In einem kleinen Dorf mitten im thailändischen Dschungel träumt ein Junge davon, der berühmteste Puppenspieler des Landes zu werden. Für seine gebannten Freunde spielt er in der Abenddämmerung Schattentheater – und bemerkt zu spät, dass er sich über dem Nest einer Kobra niedergelassen hat. Als die zornige Schlange auf ihn zuschießt, beginnt ein gnadenloser Kampf, der die ganze Nacht dauern wird.
Gehüllt in behutsame, federleichte Worte, erzählt Saneh Sangsuk von Tradition und Macht und von der Schönheit und dem Schrecken, die in den Tiefen des Dschungels lauern. Eine existenzielle Parabel von eindringlicher Intensität, die von einer märchenhaften und doch wahrhaftigen Welt erzählt.
Saneh Sangsuk is an award-winning Thai author who wrote White Shadow (2001) and the short story Venom (2001). In 2008, he received the Ordre des Arts et des Lettres (Order of Arts and Letters) Medal from the French Ministry of Culture for his remarkable contributions to literature. His works have been translated into seven different languages including English, German, French and Spanish. His book White Shadow is considered one of the best 20 novels in Thailand. Currently, he lives in Phetchaburi, Thailand, and uses the pen name Dan-arun Saengthong in his published work.
Für meinen Urlaub in Bangkok habe ich gezielt nach einem aktuellen Roman aus Thailand gesucht – und musste feststellen, wie rar Übersetzungen thailändischer Literatur im deutschsprachigen Raum sind. Umso erfreulicher war die Entdeckung dieses kurzen Romans, der zwar aus dem Französischen übersetzt wurde, aber dennoch einen literarischen Blick auf Thailand erlaubt.
Die Geschichte spielt in einem abgelegenen Dorf im Dschungel, wo ein Junge davon träumt, der berühmteste Puppenspieler des Landes zu werden. Was als kindliches Spiel beginnt, verwandelt sich in einen existenziellen Überlebenskampf, als er sich unwissentlich über dem Nest einer Kobra niederlässt. Die Nacht wird zur Bühne eines gnadenlosen Duells zwischen Mensch und Natur. Sangsuks Sprache ist zart und poetisch, fast flüsternd – wie ein Märchen, das zwischen Tradition, Gefahr und kindlicher Fantasie oszilliert.
Die Erzählung erinnert mich an die Geschichten unserer Grosseltern: eigenartig schön und zugleich unheimlich. Der Roman ist eine Parabel über Macht, Angst und die Magie des Erzählens, eingebettet in die mystische Kulisse des thailändischen Dschungels.