Eigentlich reicht das Ballett setting aus um mich zu überzeugen. Ich bin so ein leidenschaftlicher Ballett fan, dass ich mit diesem Setting alles aufesse. Und die ersten 50 Seiten? Ich war überzeugt, ich werde das Buch lieben. Ich habe damals noch eine Freundin die ganze Zeit geschrieben, wie toll dieses Buch wird, aber danach? Es ging nur noch bergab. Vielleicht auch, weil das Ballett tatsächlich viel zu kurz kam
Die Einleitung in das Buch war vielversprechend. Die idee klang süß, Jase klang wie ein sunny boy, zoe wie ein süßes Mädchen und beide waren auch noch Freunde, eigentlich nicht wirklich wie ich mittlerweile weiß. Ich weiß nicht mal wo genau ich mit meiner Kritik anfangen soll, ich habe euch alles positive gesagt, was ich zu sagen hatte, aber mehr gibt es dort tatsächlich in meinen Augen nicht.
Es geht weiter damit, das Jase ein absolutes Arschloch ist. Er ist so gemein und grumpy. Ich mag grumpy Charaktere bis zu einem gewissen Teil, aber irgendwann, war es einfach zu viel. Und er Flucht immer und ihr kennt mich, ich Fluche non stop, aber irgendwie es war too much, unangebracht und einfach nicht mehr schön zu lesen irgendwann.
Ein Beispiel für den Schau Effekt.
»𝘒ö𝘯𝘯𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘳 𝘳𝘦𝘥𝘦𝘯?« »𝘌𝘪𝘨𝘦𝘯𝘵𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵. 𝘐𝘤𝘩 𝘩𝘢𝘣 𝘬𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘡𝘦𝘪𝘵.« 𝘚𝘪𝘦 𝘻𝘶𝘤𝘬𝘵 𝘻𝘶𝘳ü𝘤𝘬, 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘦𝘳 𝘔𝘶𝘴𝘬𝘦𝘭 𝘪𝘯 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘉𝘳𝘶𝘴𝘵 𝘱𝘳𝘰𝘵𝘦𝘴𝘵𝘪𝘦𝘳𝘵, 𝘢𝘣𝘦𝘳 𝘥𝘢𝘳𝘢𝘶𝘧 𝘬𝘢𝘯𝘯 𝘪𝘤𝘩 𝘬𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘙ü𝘤𝘬𝘴𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘯𝘦𝘩𝘮𝘦𝘯. 𝘕𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘦𝘴 𝘶𝘮 𝘴𝘪𝘦 𝘨𝘦𝘩𝘵. »𝘕𝘶𝘳 𝘨𝘢𝘯𝘻 𝘬𝘶𝘳𝘻, 𝘪𝘤𝘩 𝘸𝘪𝘭𝘭 –« »𝘐𝘴𝘵 𝘮𝘪𝘳 𝘴𝘤𝘩𝘦𝘪ß𝘦𝘨𝘢𝘭, 𝘸𝘢𝘴 𝘥𝘶 𝘸𝘪𝘭𝘭𝘴𝘵, 𝘡𝘰𝘦«, 𝘣𝘭𝘢𝘧𝘧𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘴𝘪𝘦 𝘢𝘯. »𝘔𝘪𝘤𝘩 𝘪𝘯𝘵𝘦𝘳𝘦𝘴𝘴𝘪𝘦𝘳𝘵 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵, 𝘸𝘢𝘴 𝘥𝘶 𝘻𝘶 𝘴𝘢𝘨𝘦𝘯 𝘩𝘢𝘴𝘵, 𝘬𝘭𝘢𝘳?«
Eine Szene von vielen.
Ich hasste Jase und auch gegen Ende konnte ich nichts mehr abgewinnen zu ihm. Mein Hass auf ihn war zu leidenschaftlich, als dass ich davon runterkommen konnte.
Er ist auch der Hauptfaktor, der mir das Lesen versauen hat.
Zu Zoe als Person kann ich absolut nichts negatives sagen, sie war süß, leise, unsicher, aber auch leidenschaftlich.
Es geht aber weiter mit einem Klischee, welches ich auch mittlerweile leid bin.
Diese eine weibliche "Bitch" Figur. Sie wird gehasst dafür, dass sie gemein ist, die männliche Figur ist natürlich aber nur missverstanden.
Ich bringe euch Jase Gedankengänge näher, die ich sehr doppelmoralisch finde in anbetracht dessen, dass er ein richtiges "Miststück" ist, aber natürlich werden solche Eigenschaften nur an Frauen kritisiert.
"𝘊𝘩𝘢𝘳𝘭𝘰𝘵𝘵𝘦 𝘪𝘴𝘵 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘨𝘶𝘵𝘦 𝘛ä𝘯𝘻𝘦𝘳𝘪𝘯, 𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘪𝘦 𝘣𝘦𝘬𝘰𝘮𝘮𝘵 𝘥𝘦𝘯 𝘗𝘢𝘴 𝘥𝘦 𝘥𝘦𝘶𝘹 𝘶𝘯𝘵𝘦𝘳 𝘎𝘢𝘳𝘢𝘯𝘵𝘪𝘦 𝘣𝘦𝘴𝘴𝘦𝘳 𝘩𝘪𝘯 𝘢𝘭𝘴 𝘡𝘰𝘦. 𝘓𝘦𝘪𝘥𝘦𝘳 𝘪𝘴𝘵 𝘊𝘩𝘢𝘳𝘭𝘰𝘵𝘵𝘦 𝘦𝘪𝘯 𝘢𝘣𝘴𝘰𝘭𝘶𝘵𝘦𝘴 𝘔𝘪𝘴𝘵𝘴𝘵ü𝘤𝘬 (...) 𝘐𝘤𝘩 𝘩𝘢𝘣𝘦 𝘊𝘩𝘢𝘳𝘭𝘰𝘵𝘵𝘦 𝘯𝘰𝘤𝘩 𝘯𝘪𝘦 𝘨𝘦𝘮𝘰𝘤𝘩𝘵. 𝘈𝘭𝘭𝘦𝘴 𝘢𝘯 𝘪𝘩𝘳 𝘪𝘴𝘵 𝘪𝘳𝘨𝘦𝘯𝘥𝘸𝘪𝘦 𝘧𝘢𝘭𝘴𝘤𝘩, 𝘴𝘪𝘦 𝘪𝘴𝘵 𝘦𝘪𝘯𝘧𝘢𝘤𝘩 𝘦𝘪𝘯 𝘴𝘤𝘩𝘭𝘦𝘤𝘩𝘵𝘦𝘳 𝘔𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩."
Auch ein Vergleich, wofür ich weniger die Charaktere kritisiere, sondern eher dafür, wie die Autorin es selbst geschrieben hat, ist der Vergleich, der weiblichen Freundschaft und der männlichen in diesem Buch. Während die weibliche sehr falsch und bitter und toxisch ist, ist die männliche angenehm, witzig, wie Familie. Und auch das ist wieder etwas, wo ich persönlich sagen kann, ich bin es leid davon zu lesen, wie schlecht weibliche Freundschaft im Gegensatz zu männlichen gesetzt werden.
Als Vergleich einmal die weibliche Freundschaft:
»𝘚üß𝘦, 𝘥𝘢𝘴 𝘒𝘭𝘦𝘪𝘥 𝘪𝘴𝘵 𝘫𝘢 𝘨𝘢𝘯𝘻 𝘯𝘪𝘦𝘥𝘭𝘪𝘤𝘩, 𝘢𝘣𝘦𝘳 𝘣𝘪𝘴𝘵 𝘥𝘶 𝘥𝘪𝘳 𝘴𝘪𝘤𝘩𝘦𝘳, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘥𝘶 𝘥𝘢𝘴 𝘯𝘦𝘩𝘮𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘭𝘭𝘴𝘵? 𝘋𝘢𝘳𝘪𝘯 𝘴𝘪𝘦𝘩𝘴𝘵 𝘥𝘶 𝘨𝘢𝘯𝘻 𝘴𝘤𝘩ö𝘯 𝘣𝘭𝘢𝘴𝘴 𝘢𝘶𝘴.« »𝘔𝘦𝘪𝘯𝘴𝘵 𝘥𝘶?« 𝘝𝘦𝘳𝘶𝘯𝘴𝘪𝘤𝘩𝘦𝘳𝘵 𝘮𝘢𝘤𝘩𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘚𝘤𝘩𝘳𝘪𝘵𝘵 𝘙𝘪𝘤𝘩𝘵𝘶𝘯𝘨 𝘚𝘱𝘪𝘦𝘨𝘦𝘭. 𝘑𝘢, 𝘪𝘤𝘩 𝘴𝘦𝘩𝘦 𝘣𝘭𝘢𝘴𝘴 𝘢𝘶𝘴.
Und natürlich die männliche:
𝘔𝘢𝘦 𝘭𝘢𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘻𝘶 𝘴𝘦𝘩𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘻𝘶 𝘣𝘦𝘰𝘣𝘢𝘤𝘩𝘵𝘦𝘯, 𝘸𝘪𝘦 𝘥𝘪𝘦 𝘑𝘶𝘯𝘨𝘴 𝘮𝘪𝘵 𝘪𝘩𝘳 𝘶𝘮𝘨𝘦𝘩𝘦𝘯 – 𝘢𝘭𝘴 𝘸ä𝘳𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘴𝘤𝘩𝘰𝘯 𝘻𝘶𝘮 𝘵𝘢𝘶𝘴𝘦𝘯𝘥𝘴𝘵𝘦𝘯 𝘔𝘢𝘭 𝘥𝘢𝘣𝘦𝘪.
Es sind Kleinigkeit, die mir aber tatsächlich das Lesen versaut haben.
Es gab nämlich keine Relevanz dafür Charlotte überhaupt in dieses Buch zu schreiben, was man auch später bemerkt. In ganzen 500 Seiten hat sie 3 Szenen, die unrelevanter nicht sein könnten. Natürlich hat sie irgendwo ihren Zweck, aber ganz ehrlich, ich verstehe trotzdem nicht wieso es relevant war, sie an der Vergewaltigung teil haben zu lassen.
Noch ein Charakter ist mir aber bitter aufgestoßen. Der schwule Bruder.
Es wird schon früh in der Geschichte klar, dass er auf Männer steht und am Anfang hatte es keine Relevanz. Ich habe kein Fokus drauf gelegt, es wirkte irrelevant. Ich freue mich über jeden diversen Charakter, aber dann kam man zu dieser eine Szene und plötzlich wusste man, er erfüllt nur ein Faktor. Er ist nicht queer um den diversen Cast hervorzubringen. Er ist queer, weil es Sinn ergibt für die Geschichte. Wirkt sehr bitter auf mich in angebracht dessen, dass man ihn nur deshalb queer gemacht hat. Sehr unpassend auch. Die Autorin wollte einen Grund, wieso Jase und Zoe sich zerstritten haben und für mehr ist die queerness nicht relevant.
Jetzt zum Drama.
In diesem Buch passiert sehr viel und es hat auch 500 Seiten und trotzdem wurde nicht alles ausgearbeitet.
Sowohl Jase als auch Zoe haben eine Vergangenheit. Jase, der Familien Probleme hat und Zoe, die vergewaltigt worden ist. Es war an einigen Stellen Emotional, aber es war zu wenig. Jase Drama hat das ganze Buch eingenommen, es ging zu viel um ihn und das Zoe Vergewaltigt worden ist war irgendwie nur ein Drama Effekt. Sie hat es erzählt und sie hatte ein Trauma und Ängste diesbezüglich, aber das ging mir alles zu schnell. Sie hatte Ängste vor Berührungen, die sie in einer Seite überwunden hat und das Dank des Mannes und irgendwie wurde es gar nicht mehr weiter thematisiert, weder wie sie bei anderen Leuten ist, noch sonstiges. Dann ging es eben nur noch um Jase. Er hat es mir ja sehr schwer gemacht mit dem Buch und wäre der Fokus vielleicht auch mehr auf Zoe gewesen, hätte ich es vielleicht noch genießen können. In den letzten 50 Seiten erfahren wir dann wer Zoe Vergewaltigt hat, auch wieder ein großes Drama Schauspiel und auch wieder in 50 Seiten abgeharkt. Es kommt für mich so rüber, dass A. Jase Zoe geheilt hat und B. Das es wirklich nur zum Drama Effekt geschrieben worden ist. Ich für meine Meinung kann sagen, die Autorin hätte sich das tatsächlich sparen können und wenn sie es gerne geschrieben hätte, dann vielleicht ein anderes Buch, weil eben Jase Drama so viel eingenommen hat, dass Zoe komplett unterging, was ich persönlich sehr schade fand.