Ґотфрід Келлер (1819—1890) — швейцарський письменник, класик німецькомовної швейцарської літератури. Він отримав визнання ще за життя, відразу ж знайшовши захоплених читачів у Швейцарії і в усіх німецькомовних країнах.
«Мартін Заландер» (1885) — його останній роман. Головний герой після вимушеного семирічного перебування в Південній Америці, втративши все своє майно, повертається на батьківщину вже у поважному віці. Але тут, у Швейцарії, на нього чекають суцільні розчарування — і соціальні, і сімейні.
Справжній демократ і патріот, Мартін Заландер з тривогою і болем бачить своєкорисливість, обман, самовдоволення і помилковий патріотизм, якими просякнуте все суспільне життя. Здавалося б, найближчі люди обдурюють і самого Заландера, і його дочок. Усі вічні цінності — любов і шлюб — стають предметом цинічного, егоїстичного розрахунку...
Gottfried Keller (* 19. Juli 1819 in Zürich; † 15. Juli 1890 in Zürich) war ein Schweizer Dichter und Politiker.
Seine Lyrik regte eine Vielzahl von Musikern zur Vertonung an, mit seinen Novellen "Romeo und Julia auf dem Dorfe" und "Kleider machen Leute" hatte er Meisterwerke der deutschsprachigen Erzählkunst geschaffen. Schon zu seinen Lebzeiten galt er als einer der bedeutendsten Vertreter der Epoche des bürgerlichen Realismus.
Das letzte Werk des Zürchers Gottfried Keller, vier Jahre vor seinem Tod 1886 veröffentlicht. Es ist das modernste Werk von Keller, das ich bislang gelesen habe (war noch nicht so viel) und geht unverblümt auf die Schweizer Politik und Gesellschaft der zweiten Hälfte des 19.Jh. ein, speziell den Konflikt zwischen den "Altliberalen" (den Konservativen bzw. Freisinnigen) und den "Demokraten" (den frühsozialistischen Anhängern der Modernität) um Annahme der Verfassung von 1848 und später die Einführung der direkten Demokratie. Keller kommt enttäuscht zum Schluss, dass sich ein Volk mit Rechten, Freiheit und Gleichheit auch nicht besser verhält als eines ohne. Auch die Sitten im Wirtschaftsleben kommen in Unordnung.
Mit den wirtschaftlichen und politischen Erfolgen und Schicksalsschlägen des Protagonisten, den Töchtern, die sich eine Hochzeit mit den Brüdern Weidlich in den Kopf setzen und diese durchsetzen, dabei aber unglücklich werden, sowie der Frage der Rolle der Frau erinnert mich dieses Buch etwas an Die Buddenbrooks von Thomas Mann, das 15 Jahre später erschien.
Als Ausländer in der Schweiz ist es ein guter Anlass, sich mal wieder mit der Schweizer Geschichte zu beschäftigen, für einen Eidgenossen natürlich auch. Ist ja nicht nur in Deutschland so, dass bestimmte Generationen nichts von der Vergangenheit mehr wissen (wollen) und stattdessen Märchen zum Anlass nehmen, die Zukunft zu opfern.
Fazit: Ein Familien- und Zeitroman, der mehr Leserschaft verdient. Man muss vielleicht etwas recherchieren über Zeit und Ort.