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Jüdisches Leben abseits von Aktivistin Tanya Raab räumt mit Vorurteilen auf

"Du siehst ja gar nicht jüdisch aus" ist ein Satz, den Tanya beim Dating schon oft gehört hat. Seitdem sie auf dem Pausenhof mitbekam, wie ein Mitschüler den anderen mit "Du Jude" beschimpfte, beschäftigen sie viele Fragen: Was bedeutet es, jüdisch auszusehen? Gibt es so etwas überhaupt? Muss ich mich für mein Jüdischsein schämen oder darf ich stolz darauf sein?
Geboren in der Ukraine, zog Tanya Raab mit 3 Jahren als jüdischer Kontingentflüchtling nach Deutschland. Ihre Mutter ist jüdisch, ihr Vater nicht. Über die Jahre wird ihr immer wieder geraten, diesen Teil von ihr zu verschweigen, um sich selbst zu schützen. Doch eines Tages beschließt sie, sich nicht länger zu verstecken.
Ob mit Davidstern-Kette im Fitnessstudio oder Regenbogen-Kippah beim Einkaufen - die queere und feministische Aktivistin zeigt, dass jüdisches Leben anders gelebt werden kann, als man es erwartet. Selbstbewusst erzählt sie von ihrem Alltag zwischen Tradition und Moderne sowie tagtäglichen Erfahrungen mit Antisemitismus, klärt auf über weit verbreitete Stereotype und rechnet mit der deutschen Erinnerungskultur ab. 
Mit Scharfsinn und Witz gibt sie Impulse für eine Zukunft, in der Jüdinnen und Juden ein Leben ohne Angst und Vorurteile in Deutschland führen können.

238 pages, Paperback

Published February 1, 2025

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About the author

Tanya Raab

1 book

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Community Reviews

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Mara.
105 reviews3 followers
March 7, 2025

Die Autorin schreibt von ihrer Erfahrung als Jüdin in Deutschland und thematisiert dabei Antisemitismus damals und heute. Das Judentum in Deutschland wird oftmals nur mit dem Holocaust in Verbindung gebracht und weniger mit jüdischem Leben heute. Außerdem ist es wichtig, nicht zu vergessen, dass Antisemitismus leider nicht der Vergangenheit angehört, sondern nach wie vor präsent ist in der Gesellschaft.
Das Buch ist sehr informativ, interessant und scharfsinnig geschrieben. Besonders interessant fand ich die Abschnitte über jüdische Widerstandskämpfer und finde es sehr schade, dass dieses Thema in meiner Schulzeit überhaupt nicht behandelt wurde!
Durch mein Studium und die daraus entstandenen Berührungspunkte, interessiere ich mich sehr für das Judentum und war daher auch sehr gespannt auf das Buch. Shalom zusammen! bündelt nochmal gut Tanyas Instagram-Posts und ist hochinteressant!
Ich finde das Buch sollte jede*r gelesen haben!
Profile Image for Shanoe.
1,989 reviews16 followers
November 19, 2025
Mir hat dieses Buch gut gefallen. Ich finde es ist eine gute Mischung aus Fakten, Anekdoten und persönlicher Meinung. Ich kannte die Autorin noch nicht und bin mit ihrer Art zu schreiben großteils gut zurecht gekommen - an manchen Stellen hab ich allerdings schon gemerkt, dass wir auch einfach aus unterschiedlichen Generationen kommen ;) Insgesamt vergebe ich dafür vier Sterne.
Profile Image for Tutankhamun18.
1,479 reviews29 followers
February 16, 2026
Tanya Raab gibt einen persönlichen und zugleich informativen Einblick in das jüdische Leben in Deutschland heute. Sie verbindet eigene Erfahrungen mit Hintergrundwissen zu Religion, Traditionen und Alltagsfragen und räumt dabei mit Klischees und Vorurteilen auf. Themen wie Identität, Antisemitismus, religiöse Praxis, Feiertage und das Spannungsfeld zwischen Tradition und moderner Gesellschaft werden verständlich und nahbar erklärt. Ziel des Buches ist es, Aufklärung zu leisten, Berührungsängste abzubauen und zu einem offenen, respektvollen Dialog beizutragen

Es ist sehr kurzweilig geschrieben und gibt interessante Einblicke für die nicht jüdische Person.

Zitate:

“So entstand in Frankfurt am Main 1462 das erste jüdische Ghetto überhaupt.”

“Es gibt aber auch schöne Redewendungen oder Sprich-wörter, die aus dem Jiddischen ins Deutsche kamen. Bei-spielsweise, wenn wir einander an Neujahr einen »Guten Rutsch!« wünschen. Ich habe als Kind nie so ganz verstan-den, was eigentlich mit diesem Rutsch gemeint sein sollte, und dachte, es hätte vielleicht etwas mit Glatteis zu tun. Heute weiß ich, dass der Gruß vom jiddischen »A giten Rosch!« kommt, dem Neujahrsgruß an Rosch Haschana. Rosch bedeutet so viel wie »Kopf«. Man wünscht sich also, wenn man es genau nimmt, einen »Guten Kopf des Jahres«, also einen guten Start ins neue Jahr. Wahrscheinlich ist der »gute Rutsch« einfach aufgrund eines Verhörfehlers entstanden, was ich ganz unterhaltsam finde.”

“Natürlich ist das alles Quatsch und diese Hyperfixierung auf das matrilineare jüdische Prinzip einfach nur lächerlich.
Patrilineare Jüd*innen machen genau die gleichen Erfahrungen mit Antisemitismus wie jene, deren Mütter jüdisch sind.
Auch sie wachsen mit jüdischen Traditionen auf und haben oft Vorfahren, die in der NS-Zeit verfolgt wurden.
Das matrilineare Prinzip entstand eigentlich sowieso nur, um Frauen vor Diskriminierung zu schützen. Wenn eine Frau während kriegerischer Auseinandersetzungen vergewaltigt wurde und ein Kind bekam, wurde dieses automatisch als Jüd*in gesehen und unabhängig vom Vater als vollwertiger Teil der jüdischen Gemeinschaft akzeptiert.
Für mich ist es daher total absurd, dass ein Religionsge-setz, das ursprünglich vor Diskriminierung schützen sollte, heutzutage für Diskriminierung sorgt. Es sollte deshalb dringend mal überdacht werden.”

“Die jüdische Zeitrechnung beginnt mit dem mutmaßlichen Jahr der Weltschöpfung, die auf das Jahr 3761 vor unserer Zeitrechnung datiert wird. Demnach befinden sich die jüdischen Menschen nicht etwa im 21., sondern im 57. Jahrhun-dert.
Die jüdische Woche hat zwar sieben Tage, doch nur einer davon hat tatsächlich einen eigenen Namen, nämlich der letzte Tag der Woche: der Shabbat. Die übrigen sechs Wochentage werden dann entweder mit den ersten sechs Ordnungszahlen oder mit den sechs ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets bezeichnet. Die jüdische Woche beginnt mit dem Sonntag und endet mit dem Samstag, also dem wohl wichtigsten und heiligsten jüdischen Feiertag.”

“Die Care-Arbeit, die sonst oft unsichtbar bleibt, wird durch den Shabbat sichtbar gemacht. Ihn einzuhalten, ist für mich deshalb ein zutiefst feministischer Akt. Der Shabbat würdigt Care-Arbeit als Arbeit, indem er sie verbietet. Indem er betont, man solle an diesem Tag nicht sortieren, aufräu-men, kochen, backen oder waschen, also Arbeiten nachge-hen, die wir oft »nebenbei« machen.”

“Das Wort »Jude« konnte nur zu einer Beleidigung werden, weil wir es zu einer gemacht haben. Wenn wir das Wort
»Jude« hören oder lesen, sehen wir nicht mehr nur eine Person jüdischer Herkunft und/oder jüdischen Glaubens vor unserem inneren Auge, sondern viel mehr all die negativen Eigenschaften, die jüdischen Menschen schon seit Tausenden von Jahren zugeschrieben werden. (Diesen Zuschreibungen widme ich mich im letzten Kapitel.) Sofern wir solche Klischees nicht im Kopf haben, wenn wir das Wort »Jude« sagen, würden wir es auch nicht als Beleidigung verstehen.”

“Aschkenasische Jüd*innen sind jene aus Mittel- und Osteuropa und der Inbegriff dessen, was wir hier in Deutschland unter Jü-dischsein verstehen: Klezmer, Jiddisch, die größten Leidtragenden des Holocausts und selbstverständlich zum größten Teil weiß. Auch ich bin eine aschkenasische Jüdin.
Sephardische Jüd*innen kommen eher aus dem Mittelmeerraum und ganz ursprünglich aus Portugal und Spanien.
Während wir hier in Mitteleuropa vor allem das »Jiddische« als jüdische Sprache auf dem Schirm haben, wird oft verges-sen, dass es noch eine weitere Sprache von Jüd*innen in Europa gab: Ladino… Die dritte kulturelle jüdische Gruppe sind die mizrachi-schen Jüd*innen aus den Ländern des Nahen Ostens.”

“Ladino ist eine Mischung aus Altspanisch und Hebräisch.
Und genauso wie das Jiddische hat es sich im Laufe der Zeit. weiterentwickelt und Sprachelemente aus den Landessprachen der Regionen übernommen, in die jüdische Menschen aufgrund von Vertreibung flüchten mussten. Im 15. Jahrhundert wurden alle spanischen und portugiesischen Jüd*innen ihrer Heimatländer verwiesen und mussten sich ein neues Leben aufbauen. Viele von ihnen gingen in andere Länder des Mittelmeerraumes, wie Italien oder Griechenland. Einige zog es noch weiter weg und sie ließen sich in Nordafrika oder dem Nahen Osten nieder. Ladino vermischte sich im Laufe der Zeit auch mit dem Türkischen und sogar mit dem
Arabischen.*”

“So entsteht auch Misogynie in Religionsgemein-schaften. Wer ohnehin schon misogyne Ansichten hat, wird beim Lesen der Torah auch nur die Stellen betrachten, die ihn in seinen Ansichten bestätigen, und diese reproduzieren.”

“Während Adam beispielsweise dazu verurteilt wurde, bis an sein Lebensende hart zu schuften, sollte Eva nicht nur Schmerzen bei der Geburt erleiden, sondern sich zusätzlich dem Mann unterord-nen. Was für einen Schluss ziehe ich daraus? Geschlechter-ungleichheit ist eine Strafe Gottes. Gleichberechtigung war das Ideal, das im Garten Eden gelebt wurde, die Ungleichheit folgte erst auf die Bestrafung. Natürlich könnten wir die Ungleichheit zwischen Mann und Frau mit diesem Zitat aus der Genesis also als gottgegeben betrachten. Aber wollte Gott nicht eigentlich viel mehr die Gleichberechtigung, da er*sie diese von Anfang an als Ideal geschaffen hatte? Sollten wir nicht nach diesem Ideal streben, obwohl wir nicht im Garten
Eden leben?”

“Wer persönliche Geschichten über den Holocaust hören möchte, wird also fündig, aber muss denn jede jüdische Person auf der Welt dafür einen Seelenstriptease hinlegen?”

“In den Jahren 1347 bis 1351 kam es in Deutschland zu zahlreichen sogenannten Pestpogromen, bei denen in kurzer Zeit über 300 jüdische Gemeinden in Deutschland samt ihren Mitgliedern komplett ausgelöscht wurden.”

“Die Städte Frankfurt am Main und Nürnberg schlossen beispielsweise einen Vertrag mit dem deutsch-römischen König Karl IV., der unter anderem festlegte, dass das Eigentum der ermordeten Jüd*in-nen mit sofortiger Wirkung ins Stadteigentum überging und dass die Ermordung dieser Jüd*innen straffrei blieb.
Als die Jüd*innen aus den meisten Teilen Westeuropas verschwanden, die Pest jedoch blieb, suchte man sich schnell einen neuen Sündenbock, auf den man Brunnenvergiftungen und Kindesentführungen schieben konnte: Hexen… Da wäre beispielsweise der Hexenhut, den wir bis heute passend zu jedem Halloween-Hexenoutfit in Läden kaufen können und der stark an den sogenannten Judenhut erin-nert, den jüdische Menschen als Erkennungszeichen im Mittelalter tragen sollten. Auch die besonders lange und gekrümmte »Hexennase« ist ein Stereotyp, das bis heute Jüd*in-nen zugeschrieben wird. Und wenn die Verknüpfung von Jüd*innen und Hexen immer noch nicht deutlich genug wur-de, gibt es da schließlich noch den Hexensabbat, der ein ge heimes und konspiratives Treffen von Hexen mit dem Teufel bezeichnet. Ich lass das mal so stehen.”
Profile Image for Evelyn.
16 reviews1 follower
August 26, 2025
Obwohl ich nicht alle Überzeugungen der Autorin teile, kann ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, weil es genau das tut, was der Klappentext verspricht: abseits von Klischees über jüdisches Leben aufklären.
Profile Image for Hedi.
153 reviews1 follower
April 25, 2025
Sehr, sehr interessant und lehrreich, aber manchmal ein bisschen too much information über das Privatleben der Autorin
Profile Image for Sil Bar.
122 reviews
July 9, 2025
Spannende „Mischung“.
Manchmal zu wenig differenziert - für meinen Geschmack.
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