Ich schreibe bisher keine Reviews zu Büchern, habe aber das Bedürfnis, den beiden 2-Sterne-Bewertungen etwas entgegensetzen zu müssen, da beide ohne Erklärung kommen und ich das Buch unterbewertet finde.
Vorab, ich bin nicht tief in der Philosophie verankert. Vielleicht genügt das Buch fachlichen Anforderungen nicht oder die Interpretationen der philosophischen Strömungen ist umstritten oder falsch und das rechtfertigt die schlechten Bewertungen.
Mit ist der Autor als Podcast-Gast begegnet. Und das zu einem Zeitpunkt, in der ich zwar nicht in einer existenziellen Krise steckte aber den Sinn meiner aktuellen beruflichen Entwicklung hinterfragt habe. Seine Aussagen zu Sinnsuche in der Arbeit fand ich interessant, weshalb ich sein Buch auf meine Liste gesetzt habe.
Christian Uhle spannt in seinem Buch einen großen Bogen zu der Sinnfrage, beginnend mit der Frage, woraus und wem (oder was) gegenüber Sinn überhaupt entstehen kann. Das Buch richtet sich offensichtlich an den Laien wie mich und ich finde es verständlich geschrieben. Am Ende ergibt sich eine ganzheitliche Betrachtung des Themas mit Vorschlägen, wie man seine eigene Sicht auf den „Sinn des Lebens“ hinterfragen und gegebenenfalls anpassen kann, um vielleicht zu einer positiveren Betrachtung und dadurch mehr Freude zu kommen. Trotz der Gliederung des Buches muss man dazu aber eben auch die gut 450 Seiten plus Verweise lesen. Was das Buch nicht ist, ist ein Lebenshilfebuch, dass einem mit klar beschriebenen Schritten aus einer akut als sinnlos empfundenen Situation herausführt. Es wirft Themen und Fragen auf, mit denen man sich mit seiner eigenen Lebenssituation auseinandersetzen kann. Mir gefällt das. Aber ich kann nachvollziehen, dass das enttäuscht, wenn man etwas Konkreteres erwartet hat.
Mir hat das Buch gefallen. Ich muss offenlegen, dass ich gebiast bin, weil es viele Gedanken und Ansichten bestätigt hat, die ich vorher schon hatte. Das macht es natürlich immer leichter, ein Buch zu mögen 😀. Aber es hat diese Fragmente in ein Gesamtbild gebracht und dabei um viele interessante Aspekte ergänzt. Ich bereue es nicht, es gelesen zu haben und empfehle es für Leser, die sich mit der Sinnfrage befassen wollen. Wer aktuell in einem tiefen Loch steckt und schneller einen Lichtblick oder eine Hilfe heraus braucht, findet aber vielleicht geeignetere Bücher.