ihrer Teenietochter nach Frankreich in ein Ferienhaus, eine Freundin der Tochter kommt ebenfalls mit. Der Mann bleibt zu Hause, er muss arbeiten. Auch mit von der Partie ist Eve, das Kindermädchen, nennen wir sie mal so. Gleich im ersten Kapitel werden gewisse Andeutungen gemacht, es scheint etwas in der Luft zu liegen. Das Haus gehört der Partnerin von Elenas Chefin; letztere ist auch Elenas Freundin. Vor Ort ist noch Ilya, eine Art Hausmeister. Irgendwann tauchen dann noch unangemeldete Besucher auf und die ganze Region wird von Waldbränden bedroht. Ach ja, und Handyempfang gibt es auch kaum. Daraus hätte man echt was machen können, das hätte ein Kammerspiel sein können. Kein Thriller, aber ein feinsinniges psychologisches Spiel. Die Geschichte dümpelt dann aber nur so vor sich hin. Es wird vieles angedeutet, dann doch wieder fallen gelassen, ständig kommt neues dazu, woher plötzlich fragt man sich. Häufig mangelt es auch einfach an Kommunikation. Beim Lesen dacht ich manchmal, sie müssen doch jetzt schon länger als drei Wochen dort sein. Ich habe mich regelrecht gelangweilt. Zeitweilig hatte ich auch überlegt abzubrechen, wollte dann aber doch wissen, ob da noch etwas kommt (Spoiler: tut es nicht). Sprachlich mochte ich das Buch; das konnte aber leider den Rest nicht ausgleichen.
Ein schönes Cover, ein schöner Titel, eine schöner Erzählstil. Anfangs hat es mir die Geschichte angetan gehabt, vor allem der Klappentext hat mich angesprochen. Aber leider bin ich nicht so wirklich in die Geschichte reingekommen, auch nach den 317 Seiten nicht. Der Schreibstil von Nina Bussmann hat mir eigentlich gefallen, ich kann garnicht genau sagen, was mir an den Erzählungen gefehlt hat. Der Perspektivenwechsel war angenehm, das Erzähltempo auch, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass nicht genug erzählt wird. Was ist in diesem Buch eigentlich passiert? So viel, und wiederum auch nichts. Kleine Einblicke in den Alltag der Protagonistinnen, die aber für mich nicht mitreißend waren. Zu wenig Frankreich, zu wenig Urlaub. Und doch gab es sehr schön formulierte Passagen, die es mir lyrisch wirklich angetan haben.Ich denke, ich werde einen anderen Roman der Autorin lesen wollen.
Irgendwie komisches Buch lol hab die ganze Zeit auf nen Plot gewartet, der nicht so wirklich kam. Die Charaktere und Beziehungen sind zwar spannend, mehr hat’s für mich aber leider nicht rausgeholt
In ihrem Roman »Drei Wochen im August« stellt Autorin Nina Bussmann ihr feinsinniges Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen unter Beweis.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Elena und ihrem Kindermädchen Eve. Nachdem Elena das Angebot, drei Wochen im Haus einer alten Freundin an der französischen Atlantikküste zu verbringen bekommt, beschließt sie anzunehmen. Ihr Mann, immer mit Arbeit beschäftigt und wenig an sozialen Interaktionen interessiert, bleibt zunächst allein daheim. Zusammen mit Elenas Kindern und einer Freundin der Tochter machen sich die zwei Frauen auf die Reise. Doch dort angekommen, schließen sich bald ein paar ungebetene Gäste der kleinen Runde an.
Die Handlung ist in diesem psychologisch stark aufbereiteten Roman nur zurückhaltende Nebensache. Im Vordergrund stehen allem voran die komplexen Beziehungsgeflechte der Figuren, deren inneren Konflikte und die zum Ende hin immer stärker bröckelnde und mühsam aufrecht erhaltene Fassade der Frauen. Man kann deutlich das Machtgefälle zwischen ihnen spüren, die Eifersucht um die Gunst um Elenas Kinder oder die der Männer.
Ungefähr ab der Mitte des Buches nimmt das Geschehen eine subtil düstere bis fast schon bedrohliche Atmosphäre an, die Kapitel wirken zeitweise abstrakt und erinnern an einen Fiebertraum. Die klare, schnörkellose Sprache bringt das Geschehen ohne große Umschweife direkt auf den Punkt und lässt die Leser*innen dennoch nicht selten fragend zurück, was hier eigentlich vor sich geht.
Mich konnte der Roman durch seine tiefgreifende psychologische Darstellung der Beziehungsdynamiken überzeugen. Wer Freude an eher ungewöhnlicher Literatur hat und nicht auf alle Fragen eine Antworte braucht, wird mit diesem Buch auf jeden Fall einige bereichernde Lesestunden haben.
In „Drei Wochen im August“ fährt Elena zusammen mit ihren Kindern, als auch mit dem gleichaltrigen Kindermädchen Eve, zusammen in den Urlaub. Es wird schnell klar, dass beide nicht offen miteinander und mit sich selbst umgehen. Die Kapitel sind jeweils aus Elenas und Eves Perspektive geschrieben, was einem Insights in die Blickwinkel der Figuren gewährt. Der Roman zeichnet sich vor allem durch seine komplexen, zwischenmenschlichen Beziehungen, als auch durch ungelöste Geheimnisse aus. Die Handlung ist nicht besonders abwechslungsreich oder schnell, wird jedoch durch eine anhaltende und bedrohliche Grundspannung getragen. Ich persönlich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und empfand die unterschiedlichen Charaktere als besonders lebendig und detailreich beschrieben. Ich konnte mich zudem wirklich gut in die Geschichte hinein versetzen und mir alles glasklar vorstellen. Der Roman lässt vieles offen und fordert einen dadurch sehr zum mitdenken auf. Alles in einem aber keine Fünf Sterne weil der Aufbau der Handlung wirklich etwas gewöhnungsbedürftig ist.
Es geht hauptsächlich um das Innenleben einer Mutter, dessen größtes Problem anscheinend die Körperbehaarung ihrer Tochter zu sein scheint:
„Meiner Tochter wächst ein Fell. (…) Es ist gut, dass es Eve gibt. Ich weiß, dass sie sich schon einen Nachmittag lang mit Enthaarungscreme im Bad verzogen haben. Sie müssen wirklich geglaubt haben, ich würde nichts riechen, nicht den graugrünen Schaum im Abfluss bemerken.“ (122)
„Auf ihrem Nacken wachsen Haare, auf ihrem Rücken setzen sie sich fort. Man braucht keine geheimen Fotografien, um das zu erkennen. Ich habe es bemerkt, als es losging, und Elena mit Sicherheit auch. Wir sprechen nicht darüber. Ich, weil es mich nichts angeht. Sie, weil sie glaubt, dass Dinge dann aufhören zu existieren.“ (160) ??????????
Die ihre Tochter generell einfach nicht leiden kann, hat man das Gefühl, zumindest stets fettfeindlich ist:
„Niemand ist in mein Kind »verliebt. Sie wird nicht so angeschaut und schaut niemanden so an. Sie ist zu hungrig für solche Runden, noch zu klein und schon zu alt für solche Vorübungen zum Datingmarkt. (…) »Hast du eigentlich darüber nachgedacht, ob die anderen auch etwas wollen?« »Es ist genug da. Wenn sie was wollen, können sie sich was nehmen«, sie klingt offen feindselig.“ (262)
Zumindest sagt sie am Ende ganz offen, dass sie ihre Tochter hässlich findet (ist das die psychologische Klugheit, von der im Klappentext gesprochen wird?):
„Ich habe ein hässliches Kind. Das weiß ich, auch wenn ich Linn anders anschaue als andere Leute. Ich kann nicht erkennen, wie sie wirklich aussieht. Oder jetzt habe ich an-gefangen, es zu erkennen. In solchen Phasen der Verwandlung sind selbst Eltern von ihren Jungen abgestoßen, und das muss auch so sein, sie müssen lernen, sie nicht mehr zu füttern.“ (283)
Und die stets über andere Charaktere urteilt, ohne einen Plan zu haben:
„Was zieht sie auch so einen knappen Bikini an. Sie hat es nicht gesagt, aber in Eves Gesicht habe ich diesen Satz ablesen können, als sie mit Noémie zu uns zurückkam(…)“ (100)
„Leider. Obwohl, wenn du mich fragst, ist er sowieso schwul.“ (112) (who asked you??)
Manchmal schwer und irritierend zu lesen, weil nichts wirklich deutlich wird und die zwei Erzählstimmen sich ähneln. Plotfäden, die ins Leere laufen, wie das groß angekündigte Verschwinden des Mädchens, das in wenigen Seiten fertig ist. Ohne die problematischen Stellen und die abgehackten Plots hätte das Buch vielleicht was werden können - sehr schade.
Ein Sommerroman im Winter. Zwei interessante Hauptfiguren mit Elena und Eve. Beziehungsdynamiken, spannende äußere Einflüsse, Geheimnisse und Ungeklärtes. Insgesamt ein Setting, was sehr vielversprechend aussah. Eine Sprache, die klar und direkt klang und gut lesbar daher kommt. Aus vielen guten Grundideen wird aber dann trotzdem kein überzeugendes Ganzes. Dies liegt an mehreren Gründen. Die Handlungsstränge sind und werden nicht klar und so ergibt sich kein richtiger Spannungsbogen. So ergeben sich auch viele Hänger, weil die anekdotischen Teile der Handlung das Gesamtkonstrukt nicht tragen. Die Details sind nicht kunstvoll genug, um die leere Leinwand genug zu füllen und ein ansprechendes Kunstwerk zu schaffen.
Und so bleibt für dieses Buch ein bisschen die Enttäuschung über nicht erfüllte Versprechen. Warum entwickeln sich die Handlungspfade nicht anders? Warum werden die Charaktere nicht greifbarer? Ich persönlich habe nicht den Zugang gefunden, den ich mir gewünscht hätte und erlebe die erste Lektüre-Enttäuschung des Jahres 2025.
ich habe die ganze Zeit auf den großen Knall gewartet, der aber ausblieb. Weniger unbefriedigend als ich gedacht habe.
ich mochte vor allem den schnellen Perspektivwechsel zwischen Elena und Eve. Zwei interessante Frauen und ihre Lebens- und Gedankenwelt. Sehr clever geschrieben, wie unterschiedlich wir Situationen wahrnehmen! Keine der Wahrnehmungen ist „falsch“, einfach anders.
2.5⭐ War nicht so meins. Gab nicht so richtig viel Handlung, die Charaktere haben mich genervt und gleichzeitig fand ich sie wenig tiefschichtig. Überhaupt wurde vieles nicht ausgeführt. Vielleicht können andere Leser*innen sich den Rest ausmalen, ich konnts nicht.
Ein etwas ungewöhnlicher Roman mit vielen teils random auftretenden Figuren und einigen am Ende immer noch offen bleibenden Erzählsträngen. Nina Bußmann kreiert jeodch gekonnt eine unterschwellig bedrohliche Atmosphäre wie vor einem Sommergewitter, das macht Spaß zu lesen.
How's the book? Ja scheisse's the book! Wie chamer so nd zum Punkt cho?! Ha würkli wele fertig lese, aber ha's nd über dSiite 43 hinweg gschafft. Sogar dValerie het de Abbruch approved!
Geen boek dat bovenaan mijn verlanglijstje stond, maar het is het volgende dat we bespreken in de boekenclub met collega’s van school.
De beloofde onderhuidse spanning viel me tegen. Wat onder de oppervlakte bleef, bleef vaag en wat als opgebouwde spanning moest gelden, liep aan het einde als een sisser leeg. De ene ik-verteller vond ik onsympathiek en de andere vertelde het meeste wat ze deed niet, en dat kwam ook niet op een andere manier naar voren. Toch bleef ik lezen, omdat ik hoopte op een zekere ontknoping.
Later, tijdens een gesprek, noemde een leesvriendin het een typisch voorbeeld van een onbetrouwbare verteller, waardoor ik van de belevende lezer een meer literaire leeshouding achteraf aannam en met terugwerkende kracht een wat andere waardering voor het verhaal kreeg. Nog steeds een onsympathieke ik-verteller, maar nu met een bredere kijk hoe werkelijkheid en beleving uit elkaar kunnen liggen. En dan nog, wat is werkelijkheid? Zo zie je maar dat praten over boeken waardevol is voor het kunnen innemen van meerder perspectieven en het kunnen nuanceren van je mening. Praatten en luisterden we maar wat beter met elkaar in deze roerige wereld.
In Drei Wochen im August entfaltet Nina Bußmann ein vielschichtiges psychologisches Drama, das vor allem durch die subtilen literarischen Mittel und die komplexe Figurenzeichnung überzeugt. Der Roman spielt in einem abgelegenen Ferienhaus an der französischen Atlantikküste, einem Ort, der von Naturkatastrophen, Konflikten und ungelösten Spannungen durchzogen ist. Doch das eigentliche Drama geschieht im Inneren der Figuren und in den unausgesprochenen Worten zwischen ihnen. Bußmanns Sprache ist präzise, oft nüchtern, dabei aber voller doppelter Böden. Die narrative Struktur wechselt zwischen den Perspektiven von Elena, der Mutter, und Eve, der Babysitterin. Dieser Perspektivwechsel ist mehr als ein erzählerisches Stilmittel: Er erlaubt es, die Dynamik zwischen den Figuren aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und ihre Wahrnehmungen gegeneinander abzuwägen. Dabei wird deutlich, wie sehr beide Frauen – auf ihre Weise – von Unsicherheiten und unausgesprochenen Bedürfnissen geprägt sind. Die Kürze und Fragmentierung der Kapitel spiegelt das zerrüttete Innenleben der Figuren und die Atmosphäre der latenten Bedrohung wider. Einige Kapitel sind nur wenige Zeilen lang, wirken wie ein Gedanke, der auf halbem Weg abbricht – ein Stilmittel, das die Unruhe und das Unausgesprochene unterstreicht. Das Setting ist ein weiterer zentraler Bestandteil des Romans. Die sommerliche Hitze, die sich auf die Figuren legt, die Waldbrände, die sich unaufhaltsam nähern, und das Meer, das gleichermaßen bedrohlich und faszinierend wirkt, schaffen eine bedrückende Atmosphäre. Bußmann nutzt die Natur als Spiegel für die inneren Spannungen der Figuren. Das Meer, das sich erst zurückzieht und dann plötzlich mit Gewalt wiederkommt, könnte kaum passender als Metapher für die unvorhersehbaren emotionalen Strömungen der Figuren gewählt sein. Ein zentrales Thema des Romans ist die Unfähigkeit zur Kommunikation. Die Figuren leben nebeneinander her wie auf Inseln – isoliert, unfähig, Brücken zu schlagen. Diese Isolation zeigt sich besonders in der Beziehung zwischen Elena und Eve: Während Elena Eve als Vertraute und Hilfe wahrnimmt, erlebt Eve die Beziehung distanzierter und konkurriert heimlich um die Zuneigung von Elenas Kindern. Die Konflikte bleiben meist unausgesprochen, was ihre destruktive Kraft nur verstärkt. Gleichzeitig dekonstruiert der Roman traditionelle Rollenbilder. Ohne sie explizit zu problematisieren, zeigt Bußmann Figuren, die sich außerhalb heteronormativer Muster bewegen und deren Beziehungen durch eine stille, subversive Kraft geprägt sind. Ich habe den Roman gerne gelesen, ist aber eventuell nicht für jeden was. Denn einige Passagen wirken etwas überladen, fast als wolle der Text zu viel auf einmal vermitteln. Dies führt gelegentlich dazu, dass der Lesefluss ins Stocken gerät. Zudem bleiben manche Handlungsstränge oder Aussagen der Figuren bewusst offen, was zwar den Reiz des Textes erhöht, aber auch das Gefühl hinterlässt, dass nicht alle Fragen geklärt werden.
Drei Wochen im August. Drei Wochen Ferien an der Atlantikküste im Südwesten Frankreichs, in einem alten Haus, das Elenas Chefin gehört, die zugleich ihre beste Freundin ist, obwohl, eigentlich gehört es ja deren Frau, Nana, einer erfolgreichen Künstlerin, die in Arizona im Sterben liegt. Elena darf das Haus nutzen, sie kommt mit ihren Kindern, 13 und 6, und deren Nanny, Eve. Die pubertierende Tochter durfte ihre beste Freundin mitbringen. Elenas Mann bleibt zunächst daheim in Berlin, er ist Führungskräftecoach, und die Arbeit lässt ihn nicht fort, sagt er. Das Ferienhaus wird vom Majordomus Ilyas gehütet, einem geheimnisvollen Bohémien; dann tauchen noch Franz und Marla auf, die, wie Ilyas, ebenfalls Freunde der Besitzerin sind; wilde Vögel auf der Durchreise, die mit dem Campingbus Station machen wollen. Nicht weit entfernt wüten Waldbrände, die zu Evakuierungen geführt haben.
Es ist also alles angerichtet für Beziehungen aller Art. Die Geschichte wird wechselnd von Elena und Eve erzählt, die einiges über einander bloßgeben, ein Hund taucht auf, ein Teenager verschwindet (zeitweise), man nähert sich an und reibt sich.
Leider bleibt das alles blass: die Gegend, die Figuren, die Beziehungen. Konflikte werden angerissen und wieder fallengelassen, kleine Dramen köcheln, ohne Konsequenz, ohne dass sich die Figuren merklich bewegen oder entwickeln. Mich hat das Ganze sehr an diese Reality-TV-Formate erinnert, wo Leute irgendwo eingesperrt und aufeinander losgelassen werden, damit das Publikum sich dran weiden kann: „Die Atlantik-WG“.
Es plätschert alles so vor sich hin und führt zu nichts - äußerlich wie innerlich. Elena ist eine typische Berliner Lastenradmutti mit typischen Berliner Lastenradmutti-Problemen: Sie arbeitet halbinoffiziell irgendwas mit Kunst für ihre Freundin, sie hat eine Neigung zum Esoterischen und zum Alkohol, Geld ist da (von Mann und Mutter), die Kinder haben exotische Namen (Linn! Rinus!!) Die pubertierende Tochter kommt mit ihrem Körper nicht klar und flüchtet ins Essen, der Sohn hat besondere Bedürfnisse, die nicht näher ausgeführt werden (vielleicht verdrängt?). Der Mann geht lieber ins Büro.
Wenn ich das so zuspitze, klingt es, als sei die Geschichte als Gesellschaftssatire gedacht, ab das ist sie definitiv nicht. Ich fürchte, dieses Buch nimmt sich ernst, aber ich finde nichts, was ich als interessant, bewegend oder bedenkenswert mitnehmen kann. Auch die Sprache bleibt mau, die Stimmen von Elena und Eve gleichen sich, und zu erfahren gibt es letztlich - nichts.
Solide Sommerunterhaltung, die allerdings viele Fragen offen lässt
Worum geht’s?
Elena macht Urlaub in Frankreich. Nana, die Frau ihrer Chefin Ali, liegt im Sterben, deswegen steht das Haus leer. Elena nutzt also die Gelegenheit und macht sich für drei Wochen mit Kind und Kegel auf an die französische Atlantikküste. Mit dabei sind ihre beiden Kinder Rinus und Linn, Nanny Eve sowie eine Freundin ihrer Tochter. Ihr Mann Kolja bleibt zu Hause, in der Ehe läuft es nicht rund. Was als entspannte Urlaubsreise beginnt, steht von Anfang an unter keinem guten Stern und läuft aufgrund innerer Konflikte und äußerer Bedrohungen immer mehr aus dem Ruder.
Wie war’s?
Irgendwie wollte ich den Roman mögen, richtig warm geworden bin ich mit meinem ersten Buch von Nina Bussmann allerdings nicht. Das alles wirkt etwas lieblos runtererzählt, die Charaktere bleiben blass, unnahbar und man kann sich mit niemandem so richtig identifizieren (abgesehen davon, dass mir beim Lesen immer wieder durch den Kopf schoss, dass die eigentlich alle eine Therapie bräuchten).
Viele Handlungsfäden verlaufen irgendwie ins Nichts, vor allem die plötzlich auftauchenden ungebetenen Besucher, die sich ebenfalls bei Elena einnisten. Was genau will Franz eigentlich dort? Auch dieser latente Konflikt zwischen Eve und Elena. Beide scheinen um die Liebe und Aufmerksamkeit der Kinder zu buhlen, Ehrlichkeit und Offenheit sucht man zwischen ihnen vergeblich.
Das im Klappentext groß angekündigte Verschwinden eines der Mädchen spielt sich erst auf den letzten Seiten des Romans ab und ist irgendwie auch weder schlüssig, noch sonderlich interessant.
Fazit
Weglegen und abbrechen war keine Option, weil mich trotz allem interessiert hat, wie die Geschichte ausgeht und was genau Elena in diesen Wochen in Frage stellt oder auf welche Katastrophe das ganze nun hinausläuft (obwohl es sich die ganze Geschichte über schon angedeutet hat und mich letztlich auch nicht überraschen konnte). Insgesamt hat mich das Buch zwar ganz gut unterhalten, fällt aber meiner Meinung nach in die Kategorie »kann man mal lesen, muss man aber nicht«. Auf jeden Fall nichts, was einem längere Zeit im Gedächtnis bleibt.
Das Cover verspricht eine leichte Sommerlektüre. Bilder von zwei Personen am Pool deuten auf entspannte Tage hin. Doch es kommt anders…
Elena, ihre beiden Kinder, Babysitterin Eve und Noemie, Freundin von Tochter Lynn, möchten Urlaub in Frankreich verbringen. Doch was als entspannte Auszeit gedacht ist, spitzt sich rasant zu…
Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass das Buch insgesamt sprachlich leicht zu verstehen ist und ich mir den Ort des Geschehens als solches auch gut visuell vorstellen kann. Dazu kommt, dass es realistisch dargestellt wird, was die Story authentisch macht. Allerdings habe meine Zeit gebraucht, um in die Geschichte einzufinden. So frage ich mich, was es mit den vielen Nebencharakteren auf sich hat (wo kommen die vielen Jungs her? Was macht eine halbe Belegschaft im Ferienhaus?) und wie es zum Verschwinden des Mädchens kommen konnte. Es ist für mich auch nicht erklärlich, wieso sich Noemis Eltern so wenig um ihre Tochter und deren Besitztümer Sorgen. Ist sie ihnen egal? Zu lästig? Oder haben sie mit ihr auch die Verantwortung für sie abgegeben wie ein Gepäckstück? Der Ursprung meiner offenen Fragen könnte an der Kommunikation liegen. Vieles wird im Roman angedeutet, aber nicht ausgesprochen. So scheint es zum Beispiel einen stillen Konflikt zwischen den Freundinnen zu geben. Die Mutter bekommt bei weitem nicht alles mit. Und die Babysitterin ist mehr mit sich selbst und der Belegschaft beschäftigt, als dass sie ihre Gedanken äußern möge. Das ganze dreht sich im Kreis und es wird übereinander spekuliert, weniger jedoch miteinander kommuniziert. Dem Roman fehlt dadurch Struktur, es mangelt an Klarheit und die Dinge werden zu wenig auf den Punkt gebracht, was mich persönlich recht nervt, da ich dann nicht weiß, ob ich die Beziehungen richtig deute oder verstehe, was die Autorin mir mit dem Buch sagen möchte. Viel Verwirrung bleibt bei mir zurück und auch sprachlich ist es kein Meisterstück. Allenfalls ist es eine kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch. Drei Sterne.
Mittelschicht Von der ersten Zeile an blinkt das Alarmsignal: Mittelschicht! Die berufliche Tätigkeit der Protagonistin, ja, der meisten Personen dieses Romans, die gesuchten Vornamen des gesamten Personals, die überkandidelten Präferenzen und mentalen Strukturen wecken beim Lesen sämtliche Fluchtinstinkte: diese ganze Lebenskonstellation scheint prädestiniert, ein einem Knall zu enden. Doch genau das erweist sich als Finte! Alle Handlungselemente hätten eigentlich das Potential, zu dramatischen Verwicklungen zu führen - aber nix da! Die beiden Hauptfiguren, Elena, die beruflich ‚irgendwas in der Kunstszene‘ macht, und Eve, die je nach Bedarf das bezahlte Kindermädchen, dann wieder die vertraute Freundin verkörpert, sind charakterlich vollkommen unterschiedlich. Während Eve mit leicht chaotischen Männergeschichten und wenig saturierter wirtschaftlicher Lage sich durchs Leben laviert, dabei aber einen Draht zu Elenas Kindern hat, ist eben diese wiederum gänzlich ausgelastet, sich orientierungslos durch das Labyrinth der vielfältigen Beziehungen zu den diversen Figuren der im Hintergrund agierenden Kunstszene, ihrem ihr mittlerweile entfremdeten Ehemann und den überraschend sich im Ferienhaus einquartierenden Fremden zu tasten. Die Belange der Kinder beschäftigen die Mutter gedanklich, ohne dass sie echtes menschliches Engagement zeigt. Der kleine hypersensible Rinus, seine mit massiven Pubertätsproblemen kämpfende Schwester Linn und deren äußerlich frühreife Freundin Noemi, an der der Leser jedoch deutliche Symptome von Wohlstandsverwahrlosung registriert, erscheinen abgegrenzt in einer unzugänglichen Blase. Verblüffende Erkenntnis der Lektüre: kein Ereignis, keine emotionale Erschütterung vermag diese doch so auf ihre Empfindsamkeit pochende Elena wirklich aufrütteln - nach dem Ende der drei Wochen im August bleibt es vollkommen offen, ob diese Frau auch nur einen Hauch von Erkenntnis hinzugewonnen hat!