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Die bärtige Frau

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Die Leipziger Lehrerin Alex reist übers Wochenende zu ihrer Mutter ins bayerische Heimatdorf. Ihre Mutter hat sich das Bein gebrochen. Gemeinsam mit ihrer großen Schwester will sie das Schlafzimmer ins Erdgeschoss verlegen. Es ist das erste Mal seit der Geburt, dass Alex von ihrem einjährigen Kind getrennt ist. Sie vermisst ihre Tochter und merkt, wie sehr der kleine Körper ihres Kindes ihrem eigenen eingeschrieben ist. Dieses Gefühl bringt sie dazu, sich selbst näher zu betrachten, über ihre Lebensentscheidungen nachzudenken und das Begehren, den Körper, das Geschlecht sowie ihre Sozialisierung zu hinter fragen.
»Die bärtige Frau« ist ein Roman über den weiblichen Körper, dessen Veränderung, über Schwangerschaft und Mutterschaft, darüber, wie es ist, Kinder zu kriegen und in eine neue Rolle hineinzuwachsen. Es geht um christliche Prägung, darum, dass wir unsere Familie nicht loswerden, selbst wenn wir wollen. Über Lebensrollen sowie Entscheidungen, über Wertvorstellungen, Coolness und Realität. Ist der Wunsch nach Sicherheit verwerflich? Wie haben wir zu sein? Wer bestimmt es außer uns selbst? Bettina Wilpert schafft mit ihrem neuen Roman eine radikale Körperliteratur. Sie zeigt den Leser*innen die verschiedenen Facetten von Coming-of-Age, Schwangerschaft und Muttersein, und wie diese sich am Körper abzeichnen.

192 pages, Hardcover

Published January 27, 2025

2 people are currently reading
216 people want to read

About the author

Bettina Wilpert

12 books9 followers
BETTINA WILPERT, geboren 1989, aufgewachsen bei Altötting. Sie studierte Kulturwissenschaft, Anglistik und Literarisches Schreiben in Potsdam, Berlin und Leipzig. Sie war u.a. Finalistin des 23.Open Mike, Stipendiatin des 20. Klagenfurter Literaturkurses, Artist in Residence auf dem PROSANOVA 2017 und Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa 2017 des Literarischen Colloquiums Berlin. Veröffentlichungen u. a. in Bella Triste, Metamorphosen, Outside the Box, P.S. Politisch Schreiben und testcard. Sie arbeitet als Trainerin für Deutsch als Fremdsprache und lebt in Leipzig.

»nichts, was uns passiert« ist ihr Debütroman, für den sie mit dem Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen ausgezeichnet wird und mit dem sie auf der Hotlist 2018, durch die alljährlich die 10 besten Bücher aus unabhängigen Verlagen gekürt werden, gelandet ist. Im Rahmen dessen gewann sie den Melusine-Huss-Preis. Außerdem erhielt Bettina Wilpert für das Buch den ZDF-„aspekte”-Literaturpreis für das beste literarische Debüt des Jahres 2018. Zudem wurde sie mit Das Debüt 2018 - dem Bloggerpreis für Literatur ausgezeichnet und »nichts, was uns passiert« als bester Titel aus 69 eingereichten Debüts ausgewählt. Der Roman wurde darüber hinaus mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium 2019 ausgezeichnet. Desweiteren ist Bettina Wilpert derzeit für den Clemens-Bretano-Preis 2019 nominiert.

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Community Reviews

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9 (7%)
1 star
2 (1%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Dunja Brala.
603 reviews46 followers
January 30, 2025
Man könnte ja meinen, dass das Thema Schwanger- und Mutterschaft bei mir schon ein paar Jährchen vorbei ist. Stimmt auch! Doch befinde ich mich tatsächlich schon in dem Alter, wo sich im Dunstkreis meiner eigenen Kinder gerade ziemlich viele Menschen fortpflanzen. Und plötzlich sind sie wieder präsent, die Erinnerungen, an diese doch so besondere Zeit. Bettina Wilpert hat Dieser einen ganzen Roman gewidmet.

Alex ist Lehrerin und seit einem Jahr Mutter von Paula. Sie reist ohne Kind zu ihrer Mutter Margit, die sich ein Bein gebrochen hat und ein bisschen Unterstützung braucht. Dort wohnt sie wieder in ihrem Kinderzimmer und fühlt sofort die Abwesenheit ihres Kindes intensiv und schmerzhaft.
Beginnend mit einer Brustentzündung aufgrund des Abstillens sind wir nah an Alex und ihrem Körper. In Rückblicken erzählt sie von der Zeit vor der Geburt, inklusive eines frühen Abgangs, bis hin zur Schwangerschaft und des ersten Jahres mit Baby. Wir lesen nicht nur, wie intensiv die physische Erfahrung ist, was während einer Schwangerschaft passiert und was das mit Alex macht, sondern auch, wie sich das Umfeld verändert und welche Gedanken einen einholen.

Wilpert lässt auch mich nachdenken über meine Schwangerschaften und die Gefühle, fie diese mit sich brachten. Wie verändern sich Freundschaften? Wie reagiert Familie und was ist mit dem Partner? Alles wird sich ändern, wenn ein Kind da ist, sagen einem die Menschen und es stimmt. Das Bedürfnis nach Sicherheit wird größer, dann, wenn andere Party machen, liegt man im Bett und ist müde und ist das Baby mal woanders so fühlt man sich wie amputiert.

Wir haben es hier mit einer sehr persönlichen Geschichte zu tun deswegen fehlt natürlich der Vergleich mit anderen. Nicht jede Frau hat die gleichen Gefühle. Trotz der großen Reflektionen wurde mir hier Schwangerschaft und die Zeit danach oft zu positiv dargestellt. Frauen, denen es anders erging und die mit ihren Gefühlen zu kämpfen haben, können sich hier vielleicht vielleicht nicht unbedingt wieder finden. Trotzdem ist der Blick ungeschönt und die Verunsicherung, die diese einschneidende Veränderung mit sich bringt, finde ich sehr gut getroffen.

Ein Roman, der vielleicht eine bestimmte Phase im Leben braucht, um zu greifen. Für alle mit Kinderwunsch, in Schwangerschaft und für Mütter, die auch gerne einmal zurückblicken.
Profile Image for Charlotte Moser.
18 reviews3 followers
Read
February 6, 2025
vielleicht bin ich zu weit von der thematik weg, aber mich hat's jetzt nicht mitgerissen. Ich fand das setting cool und die sprünge zwischen kind-sein und mutter-werden, aber alles irgendwie zu einfach und beschriebend ausgedrückt mit vielen sätzen, die wie eine info-slide klingen
Profile Image for Liz ⭐️.
5 reviews
May 14, 2025
Ich weiß auch nicht woher meine leicht negative Erwartungshaltung kam aber ich war dann doch sehr positiv überrascht vom Buch. Obwohl ich mich mit der Problematik, als frische Mutter gewissen Erwartungen zu entsprechen, nicht wirklich identifizieren kann, hat das Buch gute Denkanstöße in Bezug auf die Rolle einer Frau in der Gesellschaft gegeben. Ich weiß jetzt nicht ob das problematisch ist aber es war an manchen Stellen wirklich sehr sehr woke und das hat sich mitunter etwas realitätsfern angefühlt…. Falls das Sinn ergibt?
4 reviews
May 20, 2025
Habe von der Autorin auch letztens "Nichts, was uns passiert" gelesen. Mit beiden Büchern ging es mir ähnlich: Ich respektiere die Akribie, mit der im Grunde langweilige, sehr alltägliche Geschichten sehr naturalistisch erzählt werden. In dieser hier fehlen wenig Details über Schwangerschaft, Geburt usw, es gibt aber überhaupt keine interessanten Erkenntnisse. Vielleicht, wenn man nicht zufällig auch eine Frau Mitte/Ende 30 ist die Kinder hat, wie die Protagonistin. Ich finde ja die Idee nicht schlecht, einfach mal aufzuschreiben, wie es so war, ca. 2020 ein Baby zu bekommen; wie Schwangerschaft ist und Geburt und erste Zeit mit Kind (dafür 2 Sterne), aber irgendwie bleibt alles so farblos.

Unstimmigkeiten gibt es auch hier und da (Paula geht bereits in die Kita, seit sie 7 Monate alt ist, dafür gibt es Herablassung von den Eltern der „Mittagskinder“ vs. "hoffentlich wird es besser, wenn sie in der Betreuung ist"), fast als wäre hier eine Liste abgearbeitet worden all der Themen und Konflikte, die Erwähnung finden sollen, ohne Rücksicht auf Widersprüche. Das ganze Buch ist irgendwie bloß eine Liste. Ein Protokoll.

Die Protagonistin finde ich langweilig und wenig sympathisch. Zudem finde ich mich in vielem, was sie übers Muttersein denkt und fühlt, nicht so richtig wieder. Ich verstehe zB nicht, wieso man „mumguilt“ empfindet, wenn man sein einjähriges Kind drei Nächte beim Vater lässt. Darüber nachdenkt, dass es das Kind traumatisieren (!) könnte, dass man als Mutter das erste Wort verpasst hat.
Ich verstehe nicht, wieso man sich, wenn man ein Kind bekommt, so sehr mit den vermeintlichen Erwartungen der Gesellschaft an Mütter auseinandersetzen muss, wenn sie einem doch nicht entsprechen. Es bleibt vor allem Kälte und Distanz (zwischen mir und ihr).
Einziger Lieblingssatz: „Das war das Schöne am Älterwerden und der Schwangerschaft: das Egalwerden.“ Etwas mehr Egalheit wäre nicht schlecht.
Profile Image for Bina.
101 reviews
May 18, 2025
Für dieses Buch bin ich weder die richtige Zielgruppe, noch erwischt es mich am richtigen Zeitpunkt im Leben - Deshalb kann ich leider nicht mehr als 3 Sterne geben.

Ich gebe trotzdem 3 Sterne und nicht weniger, da ich verstehen kann, warum Andere das Buch gut finden.

Der Schreibstil ist super entschleunigendend und man begleitet die Protagonistin durch ein Wochenende bei ihrer Mutter - das erste Wochenende ohne ihr Baby. Jedoch gibt es von dem Wochenende nicht viel Story, sondern besteht das Buch hauptsächlich aus Rückblicken durch ihr Leben als Frau und als Mutter. Wenn man an dem Punkt ist oder war, kann man hier - denke ich - gut verstanden werden.
Profile Image for Jule.
348 reviews15 followers
March 17, 2025
Quasi keine Handlung - diese dient nur als Rahmen für die inneren Überlegungen der Protagonistin Alex. Alex reflektiert über ihre Biografie, innere Prozesse und verschiedene Lebensstationen und kommt immer wieder auf ihre Schwangerschaft und das Muttersein zurück. Besonders das Thema Körperlichkeit fand ich wahnsinnig gut aufgegriffen. Insgesamt sehr nahbar. Ob ich Alex mag weiß ich irgendwie nicht so richtig, ist aber auch egal, und das macht es spannend.
Profile Image for Luisa.
2 reviews2 followers
September 21, 2025
In „Die bärtige Frau“ zeichnet Bettina Wilpert ein sehr persönliches und intimes Porträt von Alex, die erstmals allein — getrennt von Kind und Partner — Zeit in ihrer alten Heimat verbringt, um ihre verletzte Mutter zu unterstützen. Die erzählte Gegenwart wechselt mit Rückblenden (vor Kind/Schwangerschaft) und verhandelt Rollenbilder, Mutterschaft und den oft stillen Kampf gegen patriarchale Strukturen. Besonders eindrücklich fand ich die schonungslose Direktheit in Beschreibungen rund um die Schwangerschaft und Geburt, manche Passagen – vor allem die Beschreibung der Geburt – lesen sich wie kleine Prosastücke und geben dieser intensiven Erfahrung eine passende Form. Ich fand es sehr spannend, einen so intimen Einblick in Lebensentscheidungen- und Erfahrungen zu bekommen, mit denen ich bisher noch keine Berührungspunkte habe, trotzdem fand ich den Roman an manchen Stellen etwas langatmig und er hat mich nicht super doll gepackt.

Ein Satz hat sich mir besonders eingeprägt:

„Alex hörte nicht mehr zu und muss daran denken, dass anders als bei Oliver, der als junger Papa anerkennende Blicke erhielt, die Schwangerschaft und das Kind sie unsichtbar auf der Straße machten.“
Wilpert zeigt allgemein, wie selbstverständlich die Mutterrolle Frauen noch immer zugeschrieben wird und regt auch dazu an, über die Unsichtbarkeit von Care-Arbeit nachzudenken.
6 reviews2 followers
July 7, 2025
Nicht so relatable wie die anderen Bücher von ihr für mich, dafür spannende und radikal ehrliche Einblicke in Körperlichkeit und Mutterschaft.
Profile Image for Andreas Hänisch.
60 reviews2 followers
December 28, 2025
Ein Schwangerschafts-Erfahrungsbericht im Roman-Gewand. Fand das bei Julia Frieses „MTTR“ um Längen besser abgehandelt, poetischer, eindrücklicher als hier bei Wilpert.
Profile Image for laleliest.
430 reviews67 followers
July 10, 2025
„Sie war neidisch auf Oliver, der sobald zwei Streifen auf dem Test zu sehen sein würden, noch neun Monate Zeit hätte, um sich von seinem alten Leben zu verabschieden.“ (Wilpert, 2025, S. 42)

Alex fährt für ein paar Tage zu ihrer Mutter in die bayrische Heimat, um dieser beim Ausräumen der Wohnung zu helfen, da sie sich ein Bein brach. Für Alex ist es das erste Mal allein sein, seitdem Paula auf der Welt ist. Während ihres Aufenthalts reflektiert sie ihre Vergangenheit, ihre Rolle als Mutter, als Frau, als Partnerin, als Tochter, als Mensch, der im christlichen Glauben aufwuchs, als Alex.

Ich durfte bereits beim Online-Blogger*innentreffen des Verbrecherverlags einen Ausschnitt aus Bettina Wilperts Roman hören und wusste: I NEED THIS. Generell habe ich einen Softspot für ihre Bücher, alle gelesen, alle geliebt. Als ich erfuhr, dass es um das Thema Mutterschaft gehen wird, war ich neugierig. Ich bin keine Mutter, werde es vielleicht irgendwann mal sein, die Vorstellung finde ich schön. Deswegen habe ich mich gefreut, beim Lesen so viele zusätzliche Perspektiven erhalten zu haben, die Alex in ihrem Leben begleiteten. So konnte ich mich deutlich häufiger mit ihr identifizieren, als anfangs erwartet. Der Roman springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart durch Absätze, Kapitel sind durch die Tage von Alex’ Reise gegliedert. Das Buch ist sehr graphisch, unverblümt, deromantisierend und gleichzeitig voller Liebe. Die Absätze über die Geburt habe ich nur überflogen, bin da leider bisschen zart besaitet. Es gibt viele rhetorische Fragen, die Alex sich selbst stellt und die ich mir irgendwie auch schon mal gestellt habe. Als ich das Buch beendet, war mein erster Gedanke „Das muss mein Partner lesen“ (and I will try to make it happen). Ohne selbst Erfahrung zu haben, glaube ich, dass das ein wahnsinnig gutes Buch über die Realität einer Mutter ist, authentisch von vorne bis hinten und eine (weitere) literarische Bereicherung für mein Bücherregal. Danke für diesen Vorbereitungskurs!
98 reviews1 follower
November 26, 2025
Beschreibt die Schwangerschaft und die erste Zeit mit Baby sehr gut. Ich hab mich in vielem wiedergefunden.

„Ihr Körpermittelpunkt hatte sich verschoben, ihr Gleichgewicht musste sich erst wieder an die vermeintliche neue Leichtigkeit gewöhnen.“

Es gibt wenig Handlung, dafür denkt Alex über wichtige Themen nach über die sonst nicht so viel geschrieben wird.
Displaying 1 - 11 of 11 reviews

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