Eine dem Trotz der Gefahren widerstehende Buchhandlung in einer apokalyptischen Welt als Hort für eine woman x woman Liebesgeschichte? HOLD MY BEER, I'M IN. Das waren so ziemlich meine Gedanken, als ich das erste Mal von The Last Bookstore on Earth gehört habe. Omg, ich wollte das Buch nicht nur unbedingt lesen, sondern auch unbedingt lieben. Nachdem ich ersteres nun erledigt habe, muss ich leider sagen, dass es mit letzterem nicht ganz geklappt hat.
Ich habe ehrlich gesagt erwartet, dass die Dystopie an sich eine größere Rolle spielen würde. Die zerstörte Welt, die verbliebenen Menschen, die Schwierigkeiten im Kampf um das eigene Überleben. Leider erschien mir all das eher oberflächlich in Szene gerückt zu werden, um den Plot und die Liebesgeschichte voranzutreiben. Dadurch blieb die Atmosphäre aus; es fühlte sich an, als wäre die Dystopie als Kulisse nur fahrig über den grundlegenden Plan der Storyline gestülpt worden. Die Idee war definitiv toll, aber die Umsetzung eher unaussagekräftig.
Keine Tiefe, kein richtiger Weltenbau, sondern eine Protagonistin, die sich vor dem Weltuntergang versteckt und irgendwie dann wohl... damit durchkommt? Was bedeutet, dass der Weltuntergang leider auch vor uns versteckt bleibt. Es gab einzelne Einschläge in der Richtung, aber selbst die erschienen mir fahrig gezeichnet und wenig bewegend oder schlüssig. Speziell eine Szene, bei der es um eine schlimme Verletzung geht, hat mich sehr verwirrt runtergelassen - es fühlte sich einfach so falsch an, wie problemlos das abgehandelt wurde.
Zu vieles wurde nur dürftig erklärt, blieb offen, oder wurde nicht einmal ansatzweise aufgegriffen. Ich habe das Gefühl, diese Geschichte und diese Welt hätten SO VIEL bieten können, aber von allem, was möglich war, kriegen wir nur einen winzigen Bruchteil. Auch wenn die Buchhandlung als Hauptsetting hätte der Fokuspunkt bleiben sollen, hätte man glaube ich drumherum noch vieles aufbauen können, das mir als Leserin ein besseres Gefühl für die Welt gegeben hätte. Oder generell ein Gefühl für irgendwas.
So hatte ich leider wenig Verbindung zu den meisten Dingen, die in diesem Buch passiert sind. Am Anfang fand ich Liz als Protagonistin relatable und gerade dadurch amüsant, mit der Zeit hat sie mich aber immer mehr verloren, weil auch sie mir etwas fahrig erschien. Den Beginn der Liebesgeschichte fand ich ganz cute, aber leider empfand ich da auch die Dialoge immer wieder als hölzern.
Ihr merkt: Für mich leider eher eine Enttäuschung, was ich gerade aufgrund der so, so verdammt cool klingenden Basis echt schade finde.